Slowenien & Italien oder ....durch die Karawanken, die Julischen Alpen, Friaul, die Dolomiten, die Lormbardei, die Brenta, Südtirol und natürlich Österreich.


Hallo zusammen,


wir waren Anfang Juli eine Woche Unterwegs. Da die Planung doch auch immer viel Arbeit ist und ich mich auch immer freue, wenn ich gute Tipps & Reiseberichte finde, möchte ich auch mal anderen helfen

Noch eine Info vorab - ich poste den Bericht identisch auch im Nachbarforum für mein Motorrad.

Wir hatten eine Woche Zeit. Für alles andere was wir eigentlich vor hatten war es schlicht zu heiß - also fahren wir Motorrad. Von Samstag bis Samstag (wobei eigentlich Sonntag, aber nur weil wir auf dem Heimweg noch ein Stop bei meinen Leuten eingelegt hatten)
Ziel war Slowenien & Nord-Ost Italien - nur Sachen die wir noch nicht kennen & hier und da auch etwas Schotter. Grundsätzlich im die eher die kleinen Straßen anstatt die großen.


Tag1: Stuttgart -> Lesce (Slowenien)
Motoplaner - 650 km / in Summe ca. 12 h Reisezeit
Die Anfahrt nach Slowenien wollten wir unbedingt an einem Tag schaffen, damit wir im Süden mehr Zeit haben. Die schönen Strecken die näher liegen kann man auch mal an nem 1-2 Tages Trip fahren.
Highlights: 3h Autobahn / Großglockner / Wurzenpass / Radovna-Tal (Schotter)
Sonstiges: Großglockner ist schön, aber ja leider auch sehr teuer. Ich war dort noch nie und wollte deshalb mal rüber. Wie gesagt - landschaftlich sehr schön, fahrerisch jetzt nicht soo besonders finde ich. Muss man also nicht zwingend machen.
Ebenso fand ich den langen Talhatscher nach dem Großglockner Richtung Osten relativ zäh (wenn auch schön).





Tag 2: Lesce -> Bled
Denzel Ostalpen Mischung aus Tour9 & Tour 43: Karawanken Panoramastraße + Ergänzungen
Motoplaner - 274 km
Man kann hier auch zwei mal im selben Hotel übernachten. Ich hab mich zu spät für diesen Tag 2 entschieden und dann kein Zimmer mehr für die zweite Nacht bekommen. War aber auch nicht schlimm.
Highlights: Schaidasattel & und die Strecke davor war sehr schön, von Bad Eisenkappel bis zum Luschasattel wars sehr schön, von dort Schotter runter bis ins Tal war schön, in Slowenien ist die Panorama-Straße über den Sleme-Sattel klasse (Schotter) & auch den Paulitschsattel fand ich genial, auch schön (aber weniger) fand ich den Seebergsattel & die Tescheppa-Schlucht
Sonstiges: Den Abstecher in die Trögener Klamm würde ich mir der Natur zur Liebe sparen - der Mehrwert hält sich in Grenzen.





Tag 3: Bled -> Maggio (Italien)
Denzel Ostalpen Tour 46 + diverses anderes: Slowenische Grenzkammstraße & Mangart
Motoplaner - 290 km
Maggio also "nützliches" Zwischenziel - würde ich aber als unsere am wenigsten schöne Übernachtung bewerten.
Highlights: Bohinjsko jezero / Wocheiner See - traumhaft schön (besonders so früh morgens wie wir dort waren), die Strecke von dort Richtung Süden fand ich schön, Slowenische Grenzkammstraße (auch wenn sie mich etwas enttäuscht hat) (wenig Schotter gegen Schluss), Mangart war super, ebenfalls sehr schön der Lago del Predil in dem wir baden waren
Sonstiges: Standard in der Gegend wäre ja den Vrsic Pass mit zu nehmen, aber egal wie ich es gedreht hatte, es hat einfach nicht so gut rein gepasst. Die Slowenische Grenzkammstraße ist zwar schön und man fährt durch abenteuerliche "Wald-Tunnel" aber dennoch war ich gegen Ende etwas enttäuscht, nicht zuletzt auch weil der Schotteranteil doch recht kurz war (wenige km).





Tag 4: Maggio -> Cortina
Denzel Ostalpen Tour 49 & 52 und mehr
Motoplaner - Schotter extrem - ca. 170 km
Motoplaner - ohne Schotter - 260 km
War ursprünglich als "Schotter extrem" Tag geplant mit maximalem Schotter-Anteil - Allerdings war mir auch klar, dass ich nicht alles 100 % einschätzen kann was wir uns zutrauen & ebenso stand auf Alpenpässe, Schotterpisten und andere Ziele (nicht nur) für Motorradfahrer - Alpen-Motorrad-Guide bereits dass beide Schotterstrecken aktuell gesperrt sind. Also habe ich den Tag auch nochmals komplett alternativ ohne Schotter geplant. Aber so, dass man an den jeweiligen "Starts" der Schotterpisten vorbei kommt.
Ebenso wusste ich, dass die Strecke über den Passo della Forcella an der Ostrampe früher sehr schwer war (nun aber wohl betoniert ist) - daher wollte ich da von Osten aus rüber.
Am Ende war es dann so: Die Ostrampe zum Passo della Forcella war eindeutig gesperrt, also sind wir die "Straßen-Strecke" weiter. die Süde-Westrampe war dann aber offen, also sind wir von dort bis zum Pass gefahren & dann aber wieder zurück. Die Forcella Lavardet war von oben/Süden aus auch eindeutig gesperrt und Waldarbeiter waren am Arbeiten.
Highlights: ganz klar die Strecke über die Malga Losa zum Passo della Forcella (Schotter), aber auch der Weg dort hin durch ein total verrücktes Tal zum traumhaft schönen Lago die Sauris, das Rif. Sorgenti del Piave, und die Gegend allgemein
Sonstiges: etwas enttäuscht war ich von den drei Zinnen. Die Straße da hoch ist ja nicht ganz günstig und mir war es irgendwie nicht klar, dass man da nicht an der Hütte raus kommt die man von dem klassischen 3-Zinnen-Bild kennt, sonder eben auf der gegenüberliegenden Seite. Keine Frage - es war dennoch sehr schön dort, aber die Enttäuschung bleibt eben... (immerhin hab ich sie kurz aus dem Tal als Dreierpack gesehen)





Tag 5: Cortina -> Bellamonte
Motoplaner - geplant
Motoplaner - gefahren - 250 km
Eigentlich war geplant auf den Col Visentin (Schotter) zu fahren. Leider war das der einzige etwas regnerische Tag und gerade als wir die Auffahrt begannen hat es mit tröpfeln begonnen. Also nicht so passend für die bevorstehende Schotterstrecke. Als ich dann auch noch gesehen habe, dass der Gipfelbereich in einer tiefschwarzen Wolke lag, haben wir es ganz gelassen. Ist ja auch hinsichtlich Gewitter nicht ganz unbedenklich wenn man auf so Berg in freiem Gelände unterwegs ist - mal abgesehen, davon, dass auch die Sicht wohl bei Null gewesen wäre.
Wir sind dann etwas enttäuscht einige km der weiteren Route gefolgt und dann nochmals spontan rechts abgebogen (sah auf dem Navi gut aus :thumbsup2: ). So wars dann auch. Über zig Serpentinen haben wir uns über eine schöne Schotterpiste im Wald den Hang hoch geschraubt. Oben sind wir dann schon fast in den Wolken raus auf ganz kleinen Sträßchen raus gekommen. War echt spannend. Runter gings dann über kleine, aber asphaltierte Straßen.
Highlight: Wenn ich ihn nicht schon gekannt hätte & wenn das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre, sicher der Passo die Giau, ansonsten fand ich die spontane Schotterstrecke (die aber keinen Name o.ä. hat) cool, Ebenso der Sant'Ubaldopass mit seinen Tunnelkehren - fahrerisch zwar nur mittelmäßig, aber gesehen hat man sowas halt noch nie
Sonstiges: Ich möchte nochmals bei schönem Wetter zum Col Visentin - ansonsten bin ich mir noch immer nicht ganz sicher ob sich der Abstecher Richtung Süden so richtig gelohnt hat, oder ob wir nicht lieber den Tag in den tiefen Dolomiten fahren hätten sollen :bangin: Ist schwer zu sagen - lag sicher auch viel am Wetter. Denke bei guter Sicht wäre der Schottergipfel ein Highlight geworden. Man soll von dort oben bis Venedig sehen wenn die Wetterlage stimmt.





Tag 6: Bellamonte -> Navazzo (Gardasee Westufer)
Motoplaner - 270 km
Nun ging es endgültig raus aus den Dolomiten, rüber auf die andere Seite in die Brenta. Ich war dort schon einmal mit dem Motorrad, aber bei schlechtem Wetter. Wahnsinn was ich damals verpasst hat. Wirklich auch gigantische Berge und zum Teil wunderschöne Landschaften...Die paar km aber Gardasee Ufer sind zwar zäh, aber doch schön und man kann noch kurz anhalten und in den See springen
Highlights: Kannte ich zwar schon, aber der Mendelpass ist einfach genial, Natürlich auch dieser Tag nicht ganz ohne Schotter - der Weg zum Rif. Peller ist auch sehr schön, wenn auch die Aussicht etwas eingeschränkt ist.
Sonstiges: Die Strecke von Tione die Trento bis nach Riva war etwas zäh, viel Verkehr & vor allem viele LKW. Lag aber vielleicht auch daran, dass wir einfach etwas platt waren und es mal wieder sau heiß war...





Tag 7: Navazzo -> Meran
Motoplaner - geplant (mit Schotter) - 270 km
Motoplaner - gefahren (ohne Schotter) - 270 km
So - langsam geht es schon wieder Richtung Heimat, allerdings noch ein mal in die falsche Richtung (nämlich wieder nach Osten nach Meran). Geplant war der Weg über den Maniva-Pass zum Passo di Croce Domini. Aus verschiedenen Gründen haben wir uns dann aber am Vorabend dazu entschieden, am folgenden Tag gemütlich unterwegs zu sein und auf Schotter zu verzichten. Ich möchte die Strecke in jedem Fall irgendwann mal fahren. Ich denke ist ist klasse, aber für Anfänger sicher auch nicht ganz easy...
Ergänzend muss man auf jeden Fall sagen, dass auch die Ausweichstrecke über die Straße extrem schön ist.
Highlights: Die Westrampe des unbekannten Cadino-Pass hat mir persönlich sehr gut gefallen. Extrem einsam, sehr kleine Sträßchen, tolle Landschaft..., ebenso war der Gavia-Pass, den ich noch nicht kannte, und auch das Stilfserjoch von dem ich zumindest die Ost-Rampe noch nicht kannte echt genial! Für uns, die auch die Berge zu Fuß lieben, natürlich auch der Blick auf die tollen Gipfel inkl. Ortler und die vielen weißen Gletscher...
Sonstiges: Klar - die Strecke vom Stilfserjoch bis Meran ist eher "naja" aber muss man halt durch, Von Breno bis Ponte di Legno wars zwar auch schön, aber fahrerisch sicher auch nichts besonderes. Was ich auch noch anmerken möchte: Wir sind am Freitag Mittag über das Stilfserjoch - das geht ja noch. Aber dennoch, da sind meiner Meinung unglaublich viele Motorradfahrer unterwegs, die mit der (ja nicht soo schwierigen Strecke) total überfordert sind. Die Straße ist ja doch sehr breit und dennoch brauchen da manche die Komplette Bahn (also beide Spuren). An meiner Freundin ist einer, der hätte innen fahren müssen, sogar außen an ihr vorbei - also zwischen ihr und Fahrbahnrand...da fällt mir echt nichts zu ein :bangin:





Tag 8: Meran -> Wangen
Motoplaner - 370 km
Den letzten Tag hätte man ebenso direkt nach Stuttgart fahren können, dann aber ab Füssen über die BAB. Das wäre sicher kein Thema gewesen und hätten wir wahrscheinlich auch gemacht, wenn nicht noch was bei meinen Leuten zu erledigen gewesen wäre. So sind wir eben noch durchs schöne Allgäu und haben dort noch eine letzte Nacht verbracht.
Highlights: Ganz klar, der letzte Tag war nochmals "Pass-Tag" Jaufenpass, Penser Joch, Timmelsjoch, Hahntenjoch, Oberjoch. Aber mir hat auch der Weg von Meran durch die Berge runter nach Bozen sehr gut gefallen (und wir waren am Abend noch kurz davor das Stück auf die Autobahn zu legen um Zeit zu sparen!) - Dort gabs übrigens auch noch was, das ich so nicht kannte: eine 270° Kurve im!! Tunnel. Mir war ganz schwindlig als ich wieder raus kam und ich wusste erstmal überhaupt nicht wo ich bin...
Sonstiges: Samstag fahren wohl leider sehr viele Tagestouristen in diese Ecke. Die Pässe waren ziemlich voll, besonders das Timmelsjoch fand ich unangenehm. Zumal auch ein Haufen Rennsemmeln unterwegs waren, die leider oft auch gnadenlos übertreiben. Das Ötztal durch ging es dafür überraschend gut und am Hahntenjoch & im Tannheimer Tal war fast schon wieder tote Hose...
Bilder hab ich hiervon leider nicht so viel, da man die km halt doch besser hin bekommt, wenn man nicht ständig hält - zumal ich ein paar km auch schon kannte.





Tag 9: Wangen -> Stuttgart
...spar ich mir mal