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Welche Rezepte und Erfahrungen habt Ihr mit ( Hirten - ) Hunden auf Touren ?

Erstellt von MiraculixSertao, 08.12.2013, 22:42 Uhr · 36 Antworten · 5.212 Aufrufe

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    #21
    Zitat Zitat von Toccaphonic Beitrag anzeigen
    Sehr interessanter Thread! Bin also für meine Tour im Frühjahr für das Thema sensibilisiert und bedanke mich. Und allen Mitlesern, die nicht glauben wollen, dass das wirklich ein Thema ist sei folgender Clip empfohlen:

    Ach Du meine Hundefresse
    Ich konnt´s mir nicht bis zum Ende ansehen. Hat er´s überlebt oder wurde die Kamera später am Tatort geborgen
    Als die netten kleinen Beißerchen auf ihn zu rannten, wunderte ich mich die ganze Zeit, warum er nicht Gas gibt, bis mir klar wurde, dass mit Biker Radler (und nicht zu verwechseln mit dem Getränk!) gemeint war

    Guten Rutsch euch allen;
    Stefan

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    #22
    Ich hatte auch ein "Worst Case " Szenario vor 6 Jahre in Rumänien , in den Karpaten ganz oben auf den Gipfel . Zum Glück war ich mit meiner Ktm Exc unterwegs als auf einmal 4 große Hirtenhunde in Anmarsch waren . Da war fürs kuscheln keine zeit mehr , da gibts nur eins der Körper schaltet entweder auf Flucht oder Kampf . Letztendlich hab ich mich für den Kampf entschieden , nachdem ich einen Hund überfahren hab da haben sich die anderen 3 Hunde etwas "beruhigt" !! Der Hirte war weit weg und konnte mir sowieso gar nicht helfen , also quasi ich war ganz alleine auf mich gestellt .
    Fazit :wer nicht kämpft -verliert

    Gruß Marius

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    #23
    @Stephan: kannst Du Dir ruhig zu Ende anschauen. Geht alles gut aus. Ist sogar witzig, wie der Radfahrer die Besitzer anschließend zur Schnecke macht.
    Auf youtube gibt's ne ganze Reihe interessanter Clips zu dem Thema. Einfach mal "Dog attacks biker" eingeben. Bei einem besonders schönen hält der Biker sogar an, lässt die Hunde an seiner Hand schnuppern, die beruhigen sich dann und ziehen ab. So macht's der Profi! Da sollte man aber hundeerfahren sein, denn nur dann kann den Tieren manchmal anmerken, ob die nur drohen und einen in Schach halten wollen, dabei aber selbst die Hosen vollhaben, oder ob die so scharf und entschlossen sind, dass es für "Verhandlungen" keinen Spielraum gibt. Dann hilft natürlich nur Flucht oder Gegenwehr. Aber auch für den ultima ration Kampf gibt's viele ermutigende Clips, die zeigen, wie man auf die Vierbeiner Eindruck machen kann. Ist zwar leichter gesagt, als getan, aber wenn man keine Wahl hat, wächst man ja durchaus schonmal über sich hinaus. ;-)

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    #24
    Im obigen Video hat sich der Radler teilweise falsch verhalten. Mit abrupten Bewegungen heizt man die Aggression bei Hunden noch an. Aufschlußreich war auch der Abschluß des Filmchens, zu hören ist, wie der Radler in sich hineinlacht. Die Diskussion mit den Hundebesitzern hat ihm wohl ordentlich Spaß bereitet.

    Gruß
    Roads End

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    #25
    Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Herde ohne Hirte, nur mit Hütehunden unterwegs ist und niemand die Hunde zurückpfeift.
    Eine laustarke Hupe hilft, die Hunde auf Abstand zu halten. Aber die Herde im Stich lassen werden sie sicher nicht. Einen Sicherheitsabstand zur Herde wollen die Hunde durchsetzen.
    Wenn das nicht möglich war, haben wir dann auch schon umgedreht und andere Wege gesucht.
    Einzelne Streuner sind eher scheu und vorsichtig.

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    Standard Welche Rezepte und Erfahrungen habt Ihr mit ( Hirten - ) Hunden auf Touren ?

    #26
    Kein einziger der Hunde in dem albernen Video war auch nur ansatzweise aggressiv. Abgesehen von dem panisch- lächerlichen Pedalritter. Ich musste auch noch nie einen Hund überfahren. Ich denke, würde jemand in meiner Reisegruppe so eine Aktion auch nur andeuten, wäre die gemeinsame Weiterreise beendet!
    Es gibt Menschen, die verstehen Hunde, andere halt nicht. Mit Letzteren würde ich viele Regionen dieser Welt halt nicht befahren! Denn dort haben in meinen Augen die Tiere die grössere Daseinsberechtigung als der durchreisende Mensch.
    Vor solch unbeherrschten Menschen habe ich Angst, weil sie eine an sich simple Situation eskalieren lassen. Vor Tieren habe ich Respekt. Das heisst, ich respektiere ihr Verhalten, welches meist simpel ist. Hundemeute kommt, verbellt mich, ist aufgeregt, macht machomässig Stimmung und schätzt so die Situation ab. Entweder fahre ich bei kleinen Gruppen von Hunden und genug Distanz einfach weiter. Oder ich vertreibe einen einzelnen vorwitzigen Hund mit einem tritt. Sehr gut wirkt es auch, einfach mitten im getümmel anzuhalten und ein Foto zu machen oder etwas zu trinken. Vor allem aber die Hunde zu ignorieren. Sicherlich werde ich NICHT unbedacht Kontakt aufnehmen, weil ich nicht weiss, welchen Annäherungsgrad der Hund vor mir als angriff interpretiert. Das ist rassebedingt sehr unterschiedlich. Und bei strassenmischungen von vielen faktoren abhängig. Wenn ich am töfftreff bin, kann ich ja das schier unerträgliche Geplapper der Heldenfraktionen auch vollständig ausblenden! So gehts auch mit Hunden. Das beruhigt sich alles in der Regel innert Sekunden, weil es die situation für hundi klarer werden lässt.
    Anders der sehr still und absolut starr vor dir stehende Hund, vorzugsweise allein oder zu zweit. Vielleicht wirklich ein bei der arbeit befindlicher Herdenschutzhund. Der verteidigt seine Herde gegen Wolf und Bär - hat also auch vor mir keine grosse angst. Und wenn er sich steif macht und still wird, sammelt er Kraft für den Kampf, den er nicht lebendig zu verlieren gedenkt. Das gilt übrigens für Pitbull und dackel gleichermassen!
    Ein solcher hund ist eine entsicherte Waffe und braucht grosse vorsicht. Ist aber selten. Nicht zu verwechseln mit dem hirtenhund, welcher am rande seines aktionsradius still steht und dich beobachtet. Rute unten? Dann ist das Risiko sehr berechenbar. Er wird wohl zurückweichen und versuchen, seine Herde abzuschirmen. Oder aber irgendwann die aggressivere Haltung einnehmen. Dann braucht er wieder zeit zum verstehen der Situation.
    Hier meide ich Augenkontakt. Das heisst aber: Visier auf! Denn sonst kann der Hund meine beschwichtigende Geste gar nicht erkennen!
    60 kg Hütehund fährst du eher nicht mehr sturzfrei um. Und wenn, dann sorgen die Kollegen für echte Probleme. Bei solchen Hunden mache ich notfalls wirklich Pause, bis der Hund/ die hunde die Situation für sich als unriskant eingestuft haben. Wenn sie nicht schon zu oft auf spinnerte toffschreihälse getroffen sind, wird dies im allgemeinen passieren. Dennoch kann es einfach sein, dass es beim vorbeifahren einen kräftigen Biss in die wade gibt. Oder den schenkel. So, und jetzt kommt die denksportaufgabe! Wenn ein Hund, der dir mit EINEM BISS den arm abtrennen könnte, in einer gezielten Aktion ins Bein zwickt- will er dich dann wohl töten und hat sich nur verschätzt oder hat er in seiner ( von Menschen antrainierten) Sprache mitgeteilt, dass du deine dreckige Visage aus seinem Gesichtsfeld schaffen sollst?
    Ein Biss soll verletzen oder töten. Davon hat ein Hund nur dann etwas, wenn er um sein Leben kämpft. Alltag hingegen ist es, das lästige Vieh durch wadenzwickerei auf Kurs zu halten. Und ein solcher biss in die Wade beschleunigt manch dumme Kuh enorm! Der buss wird nie eine Kuhhaut oder ein schaffell perforieren. Dafür gäbe es ja Schläge vom Hirten! Also sind auch wir in unseren Rüstungen recht gut geschützt. Nur in Shorts und Sandalen bekäm' ich dann echt irgendwann Muffensausen...

    Grade das letzte Video zeigt ja sehr klar, dass die Hunde sich sehr kommunikativ und nicht aggressiv verhalten.
    Ignorieren, deeskalieren und möglichst normal bleiben. Dann kann man mit etwas Glück Lebewesen beobachten, die eine ganz hervorragende Arbeit tun oder aber zumindest eine Ganz eigene Lebensweise entwickelt haben. Nehmt euch doch die Zeit dafür- IHR seid doch die Eindringlinge und Störenfriede! Und nebenbei macht es unglaublich Freude ( mir zumindest), einem eingespielten Hundetean bei der Treibarbeit zuzusehen. Ein teil im Angriff, ein Trupp in der Reserve und oft noch ein Libero, der für den Überblick da ist. Klasse!

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    #27
    Hallo Nordlicht,

    alles was du schreibst ist richtig. Wir haben selber zwei große Hunde in der Familie und ich kenne mich seit Kinderzeiten mit den Tieren sehr gut aus.

    Wenn dich allerdings zwei Pyrenäenhirtenhunde mit einem Kampfgewicht von rund 60 Kg attackieren dann hast du hoffentlich den richtigen Gang drin und Platz zum verschwinden. Die Jungs haben noch nicht mal vor einem Bären oder Wolf Respekt. Ist uns im 2012 in der Nähe von Graus in den spanischen Pyrenäen passiert, war nicht lustig. Man muss wissen, das die Hunde meist alleine bei der Herde sind und kein Schäfer sie zurück rufen kann.

    Wir waren übrigens auf einer öffentlichen Straße unterwegs.

    pat-04.jpg

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    #28
    Genau solche Hinde treffe ich regelmässig in Rumäniens maramures. Und da verhalte ich mich exakt wie beschrieben. Ich stelle ja keine Theorien auf, sondern berichte Erlebtes. Mein gang ist eigentlich immer der Beobachtungsgang. Grade bei einem Hütehund hast du alle zeit der Welt. Gib doch der Situation Zeit, sich zu entspannen!
    Schwierig finde ich eher den Moment, wenn ich mit flotter Gangart auf guter Strasse dahinrolle und ganz plötzlich eine strassenhundegang auf die Strasse rennt. Bremsen? Ausweichen? Grade durch?
    Ich weiss es nicht, handle immer situativ.

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    #29
    Hallo,
    ich habe seit 40 Jahren Hunde, seit knapp 20 Jahren nur noch englische Mastiffs. Ich halte mich zumindest also selbst für ausreichend hundeerfahren, gerade was große Rassen angeht.
    Hinzu kommt das ich in Sachen Hunde schon immer über den Tellerrand geschaut habe und auch sehr an anderen Hunderassen interessier bin. Auch zu Problemen mit Hunden und in der unsäglichen Kampfhundediskussion war ich über viele Jahre engagiert.

    Alles was Nordlicht schreibt würde ich deshalb zu 100 % unterschreiben, das sehe ich absolut genau so. Ohne wenn und aber eine meiner Meinung nach sehr sachkundige Einschätzung dieses Themas.

    Um das so zu sehen muss man aber eben auch Hundeerfahrung haben. Und deshalb kann ich auch jedermann verstehen, der Angst vor freilaufenden, eventuell noch großen Hunden hat. Es kann eben nicht jeder zwischen echter Aggression und beispielsweise einer Warnung unterscheiden. Und eine falsche Reaktion kann dann sehr schnell die Situation eskalieren lassen.
    Herdenschutzhunde (nicht zu verwechseln mit Hütehunden) sind auch ganz spezielle Hunde. In ihren Ursprungsländern wurden diese Rassen über Jahrhunderte zu einem speziellen Zweck gezüchtet, nämlich die ihnen anvertrauten Herdentiere zu beschützen. Grundlos aggressiv sind diese Hunde eigentlich nicht, aber sie kommen ihren Aufgaben äußerst kompromisslos nach. Und das oftmals über längere Zeit ohne Unterstützung durch den Schäfer oder Hirten.

    Wir Motorradfahrer sind nun also gerne in den entlegensten Ecken unserer Erde unterwegs, je einsamer und wilder desto besser, und suchen das Abenteuer. Wir rumpeln mit unseren Enduros oder Fahrrädern die kleinsten Eselspfade entlang. Genau dort sind nun aber auch die Herden und ihre Hüte- und Schutzhunde anzutreffen. Klar begegnen wir auch auf breiteren und natürlich öffentlichen Straßen solchen Hunden. Trotzdem sehe ich das so das wir (ich zähle mich ja dazu) ein fremdes Revier betreten und dann eben akzeptieren sollten dass das nicht jedem passt. In Afrika laufen die Löwen rum und in den Pyrenäen eben riesige Herdenschutzhunde.

    In dem gezeigten Video hat keiner der Hunde trotz aller Drohgebärden eine gewisse Distanz zu dem Radfahrer unterschritten. Trotzdem wäre vermutlich auch mir trotz meiner Hundeerfahrung das Herz etwas in die Hose gerutscht. Da habe ich keine Problem damit das zuzugeben. Hier sollte man versuchen kühlen Kopf zu bewahren, sofern man denn dann in der Lage dazu ist. Pauschale Empfehlungen zu einem bestimmten Verhalten würde ich nicht geben, sondern eher versuchen die aktuelle Situation vor Ort richtig einzuschätzen. Eventuell kann man ja die Hunde rechtzeitig umgehen. Zumindest wenn man Angst vor Hunden hat ist das eine Option, auch wenn es nicht zur Routenplanung passt.

    Hier mal noch Fotos von zweien meiner Nasen, jeder ca. 100 Kg schwer.

    img_4343.jpgimg_4363.jpg

  10. Registriert seit
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    #30
    Hallo !

    Ihr habt die Psychologie der Hirtenhunde wunderbar beschrieben, ich hatte auch immer Hunde daheim und sie sind mir vertraut.

    Vertrauensfördernd und deeskalierend unterwegs zu sein, ihr Revier so weit möglich unangetastet zu lassen ist der Situation dienlich.

    In Ortschaften gibts die Haus- & Grundverteidiger, die Hunde, die mit Kfz schlechte Erfahrungen gemacht haben und diese entweder meiden ( mit eingezogenem Schwanz ) oder aber angreifen.

    Das "Vergnügen hatte ich im Oktober in Marathi ( nahe Chania ) auf Kreta, beim Quartiersuchen. Beim Passieren des unbefestigten Dorfplatzes versuchten 2 Mischlinge in der 20 - 25 kg Kategorie mich anzuspringen, Rezept 1. und kurz vor Kontakt Gas funktionierte wie fast immer, und es gab keinen Kontakt. Am Rückweg mußte ich wieder bei ihnen vorbei, und da waren sie so richtig auf Körperkontakt aus, also dasselbe nocheinmal, allerdings schlugen sie am rechten Variokoffer unsanft an, so daß dieser fast aus der Verankerung gerissen wurde und das Trägergestell verbogen war...

    Da hilfts nix, sie auf Schupperentfernung kommen zu lassen, oder abzuwarten, wenn sie von Haus aus unmißverständlich den Bißkontakt suchen...

    LG MiraculixSertao


 
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