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Reisen Richtung Osten - Auswirkungen der aktuellen politischen Situation

Erstellt von Christian S, 20.03.2014, 16:03 Uhr · 8 Antworten · 463 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Reisen Richtung Osten - Auswirkungen der aktuellen politischen Situation

    #1
    Hallo Allerseits,

    ich fand Reisen in den Osten schon immer sehr reizvoll, insbesondere wegen der dort oft noch vorzufindenden Urtümlichkeit sowie der Freundlichkeit der Leute.
    Nun kann bekanntlich die Bevölkerung für die politischen Auswüchse der Regierung nichts. Auswirkungen ergeben sich aber schon, beginnend bei erschwerten Reisebedingungen.

    Wer von euch hatte dieses Jahr vor, Richtung Ukraine, Krim und Russland zu fahren? Was macht ihr? Plant ihr um oder zieht ihr das durch?

    Danke für eine offene Rückmeldung.

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    #2
    Ich bin im August wieder in den Maramures und werde auch die Ukraine besuchen.
    Ich traue Putin nicht sonderlich. Aber unserer Presse noch weniger. Derzeit sähe ich kein Problem.

  3. Registriert seit
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    #3
    Zitat Zitat von Nordlicht Beitrag anzeigen
    Aber unserer Presse noch weniger.
    Da kann ich nur zustimmen. Während die Deutschen eine Reisewarnung für Thailand ausgegeben haben und die Zeitungen voll waren vom Ausnahmezustand in Bangkok und den ach so gefährlichen Demonstranten, war es vor Ort ganz friedlich. Ähnlich wars während dem "arabischen Frühling" in Ägypten und dem "Krieg" im Sudan, im Congo und in Mali...

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    #4
    Und wenn es dann vor Ort doch nicht so friedlich ist, TA-Rider... ?

    Dann vertraust Du auf die Rückholung durch die doofe deutsche Regierung... Oder was... ?

    ... Gelöscht

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    #5
    Reisewarnungen werden schon sehr schnell ausgegeben. Die sind effektiv kein Masstab. Es sind ja nur Warnungen.
    Wenn es wirklich schwierig wird, liest sich das dann schon deutlich anders.
    Es ist einfach eine Realität, dass eine potentielle Gefahr irgendwo im nichtwestlichen Ausland subjektiv erheblich intensiver gefürchtet wird als die reale und bewiesene gefahr in Paris, London, NewYork, Berlin oder Bielefeld.
    Ok, Bielefeld gibts gar nicht. Aber die restlichen Metropolen bergen ein permanent hohes Risiko.
    Es hat ja niemand die Pflicht, diese Haltung zu ändern! Aber ich habe den Eindruck, ChristianS wendet sich mit seiner frage an die etwas aufgeschlosseneren reisenden.
    Wenn ich mich irre, nehme ich alles zurück und denke mir meinen Teil

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    #6
    Hallo,

    wir selbst haben dieses Jahr keine Tour in diese Richtung vor, lediglich die Balkanstaaten könnten mal wieder auf dem Programm stehen. Schon anhand unserer bisherigen Reiseziele kann man sehen, dass wir uns nicht unbedingt an der höchsten Sicherheitsstufe orientieren.

    Die meisten investieren ohnehin mehr Aufwand in die Reisevorbereitungen als wir. Mich nervt es ja schon, wen ich mich um ein Visum kümmern muss. Für die Ukraine / Krim brauchte man bisher ja kein Visum. Was da jetzt für Formalia gelten, wenn eine Reise z.B. im Juni losgehen soll, kann heute keine sagen.

    Ukraine / Russland waren bisher doch durchaus nicht selten bereiste Gegenden. Gerade weil man mit nur einem Visum für Russland wo weit nach Asien rein kam, ohne sich mit vielen Grenzen ärgern zu müssen, war das sogar eine prima Alternative für eine lange Reise auf dem Landweg. Nachdem man Richtung Westen über den Atlantic viel Aufwand und Zeit einsetzen muss und es Richtung Süden auch nicht so einfach ist, die nördlichen Länder Afrikas auf dem Landweg hinter sich zu lassen, befürchte ich nun, dass mittelfristig auch die "Ostachse" viel beschwerlicher werden wird. Es bleiben dann nicht mehr viele Möglichkeiten für große Touren von daheim aus auf 2 Rädern.

  7. Registriert seit
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    #7
    Wie weit Du bereit bist zu gehen, musst Du für Dich selbst entscheiden! Das ist auch ganz von Deinen Möglichgkeiten abhängig. Dazu zählen Fähigkeiten, Stressresistenz, Finanzen und auch die Sprachkompetenz. Es gibt Reisende, die fahren mit einem Zelt und schlafsack um die Welt und es gibt Leute, die können nur mit festen Routen und vorgebuchten Quartieren reisen. Wie weit man sich in solche "politischen/ militärischen Unruheregionen" vorwagt, musst Du ebenflass für Dich entscheiden. Jedenfalls solltest Du Dir gewiss sein, das auch die konsularische Hilfe, auf die Du natürlich Anspruch hast, ihre Grenzen hat. Es wird sich niemand, nur weil Du im Gefängnis sitzt oder im Krankenhaus liegst sofort und innerhalb weniger Minuten sich ins Auto setzen und Dich unter Beschuss da raushauen. Da heist es immer noch " entsprechend der Möglichkeiten". Das kann auch ein Besuch nach 14 Tagen und das Vorbeibringen einer aktuellen Zeitung sein. Aber diese Entschediung leigt bei Jedem selbst!

  8. Registriert seit
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    #8
    Zitat Zitat von Theo.Turnschuh Beitrag anzeigen
    Wie weit Du bereit bist zu gehen, musst Du für Dich selbst entscheiden! Das ist auch ganz von Deinen Möglichgkeiten abhängig. Dazu zählen Fähigkeiten, Stressresistenz, Finanzen und auch die Sprachkompetenz. Es gibt Reisende, die fahren mit einem Zelt und schlafsack um die Welt und es gibt Leute, die können nur mit festen Routen und vorgebuchten Quartieren reisen. Wie weit man sich in solche "politischen/ militärischen Unruheregionen" vorwagt, musst Du ebenflass für Dich entscheiden. Jedenfalls solltest Du Dir gewiss sein, das auch die konsularische Hilfe, auf die Du natürlich Anspruch hast, ihre Grenzen hat. Es wird sich niemand, nur weil Du im Gefängnis sitzt oder im Krankenhaus liegst sofort und innerhalb weniger Minuten sich ins Auto setzen und Dich unter Beschuss da raushauen. Da heist es immer noch " entsprechend der Möglichkeiten". Das kann auch ein Besuch nach 14 Tagen und das Vorbeibringen einer aktuellen Zeitung sein. Aber diese Entschediung leigt bei Jedem selbst!
    Hallo Theo,

    genau so ist es. Ich würde sagen, ich bin eher bei den Individualisten unterwegs. Sprachkenntnisse sind natürlich immer von Vorteil, aber ich kann nur englisch, und irgendwie kam ich immer durch. Im Gegenteil, es kann spannend bis unterhaltsam sein, wenn man auf die visuellen Eindrücke angewiesen ist, um ein fremdes Land zu kapieren. Zu dem Thema habe ich mal ein cooles Interview mit einem englischen Weltreisenden gehört. Den haben sie auch auf das Thema Fremdsprachen angesprochen, und er meinte:

    Ich kann nur englisch, und am liebsten ist es in Ländern unterwegs, die eine ganz andere Schrift haben und man gar nichts mehr kapiert. Denn dann muss man mit den Augen eines fünfjährigen Kindes reisen, das gar nicht lesen kann und versuchen, trotzdem die Abläufe zu verstehen. Daran denke ich stets, wenn ich mal auswärts nichts kapiere, und irgendwie hat es noch immer geklappt. Allerdings war ich auch noch nie in ernsthaften Schwierigkeiten, da wird dann das Thema Sprache natürlich viel wichtiger als nur bei der Zimmersuche.

    Lebst du in Astana?

  9. TomTom-Biker Gast

    Standard

    #9
    Kein Mensch weiß, wie die Verhältnisse in ein paar Monaten sein werden. Die Ukraine ist ein akutes Krisengebiet, insbesondere wenn man den östlichen Teil betrachtet. Jetzt gar auf die Idee zu kommen in die Krim reisen zu wollen, hat schon was.

    Sowohl Rußland als auch die Ukraine sind Länder mit demokratischer Verfassung, leider auch korrupte Länder mit Bevölkerungsschichten, die leicht zu beeinflussen sind. Sollte sich die Lage zwischen dem Westen und Rußland zuspitzen, führt dies m. E. ganz klar zu einer negativen Haltung der Bevölkerung mit Russischer Abstammung in der Ukraine. Dort dann mit EU-Kennzeichen hinzufahren, am besten noch blond und blauäugig (im doppelten Sinne), ist m. E. grob fahrlässig. Ich würde es dann im Moment nicht machen.

    Der westliche Teil sollte m. E. sicherer sein, auch wenn man sich hierbei im Klaren sein muß ggf. auch zwischen die Fronten zu geraten und ggf. auch Stellung beziehen muß, auch entgegen der eigenen Überzeugung. Mitten in Albanien hatten wir beispielsweise eine Situation, bei der wir beim Tanken relativ schnell von zahlreichen Personen umringt wurden, die uns ziemlich eindeutig und klar ihre Meinung über die Korruption im Land, die hohe Arbeitslosigkeit und das aus ihrer Sicht wenige dagegen Tun des Westens vorgehalten haben. Nur mit dem Hinweis noch rechtzeitig zum Abend unser Etappenziel zu erreichen, konnten wir ohne unhöflich zu wirken und ohne, daß das ganze eskalierte weiterfahren. Die Situation war schon recht beklemmend, zumal wir vorher in Burrel von unzähligen Kindern am Straßenrand mit Steinen beworfen wurden. Schön war das nicht, im Gegensatz zu den sonstigen positiven Erfahrungen im Land. Das meine ich mit "zwischen die Fronten kommen".

    Die Reise in Rußland sehe ich als weniger kritisch an. Hier gibt es durchaus auch gegensätzliche Meinungen zum Expansionsstreben Rußlands. Aber auch hier kann sich die Lage ändern. Vor drei Monaten hätte im Westen ja auch niemand dran gedacht, daß kurze Zeit später Sanktionen gegen Rußland verhängt werden.

    @TA-Rider:
    Mein Neffe war zu dieser Zeit in Bangkok und hatte von Schüssen in Nebenstraßen berichtet. Auch in Kairo wurde geschossen und es starben Menschen. Und in all den anderen von Dir beschriebenen Ländern. Die Gefahr bestand oder besteht sicherlich nicht überall. Aber an einige Stellen dort eben doch. Auch deswegen die Reisewarnungen. Und wer trotz dieser Warnungen dort hinfährt, dem fehlt einfach etwas das Verständnis für die Situation. Nebenbei bemerkt tut er es dann auf eigenes Risiko und darf sich an den Kosten einer evtl. anstehenden Rettung beteiligen. Versicherungen zahlen dann übrigens auch nicht. Reisewarnungen haben auch rechtliche Hintergründe.

    Ukraine und Rußland sind sicherlich andere Kaliber als Ägypten und Konsorten, aber lokal kann auch dort was ungewünscht aus dem Ruder laufen. Was in Paris, Rom, Brüssel, Berlin usw. wohl eher nicht zu erwarten ist.

    Gruß Thomas


 

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