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Auswuchten mit Granulat

Erstellt von GS45, 13.09.2009, 10:51 Uhr · 38 Antworten · 11.500 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Ich trau mich mal,,,,

    #11
    Zitat Zitat von pilot69 Beitrag anzeigen
    Mal abgesehen davon, dass es mittlerweile keine Bleigewichte mehr gibt, es werden andere Metalle verwendet, versuche ich die Physik hinter dieser Glaskügelchenvariante zu verstehen, doch trotz entsprechender Ausbildung und Berufserfahrung erschliesst sich mir die Mechanik dahinter nicht.

    Kann mir mal jemand erklären, welchem physikalischen Gesetz diese Geschichte folgt?

    Greetz
    Fliehkraft!

    Ich trau mich mal Stell Dir vor Du würdest 0,1 Liter Wasser in Dein Hinterrad füllen. Du fährst 130km/h- das Wasser "klebt", gleichmäßig verteilt, am Hinterrad. Aber nur fast! Unwuchten sorgen für eine "Umverteilung" des Wasserfilms. Die Frisur sitzt, der Fahrer merkt nix...

    Viele Grüße,

    Grafenwalder

  2. Registriert seit
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    Standard

    #12
    Hi
    Wenn das so wäre, dann betrachte ich diese Methode als Glücksspiel. Ein Granulat hätte keinerlei Grund sich gleichmässig zu verteilen. Da bestünde eher die Gefahr, dass es sich am weitest entfernten Punkt sammelt und eine "ordentliche" Unwucht verursacht. Was wäre mit einer gleichmässigen Verteilung gewonnen? Nix! Es bleibt die Frage: Wie verteilt sich das Zeug so, dass es die Unwucht beseitigt? "Fast gleichmässig" nützt gar nix. Extrem ungleichmässig ist gefragt!
    Es muss sich ja genau gegenüber der schwersten Stelle konzentrieren. Und zwar genau in dem Mass wie das Rad unwuchtig ist. Wären also konventionell 60 Gramm notwendig, müssten sich dort wo normaler Weise die Gewichte befestigt sind 60 Gramm Granulat "sammeln". Entweder dann dort irgendwie "festpappen" oder sich jedesmal auf's Neue dort sammeln. Beim Anhalten rieselt das Zeug dann in Richtung Strasse nach unten?
    Mathematische Frage: Ca 50 Gramm pro Rad können eine konventionelle Unwucht von 60 Gramm vielleicht gerade noch ausgleichen weil sie auf einem grösseren Radius wirken? Bei 80 Gramm würde es kritisch.
    Verteilt sich das Zeugs gleichmässig, hat es den gleichen Sinn wie ein Kropf. Oder man kippt 3 Kg rein. Verteilt sich diese Menge gleichmässig, dann spielen 50 Gramm keine Rolle mehr

    Seit etlichen Reifenwechseln beobachte ich, dass beim Wuchten immer das etwa gleiche Gewicht an der etwa gleichen Stelle notwendig ist. Meine Vermutung: Das Rad hat mehr Unwucht als ein Reifen. Daher überlegte ich schon mal ein Gewicht IN das Felgenbett zu kleben. Hab' ich mir bisher verkniffen weil auf diese Art die Fliehkräfte nicht mit der Klebeschicht sondern gegen sie arbeiten.
    gerd

  3. Registriert seit
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    #13
    Fliehkraft ist ja gerade das Problem. Gehen wir mal davon aus, dass nur der Reifen eine Unwucht hat. Bei der Fahrt wird der Reifen durch die Fliehkraft nach aussen gedrückt, da wo die Unwucht sitzt (mehr Gewicht) etwas mehr. Im Reifen entstünde dort eine kleine Senke, wo sich dann eine bewegliche Masse (Glaskügelchen oder auch Wasser) sammeln würde, es würde so die Unwucht verstärken.
    Die Kügelchen müssen aber quasi den Berg rauf kollern und sich an die Stelle setzen, wo der Reifen entsprechend die kleinste Masse hat, diametral gegenüber der Unwucht. Und hier deckt sich die Physik nicht mehr mit der angepriesenen Funktion dieses Produktes.
    Auch bei einem Höhenschlag der Felge, seien es mal 2mm, und einem perfekten Reifen müssten sie Kügelchen genau an die Stelle kullern, wo der Höhenschlag seinen minimalen Rotationsradius hat, sprich bergauf, was sie in der gängigen Welt der Physik einfach nicht machen wollen.

    Und das mit der Elektrostatik ist auch so eine Sache. Die im Reifen befindliche Luft ist oft relativ feucht, was einer guten Elektrostatik eher abträglich ist, zumal die Reifen durch ihren hohen Russanteil die Elektrostatik abfliessen lassen.

    Aber vielleicht kann mir ja einer das Ganze erklären, naturwissenschaftlich...

    Greetz

  4. Registriert seit
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    Standard

    #14
    Bei LKW-Reifen mag das vieleicht funktionieren, aber wie schaut das bei Krafträdern aus?
    Die Unwucht kommt nicht unbedingt vom Reifen selbst, sondern sehr häufig auch von der Felge. Die Reifen für sich sind schon fast genau, sprich einen Unterschied innerhalb des Reifens sind sehr gering. Höhenunterschiede des Reifeninneren, die dieses Granulat ausgleichen soll gibt es eigentlich nicht.

    Und mal ehrlich, wenn man einen LKW-Rad auf 20 Gramm genau wuchtet, dann ist das schon sehr genau.
    5 sind am Motorrad schon gut, 0 währe optimal.

    Und nebenbei, was besucht ihr denn für Werkstätten, die die Felgen nach erfolgter Montage der Reifen nicht reinigt, wenn man sich über Klebereste Sorgen macht?

  5. Registriert seit
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    #15
    Es funktioniert durch Fliehkraft und Masseträgheit. Ganz kurz gesagt: In dem Moment wo die schwere Stelle des Reifens oben ist und dadurch das Rad zum vibrieren bringt können die Perlen nicht so schnell nachfolgen. Dadurch bleiben sie dort, wo kein Mehrgewicht ist.

    Das ganze funktioniert so perfekt, weil ein Rad meist mehre Unwuchtstellen hat, nicht nur eine einzige, wie es uns die langjährige Verwendung von Auswuchtgewichten suggeriert. Ein Bekannter von mir hat die Dynabeads aus den USA, ein ähnliches Produkt. Er sagt er hatte noch nie ein derart ruhiges, glattes Fahrgefühl.

  6. Registriert seit
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    #16
    Fundsache

  7. LGW Gast

    Standard

    #17
    Die Auswuchtung über diese Kügelchen funktioniert physikalisch definitiv (auch wenn ich die Erklärung jetzt auch nicht perfekter aus dem Ärmel schütteln kann als hier schon geschehen), und das nicht nur bei LKW-Reifen.

    Das Prinzip sieht im Grunde so aus, dass sich die Kügelchen statistisch so lange umverteilen, bis tatsächlich eine gleichmässige Wuchtung erreicht ist - einfach weil es irgend einen (mir nicht exakt bekannten) Umverteilungsprozess gibt, der so lange anhält, wie es Unwucht gibt. Das ist übrigens tatsächlich ein Glücksspiel, aber weil es so viele Kügelchen sind, eins, das man quasi immer gewinnt - spiel mal Roulette mit so einem Haufen Kugeln, ich garantiere die 0 gewinnt

    Allerdings gibt es ein Problem bei der Methode: bei langsamer Fahrt/Fahrtbeginn klappt's nicht, weil die Kügelchen nach längerer Standzeit halt doch auf dem "Boden" landen - und sich dann erstmal wieder neu verteilen müssen. Für Enduristen/Schotterfahrer dürfte die Methode damit wohl eher ausfallen, da wuchten die Kügelchen eher die Bodenbegebenheiten aus

    Bei "Straßenfahrzeugen" funktioniert es angeblich recht gut, aber ob das nun beim Motorrad wirklich ein guter Ersatz zum klassischen Gewicht ist... ich weiss nicht. Zu viele Wenns und Aber für mich, und "GS" steht ja nicht nur für Straße

  8. Registriert seit
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    Standard

    #18
    Moin moin,

    merkt man(n) im Gelände denn wirklich eine Unwucht in den Reifen?
    Ich sehe die Bedenken eher bei der Luftdrucküberwachung.
    Setzen sich die Kügelchen nicht da irgendwo dazwischen?
    Das Video zeigt ja sehr eindrucksvoll, dass die Kügelchen wirken. Aber sie fallen halt bei jedem Stop wieder nach unten.

  9. Registriert seit
    02.09.2006
    Beiträge
    83

    Standard Auswuchten

    #19
    Hallo miteinander
    ich lasse meine Reifen nicht auswuchten,u. habe auch keine unwucht in den reifen.(CSA-17" )

    mfg Chris

  10. Registriert seit
    30.04.2007
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    Standard

    #20
    Zitat Zitat von Rattenfänger Beitrag anzeigen
    Moin moin,

    merkt man(n) im Gelände denn wirklich eine Unwucht in den Reifen?
    Ich sehe die Bedenken eher bei der Luftdrucküberwachung.
    Setzen sich die Kügelchen nicht da irgendwo dazwischen?
    Das Video zeigt ja sehr eindrucksvoll, dass die Kügelchen wirken. Aber sie fallen halt bei jedem Stop wieder nach unten.
    Die Kügelchen können bei manchen RDC Probleme machen. Selbst Hersteller wissen aber oft keine definitive Antwort. Ich kenne einen Fall, in dem die Anzeige dauernd ausfiel. Das Gerät war eines bei dem die Sensoren im Ventilkörper sitzen.

    Die Unwucht bei niedrigen Geschwindigkeiten oder im Gelände merkt man nicht. In den USA ist Verwendung von solchem Granulat schon weiter verbreitet. Niemand hat von derartigen Problemen berichtet. Obwohl das ein Knochen-konservatives Voelkchen ist ... aber bei technischen Erneuerungen vermuten die nicht immer sofort den Teufel am Werk.


 
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