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Dolomitenpässe sollen zeitweise gesperrt werden

Erstellt von Wolfgang.A, 12.02.2016, 08:50 Uhr · 56 Antworten · 7.269 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #41
    Zitat Zitat von Kardanfan Beitrag anzeigen
    Ja, da gebe ich Dir voll und ganz recht.
    Aber wir haben dieses Werben überall, egal ob Auto, Reisebusse, Schiffsreisen ....... immer mehr Umsatz, immer mehr Menschen, denen wir nur "Gutes" wollen ......
    ja stimmt und genau deshalb weigere ich mich ein schlechtes Gewissen zu haben. Diese Regionen waren noch vor 50 Jahren die ärmsten und nur Dank des Tourismus geht es denen heute so gut. Läuft alles bischen nach dem Motto "die Geister, die ich rief"

    Zitat Zitat von judex Beitrag anzeigen
    Die Straßen in Italien habe ich bestenfalls über irgendwelche Strukturfonds der EG mitbezahlt.
    Das war sicherlich nicht viel. Wenn wir über eine touristische Überlastung des Alpenraums
    sprechen, dann müssen wir das wohl hinnehmen, Amp..
    ich meinte damit nicht, dass ich italienische Straßen mitbezahlt habe (wenn auch über den genannten Fond oder Maut doch) sondern wir haben deutsche Straßen mit unsern Steuergeldern bezahlt, die heute für uns gesperrt sind und Italiener haben die Straßen bezahlt, die sie heute mit Motorrädern nicht mehr befahren dürfen.
    Die Überlastung ist doch nur eine Folge davon, dass die Regionen den Hals nicht vollkriegen konnten/können. Wenn ich heute noch die glatzköpfigen Bergkuppen sehe, die für Skibetrieb abgeholzt wurden......

    Zitat Zitat von saeger Beitrag anzeigen
    Italien oder gar Südtirol deshalb zu boykottieren würde mir allerdings nicht einfallen. Denn ein Teil des Problems sind ja auch wir. Es ist keine Unlust oder Fremdenhass was diese Reaktion auslöst, sondern schiere Verzweiflung die eine Lösung sucht.
    nanana, schiere Verzweiflung Wir sind nicht Teil des Problems, die Regionen haben durch uns ihren wirtschaftlichen Aufschwung erfahren, die Infrastruktur konnte nur durch unser Geld so aufgebaut werden. Nur ist jetzt der Zeitpunkt erreicht, wo nicht mehr Bettenburgen gebaut werden können und die top ausgebauten Straßen trotzdem verstopft sind. Und nun? möchte man einen Teil (der unliebsamen) Gäste zeitweise aussperren? soso, jahrelang unser Geld nehmen (sich nen echt goldenen Ar.sch verdienen) und plötzlich bin ich das Problem? so kann man das sehen, muß aber nicht. Wie gesagt, das Jammern möchte ich hören, wenn ein Teil der unliebsamen Gäste nun andere Destinationen sucht und findet. Das Blatt würde sich so schnell drehen....und wir wären wieder heftig umworben.
    Das einzige, wo schiere Verzweiflung herrscht ist der drohende Verlust des UNESCO Titels, denn mit dem wird heftig Werbung gemacht (wofür? für noch mehr Touris na klar)

    Zitat Zitat von m.a.r.t.i.n Beitrag anzeigen
    Worüber wundern wir uns eigentlich?Wir fallen im Winter mit Snowboards & Skiern und im Sommer mit Mountanbikes, Motorrädern und Autos wie die Heuschrecken über die Landschaft her, als hätten wir sie gekauft. Natürlich lebt die Tourismusindustrie davon, aber das doch keine Entschuldigung.
    Entschuldigung wofür? ich sehe mich nicht in der Position mich entschuldigen zu müssen. Wir haben die Landschaften nicht gekauft, aber zum Großteil bezahlt, denn genau dafür wurden sie jahrelang "mißbraucht". Uns anzulocken (was ja nicht schwer ist) um von unserm Geld Wohlstand zu erleben.
    Wenn ich mir meine geliebte Region Gardasee ansehe, die Hotelwirtin, deren Mann einen sehr teuren SUV fährt, sie selbst einen Audi nagelneu, sie arbeitet von Oktober bis April nicht (hat sie nicht nötig) ihre Kinder gehen auf eine Privatschule und die Arbeiten währed der Saison macht der Gärtner, die rumänische Putzfrau, die polnische Küchenhilfe.
    worüber genau beschweren die sich jetzt?
    Ich kenne deren Lösungsansatz schon. Es sollen weniger Touris kommen, die sollen aber mehr bezahlen, dann hat man mit weniger Arbeit genausoviel Geld verdient.

  2. Registriert seit
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    #42
    @ AmperTiger
    Ich kenne deren Lösungsansatz schon. Es sollen weniger Touris kommen, die sollen aber mehr bezahlen, dann hat man mit weniger Arbeit genausoviel Geld verdient.
    Ja, das ist die Lösung - bzw. unser Problem, alles billig zu machen, dass auch der, der es gar nicht will, es konsumiert.

    Oma Lieschen will eigentlich 2 Wochen ins Allgäu, fliegt dann aber nach Tunesien, Ägypten ...... für 4 Wochen zum halben Preis.

    Südtirol ist wirklich ein gutes und trauriges Beispiel für
    Läuft alles bischen nach dem Motto "die Geister, die ich rief"
    Ich kenne Südtirol seit 1980 sehr intensiv, über eine alte Freundin hatte ich sogar direkten Kontakt zu Südtirolern und deren Probleme.

    Und ich bin dort seit sicherlich 10 Jahren kein Gast mehr, obwohl es eigentlich für mich fast vor der Türe liegt, wie der Lago Maggiore.

    Aber ich habe die Gegend wieder entdeckt, gerade im März, oder Oktober, November. Dank Heizgriffen und Textilkombis lerne ich die Gegend auf eine neue Art kennen.

    Nur an Ostern, Pfingsten, im Sommer ............ da hat diese Region für mich alle Reize verloren, schade, aber so ist es.

    Wundern muss ich mich nur, dass das andere so nicht sehen, die anscheinend gerne in Staus stehen und sich durch überfüllte Gassen quälen. Aber das kennen die anscheinend aus dem Liegestuhlkampf am Mittelmeer ....

    Wenn ich mir meine geliebte Region Gardasee ansehe, die Hotelwirtin, deren Mann einen sehr teuren SUV fährt, sie selbst einen Audi nagelneu, sie arbeitet von Oktober bis April nicht (hat sie nicht nötig) ihre Kinder gehen auf eine Privatschule und die Arbeiten währed der Saison macht der Gärtner, die rumänische Putzfrau, die polnische Küchenhilfe.
    Ja, manchmal trifft mich auch hier der Neid. Allerdings sehe ich auch vermehrt (wenn ich im Herbst ein paar Tage dort verbringe in unterschiedlichen Unterkünften von 40 -100 Euro / Nacht), dass etliche Gebäude/Einrichtungen sehr abgewirtschaftet sind. Und das Geld pro Nacht nicht mehr wert sind!!!!
    Man scheint eben zuviel Geld in LUXUS, in Deutsche Autos, fehlinvestiert zu haben. Mittelfristig wird auch hier die Marktwirtschaft seinen Rechen ansetzen, wenn nicht unnötige EU-Gelder plötzlich wieder flüssig gemacht werden, um den Sanierungsstau und die Folgen zu kaschieren!

    Früher, vor 20 -25 Jahren, war ich relativ alleine, wenn ich mit der Familie zum Campen in Südtirol oder am Mittelmeer die Pfingstferien genutzt hatte. In den letzten 10 Jahren wurde ich immer öfters gezwungen vorzubuchen, bzw. musste Stellplätze verlassen, umziehen, weil alles ausgebucht war.

    Und eine richtige Pest sind diese Reisebusse - in meinen Augen - gefolgt von den an Gigantismus ausufernden Wohnmobilfahrern, ......

    Doch, ich bin für eine Sperrung, es würde den DOLOMITEN gut tun, und den einen oder anderen "Wirt" wieder auf den Boden der Tatschen zurückholen.

    Gruß Kardanfan

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    #43
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    ja stimmt und genau deshalb weigere ich mich ein schlechtes Gewissen zu haben. Diese Regionen waren noch vor 50 Jahren die ärmsten und nur Dank des Tourismus geht es denen heute so gut. Läuft alles bischen nach dem Motto "die Geister, die ich rief"
    . . .
    Wenn ich mir meine geliebte Region Gardasee ansehe, die Hotelwirtin, deren Mann einen sehr teuren SUV fährt, sie selbst einen Audi nagelneu, sie arbeitet von Oktober bis April nicht (hat sie nicht nötig) ihre Kinder gehen auf eine Privatschule und die Arbeiten währed der Saison macht der Gärtner, die rumänische Putzfrau, die polnische Küchenhilfe.
    worüber genau beschweren die sich jetzt?
    Hallo AmperTiger,
    das sehe ich genauso. Das erste Mal fuhr ich 1990 in die Dolos (Corvara); dort war es sehr beschaulich und der Fiat Panda war der Standardwagen. Das letzte Mal war ich 2006 urlaubsmäßig dort (auch Corvara). Da sah es wie oben beschrieben aus: eine Menge SUVs. Heutzutage mache ich keinen Urlaub mehr in den Dolomiten.

    Zusatz Hotelbetrieb, meine persönliche Erfahrung 2015 am Gardasee: Die Bedienung kommt aus Litauen.

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    #44
    Zitat Zitat von Kardanfan Beitrag anzeigen
    Wundern muss ich mich nur, dass das andere so nicht sehen, die anscheinend gerne in Staus stehen und sich durch überfüllte Gassen quälen.
    wenn du dich dort auskennst, weißt du auch in den heißen Phasen die richtigen Wege - ohne viel Verkehr - zu fahren.

    Grundsätzlich meide ich natürlich ebenfalls die Hochsaison, dies gilt aber grundsätzlich für alle Motorradreviere, aber - notgedrungen - Mitte August 2015 sind wir ohne Staus oder uns irgendwo durchzuschlängeln gut zurecht gekommen. Die Anfahrt von Westen zu der - von mir nicht besonders geschätzen - Sellarunde, bis Canazei ist immer ätzend, zu jeder Zeit und nicht schön zu fahren. Ähnlich verkehrsreich ist es wenn du von Ora zum Kalterer See und weiter bis zur Mendeleinfahrt fährst. Direkt am Karrersee sind auch häufig Busse. Schnell weg dort.

    Es gibt Alternativen und die werde ich sicherlich auch in den nächsten Jahren dort fahren. Der nächste Termin direkt nach Pfingsten ist fix.

  5. Registriert seit
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    #45
    Wenn die dreistündigen "Fenster Schliessungen" von Pässen, über Mittag und bis in den frühen Nachmittag gelten, also das 'Filet-Stück' einer Motorradtour, dann werde ich auf meine jährliche Dolo-Woche verzichten und die ca. 1'250 €uro anderenorts ausgeben.

    So, wie ich, mögen es wahrscheinlich 1, 2 weitere tun.
    Und in Summe, wenig zur Freude ortsansässiger Politiker, Hoteliers, Gastronomen, Angestellten, Zulieferer, Gewerbetreibende, Mafia, Pässe-Wirte, usw.

    Durch Überregulierung, kann sich die Auszeichnung "Weltkulturerbe" als 'Arschkarte' erweisen.
    -Freuen sich halt Deutsche / Österreichische / Schweizer Alpen, Lombardei, Piemont, franz. Alpen, Pyrenäen, Sardinien, Korsika, etc. pp.

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    #46
    Zitat Zitat von edelweisz Beitrag anzeigen
    ...
    Durch Überregulierung, kann sich die Auszeichnung "Weltkulturerbe" als 'Arschkarte' erweisen.
    -Freuen sich halt Deutsche / Österreichische / Schweizer Alpen, Lombardei, Piemont, franz. Alpen, Pyrenäen, Sardinien, Korsika, etc. pp.
    Ich frag mich nur, was war 2009 - zum Zeitpunkt der Verleihung dieser Auszeichnung - denn schlimmer als z.B. letztes Jahr?
    Mir kommt es so vor, als wollten die UNESCO-Weltverbesser nur auf Kosten der Ortsansässigen ihre Vorstellung von einer heilen Welt durchsetzen.
    Wie gesagt, Südtirol und die Dolos waren schon vorher schön, auch mit den bekannten negativen Begleiterscheinungen.
    Und wer meint, dort droben irgend eine Naturlandschaft schützen zu müssen, sollte bedenken, dass da spätestens seit der Völkerwanderung Besiedlung und die Schaffung einer Kulturlandschaft betrieben wurde, genau wie in den flacheren Gegenden Mitteleuropas auch.
    Die vermeinlich für den Skibetrieb abgeholzten Bergkuppen waren schon vorher zwecks Almwirtschaft vom Gestrüpp und Latschen befreit worden. Die Täler waren der Besiedlung und wertvollerer Agrarbewirtschaftung vorbehalten, und wo es halbwegs ging wurden die Hänge forstwirtschaftlich genutzt.

    Gruß Thomas

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    #47
    Na prima. Gestern erst haben wir (4 Kumpels) unseren heurigen 8 taegigen Motorradurlaub geplant, dabei an der Sellarunde orientiert. Dann wird's doch eher Slovenien werden und hohe Tauern, maximal noch Gardasee.

    Gruss, Dirk

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    #48
    Zitat Zitat von edelweisz Beitrag anzeigen
    Wenn die dreistündigen "Fenster Schliessungen" von Pässen, über Mittag und bis in den frühen Nachmittag gelten, also das 'Filet-Stück' einer Motorradtour, dann werde ich auf meine jährliche Dolo-Woche verzichten und die ca. 1'250 €uro anderenorts ausgeben.
    Dem kann ich mich nur anschliessen .

  9. Registriert seit
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    #49
    Anfang Oktober ist´s doch immer wieder schön dort, mich würde also so eine temporäre Sperre in der Hauptsaisnon in keinster Weise stören. Man geht ja auch nicht im Juli an die Adria oder nach Malle......Sondern im April/Mai oder ab Mitte September.

  10. Registriert seit
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    #50
    Wen die Entwicklung zu diesem Thema interessiert:
    In der aktuellen "MOTORRAD" ist ein sehr ausführlicher (mehrseitiger) Bericht dazu.
    Zusammenfassung:
    In 2016 ist wohl nichts mehr zu befürchten, danach wahrscheinlich auch nichts oder nicht viel.
    Logischerweise läuft die örtliche Gastronomie Sturm gegen diese - von Teilen der Politik - angestrebten Vorhaben der Pässesperrung, denn der Motorrad-Tourismus ist dort zu einem nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor geworden.

    Gruß Thomas


 
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