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Schweiz

Erstellt von CS, 24.04.2012, 17:00 Uhr · 43 Antworten · 3.755 Aufrufe

  1. CS
    Registriert seit
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    Standard Schweiz

    #1
    http://www.blick.ch/news/politik/ven...id1855794.html

    und ich dachte immer die deutsprachigen Länder halten irgendwie zusammen. Also ist der Deutsche dort nicht sehr beliebt?

    Hab bisher noch keine Erfahrung mit Schweizern gehabt und wollte mal gerne dorthin. Aber wenn man als arrogant etc. betitelt wird, dann wohl eher nicht

  2. Registriert seit
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    #2
    Der prozentuale Anteil des Bildungsprekariats dürfte in der Schweiz gleich hoch sein wie in Deutschland. Ich hatte bis jetzt nie nennenswerte Probleme mit Schweizern, im Gegenteil.

  3. Registriert seit
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    #3
    Blick= Bild
    SVP= Rechts von CSU. Weit rechts, was Frau Rickli betrifft.
    Wahlkampf ist in CH das Gleiche wie in D.
    Kein Land in Europa hat so immense Probleme mit der Menge an Ausländern wie unsere kleine Schweiz. Unsere deutschen Probleme mit Ausländergruppen sind dagegen lächerlich.
    Ein grossteil der Schweizer wird dir gegenüber ausgesprochen höflich und freundlich sein. Viele schätzen uns Deutsche sehr, manche haben mit uns als Gruppe Mühe, behandeln aber Einzelpersonen anständig.
    Ein wenig Hysterie im Umgang mit Ausländern ist in diesem insgesamt eher etwas separatistischen Land wohl festzustellen. Aber wenn man das unsäglich dumme Verhalten eines Steinbrück betrachtet und dazu noch das ebenso unerträglich arrogante Auftreten vieler Expats, die nur schnell ein paar Schweizjahre einschieben, um sich finanziell gesundzustossen, bevor sie per heuschreckenschwarm weiterschwirren, dann kann man verstehen, dass wir nicht nur beliebt sind.
    Auch ich habe lernen müssen, in der Schweiz anders zu leben als in D. Wir sprechen nicht wirklich die gleiche Sprache, wir sind schon seit Jahrhunderten kein gemeinsamer Volksstamm bzw. waren es nie. Schweiz ist Ausland. Und viele Deutsche hier benehmen sich leider anders. Eher wie auf malle - als sei meine neue heimat Teil der alten.

    Aber eben: Die SVP benutzt (ich vermeide mal das Wort "Missbraucht") die direkte Demokratie indem sie Demokratie und Demagogie verrmischt. Diese partei ist der direkte beleg dafür, dass Politik schmutzig ist!

    Genauso wissen aber die Schweizer (zumindest die, die das Denken nicht der parteiführung überlassen), dass das gesamte Gesundheitswesen innert 12 Stunden am Ende wäre, wenn die Deutschen gingen. in den Banken sähre es etwas beser aus, aber auch viele Cafés hätten keine Kellner mehr...
    Allerdings: Im Handwerk sind die Deutschen mit ihren Dumpingpreisen eine echte Herausforderung. Der hiesige markt kann mit den Preisen der Wanderarbeiter nicht mithalten und geht teilweise effektiv kaputt an den Deutschen.
    Das ist sicher etwas dramatisiert - und ich bin auch kein Wirtschaft5experte - aber das problem "zu viele Deutsche" existiert real.
    Nur hat die SVP noch nie Lösungen gebracht - immer nur Streit.
    Das wird sich auch nicht ändern.
    Was das alles aber mit dir als Tourist zu tun hat?
    Nichts. Du wirst in einem gastfreundlichen Land willkomen geheissen werden.

  4. GSATraveler Gast

    Standard

    #4
    Zitat Zitat von Nordlicht Beitrag anzeigen
    - aber das problem "zu viele Deutsche" existiert real.
    Ganz im Gegenteil. Und darüber ist man sich hier bei aller 'Antipathie' sogar sehr einig. Daneben dürfte Holger wohl oder übel mit vielem Recht haben... Scheisse aber auch!

    Zuerst einmal: Wir sprechen nur von der Deutschen Schweiz, dh. von rund 60% der Landesbevölkerung (exkl. weiteren 22% Ausländern). Und auch innerhalb der Deutschschweizer gibt es je nach Region unterschiedliche Haltungen, ein bunter Haufen eben. Die Romands, die Ticinesi, die Rumantsch sehen das alles viel entspannter, mit gutem Grund: Unsere Deutschschweizer 'Abneigung' gegen unsere Cousins (das Wort 'Brüder' vermeiden wir in diesem Zusammenhang) ist blosser Abwehrreflex. Wir haben es nicht so gerne, dass der Grosse aus dem Norden, der uns einerseits stets milde belächelte, andererseits immer über uns herrschen wollte, in unser kleines wohlgeordnetes Wohnzimmer tritt und den Gradmesser mimt. Soweit unser inneres, abstraktes Bild.

    Die Realität ist eine ziemlich andere. Wer waren und sind wir noch mal? Ähmm genau, Schweizer, mit sehr viel Ernst bei der Sache sogar. Deshalb orientieren wir uns auch so stark an Deutschland, schauen Euer TV, lesen Eure Schriftsteller, Eure Zeitschriften (im Ausland - und da ist man schnell von hier aus - gibt es in unserer Sprache nichts anderes; zuhause sucht man etwas wie z.B. den Spiegel oder die Zeit vergeblich, eine Süddeutsche haben wir höchstens ansatzweise), fahren Eure Fahrzeuge und freuen uns an Euren übrigen technischen Errungenschaften, lieben Euren Fussball und fiebern an Weltmeisterschaften mit Euren Mannschaften - oder gerade ausgesprochen nicht und freuen uns stattdessen an Euren leider nicht sehr häufigen Niederlangen, kommen tut es aus derselben Ecke.

    Neben diesem Herz in unseren Brüsten gibt es ab ca. Basel gen Westen auch den starken Einfluss von Frankreich her. Wir können zwar deren Sprache nicht (echt, unsere Zungen...), sind aber dennoch stark vom Französischen geprägt: Bräuche, Ausdrücke und Redewendungen, Verhaltensweisen, das Essen, und vieles mehr - NICHT aber die Mentalität, bedauerlicherweise. Vielleicht empfinden wir die Franzosen deshalb nicht primär als 'Agressoren', sondern mehr als Bereicherung; Sarko und seine Vorgänger kann man als Deutschstämmiger möglicherweise einfach nicht wirklich ernst nehmen, keine Ahnung.

    Gespalten also. Hier unten befinden sich die Randständigen der sich überschneidenden Kulturen, weit weg von den Zentren ihrer ursprünglichen kulturellen Heimaten Italien, Frankreich und Deutschland. Aus vielfältigen Gründen haben wir uns über die Jahrhunderte hinweg zusammengerauft, uns im Wesentlichen selber zu organisieren - u.a. auch weil sich schlicht kein Schwein für uns interessierte. Denn ausser Fels und Stein, Eis und Schnee, viel Armut, wunderschönen Kühen und besonders eigenwilligen (pardon: selbstbewussten) Frauen hatte dieser Landstrich bis vor wenigen Jahrzehnten für Aussenstehende gar nichts zu bieten. Welcher Herrscher einer europäischen Grossnation wollte da schon seine Energien an unbelehrbare, widerborstige und wehrhafte Alpenvölker mit naturgemäss beschränktem Horizont verschwenden? Da wir meist mit uns verhandeln liessen, blieben in der Regel auch die Alpenübergänge zumindest für den Meistbietenden passierbar (ausser bei den Ösis, da verstehen wir bis heute unabhängig von jedem Preis keinen Spass. Begreiflicherweise).

    Die mehr oder weniger eigenständige Selbstorganisation über Jahrhunderte hinweg hat ihre Spuren hinterlassen. Wir tun uns sehr schwer mit Vorgaben von aussen, egal ob inhaltlich vernünftig oder nicht, aus Prinzip einfach schon mal. Manchmal gerät diese Haltung gerade Deutschland und seiner Bevölkerung gegenüber etwas ausser Kontrolle, so dass es nur noch als pubertierendes Verhalten erscheint - und auch ist. Effekthascherei und das Bedienen niederer Instinke haben ein paar Idioten bei uns selbstverständlich auch drauf, seit einigen Jahren auf langsam aber sicher mühsame Weise erfolgreich, immerhin mit abnehmender Tendenz. Nachdem man den Leuten nun nicht mehr nur mit den 22% durchwegs kriminellen Ausländern Angst machen konnte, greift man halt auf die älteste aller Naturgefahren zurück: Die Deutschen. Gähn, wo ist die Fernbedienung?

    Das hätte ich mir und Euch eigentlich alles schenken können, denn ich will niemandem etwas vormachen: Ihr dürft alle sehr gerne kommen, sofern Ihr entweder a) genügend Geld mitbringt oder b) bereit seid, zu schuften wie wir es tun sowie c) in beiden Fällen dann auch wieder mal geht. So sieht es realistisch gesehen aus hier. Und damit schliesst sich der Kreis zum eingangs Gesagten: Scheisse aber auch!

    Gruss Rolf.

  5. Registriert seit
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    #5
    Zitat Zitat von CS Beitrag anzeigen
    http://www.blick.ch/news/politik/ven...id1855794.html

    und ich dachte immer die deutsprachigen Länder halten irgendwie zusammen. Also ist der Deutsche dort nicht sehr beliebt?

    Hab bisher noch keine Erfahrung mit Schweizern gehabt und wollte mal gerne dorthin. Aber wenn man als arrogant etc. betitelt wird, dann wohl eher nicht

    Bist Du arogant od. hast Du Angst Dir deine eigene Meinung zu bilden

    Ralph

  6. CS
    Registriert seit
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    Standard

    #6
    Zitat Zitat von yessy Beitrag anzeigen
    Bist Du arogant od. hast Du Angst Dir deine eigene Meinung zu bilden

    Ralph
    Weder bin ich überheblich, noch hab ich Angst! Aber es ist nicht meine Lebensphilosophie jemanden von vorne anzulächeln und wenn er sich umdreht ihm die Pest am Arsch zu wünschen. Ja, solche Gruppen gibt es auch hier.

    Wie ich jetzt mal alle Kommentare auf blick.ch und focus.de gelesen habe, scheint mir wirklich eine Antipathi gegenüber den Deutschen zu herrschen. Besonders auf focus.de haben viele Schweizer darüber gepostet.

    Welcher Teil der Schweiz darüber so denkt und welcher nicht habe ich aber noch nicht rausgelesen. Sind es nur die Deutschschweizer?

    Ausländer! Ja, toller Begriff. Für mich waren bisher die deutschsprachigen Regionen irgendwie nie Ausländer.

    Ich werde mir mal selbst ein Bild machen müssen und hoffe nicht dass mich eine schweizer Bäckereiverkäuferin nett anlächelt, aber denkt "Schon wieder so ein blöder Deutscher hier"

  7. Birk Gast

    Standard

    #7
    Zitat Zitat von CS Beitrag anzeigen
    ...
    Für mich waren bisher die deutschsprachigen Regionen irgendwie nie Ausländer.
    Das hab ich bis vor kurzem auch so gesehen - als ich noch in der Schweiz gelebt hatte... Da hätte ich die "Nachbarn ausm grossen Kanton", wie in der Schweiz die Deutschen gern genannt werden, nicht als Ausländer bezeichnet...

    Vor ein paar Jahren bin ich als Schweizerin hierher nach Norddeutschland gezogen und habe mich hier selbständig gemacht. Der umgekehrte Fall also... ich bin hier die Ausländerin ausm "südlichsten Bundesland"

    Ich muss sagen, ich hätte niemals gedacht, dass ich hier sowas von offen und freundlich aufgenommen werde, sowohl mit dem Geschäft mitten in der Stadt, als auch hier in der privaten Nachbarschaft in einem eingewachsenen Wohngebiet auf dem Land! Ich werde sowas von offen und unkompliziert und herzlich einfach akzeptiert und aufgenommen in der Nachbarschaft rundum - da wird mir Hilfe und Unterstützung angeboten was Haus und Garten anbelangt - ohne dass ich auch nur ein einziges Mal fragen musste! Und mit dem Geschäft dasselbe! Die Leute kommen und freuen sich, dass es mich und mein Geschäft gibt und teilen mir das mit!

    Nie hatte oder habe ich das Gefühl, hier als "Ausländerin" zu gelten (ok - mein Dialekt ist es, der noch immer ein Grinsen auf die Gesichter bringt... aber diesen Dialekt werde ich wohl auch nie ablegen können....)
    Ich denke dann oft mit leichtem Beschämen - hätte ich als Deutsche mitten in der Stadt Bern ein Geschäft eröffnet - niemals wäre mir diese Herzlichkeit und Offenheit vom ersten Tag an entgegen gebracht worden, die ich hier auch noch heute erfahre. Da könnten sich die Schweizer aber echt ein Stück abschneiden von!!

    Je länger ich hier lebe, hier so eingebunden und einfach mit einer Selbstverständlichkeit auf- und angenommen bin, desto fremder und unverständlicher wird mir manchmal die Mentalität vieler Eidgenossen...

    Und seit ich auch Currywurst esse und sogar mag, bin ich glaub vollends integriert hier

  8. CS
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    Standard

    #8
    Schön das du so herzlich in Deiner Nachbarschaft aufgenommen wurdest, ich hätte aber auch nicht anders gehandelt. Und der Dialekt, ja, der gehört sowieso irgendwie einfach dazu. Mir gefallen die südlichen Alpendialekte.

    Seit diesem Bericht grübel ich jedoch ob ich irgendwie zu blauäugig mit meinen Meinungen über andere Menschen bin.

    In meiner Erinnerung als kleines Kind in Österreich waren alle herzlich zu uns Deutschen. Oder hab ich mir das als Rotzlöffel auch nur eingebildet?

    Ich kann mich noch erinnern als ichmich vorm Fernseher auch über Siege von Vreni Schneider oder P. Zurbriggen gefreut habe. Oder auch die Bobrennen. Wenn D nicht gewonnen hat, dann eben SUI, hauptsache nicht RUS oder USA etc.

    Also doch zu blauäugig...

  9. Registriert seit
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    178

    Standard

    #9
    Ich arbeite und lebe seit gut 6 Jahren zusammen mit meiner Familie in der Schweiz.
    Wir haben uns gut integriert und geniessen es hier. Angegangen wird man lediglich, wenn man sich nicht anpasst. Die Schweizer sind stets höflich und freundlich zu uns und meinen es auch ehrlich.
    Bevor wir in die Schweiz zogen, hatten wir längere Auslandsstationen in Afrika und Indonesien - ebenfalls ohne Probleme, aber wesentlich anstrengender als in der schönen Schweiz!

    Fazit: Jeder ist seines Glückes Schmied und wie man in in Wald hineinruft, so schallt es heraus ;-)

    Ach ja..... wir wurden in Deutschland geboren.........

  10. GSATraveler Gast

    Standard

    #10
    Zitat Zitat von CS Beitrag anzeigen
    Also doch zu blauäugig...
    Mindestens. Denn mit der Menscheit als gesamtes oder einem konkreten Gegenüber hat das alles ja nichts zu tun. Du kannst Dir nur nicht vorstellen, wie es ist, sich als Minderheit einer hungrig die Zähne fletschenden Mehrheit gegenüber zu sehen. Dein Unverständnis ist bei Angehörigen der Mehrheit häufig.
    Rolf.


 
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