Seite 2 von 7 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 66

Fahren im Sand mit voll beladener Adv

Erstellt von Namibia, 12.08.2008, 22:21 Uhr · 65 Antworten · 7.971 Aufrufe

  1. fls
    Registriert seit
    25.04.2008
    Beiträge
    1.687

    Standard

    #11
    In meinen Augen ist der MM, so wie er unterwegs ist. zwar ein Verückter oder er hat einen sehr großen Gelbeutel oder sehr viel Gottvertrauen oder auch alles zusammen.
    Aber Bilder macht er, da bringst du den Mund vor lauter Staunen nicht mehr zu!!
    Am meisten hat mich erstaunt, dass Elke (?), seine Lebensgefährtin, weder eine Mopedschein hat, noch, nach eigenem Bekunden, die GS fahren kann. Mutig, mutig!

    Gruß
    Barney

  2. Registriert seit
    10.04.2008
    Beiträge
    604

    Standard

    #12
    Hallo,
    Michael Martin bringt Dich da nicht weiter.
    Versuche es mal in Hechlingen bei BMW die Jungs bringen Dir in 2-3 Tagen schon eine Menge bei, auch mit den großen GSsen.
    Gruß Wolle.

  3. petra Gast

    Standard

    #13
    Hallo Namibia,


    was genau hast Du denn mit einer vollbeladenen ADV vor? Willst Du tatsächlich stundenlang im Sand wühlen oder möchtest Du Dich von Ort A nach Ort B auf einer nicht asphaltierten Piste bewegen? Nordafrika ist ja nun ein nicht kleines Gebiet, trotzdem gibt es inzwischen durch Restriktionen und Einschränkungen wie Führerpflicht ja nicht mehr gerade viele Ecken, in denen man wirklich vollbeladen weite Strecken "Sand fahren" darf.

    Wir waren in den letzten Jahren sowohl mit Eisenhaufen a la GS und Schek-Umbau als auch mit leichteren Maschinen wie DRZ, XChallenge und DR 350 jeweils mehrere Wochen in Tunsesien unterwegs, wobei wir versucht haben, uns möglichst ohne asphaltierte Straßen fortzubewegen. Jeweils mit kompletten Gepäck und Zelt etc.

    So richtig in die Verlegenheit, Tiefsand über weite Strecken mit Gepäck fahren zu müssen (oder zu dürfen ), sind wir nicht gekommen, das meiste waren nicht asphaltierte Wege mit sandigem Untergrund und Steinen. Verspurungen hast Du immer mal über ein paar hundert Meter, Arsch nach hinten (wenn nicht das Gepäck oder der Sozius im Weg ist ) und durch....Und für die wirklichen Sandkastenspiele bleibt das meiste Gepäck eh im Hotel oder auf dem Campingplatz.

    Hechlingen und sonstige Kurse sind sicherlich eine gute Idee, um ein bißchen Übung zu bekommen, ansonsten, nicht verrückt machen lassen

    Hier mal ein paar Bilder http://www.coosmann.de/~florian/bild...08/index9.html von diesem Jahr, die anderen sind gerade vom Winde verweht...

    Gruß

    petra

  4. Registriert seit
    02.07.2008
    Beiträge
    309

    Standard

    #14
    Vorstellungen haben manche hier ???

    Ich fahre seit Anfang der 70er Jahre immer wieder nach Nord- und Westafrika, darunter viele Reisen mit Boxer BMW's zuletzt mehrere mit der 1100er.

    Aus dem bisherigen Thread kann ich gewisse Wahrheiten aber auch Unwahrheiten lesen.

    Sand gibts in der Sahara maximal auf 5-10% der Flache (außer Tunesien) und die sind beim Fahren dort auch nicht das Problem, weil die wenigsten Pisten dort hindurchführen.
    Richtig ist, im Sand den Luftdruck abzusenken. Ein Absenken unter 1,3 bar ist aber bei einem Rad ohne Reifenhalter nicht ratsam, weil sonst mit Plattfüßen durch Abreißen des Ventils zu rechnen ist.
    Das Absenken des Luftdrucks bringt aber bei weitem nicht so viel, wie die Reduktion des Gewichts. Eine vollausgestattete ADV halte ich deswegen für eines der ungeeignetsten Fahrzeuge für eine solche Unternehmung.
    Kommen wir mal zu dem was in der Sahara hauptsächlich vorhanden ist, das sind Schotter und Steine. Steine, die durchaus schonmal die Größe einer Packtasche oder eines Fußballs haben können.
    Kann man im Sand einen Gewichtsnachteil noch durch schnelles Fahren etwas ausgleichen, artet das auf steinigen Pisten (z.B. Marokko Lac Iriqi) in harter Arbeit aus, nicht zu vergessen, dass diese Pistenfahrerei auch noch eine mentale Seite hat.
    Es ist ein Unterschied, ob ich einmal Sonntagsnachmittags in Hechlingen ein paar Runden mit dem Aufseher drehe und zwischendurch beim Kaffeetrinken einen auf dicke Hose mache - oder ob ich auch nur einen kleinen Teil von dem Gelernten vor Ort, in der Regel weit ab von Rettungshubschrauber und ADAC, umsetzen kann.
    Dem Saharaneuling kann ich nur empfehlen, mit einem möglichst leichten Motorrad und mit möglichst kleiner Ausrüstung anzutreten.
    Meine Ausrüstung wiegt 11 Kg (inkl. Werkzeug und den wichtigsten Teilen), wird nicht in Alukisten untergebracht (weil es dort schon genug gibt, was mir die Knochen kaputtschlagen kann), sondern in ORTLIEB Taschen mit Rollverschluß. Kein Tankrucksack (wg. Vorderradbelastung und Behinderung beim Stehendfahren) und ich fahre dort nicht mehr die 1100er sondern eine SUZUKI DR 650 SE.
    Demnächst will ich es einmal ausprobieren mit meiner neuen Ketten GS.

    Ich weiss, das solche Wahrheiten in diesem Forum nicht gerne gehört werden. Deswegen biete ich jedem gerne meinen Rat an, aber nicht hier.

    Letztendlich ist so eine Reise auch immer ein Kompromiss. Habe ich lange Anfahrwege, ist mir die dicke GS natürlich am liebsten. Bin ich dann vor Ort könnt ich diesen Trümmer verfluchen.
    Mit der DR leide ich natürlich auf langen Anfahrwegen.
    Weil das so ist, lässt es sich auch nur schwerin einem solchen Forum diskutieren. Weil jeder immer gerade etwas Anderes meint.

  5. Registriert seit
    23.07.2008
    Beiträge
    2.486

    Standard

    #15
    Wahre Worte! Guter Beitrag, Scout!

    Ein wenig schmunzeln musste ich auch schon, wo ich mir vorgestellt habe, das jemand seine 400kg ADV wieder aus dem Tiefsand ausgräbt. 1-2 mal mag das ja gehen aber danach artet es in Irrsinn aus.

    Für weitere Tips diesbezüglich empfehle ich: http://www.possi.de
    Dessen Aussagen bzgl. Gewicht decken sich um übrigen sehr mit Deinen Scout.

    Gruss,
    Jan

  6. Registriert seit
    02.07.2008
    Beiträge
    309

    Standard

    #16
    Jan, ich würde es auch gar nicht an so einem Einzelereignis festmachen - wie ich schon sagte, den Sand in der Sahara, den mußt Du fast schon suchen gehen. Was Du Dir zu Hause - so zum Spaß mal ein paar Stunden auf der Crossstrecke antust, das hast Du dort tagelang - und wenn Du die Schnauze voll hast, dann kommt es noch schlimmer.
    Viele machen eben den Fehler und denken, wenn sie ein paar Bilder oder Filme gesehen haben - das kann ich auch. Ich war mit wirklich guten Motorradfahrern dort, die mit den Schwierigkeitsgraden sicher kein Problem hatten, aber mental nicht in der Lage waren das zu verkraften - besonders, wenn sie schon lange keine Lust mehr hatten und wegen falscher Erwartungshaltung den Hebel schon rumgelegt hatten.
    Im Frühjahr habe ich am Lac Iriqi auf einer der ganz üblen Stein Holperpisten meine Packtasche mit allen Fressalien und Kocher usw. verloren, weil ich zum ersten Mal alleine unterwegs war. Dann mitten in dieser Scheiße umdrehen und den ganzen Weg fast bis zum Ausgangspunkt der letzten Pause wieder zurück - ich wollte heulen. Dann hab ich bestimmt 10 mal angehalten und dachte es wäre meine Ortlieb Tasche - aber es war wieder nur ein schwarzer Stein
    Nachher musste ich sogar noch sagen dass ich Glück gehabt habe, denn kurz nach dem Wiederfinden meiner Tasche begann ein heftiger Sandsturm. Mit Ach und Krach konnte ich mich dann in die Oase Oum Llalag flüchten.
    Deine Erwartungshaltungen im Griff zu behalten ist eine der größten Künste auf solchen Reisen und die Disziplin, auch dann zu funktionieren, wenn es anders kommt.
    Nee, was die Moppädthersteller uns so anbieten als kaufbare Freiheit mit eingebautem Abenteuer das isses nich. Man muss es sich schon selbst erarbeiten.
    Eben habe ich geschrieben, das einzig richtige Motorrad für so eine Reise gibt es nicht und ich ergänze: Den dazu geborenen Fahrer gibts noch weniger - es ist, bis Du Dich in Afrika einigermaßen frei bewegen kannst ein schmeeerzhafter Prozess.
    So gegen Ende jeder Reise war ich öfter an dem Punkt, dass ich mir sagte, "was machst Du Idiot eigentlich hier" - meine gleichaltrigen 57-jährigen sagen sowieso alle ich hätte ein Rad ab. . .
    Wenn ich aber dann ein paar Tage zu Hause bin, fängt der Bazillus wieder an
    Mein Motto: Zu alt, um noch erwachsen zu werden

  7. eolith Gast

    Standard

    #17
    Zitat Zitat von -scout- Beitrag anzeigen
    ... Es ist ein Unterschied, ob ich einmal Sonntagsnachmittags in Hechlingen ein paar Runden mit dem Aufseher drehe und zwischendurch beim Kaffeetrinken einen auf dicke Hose mache - oder ob ich auch nur einen kleinen Teil von dem Gelernten vor Ort, in der Regel weit ab von Rettungshubschrauber und ADAC, umsetzen kann. ...
    Der ist gut Erich!

  8. Registriert seit
    25.03.2004
    Beiträge
    1.370

    Standard

    #18
    Hallo,

    vielleicht noch eine kleine Anmerkung:

    Im weichen, verspurten Sand ist imho von Vorteil:
    a) grosses Vorderrad (21")
    b) klassische Federgabel (weniger Gewicht)

    Beides bieten die 11xx/12xx GS nicht.
    Sie haben ein kleineres Vorderrad, und das schwere Telelever-System.

    Es geht auch mit solch einem Moped durch den Sand zu fräsen, aber es ist deutlich anstrengender.
    Vom Aufheben gar nicht zu sprechen

    Ich tue mir das inzwischen nicht mehr an

  9. Registriert seit
    10.04.2008
    Beiträge
    604

    Standard

    #19
    Hallo Scout,
    Deinen Wort Beitrag habe ich gelesen und er ist fachlich sehr Interessant und voller wichtiger Infos.
    Was der Satz mit dicker Hose und Hechlingen angeht, hätte ma besser weglassen sollen, er enthält keine Infos die gebrauchen kann.
    Dir weiterhin viel Spaß und viel Glück auf Deinen Reisen.
    Gruß Wolle.

  10. LoudpipeHerbie Gast

    Standard

    #20
    Hallo

    Sicher braucht es mal hinten richtige Schaufelräder als Reifen und zur Fahrtechnik einfach mal so viel; man kann es mit Tiefschneefahren vergleichen. Wenn kein Speed da ist, nimmts dich runter. Besonders wenn Du kein 21er Rad vorne hast. Das Steuern erledigst Du oft mit dem Gewicht des Hinterteils welches am besten nach hinten zum Antrieb geschoben wird. Fluffy-Abschnitte solltest Du stehend nehmen und am Lenker leicht nach hinten ziehen. Aber je nach der Gewichtsverteilung auf Deinem Mopped ergibt sich das von selbst. Ausserdem braucht es einfach "Begabung", welche nicht jeder hat. Ich z.B. war nie ein Hirsch im Sand, bin aber immer ordentlich vorangekommen, weil ich die Angst vor dem Speed runtergebissen habe. Noch was, wenn Du den einzigen Stein auf der Piste fixierst, fährst Du drüber und fliegst auf den Latz! Weit vorausschauend fahren.

    Was ich nicht gelesen habe ist, ob Du mit Schlauch fährst oder nicht. Falls mit Schlauch, solltest Du hinten noch "Gripsters" (geht das überhaupt bei ner BMW?) und die richtig fetten Enduro-Schläuche (Talk nicht vergessen) montieren. Dünne Zelt-Matratzen noch mitnehmen, die schiebst Du dann gerollt unters Rad um aus der Kuhle zu kommen. Und noch eins; Überall Fett / Öl abwischen und über den Luftfilter einen Nylonstrumpf und das alles jeden Tag reinigen!

    Vergiss das Trinken nicht! Wasser, Wasser, Wasser - Camelback - Plastikflasche - Wasserfilter.

    Ich schliesse mich den Vorrednern an: Warum so viel Gewicht?

    Grüsse


 
Seite 2 von 7 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Rev`it sand
    Von Pommes im Forum Bekleidung
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 09.03.2012, 16:00
  2. Reichweite voll beladener 12er - nicht Adv.?
    Von Pouakai im Forum R 1200 GS und R 1200 GS Adventure
    Antworten: 25
    Letzter Beitrag: 18.05.2010, 13:38
  3. Wellness im Sand
    Von Schneckle im Forum HP2 Enduro und HP2 Megamoto
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 05.05.2009, 10:02
  4. Sand auf's Herz
    Von Kroete im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 24.02.2008, 21:34
  5. TKC und Sand
    Von vau zwo im Forum HP2 Enduro und HP2 Megamoto
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 06.12.2007, 16:06