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Tips fuer Marokko (2013) mit dem Krad.

Erstellt von Donaldi, 31.10.2013, 18:06 Uhr · 1 Antwort · 912 Aufrufe

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    Standard Tips fuer Marokko (2013) mit dem Krad.

    #1
    Servus,

    erst wollte ich auf den Beitrag Marokko September 2014 in Vorbereitung antworten, da es dort aber vornehmlich um die Suche von Reispartner geht und ich eigentlich nur Tips geben, nicht mitreisen wollte, habe ich das mal ausgelagert.

    Ich war mit drei Kumpels heuer die ersten Oktoberwochen ueber Genua in Afrika und zurueck. Profiert habe ich dabei vom Wissen von Michael, der schon dreimal in Marokko war. Unser Ziel war das Erg Chebi. im Suedosten des Landes.
    Sind mit den Kraedern von Erlangen ueber die Schweiz bis Genua, dann 2 Tage auf der Faehre nach Tanger MED, 11 Tage im Koenigreich Marokko umeinandergefahren und 3 Tage mit der Faehre ueber Genua und Schweiz heim.
    Geregnet hat es nur einmal, am letzten Tag in der Schweiz bis Erlangen.
    Blog: Reisetagebuch

    Fangen wir mit dem wichtigsten an, dem Papierkrieg.
    Ich brauchte
    meinen mind. 3 Monate gueltigen Reisepass (fuer die Stempel und die Ident No.),
    Fahrzeugpapiere
    und Fuehrerschein
    sowie eine gruene Versicherungskarte, die auch fuer MA gueltig ist. War meine zuerst nicht, aber meine Vers. (Axa), hat dann eine extra 30 Tage gueltige gruene Karte fuer MA fuer mich und die GS ausgestellt. Ansonsten haette ich eine direkt in MA an der Grenze was fuer 200,- abschliessen duerfen...
    Zusaetzlich habe ich mir noch den internationalen Fuehrerschein und internationale Fahrzeugpapiere geholt, war aber mE nicht unbedingt noetig.
    Eine Vignette fuer die Schweiz (33,- pro Krad) hat eine 100km kuerzere Anreise und Rueckreise ermoeglicht. Die Via Karte (Mautkarte) fuer Italien war nicht unbedingt noetig, EC Karte ging auch am Schalter "Telecart". Ca. 16 Euro pro Krad von den Alpen bis an den Meeresstrand.

    Zollerklaerung: Die kann man vorher daheim online ausfuellen und ausdrucken, unter Administration des Douanes et Impôts Indirects
    Services en ligne (Online) -> Accéder à un service -> Déclaration d'un véhicule (D16 ter) -> etranger au visit der maroc.
    Aktuell liegt das Formular unter:
    Administration des Douanes et Impôts Indirects

    Ausfuellen, abschicken, ausdrucken, dreimal unterschreiben. Nicht ueber den Balkencode wundern, der ist wirkich unleserlich. Das Formular wird bei der Ausreise einmal abgetrennt und der Rest gestempelt, der Rest bei der Ausreise.
    Mit Immatriculation ist das Kennzeichen gemeint.
    Anmerkung: Der Zielhafen ist idR Tanger MED, nicht Tanger Port.

    *Dasselbe* Formular kann man dann aber auch von Hand auf der Faehre ausfuellen, dazu sind zwei Beamte des Koenigsreichs an Bord, die Euch das jetzt gruene Formlar (Eures ist je nach Drucker daheim weiss...) aushaendigen und nach etwas Schlangesitzen und Ausfuellraterei dann in den Computer einhacken.
    Wichtig hier: Mit Ausweis erst zu einem Beamten, hier bekommt Ihr den Einreisestempel und die spaeter wichtige (auch im Hotel bei Zimmerbuchung) Marokko Ident Nummer.
    Wird auf die heimische dreifach unterschriebene Zollerklaerung van Hand drauf geschrieben. Auch wichtig.
    Danach mit dem Stempel, Nummer und den Fahrzeug Papieren zum freundlichen Beamten Nr. 2.
    Keine Sorge, Ihr koennt den Spass irgendwann waehrend der ganzen zwei Tage machen, sobald die Fahre abgelegt
    hat. Nur vielleicht nicht dann, wenn 5.000 Marokkaner das auch machen wollen.

    Auf der Rueckreise gibt es an Bord nochmal eine Karte (fuer Reisende mit rotem Pass, also z.B. Deutsche) abzuholen, wieder mit Name, Beruf und Passnummer auszufuellen. Bekommt dann in Genua die freundliche Zollbeamtin, bevors ins italienische Verkehrs-Getuemmel geht.

    Die Faehre, Tickets, Kosten. Geld.
    Das Faehrticket von A Ferry ab Genua war sauguenstig, 397.70 EUR fuer beide Fahrten zusammen, hatten eine 4er Innenkabine (aechz).
    Die Motorraeder haben wir nur auf dem Parkdeck abgestellt, das Verzurren uebernahmen dann die Matrosen, zumal in Barcelona (Zwischenstopp) noch was dazugezurrt wurde. Gepaeck haben wir groesstenteils dran gelassen. Man darf nur ans Krad, wenn der Kahn steht.

    Hier war wichtig: Das Ticket ist nur eine Email, die Buchungsbestaetigung, auf der zwei Voucher-Nummern stehen (hin und rueck). Diese Email vorher ausdrucken, man muss sie fuenfmal vorlegen, bei der Einfahrt Genua Hafen, bei der Einfahrt zum Faehrenparkplatz, beim Abholen der richtigen Tickets und dito in Tanger MED in Gegenrichtung.
    Noch wichtiger: Am Faehrhafen in Genua nicht auf den Mondaufgang warten, sondern gleich mti dem Voucher die Treppen rauf zum Ticketschalter und *einen Stift dabei haben* (sonst Wartezeit auf den einzigen verbliebenen Schreiber dort). Beim Ticketbuero kriegt Ihr dann das eigentliche Ticket und einen Zettel zum Ausfuellen mit Name & Beruf etc.
    Damit dann und dem Ausweis zur Polizeistelle im selben Raum, Ausweis, ausgefuellten Zettel und Fahrzeugscheine vorlegen. Nach dem Stempel dann wieder runter zum Parkplatz und dem Einweiser die Tickets zeigen, ab da darf man an Board und reinschiffen, die Tuerschluessel (-Karten) gab's an der oberen Fahrstuhltuer.

    WLAN kostete 5,- Euro fuer 40 Minuten, viele der Schiffskassen haben (bei Satellitenverbindung) EC akzeptiert, ich habe mein Paulaner Weizenbier zu 5,90 Euro bar bezahlt. Es bietet sich an, einige Vorraete dabei zu haben, Obst, Brot o.ae.

    Visa Karte hatte ich dabei, habe ich aber nur einmal fuer die Hotelrechnung gebraucht, der Rest der Geldnehmer wollte Bargeld, dass wir an den zahlreichen Automaten mit der EC Karte (Maestro) abheben konnte in Bloecken zu 2.000 dh (ca. 200 Euro). Auch beim Tanken war Bargeld beliebter.
    Tankstellen gibt es ausreichend, ggf. auf die Hauptstrassen ausweichen. In den abgelegenen Doerfern (Dadesschlucht) gibt es Kanister, da kostet der Liter dann ca. 50 cent (umgerechnet) mehr.
    Der erste Geldautomat der Bank of England steht dann gleich am Hafen.

    Bei der Ankunft in tanger MED: Eine Kontrolle gibt es gleich beim Ausfahren. DAs ist aber nicht die echte.
    Ihr muesst umgehend raus aus dem Hafen in die Abfertigungsschranken weiter ausserhalb, da muss dann jeder mit Ausweis und der Ident Nummer nochmal sich kontrollieren lassen.
    Anschliessend geht es schwungvoll in die Verzollung. Jetzt braucht Ihr das dreifach unterschriebene Zollformular aus dem heimischen Drucker nochmal, mit der frischen Identnummer. Mit der verschwindet dann der Zollbeamte und kommt irgendwann mit den oberen zwei Drittel zurueck, mit denen Ihr dann nebst Krad nun wirklich den Hafen verlassen duerft,
    um die teilzerlegten Marokkanischen Lastkws und deren gesamter auf der Strasse fuer den Zoll aufstellter Ladung Slalom fahrend.
    Es sind 20km zur ersten Raststaette, nochmal 20 zur naechsten, die deutlich weniger mit Neuankoemmlingen verstopft ist.

    Die Ausruestungsliste will ich jetzt mal nicht der allgemeinen Laecherlichkeit preis geben, nur soviel:
    Auf welche Ausruestung wuerde ich das naechste verzichten:
    Auf die Kaffeedrueckermaschine und den Kafee, an allen Ecken bekommt man lecker und guenstig Cafe au lait und Minztee. Den 3L Ersatzkanister habe ich nicht gebraucht.

    Was haette ich noch mitgenommen:
    Endurostiefel fuer die Schotter-Ausfahrten um Mezouga.

    Was habe ich nicht gebraucht: Ersatzhallgeber, Poly-V Riemen, Zuendkabe und Spule, Spritpumpe, dicke Regensachen,
    Satz Bremsbelaege und Ersatzschlaeuche fuer vorn und hinten.

    Was ging kaputt: ein Nebelscheinwerfer der 1200er, ein Anlasser der R80, eine Standlicht der 1150, eine Fahrlichtbirne, eine Ruecklichtbirne.

    Was war unverzichtbar: Geld und der Trinkrucksack sowie Sommerhandschuhe. Und etwas Kenntnis der frz. Sprache.

    Was wuerde ich anders machen: zwei 2er Kabinen statt einer 4er. Eng wie eine Raumstation.
    Nicht durch's Riffgebirge auf Nebenstrecken zurueck nach Tanger. Auch wenn die Leute sehr sehr nett, sind, der Haschgeruch haeng ueberall in der Luft und die engen Strassen, die mitten durch die Orte ohen Umgehungsmoeglichkeit fuehren sind teils in einem erbarmungswuerdigen Zustand, der jederzeit volle Aufmerksamkeit fordert. Bei 80km am Stueck ohne von der Schlagloch Piste abbiegen zu koennen, ganz schoen schlauchend. Aber herrliche Landschaft udn die PKW Fahrer lassen einen an den unmoeglichsten Stellen vorbei. :-)
    Und nicht von Rabatt aus suedwaerts. Es kommt vor Beni Melal kein Ort mit Camping oder Hotel. Nicht witzig, wenn die Sonne gerade untergeht. Wir haben dann freundlicherweise bei einem Hirten auf dessen Eselsparkplatz naechtigen duerfen. Toller Sternenhimmel.

    Nervig: Sobald man in Risani oder Mezouge (Erg Chebi) auch nur etwas langsamer wird, ist das eine Einladung an die zahlreich herumschwirrenden Mofafahrer, Euch in ein Hotel ihrer Wahl zu zerren. Dito sollte man bei Ausfahrten um Mezouge etwas Heimlichkeit oder Tempo vorlegen, ansonsten hat man einen Schwarm Moechtegernreisefuerer im Schlepptau, die einem die selbst geplante Touren schlecht machen wollen und ins eigene Hotel mit Kaffee einladen wollen, weil das schoener und naeher an der Wueste liegt als Eure schon bezogenes Hotel mit Pool. :-)

    Gruss, Dirk

  2. X-Moderator
    Registriert seit
    05.07.2009
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    3.255

    Standard

    #2
    Hallo Dirk ,

    danke für den bericht.ich werde wohl mal auf dich zurück kommen!

    schõner beticht und wichtige infos zum sammeln.

    Gruss Alex


 

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