Seite 5 von 10 ErsteErste ... 34567 ... LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 98

Liguri e Piemonte ... 2011 ;)

Erstellt von femto, 13.07.2011, 21:22 Uhr · 97 Antworten · 9.818 Aufrufe

  1. Registriert seit
    23.07.2007
    Beiträge
    5.159

    Standard

    #41
    Zitat Zitat von femto Beitrag anzeigen
    ... (vielleicht Camping und alpine Bergtour mit den "Kleinen" - bei Glatteis & Schneetreiben?!
    ...au jaaaaa...

  2. Registriert seit
    27.02.2010
    Beiträge
    920

    Standard TAG #o3 - Maira-Stura - "(360°)"

    #42
    TAG 03 ist wieder unter den "Grösseren Touren" - "Liguri e Piemonte" auf der Homepage, oder direkt per Link hier abgelegt >klick<.
    __________________________________________________ ___________

    BEINAHE HÄTTEN WIR SIE NOCH GESTRICHEN, die Maira-Stura ...
    "... ooch komm', wir haben uns auch mal einen Tag Pause verdient, oder?!"
    "... Nixx da, auf gar keinen Fall! Auf geht's, Urlaub machen können wir später noch! ... "
    SCHADE WÄR'S GEWESEN!
    __________________________________________________ ___________

    Morgens, nach dem Wachwerden haben wir im wunderbaren Tende unseren gemütlichen Campingplatz direkt am Fluß verlassen.
    Etwas schweren Herzens, ehrlich gesagt, weil doch noch so viel Verlockendes in dieser wundervollen Gegend offen geblieben ist. Auch schade, daß wir wieder neu auf Platzsuche würden gehen müssen - und so ein beruhigendes Rauschen direkt am Fluß finden wir sicherlich nicht so fix wieder ...

    Gepackt & aufgeladen war schnell, erste Routine begann sich einzustellen - und schon waren wir wieder kaffeebewehrt auf der Straße. Selbst beim Tunnel war das Glück mit uns - kaum, daß wir ankamen, setzte sich die Blechlawine bereits in Bewegung und wir lavierten das Gespann einmal mehr durch den einspurigen Tunnel - nun gen Norden.

    In der Region von Maira-Stura und Varaita-Maira hatten wir uns zwei, drei Campingplätze rausgesucht - auch hier wieder ohne Reservierung, es wird schon werden ... Der erste Platz, den wir anfuhren, erwies sich gleich als Volltreffer. Zu unser Verblüffung und Freude tief mitten im wirklich malerischen Maira-Tal und doch tatsächlich wieder direkt am Fluß gelegen, wurden wir vollkommen unkompliziert und freundlich willkommen geheißen.

    "Sucht Euch halt irgendwo einen netten Platz, der Euch zusagt. Auto, Hänger, Zelt - kein Problem! Nehmt Euch soviel Platz, wie Ihr denkt!"
    Ich war sehr angetan ...

    "Ach, und wollt Ihr vielleicht einen Cappuccino? Die Maschine ist warm!"
    Und nu' war ich hingerissen!!

    Wir waren wieder mal genau richtig - und "zogen ein".


    Neue Heimat ...


    Dank des wirklich guten Cappuccinos zögerte sich die Abfahrt noch eine ganze Weile hinaus - und als es schließlich losging, versprach der anbrechende Spätnachmittag schönes, warmes Restlicht. Zunächst über die kleinen Straßen zog sich die Anfahrt gen Süden etwas hin, bis wir "rechts abbiegen" konnten und endlich wieder die liebgewonnenen Schotter unter den Rädern hatten.

    Unsere Maira-Stura Runde beschreibt einen Vollkreis auf kleinen, sehr gut fahrbaren Schotterstrecken oben in der Höhenlage der Bergkämme - immer um die zentralen Bergmassive herum, die sich in schönem Gegensatz von den weichen, grün bewachsenen Hügeln abheben. Landschaftlich insgesamt betrachtet wohl einer der schönsten Teile unserer Tour.

    TAG 03 - Tour.
    (4 1/4 Stunden, ca. 55km)
    [Tourdarstellung mit Hilfe von "GPS-Trackanalyse.NET", Kartendarstellung aus "GeoSetter", "powered by Google"]


    An der Stelle, an der sich das kleine Asphaltband langsam verlor und dem Schotter Platz machte, zog ich mir diese etwas witzig anmutenden Neopren-Polster, die Maik mir wärmstens empfahl und von denen er zu meinem Glück noch einen Satz übrig hatte, wieder unter die Handschuhe. Neben den leichten Helmen ist dieses kleine Zubehör für mich die Erleichterung dieser Tour geworden - immens nützlich, wenn man tagsüber kilometerweise wie's Fähnchen im Wind mühsam am Lenker festgekrallt umherflattert ...

    Gut gepolstert.

    Das nachstehende Bild ist hinsichtlich Natur und auch Streckenbeschaffenheit meiner Ansicht nach für die Maira-Stura recht repräsentativ. Die Streckenführung und auch die Fahrbarkeit gaben keine Rätsel auf - es war viel Zeit, die sich bietenden wunderbaren, ständig wechselnden Ausblicke in Ruhe genießen zu können.

    Und sie war weitestgehend leer, die Maira-Stura. Bis auf die Geländewagen-Truppe des 'Hannibal-Tralis', die wir praktisch auf jedem unserer Törns irgendwo wiedertreffen sollten, sind wir praktisch kaum einem Menschen begegnet. Und das in der vermeintlichen Haupturlaubszeit August - für die uns im Vorfeld diverse Unken "Schlangestehen bei jeder Auffahrt" prophezeiten ... Das sollte auch am kommenden Tag glücklicherweise so bleiben - und erst im Piemont dann wieder anders werden.

    Schwungvoll hinein.


    In kurzen Passagen ging's auch auf dieser Natur-Ausblick-Runde hie und da etwas holperiger zu. Aber das waren wirklich kurze Stücke, die der Rede an und für sich nicht wert sind, jedoch die Aufmerksamkeit immer mal wieder heilsam zurück auf die Strecke brachten. Richtig berauscht von dem Erlebnis flogen wir über die leeren Pisten und genossen - während die kleinen Murmeltiere begeistert dazu pfiffen und immer kurz vor unseren Vorderrädern quer über die Strecke hoppelten. Die Gangart der kleinen Pelztiere dabei war zum Schießen ... leider ohne ein anständiges Photo. Die Nager sind aus der Fahrt heraus schwer zu erwischen ...

    Etwas grob.


    Schön & Gegensätzlich.


    Zentral & Massiv.


    Ein ganz erheblicher 'Nachteil' an dem uns zuteil werdenden Paradewetter war ... der $#§@-Staub. Das Hinterherfahren sorgte stets für frühzeitiges und ganzkörperumfassendes Ergrauen ... und auch die liebevoll geschmierten Ketten quittierten die Umgebungsbedingungen zum Tagesende mit einem zunehmend gequälteren Quietschen, was mir meine allabendliche Beschäftigung gleich nach dem Ankunftsbier stets sicherte ...

    Staubig.


    Unsere "Warm-Fahr-Schotterrunde" begann sich ihrem Ende zuzuneigen. Da kamen die photogenen Ruinen des Forts wie gerufen - und wir spülten durstig wenigsten den Staub, der zwischen den Zähnen knirschte, bei einer unser schönen Photo-Pausen hinunter. Gut, daß wir auch diesen Zwischenreisetag noch so genutzt haben - es wäre zu schade gewesen, wenn uns dieser landschaftlich wirklich schöne und einsam gelegene Leckerbissen verwehrt geblieben wäre.





    Trackig.


    Ein kleines Stückchen weiter endete für uns dann der Schotterteil dieser Runde entgültig - und wir kamen nicht umhin, an der ehemaligen Zählstelle des bekannten Radrennens (sie steht übrigens, wenngleich schändlich als Mülleimer mißbraucht, immer noch dort oben) noch das zugehörige "Touristen-Bildchen" aufzunehmen ...

    Pantani.


    Augen-Blick.


    Schließlich entzogen wir uns dem gestrengen Blick des Radrennfahrers, um im letzten Sonnenlicht die jetzt wieder zart geteerten Kehren zurück ins Tal und Richtung Campingplatz zu schwingen, während die kommenden Tage ihre verheißungsvollen Schatten - die zunehmend länger wurden - voraus zu werfen schienen ...

    beta-Schatten.


    Abends sollte der Camping-Grill kalt bleiben - wir stoppen kurz vor dem kleinen Ort Ponte Mamora in einem herrlich einheimischen Restaurant, in dem wir die grandiose mehrgängige lokale Küche "à la carte" erlebten und genossen. Die Karte war hier lediglich ein kleiner Notizzettel, auf dem die Tagesgerichte handschriftlich aufgemalt waren, für die der Küchenchef eben heute eingekauft hatte. Große Klasse - und wir genossen schweigend und im Kreise von anderen Gästen, die allesamt erkennbar keine Touristen waren. Schön.

    Abfahrt.


    Für einen Wein vor'm Zelt reichte es dann noch - danach riefen die Schlafsäcke - und für den kommenden Tag lockte die Varaita-Maira, von der wir doch im Vorfeld so viel Gutes und vielversprechendes gehört hatten ... und auf der ich leider einem ihrer wohl saublöd im Weg liegenden Steine dann einen ersten und vollkommen überraschenden Abflug zu verdanken haben sollte.

  3. Registriert seit
    28.11.2008
    Beiträge
    4.888

    Standard

    #43
    ...ich weiß jetzt grad nicht wie ich Euch noch loben soll.... Das ist ja sooo
    ......soooo.....klasse ! Ich werd immer dunkelgrüner....

    Ganz großes Kino. Und die toll gemachten Bilder, wie aus dem Katalog, man
    will da hin......sofort......jetzt.........

  4. Registriert seit
    05.08.2010
    Beiträge
    101

    Standard

    #44

  5. Registriert seit
    02.10.2008
    Beiträge
    2.922

    Daumen hoch Complimenti, complimenti.....

    #45
    Lieber Stephan ,

    (fast wäre ich versucht gewesen, Stephano zu sagen, aber Gescha - italienisiert - hätte dann doch etwas diskriminierend geklungen )

    mit großer Freude habe ich Deinen spannenden Bericht gelesen und andächtig Eure Fotos betrachtet . Ich bin immer wieder fasziniert, wie Du es verstehst den Zauber Eurer Reisen einzufangen (So, das mußte ich jetzt einmal sagen).


    @Gesche: Herzlichen Glückwunsch zur neuen Beta - gute Wahl . ....und stets die Gummis schön im Dreck lassen.

  6. Registriert seit
    13.04.2008
    Beiträge
    11.493

    Standard

    #46
    Wo ist der Applaus Smiley

  7. Registriert seit
    27.02.2010
    Beiträge
    920

    Standard

    #47
    Vielen Dank!! Ich freue mich sehr über Eure netten Anmerkungen, Klasse!

    Den Tag 04 könnte ich jetzt noch nachlegen, um die Süd-Runde komplett zu machen ... dann ist das Tageswerk vollbracht ...

  8. Registriert seit
    27.02.2010
    Beiträge
    920

    Standard TAG #o3 - Varaita-Maira - "(die 'Strada alta')"

    #48
    TAG 04 ist wieder unter den "Grösseren Touren" - "Liguri e Piemonte" auf der Homepage, oder direkt per Link hier abgelegt >klick<.
    __________________________________________________ ___________

    Cappuccino de luxe.


    So beginnt der Morgen ...
    Frischen Cappuccino direkt aus der Maschine - und uns auf einem kleinen Tablett am Zelt serviert. Besser kann ein guter Tag eigentlich kaum anfangen.



    TAG 04 - TOUR.



    Wir schlängelten uns zunächst nach Elva durch. Zu unser großen Freude war die am Vortag noch wegen Bauarbeiten gesperrte kleine Zufahrtstraße von Ponte Marmora nach Elva morgens früh bereits wieder freigegeben. Gut für uns - durch kleine Schluchten ging's bis Elva, wo wir mit Grandezza die richtigen Abzweigungen allesamt verpaßten - und sehr netten Leuten vorsichtig durch die Hinter- und Vorgärten fuhren. Eine "Etage zu tief" suchten wir uns unsere Wege, bis es an kleinen Höfen nicht mehr weiter ging. Also zurück - und in Elva nochmal neu angesetzt. Bei dem Versuch, den schweren Bagger in der schmalen Gasse zu umfahren, mußten wir Großvaddern beinahe über die Füße rollen ... er trug's mit Fassung und verfolgte alles mit großem Interesse ...
    Für Unterhaltung allseits war gesorgt ...

    Dorfleben.



    Oberhalb von Elva findet sich die kleine Abfahrt von der Maira-Stura, die recht schmal angelegt für Kraftfahrzeuge nur bedingt geeignet ist. Insbesondere für Zweispurige ... in einer Richtung ist sie für Fahrzeuge freigegeben, in der anderen nicht, um zu verhindern, daß sich da welche unterwegs begegnen ...

    Aufwärts.




    So erreichten wir irgendwann die Höhenlage - und damit die Varaita-Maira Höhenstraße, die vom ersten Augenblick mit ihren Ausblicken begeistern konnte. Das Vorhaben war, zunächst noch das kurze Stück ganz bis zum Westende durchzufahren - und dann in östliche Richtung über den gesamten Kamm bis Dronero durchzurauschen.

    Varaita-Maira - erreicht!



    Wie aber alle unsere "Pläne" bisher, wurde auch dieser hier durchkreuzt. Im konkreten Fall von einigen zig Huftieren, die just vor uns vom Hirten auf die Varaita-Maira aufgetrieben wurden, um laut klingelnd weiter nach Westen zu ziehen. Das Gras muß hinter der nächsten Kurve bestimmt noch schöner und grüner sein ...

    Kein Durchkommen im Westen.




    OK, man muß auch wissen, wann man 'verloren' hat - wir akzeptierten das gerne, und unter lauten "Muuuuh!"-Rufen drehten wir auf dem Teller und begannen unsere Tour in die andere Himmelsrichtung. Es war zunächst erstaunlich was los, da oben. Und ebenso auffällig war das immens freundliche Miteinander - Mountainbiker machten langsam für Wanderer - und wir hielten meist einfach kurz an, wenn wir anderen Höhenbegeisterten begegneten.

    Jetzt schlug die Stunde der kleinen italienischen beta. Kein Wanderer, der nicht für einen kurzen Schnack stehen blieb, kaum ein Italiener, der nicht begeistert die 'bella maccina' pries - und Gesche grinste wie ein Honigkuchenpferd. Da konnte ich nicht mithalten, verbiß mir mannhaft jeden lästerlichen Hinweis auf Suzuki-Import-Motoren und genoß die entspannte Stimmung - es geht offensichtlich auch miteinander und ohne Straßensperrungen. Fein.

    Akzeptiert.



    Die Varaita-Maira begann ganz leicht anzusteigen, war vollkommen problemlos zu fahren - und das Tempo stieg in den freien Streckenstücken erheblich. Leider war mein Glück dann irgendwann aufgebraucht - und bevor ich eine große hochkant stehende Steinplatte überhaupt erkennen konnte, muß ich auf pottebener Strecke derart unglücklich mit der Vorderrad-Achse dagegen gehauen sein, daß es mit blitzschnell den Lenker aus der Hand schlug - und die Fuhre bog recht fix und recht rechtwinklich nach links ab, bis die Felsen dem Vortrieb ad hoc ein Ende setzen.

    Sanft & Ansteigend.



    Als ich die verdutzen Augen wieder aufmachte, lag ich flach zwischen Felsen und DR-Z, hatte scheinbar dann doch noch ganz immenses Glück gehabt - der metallische Knall, mit dem ich zum Stillstand kam rührte zu meiner Erleichterung nicht von einer eingeschlagenen Felge, sondern lediglich von einer adrett abgewinkelten Steckachse her. Keine ernsthaften Schäden - der Schalthebel hat sich in die Alu-Armierung gebohrt, die Lenkerarmaturen haben sich, wie für diesen Fall erhofft, sanft mit- und weggedreht - und alle Knochen und Gelenke funktionierten noch.

    Rumms.



    Alles war noch hinreichend freigängig, sodaß einer Weiterfahrt nichts Ernsthaftes entgegenstand. Erste Richtarbeiten gingen fix von der Hand, das beliebte Panzerband ergab einen prima Verband - der Schalthebel war nach etwas gutem Zureden bis zum Abend noch hinreichend - und nach einer halben Tafel Schokolade für die Nerven ging's dann nach 40 Minuten wieder gemeinsam weiter.

    Auf dem großen Bild ist dieser unmögliche Stein zu sehen - und die 3m-Rutsche bis zum freundlichen Felsen. Naja - das erinnerte uns nochmal heilsam daran, daß wir selbst auf unprätentiösen Stücken gut daran tun, nicht zu weit in der Nähe der abschüssigen Talkanten zu fahren ... noch ahnte ich ja nicht, wieviel "Muskelkater" auch so ein kleiner Abstieg noch nach sich ziehen mochte. Und bis auf weiteres mußte dann eben der dritte Gang als Höchster hinreichen, oder es wurde mit interessant anmutender Fußhaltung weiter geschaltet ...

    Schadensbilanz & Panzerband.


    Um jetzt gar nicht erst komische Gefühle aufkommen zu lassen, legten wir die nächsten 3 Kilometer mit ordentlichem Zug am Kabel zurück - was das Vertrauen wieder vollauf restaurierte - und mir danach wieder Zeit gab, die wunderbaren Ausblicke zu genießen, die sich uns boten, als das Maira-Tal sich in Richtung der Tiefebene zu öffnen begann und grandios leicht diesige Fernsicht darbot.

    Gas.



    Fernsicht.


    Unser bewärtes Verhalten bei Begegnungen mit anderen Bergradlern ... die so wenig von aufgewirbeltem Staub da oben hielten, wie wir selbst auch .

    Stop vorne ...



    Stop hinten & freundliche Dankbarkeit.



    >Forts.<

  9. Registriert seit
    27.02.2010
    Beiträge
    920

    Standard

    #49
    (Forts.)

    Die Kammstraße begann jetzt langsam schmaler zu werden - und stetig noch etwas anzusteigen.

    Schmaler und weiter ansteigend.



    Nun schließlich ballte die Varaita-Maira ihr freundliches Gesicht nochmal so richtig zur Faust. Jetzt sollten sich etwa ein, zwei Kilometer von ernsthaft unbequemem Untergrund anschließen. Holperig, teils elend zu fahren - und wir fanden kein richtiges Rezept für diesen Abschnitt.

    Deutlich schneller fahrend versucht, und dabei praktisch über der eigenen Hecktasche balancierend, begann es eher einem Lotteriespielchen zu gleichen, wo das Vorderrad gleich wieder aufkommen würde (was mir angesichts der gerade zuvor gemachten Erfahrung als nicht angemessen erschien . Eher langsam angegangen, sorgten die Steinchen dafür, daß uns die Plomben aus den Zähnen geschüttelt wurden. Tja.

    Aber bevor es wirklich lästig zu werden begann begegnete uns aufffahrend ein einheimisches (und älteres) Mopedfahrer-Pärchen, die das ganze mit einer Straßenmaschine und Koffern in lockerer Art und mit stoischer Ruhe zu ertragen schien.

    Solche Begegnungen relativieren viel, wie wir fanden - und wird fuhren glücklich lächelnd das letzte Stück, bis sich der Weg, mittlerweile eher schmal deutlich bergab zu neigen begann - was dann schon beinahe lustigen Trial-Charakter bekam - "wer trifft den Stein, wer kommt vorbei?!"

    Hoppelig.


    Schmale Abfahrt.


    Noch schmalere Abfahrt.



    Es wurde dringend Zeit für ein weiteres Päuschen von dem Gerüttel - wir nutzten die einzig freie Kehre in dem Geschlängel zwischen all den Gewächsen, legten uns erstmal eine Viertelstunde entspannt in die Sonne - und lenzten gemeinsam die letzten Schlucke des Trinkrucksacks. Die nächsten zwei Bilder zeigen diese Pausen-Kehre, in der wir übrigens einen 1200er-GS-Fahrer mit Esslinger-Nummernschild (!) nicht kennenlernten, den wir ganz oben zum Einstieg schon mal kurz im Rückspiegel sahen, der aber dann irgendwo noch 10...15 Minuten verbracht haben mußte - und etwas verspannt und grußlos an uns vorbeieilte. Dabei hätten wir noch so viel energiespendende Kinderschokolade zum Anbieten gehabt ...

    Pausenzeit.


    Randsteine.



    Schließlich lösten wir uns von dem herrlichen Talblick und stellten uns wieder auf die Rasten. Der Weg wurde schnell wieder zahmer und fahrbarer - und der der nahende kurze Asphaltabschnitt sollte uns dann zur gewählten Abfahrt nach Dronero führen.

    Weiter.


    Erholungs-Asphalt.


    Ganz wichtig ist dann der passende Abzweig rechts hoch, um den Einstieg in die wanderwegartige Abfahrt auch zu finden.
    Einer von uns hat den Abzweig natürlich wieder im ersten Versuch ... - verpaßt.

    Auffahrt zur Abfahrt.


    Steilschotter.


    Und runter ins Tal.






    Auch diese Abfahrt war mehr als sehens- und fahrenswert. Bis auf zwei Pferde nebst Reitern begegneten wir keinem Menschen - und genossen das Runterrutschen auf den geschotterten, steinigen und teils sandig-ausgewaschenen Rinnen des schmalen Weges. Ein richtiges Abschlußvergnügen mit den kleinen und leichten Motorrädern.

    Nadelöhr zurück zur Zivilisation.


    Im Kreis rum.


    Den Abschluß des wunderbaren Fahrtages bildete für uns die glücklich machende Kombination aus einer Tankstelle, einem Einkaufsladen mit feinem Grillfleisch und einer nebendran liegenden Bar ...

    Versorgung.



    Vollbeladen, frisch betankt, hungrig und zufrieden ging's nochmal durch's schöne Maira-Tal, zurück in Richtung Camping-Platz. Mit Hilfe von großen Steinen, einem freundlicherweise geliehenen 5kg Hammer und dem Werkzeugarsenal im Transporter ließ sich dann auch der Alu-Schalthebel durch gutes Zureden wieder etwas begradigen - der Rest wurde mit wunderbarem Rotwein ausgeschmückt - und ging irgendwann im Rauschen des kleinen Flusses selig unter.

    Der nächste Tag würde uns Ausschlafen, Verladen, Einpacken und die Weiterreise ins Piemont bringen, wo Davids großartige Pension, weiche Betten, heiße Duschen und das schon auf den früheren Touren mit den "Vier Verrückten" liebgewonnene Restaurant mit dem einladenden Namen "Locus" auf uns warteten. Und natürlich all die "großen" Attraktionen dieser Gegend. Wir freuten uns schon immens, diese Highlights nun auch endlich mal gemeinsam erfahren zu können.
    ---

  10. Registriert seit
    28.11.2008
    Beiträge
    4.888

    Standard

    #50
    Was ein Hammer !!! Ihr seid so klasse ihr Zwei !!! Ich will auch !!!
    Denkst Du mit drei Lehrgängen in Hechlingen und dickem Bizeps ist die Tour
    zu schaffen mit GS und ADV ? Ehrlich ?? Oder übernimmt man sich da,
    auch wenn man keinen Zeitdruck hat ?
    Schmale Wege am Abgrund sind mir wurscht . Ich habe da keine Angst.

    Danke für die Einschätzung.

    Ich bin grad so was von dunkelgrün vor Neid. Ich habe mein
    sehnlichstes Ziel grad entdeckt in Eurem Bericht.

    Und Eure Bilder...................ich weiß wirklich nicht mehr was ich sagen soll,
    außer vielleicht "incredibile" "la spectacolo" Sensationell !!! Danke.


 
Seite 5 von 10 ErsteErste ... 34567 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 124
    Letzter Beitrag: 15.09.2011, 09:09
  2. Antworten: 136
    Letzter Beitrag: 22.07.2011, 09:46
  3. Abschlusstour GS-Stammtisch Mainz/Wiesbaden 30.09.2011 - 03.10.2011
    Von Mainbikerin im Forum Treffen - Region West
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 08.06.2011, 12:02
  4. Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 12.05.2011, 10:47
  5. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 17.01.2011, 19:42