Ergebnis 1 bis 4 von 4

3 Tage in Texas - ein Mann, eine Harley und viel gerade aus.....

Erstellt von fmantek, 02.03.2014, 19:19 Uhr · 3 Antworten · 1.017 Aufrufe

  1. Registriert seit
    11.04.2012
    Beiträge
    2.250

    Standard 3 Tage in Texas - ein Mann, eine Harley und viel gerade aus.....

    #1
    Es hat mich diesmal geschäftlich für ein paar Tage nach Texas, genauer gesagt Lewisville, eine Kleinstadt die quasi zum Norden von Dallas gehört. Ich musste insgesamt 12 Tage weg und blieb daher das Wochende in Dallas.

    Der Freitag war unglaublich schön, sonnig, warm (25 Grad) angekündigt, also flugs einen Tag freigenommen und am Donnerstag Abend eine HD Heritage Softail gemietet.

    Hier steht sie:

    heritage2.jpgheritage.jpg

    Man betrachte das minimalistische Cockpit. Unter dem runden Instrument, das man eigentlich für einen Drehzahlmesser hält, steht ganz klein: "x 10 speed". Muss man erstmal wissen

    Ich bin dann abends gut 2 Stunden durch die Gegend gefahren um mich ein wenig mit der Maschine vertraut zu machen. Das grösste Problem war für mich die umstellung auf die Hinterradbremse. Am Samstag gings dann, aber die ersten 2 Tage wollte ich immer vorne zupacken, und da tut sich dann doch sehr, sehr wenig....

    Freitags morgens ging es dann zum Wichita Wildlife Refuge nach Oklahoma. Und, da lernt man auch gleich warum Harley Davidsons keine Kurvenfreiheit brauchen.

    dscf1494.jpg

    Es gab Streckenabschnitte, da setzte ich doch mit den Brettern auf, aber nicht viele, und man gewöhnt sich auch schnell daran, das die Maschine nicht so gerne in die Kurven will. Im generellen ist Kurvenfahren mit der Heritage Männersache. Während meine GS mit einem sanften Streicheln sich in die Kurve drückt, ist man hier mehr einen Hefeteig am kneten. Da braucht man Kraft, da muss mann schon drücken um die Maschine in eine stärkere Schräglage zu bewegen. Nicht, das das keinen Spass macht. Es ist nur klar auf was ganz anderes ausgerichtet.

    Im Wichita Wildlife Refuge angekommen, lief mir erstmal eine kleine Bisontruppe über die Strasse. Das waren Jungtiere, nur so gross wie deutsche Kühe, und netterweise 100 meter vor mir. Kurz darauf lag am Strassenrand ein ausgewachsener Bulle. Nun, hätte ich meinen X5 dabei gehabt, hätte ich mich hinter dem Bullen verstecken können. Diese Tiere sind riesig.... Da ich mich nicht traute neben dem anzuhalten, gibt es davon keine Fotos. Aber alleine für die Bisons hatte es sich schon gelohnt dahin zu fahren. Der Park selber ist "Bergisches Land bundesstrasse" kurvig, also keine fahrtechnische Herausforderung. Aber wunderschön anzusehen, wenn man auf rote, grosse Steine steht.

    dscf1505.jpg
    Auch wilde Longhorns gibt es dort zu bestaunen, die waren gut 100m weg von mit, also relativ sicher zu fotografieren.

    Aus dem Park raus, ging es rauf auf den Mount Scott, ein 750m hoher "Berg" mitten in der Landschaft. Es gibt eine nette, kurvige Strasse rauf auf ihn, oben einen Parkplatz mit Aussichtsbuchten, und sonst nichts. Grossartige Aussicht, nett das die eine Strasse gebaut haben.

    dscf1509.jpgdscf1511.jpgdscf1514.jpg

    Dann ging es wieder Richtung Hotel. Was mit den ganzen Tag an Texas auffiel, wurde bei Sonnenuntergang richtig prominent. Der Himmel ist einfach endlos. Es ist als wäre man am Meer, aber dadurch das es überall so ein ganz wenig Kontrast und Blickfang gibt, wirkt der Himmel einfach riesengross. Mir gefällt das, ich finde gerade diese unglaublichen Weiten in den USA beeindruckend.

    dscf1516.jpgdscf1518.jpgdscf1523.jpg


    Ende von Teil 1.

    Frank

  2. Registriert seit
    11.04.2012
    Beiträge
    2.250

    Standard

    #2
    Teil 2:

    Am Samstag wolle ich dann Richtung Austin. Dort beginnt das Hill Country und soll mit das beste und anspruchsvollste Motorradfahren in Texas sein. Glaube ich gerne. Da gabs schon fast 30 grad Schräglage. Wenn man jemals im Sauerland war, dann ist man schon anspruchsvoller gefahren. Ich war allerdings nicht auf den "Twisted Sisters", das ist das beste was die hier zu bieten haben, ergo, vielleicht ist das ja besser.

    Aber, ich fuhr durch Granbury. Eine so bildhaft amerikanische Westernstadt, das ich dachte ich bin auf einem Filmset. Dazu wurde auch noch der Texas Unabhängigkeitstag mit einem Stadtfest gefeiert, viele als Soldaten, Cowboys oder frühe Siedler kostümierte Menschen machten das Bild noch malerischer.


    dscf1527.jpgdscf1532.jpgdscf1534.jpgdscf1536.jpgdscf1537.jpgdscf1538.jpg

    Der weitere Weg Richtung Austin war abwechslungsreicher als die Fahrt nach Oklahoma, aber nicht anspruchsvoll. Spass gemacht hat es trotzdem. Die weite Landschaft, das total tolle Wetter und die Harley machten den Ausflug durchaus zu etwas, was ich nicht missen möchte.

    Am Sonntag wollte ich dann eigentlich nach Houston, ein Freund hatte mich zum Essen eingeladen. Aber, in der Nacht schob sich eine Gewitterfront dazwischen. Also, Wetterbericht geschaut, nach Westen solls trocken bleiben, nur ein wenig Wasser um Dallas herum.

    Ich gehe raus zum Motorad und finde eine Eisschicht auf dem Sitz. Na, da muss es nachts aber kalt geworden sein. Es war 8 Uhr, es war kühl, aber ich war ja noch vom Kaffee vorgewärmt. Aufgestiegen, 15min später fängt es an zu nieseln. 5 min später ist mein Visier von aussen zugefroren.

    Von gestern abend, 25 Grad auf -3 Grad um 9 Uhr morgens. Heftig. Das war dann das Ende der Texas Motorradfahrerei - dafür habe ich nicht die richtigen Sachen dabei.

    Aber, in 2 Tagen 1100 Meilen - ich habe einiges gesehen und kann nur jedem empfehlen, der hier mal hinkommt, mietet euch ein Bike, und atmet die Luft. Sie riecht anders, der Himmel ist endlos, und ganz ehrlich, eine Harley kommt nicht mit meiner GS mit, in vieler Hinsicht, aber:

    - sie war definitiv bequemer, selbst als die ECM sitzbank
    - die fussbretter erlauben eine sehr gute sitzhaltung, und mann kann die beine mal bewegen oder auf den Sturzbügeln absetzen
    - der Motor macht einfach nur spass. Wem der Boxer Charakter gefällt, der fühlt sich hier sofort wohl - und wird ein wenig neidisch.
    - da es hier eh kaum kurven gibt....

    Wenn ich hier wohnen würde, hätte ich wahrscheinlich auch eine Harley, und eine kleine 450er für den Dreck. Weil die Dreckstrassen hier, da möchte ich dann auch nicht mit der GS unterwegs sein.

    Generell, wenn man nach Texas fährt, sollte man als Mopedfahrer sicher eher nach Austin oder San Antonio gehen. Der Big Bend Nationalpark ist das was ich hier sehen möchte, das war nur zu weit weg. Die Gegend um Dallas herum ist flach, farmland und eher hässlich.

    Ich habe noch gut 20GB Hero Material, wenn davon was schön geworden ist, werde ich noch einen Film posten.

    Frank

  3. Registriert seit
    07.08.2009
    Beiträge
    2.624

    Standard

    #3
    Danke für den schönen Bericht.

    Zitat Zitat von fmantek Beitrag anzeigen
    und kann nur jedem empfehlen, der hier mal hinkommt, mietet euch ein Bike, und atmet die Luft. Sie riecht anders, der Himmel ist endlos, und ganz ehrlich, eine Harley kommt nicht mit meiner GS mit, in vieler Hinsicht, aber:
    Schöner Tipp.


    Gruß
    Jochen

  4. Registriert seit
    09.05.2012
    Beiträge
    107

    Standard

    #4
    Hallo Frank,
    danke für schönen Bericht.
    es hat bei mir die Erinnerung hervorgebracht, ich habe irgendwann 2003 unterwegs auf I-10 gewesen, von El Paso nach San Antonio.
    Bin morgen früh in El Paso gestartet und voll dumm, habe nicht voll getankt, dachte mir, no problem, findet sich schon was ... Auf der Tankstelle waren so
    düster anschaunde Typen, Bettler, Barfuss --- bin dann weiter gefahren,
    Es war ein fehler, habe dann irgendwann unterwegs bemerkt, oh, mein Tank geht leer, gezittert,
    einsame Strasse, bis zu nächster Tankstelle mehr als 100 Km, also sogar deutlich mehr gewesen.
    So was kann man auch in Texas erleben, aber es war schön. Die kleine Strassen von Corpus Christi entlang Gulf of Mexico, einfach super, zwar sturr gerade aber Wind, Sonne, Sand und sehr wenig Verkehr, Hitze vom Asphalt... herrlich. Man träumt, dass die Strasse nie enden sollte... Zwischenstopp, kleine Fischer-Kneipe, Country Musik, kalte Cola, Steak und dann weiter, Kilometer fressen, herrlich. Ein Stück zur Seite, ein Halt auf Strand, mal schnell baden und weiter, und die Salzwasser trocknet direkt auf der Haut, und Sand rubbert die Schulter, und Geruch vom Meer...

    Beste Grüße aus Berlin
    Jürgen


 

Ähnliche Themen

  1. Ein Reiseversuch ( 80 Tage in Europa )
    Von gs-worms im Forum Touren- & Reiseberichte
    Antworten: 41
    Letzter Beitrag: 04.03.2014, 10:33
  2. Hallo und viele Grüsse aus dem sonnigen Berlin
    Von Ick-Berlin im Forum Neu hier?
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 06.09.2013, 05:23
  3. In Tiefer Trauer an eine liebe Q-Bikerin Heike von uns gegangen ist.
    Von biker_lars im Forum Smalltalk und Offtopic
    Antworten: 53
    Letzter Beitrag: 10.11.2007, 08:54
  4. Wirklich ein Unterschied zwischen Wilbers und Orginal???
    Von GS Rudi im Forum R 1200 GS und R 1200 GS Adventure
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 27.05.2007, 20:19
  5. Noch ein Beitrag zu HU und neuen AU
    Von mario im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 08.08.2006, 11:19