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"Abmahnirrsinn" der Bahn?

Erstellt von FP91, 11.12.2015, 22:39 Uhr · 103 Antworten · 9.053 Aufrufe

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    #71
    Zitat Zitat von vierventilboxer Beitrag anzeigen
    Der TO hüpft in den letzten Züge und hat sofort Kontakt mit dem Schaffner. Erst sagt jener es passe so (O-Ton TO: er bejahte) um die Aussage hernach zu relativieren, sprich das Gegenteil zu behaupten.
    ich bleib dabei, wenn sich selbst die täglich mit der Materie betrauten (hier der Schaffner) nicht damit auskennen, dann kann man m.E. das nicht von einem "Gelegenheitsnutzer" (der ja nicht jeden Tag mit der Bahn fährt) erwarten - da ist ein Fehler im System
    ... denn immerhin hat auch der Schaffner nicht völlig korrekt gehandelt.
    Anstelle des Schaffners würde ich mich nun fragen:
    - Wollte der TO wirklich schwarzfahren?
    - Hat er der Bahn heute mit diversen anderen Fahrten nicht schon genug Umsatz gebracht?
    - Will ich meiner Firma einen evtl. guten Kunden vergraulen?
    - Ist es eine gute Werbung für mich und meinen Arbeitgeber wenn ich beinhart auf eine Strafe poche?
    das könnte man sich Denken, aber dazu gibt es scheinbar Voraussetzungen, die nicht jeder erfüllen kann:
    - das Vorhandensein von Denkmasse
    - und den Willen, dies auch zu gebrauchen
    scheint leider nicht immer gegeben zu sein (siehe den Spruch"Ich bin Beamter, ich darf nichts annehmen, nicht mal Vernunft
    Der Auslöser besagter Problematik war zweifelsohne der TO selbst. Hätte er sich rechtzeitig um ein definitiv gültiges Ticket gekümmert, so hätte er sich den Disput vom Start weg sparen können..
    was verhilft Dir zu der Zuversicht, daß das Bahnpersonal ausserhalb des Zugs hier mehr oder besseres Wissen hat als der, der das kontrollieren soll selbst?
    oft ist es so, daß der Ticketverkäufer (sind ja oft genug auf kleinen Bahnhöfen in Zeitungskiosks etc. untergebracht) auch hauptsächlich von was anderem lebt (Zeitungsverkauf) und das nur zusätzlich anbietet

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    #72
    Zitat Zitat von ChiemgauQtreiber Beitrag anzeigen
    ich bleib dabei, wenn sich selbst die täglich mit der Materie betrauten (hier der Schaffner) nicht damit auskennen, dann kann man m.E. das nicht von einem "Gelegenheitsnutzer" (der ja nicht jeden Tag mit der Bahn fährt) erwarten - da ist ein Fehler im Systemdas könnte man sich Denken, aber dazu gibt es scheinbar Voraussetzungen, die nicht jeder erfüllen kann:
    - das Vorhandensein von Denkmasse
    - und den Willen, dies auch zu gebrauchen
    scheint leider nicht immer gegeben zu sein (siehe den Spruch"Ich bin Beamter, ich darf nichts annehmen, nicht mal Vernunft

    was verhilft Dir zu der Zuversicht, daß das Bahnpersonal ausserhalb des Zugs hier mehr oder besseres Wissen hat als der, der das kontrollieren soll selbst?
    oft ist es so, daß der Ticketverkäufer (sind ja oft genug auf kleinen Bahnhöfen in Zeitungskiosks etc. untergebracht) auch hauptsächlich von was anderem lebt (Zeitungsverkauf) und das nur zusätzlich anbietet
    Ich sehe gerade dass ich bei deinem zitierten Posting selbst einen Fehler gemacht habe, und zwar beim schreiben. Ich war unschlüssig ob ich "(der TO) hüpft in einen der letzten Züge" oder "(er) hüpft in den letzten Zug" schreiben soll. Herausgekommen ist ein Mischmasch aus beiden Varianten.
    Eigentlich ein klasse Beispiel, denn jeder ist fehlbar - und sei der Fehler noch so nichtig.
    Was hätte es also für eine Rolle gespielt wenn der Schaffner Gnade vor Recht ergehen, den (erhöhten) Fahrpreis nachzahlen und die Sache dabei bewenden lässt? Nicht viel, denn die Welt hat echt andere Probleme. Im Grunde war es bloße Korinthenka.ckerei. Jeder der beiden hat einen Fehler gemacht, nur jeder war sich zu gut dafür ihn zuzugeben.


    Wenn bei der Bahn nicht gerade gestreikt wird, kommt der gebuchte Zug nahezu garantiert zu spät oder fällt komplett aus. Kein Grund also sich selbst zu ernst zu nehmen.

    Ein Problem gibt für mich den Ausschlag: Ein Schaffner wird dafür bezahlt professionell vorzugehen, es ist sein verdammter Job, für eben jenen er angestellt wurde. Genau das sollte ihn vom 0815-Fahrgast abheben. Er sollte auch die nächste Haltestelle aus dem Effeff wissen ohne lange darüber nachdenken zu müssen. Er hat es tagtäglich mit realen Menschen zu tun und sollte tunlichst fähig sein auf sie einzugehen, ansonsten kann er im Mc Do hinter der Theke Pattys braten oder bei VW schrottige Abgasanlagen zusammen nageln, so läuft er wenigstens nicht Gefahr anderen Mitmenschen hochgradig auf die Nerven zu gehen. Jeder soll das tun was er am besten kann - alles andere schürt nur Unmut. Genau das scheinen aber manche gar nicht realisieren zu wollen.

    Besonders wir Deutsche haben so einige Luxusprobleme, dessen bin ich mir sehr wohl bewusst. Wenn wir jedoch mit gewissen Standards glänzen wollen um uns damit vom vom Rest der Welt abzuheben, dann genügt es eben nicht entsprechende Hochglanzprospekte zu drucken oder im TV reisserische Spots auszustrahlen um damit der Kundschaft das Blaue vom Himmel herab zu lügen, sondern müssen die versprochene Leistung auch erbringen, eher mehr, denn sonst machen wir uns unglaubwürdig.

    Der TO hat etwas falsch gemacht, so viel ist sicher, er hat es nur nicht zu 100% zugegeben. Auch nicht vor dem Schaffner. Was aber wiederum veranlasst diesen ein unprofessionelles Vorgehen an den Tag zu legen? Nichts.
    Ich bleibe dabei: Die Reaktion war unangebracht, insbesondere weil er augenscheinlich genug Zeit hatte um die Sachlage gedanklich durchzugehen und entsprechend zu reagieren.
    Ich will mit solchen Firmen und derlei Vorgehensweisen möglichst wenig zu tun haben, deswegen meide ich u.a. die Bahn. Dabei ist es mir auch völlig egal ob es sich um einen "bedauerlichen Einzelfall handelt" oder es gängige Praxis ist.
    Vielleicht bin ich zu wenig "geldig" oder schlicht zu arm - meine Kohle bekommt auf jeden Fall nicht jeder x-beliebig Dahergelaufene, erst recht nicht wenn er pampig, hochgradig unflexibel oder gar arrogant auftritt.
    Vom Zugbegleiter in Uniform erwarte ich ein anderes Vorgehen als von der Zeitungsverkäuferin im Bahnhofskiosk. Ich denke das ist auch rechtens so. Auf "Wischiwaschi" und "Ich habe es mir halt anders überlegt!" Aussagen habe ich keine Lust. Ich hätte das Problem trotzdem aller Wahrscheinlichkeit noch vor Ort geklärt. Warum es der TO nicht geschafft hat, entzieht sich leider meiner Kenntnis, dafür war der Input auch zu gering. Ich persönlich bin aber auch noch nie mit Polizeibeamten zusammengerauscht obwohl die eine oder andere Situation durchaus erklärungsbedürfig war. Vielleicht hat in dem Fall der Nasenfaktor den Ausschlag gegeben. Sei es drum.... Wer zu keinem Konsens bereit ist - warum auch immer - der sollte unangenehme Bekanntschaften vom Start weg meiden. Es gibt im Falle der Bahn sehr gute Alternativen, deswegen nutze ich die Dienstleitungen dieses Unternehmens selbst so wenig wie nur irgend möglich und rate das auch vielen anderen. Das Leben ist zu kurz um mit unflexiblen Mitarbeitern zu diskutieren, egal ob sie Recht haben oder nicht.

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    #73
    Warum so kompliziert?

    Wenn ich ein Ticket kaufe um von Berlin nach Leipzig zu fahren, und irgendwann später dann von Leipzig nach Halle, sagt mir mein gesunder Menschenverstand, daß ich dafür ein neues Ticket brauche. Da brauche ich weder einen Schaffner und es ist auch völlig unerheblich, ob da jemand ein Semester-Ticket hat oder sonstwas.

    Just my 2 Cents...

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    #74
    "....sagt mir mein gesunder Menschenverstand, ..."
    Was ist denn das, gibts dafür eine App für's Smartphone?

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    #75
    Auch wenn er Zeit gehabt hat:
    Warum soll er noch eine zweite Meinung einholen, wenn der erste sagt, dass es passt?
    Und wer sagt, das er am Schalter nicht die gleiche ErstAuskunft bekommen hätte
    Wieso soll das Schalterpersonal besser sein?
    Eigentlich MUSS der Schaffner eigentlich die beste Anlaufstelle sein, schließlich kontrolliert er das auch

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    #76
    Primär habe ich als Fahrgast dafür Sorge zu tragen bereits vor Fahrtantritt über ein gültiges Ticket zu verfügen.
    Genau das ist der Knackpunkt.
    Schließlich überreiche ich einem Polizisten bei einer Fahrzeugkontrolle auch nicht meine komplette Brieftasche mit der Aufforderung: "Suchen Sie sich selbst raus was Sie brauchen!" sondern übergebe ihm genau das wonach er fragt, z.B. Führerschein und Zulassungsbescheinigung. Alles andere stiftet nur Verwirrung und ist zudem höchst unhöflich, insbesondere dann wenn ich mir nicht sicher bin ob ich besagte Papiere überhaupt vorweisen kann.
    Überhebliches Verhalten macht es keinem leicht, erst recht nicht wenn der ursprüngliche Fehler an einem selbst liegt. Aus der Defensive heraus versuchen Forderungen zu stellen ist ziemlich dummdreist und erschwert eine diplomatische Problemlösung ungemein.

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    #77
    Zitat Zitat von vierventilboxer Beitrag anzeigen
    Primär habe ich als Fahrgast dafür Sorge zu tragen bereits vor Fahrtantritt über ein gültiges Ticket zu verfügen.
    Genau das ist der Knackpunkt.
    Ist das bei der deutschen Bahn wirklich so geregelt?

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    #78
    Wer es genau wissen will DB Beförderungsbedingungen, 166 Seiten, daß da keiner mehr durchblickt ist nicht verwunderlich. Unter 3.8, ja man kann im Zug eine Fahrkarte lösen, man muss sich sofort beim Zugführer melden und nicht auf die Kontrolle warten.

    http://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnin...015_m_aend.pdf

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    #79
    und ist nicht beim Betreten des Zugs noch "vor Fahrtantritt", er hätte dann ja noch nachlösen können, so habe ich die Ausführungen des TO verstanden, Vor Fahrtantritt heisst ja nicht "Am Schalter" - gibt ja auch an vielen Bhfen nicht mehr.

    Nach reichlich Bedenkzeit und genauem studieren der Tickets bejahte der Schaffner und bat uns, uns zu setzen. An der letzten Station vor Halle kam er dann wieder und bat mich um ein gültiges Ticket. Ich verwies ihn auf seine vorherige Aussage die er nun widerruf. Er forderte von mir 60€ Fahrpreisnacherhebung, ich verneinte.
    und wir können es drehen und Wenden,
    wenn ein System so kompliziert ist, daß sogar der Vertreter des Systems bzw. die Kontrollinstanz (die ja die Regeln am besten kennen muß, weil es ja nach den Regeln kontrolliert) nach reichlich Bedenkzeit die Gültigkeit bestätigt - was will ich da vom Benutzer mehr verlangen?
    da stimmt doch am System was nicht!

    und das es mit dem Ticketkauf am Schalter besser gewesen wär - warum soll er beim Kauf bzw. bei der vorlage des vorhandenen Ticketsammelsuriums am Schalter nicht die gleiche Auskunft erhalten haben?

    ist einfach ein unübersichtiges, oftmals zu spät kommendes, unfreundliches und unflexibles Unternehmen das mit einem teils undurchdringlichen "Tarifdschungel" ummantelt wird

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    #80
    Ja, laut Beförderungsrichtlinien ist es möglich auch erst im Zug ein Ticket zu kaufen, gegen Aufpreis natürlich.
    Es hat aber durchaus eine andere Qualität den Schaffner vor die Wahl zu stellen aus mehreren Bahnfahrkarten eine heraus zu picken welche zur Fahrt legitimiert oder konsequent zu sagen "Nein, ich habe kein Ticket, will deshalb eines kaufen." bzw. "Hier, bitteschön - meine gültige Karte."
    Je nach genauen Wortlaut - wir kennen ihn nicht weil wir nicht zugegen waren - besteht die Möglichkeit, evtl. sogar die reale Wahrscheinlichkeit, dass sich der Schaffner verschaukelt vorkam. War dem so, kann ich ihm eine patzige Reaktion überhaupt nicht verdenken.

    Das Spiel heißt "Bahn fahren", nicht "Rate mal mit Rosenthal".
    Entweder spiele ich es mit, sprich fahre mit der Bahn, dann muss ich mich ergo an deren Regeln halten. Oder tue es eben nicht, so muss ich mir eine andere Beförderungsoption suchen (Rad, Taxi, eigener PKW, usw.).

    Job des Schaffners ist die Kontrolle der Tickets, bei Aufforderung stellt er auch welche aus.
    Aufgabe des Fahrgastes ist, zu wissen ob man selbst über ein gültiges verfügt oder nicht. Diese Verantwortung trägt nur er.
    Von einem erwachsenen Menschen kann dies auch erwartet werden.

    Von Anfang an glasklare Verhältnisse zu schaffen lässt kaum Raum für Ärger zu. Überlasse ich dagegen dem Schaffner die Arbeit und setze mich desinteressiert in die Ecke, brauche ich mich nicht zu wundern wenn er meine Worte, Mimik und/oder Gestik ungünstig auslegt und mir damit Schwarzfahrerei unterstellt. Die Grenzen hierfür sind fließend.
    Übertrage ich die Eigenverantwortung auf andere, mache ich mich selbst zum potenziellen Opfer für Willkür und entsprechende Ungerechtigkeiten. Dieses Verhalten kann man vermehrt beobachten, warum weiß ich nicht, es zieht sich auf jeden Fall durch sämtliche Altersklassen. Für einen schwachen Charakterzug halte ich es definitiv, kann dem also nichts Positives abgewinnen.


 
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