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Bitumen !!

Erstellt von Lüdenscheider, 21.08.2011, 13:26 Uhr · 16 Antworten · 2.256 Aufrufe

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    Böse Bitumen !!

    #1
    Hallo Forumsteilnehmer.
    Am Sonntag, dem 14.08.11, war ich mit meinem Kumpel auf dem Nachhauseweg vom Motorradtreffen Twins only in Schlüchtern. Da wir ausreichend Zeit hatten, und mein Freund Frank mit Stollenreifen auf seiner Kawasaki unterwegs war, sind wir die kleinen Sträßchen ( die die soviel Spass machen ) gefahren. Da ich mir eine Woche zuvor ein Tom Tom Urban Rider zugelegt habe, war dies auch der richtige Anlass um es zu testen.
    In Hessen hatten wir schönes trockenes Wetter, dass sich aber dann ab Nordrhein Westfalen schlagartig änderte. Es fing an, durchgehend zu regnen. Wir ließen uns aber die Stimmung davon nicht verderben.
    In der Ortschaft Banfe in der Nähe von Bad Laasphe im Siegen Wittgensteiner Land sind wir von der L 718 abgebogen in den Lindenfelder Weg. An dessem Ende sind wir nach links abgebogen Richtung Lindenfeld, Heiligenborn ( K 19 ). An dieser Kreuzung sind wir stehen geblieben und haben uns davon überzeugt, dass sich kein Fahrzeug nähert.
    Nach dem abbiegen, versetzte plötzlich mein Hinterrad. Ich hatte soeben in den zweiten Gang geschaltet und meine GS fuhr ca. 30 bis 40 km/h. Ich habe das Motorrad für dieses Wetter sehr sachte beschleunigt. Die Reifen ( Metzler EXP ) sind ca. 2.500 km alt und den Reifendruck habe ich noch morgens kontrolliert. An Gepäck hatte ich ca. 50 kg dabei, Schulmäßig beladen ( das schwere möglichst in die mitte nach unten) und die Stoßdämpfer beide ein wenig " härter " eingestellt. Fahrverhalten war bis dahin absolut i. O. Wie ich das Hinterrad gerade eben wieder unter Kontrolle hatte, brach mir die Maschine übers Vorderrad aus. Das ganze Motorrad fühlte sich an als klappte es wie ein Schweizer Messer über rechts und links zusammen. Ich war nicht mehr in der Lage, die
    " Fahrt "richtung zu bestimmen und so landete die GS im Straßengraben vor einer Böschung und überschlug sich. Mich hat das Motorrad kurz vorher abgeworfen.
    Nach den üblichen Schrecksekunden habe ich mich aufgerappelt und außer meinem linken Fuß tat mir nichts weiter weh. Mit dem Fuß konnte ich noch auftreten und habe mit Unterstützung meines Freundes die GS an die Seite gezogen, da diese mitten auf der Straße lag.
    Natürlich wollte ich sofort wissen, warum das Motorrad ausgebrochen ist und ging ( humpelte ) die Strecke bis zur Abzweigung zurück. Direkt nach dem Abzweig ist eine kleine Steigung. Auf dieser Steigung habe ich großflächige Bitumenstellen entdeckt. Diese waren dermaßen rutschig, dass ich auf diesen fast ausgerutscht bin. Mein Freund Frank bestätigte mir : das ist hier wie auf Eis.


    An meiner GS ist die Vorderrad Steckachse am rechten Gabelholm rausgerissen, die Teleleververbindung zum rechten Gabelholm ist an der Verbindung zum Bremsschlauch komplett durchgebrochen, die rechte Bremsscheibe ist total verzogen, die linke Tankverkleidung ist auf 10 x 20 cm abgeschrappt, der linke Blinker ist komplett zerstört, der linke Variokoffer ist auch großflächig zerkratzt. Das sind die Motorradschäden auf den ersten Blick.

    Nach anschwellen meines linken Fußes, habe ich diesen am gleichen Abend röntgen lassen, ohne das ein Bruch festgestellt werden konnte. Nach 5 Tagen kann ich wieder vorsichtig auftreten, der Fuß ist immer noch sehr stark geschwollen und komplett verfärbt. Langsam geht die Schwellung aber wieder zurück. Der rechte Fuß und beide Schienbeine sind an einigen Stellen blau angelaufen.


    In den letzten Jahren, kommt es nach meiner Meinung, immer häufiger dazu, dass Straßen großflächig, teilweise auch komplett, mit einer Bitumenmischung eingesprüht werden. Meist erfolgt daraufhin eine Aufbringung von Splitt, der dann die nötige Griffigkeit der Fahrbahn herstellen soll. Nach einigen Tagen wird der überflüssige Splitt dann abgekehrt. Ich vermute das an der Stelle, an der ich verunglückt bin, der nötige Splitt nicht aufgetragen wurde. Die Straße ist in einem sehr schlechten Zustand. Neben größeren Schlaglöchern lassen sich auch lange Risse – Aufbrüche über mehrere Meter finden. Die oberste Teerschicht scheint nur 2 bis 3 cm dick auf die vorhandene Schicht aufgebracht zu sein. Dadurch das sich die langen Risse gebildet haben, gehe ich davon aus, das diese Schicht sich nicht mit der darunter liegenden verbunden hat. Ich bin auf diesem Gebiet kein Profi, sondern mache mir nur über das offensichtliche, meine Gedanken.
    Nach meinem Unfall haben wir die Polizei nicht verständigt, da an der Straße, direkt nach der Kreuzung, ein Schild Achtung Straßenschäden aufgestellt ist. Wie man ja des öfteren in der Presse nachlesen kann, hat die zuständige Straßenmeisterei dadurch ihre Schuldigkeit zur Unfallvermeidung genüge getan und ich bin halt selbst Schuld.


    Wie schon oben erwähnt, waren wir auf dem Twins only Treffen in Schlüchtern. Dort bin ich, nach absolvieren eines mehrstündigem (Sicherheits-) trainings mit ganz normalen Straßenreifen, auf der Cross Strecke gefahren ohne das meine GS oder ich Schaden genommen haben. Daher stellt sich bei mir der Frust bezüglich des Unfalls darauf ein, zwei Tage auf der Cross Strecke ohne Sturz,Umfaller, Umkipper oder ähnlichem und dann auf der Heimfahrt so was.


    Gefrustete Grüße
    Friedhelm
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  2. X-Moderator
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    #2
    tja..was soll man sagen...Bitumen gehört genauso verboten wie Leitplanken ohne Unterfahrschutz

    Bei Regen kannst sowieso nicht sofort den Bitumen ausmachen...ist mir auf der Dosenbahn aufgefallen wo man vor lauter Spray fast gar nichts sieht und quasi im Blindflug unterwegs ist.


    Hauptsache die Knochen sind heile geblieben...alles andere kann man ersetzen

  3. Registriert seit
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    #3
    Bitumen wird in D vermehrt als billigste Strassenreparatur eingesetzt. Wenn der Split weg ist, ist dieses Stelle mitnichten griffig.
    Der Begriff "schwarzes Eis" macht die Runde.

    Glückwunsch das dir nicht mehr passiert ist. Bei uns gab es letztes Jahr um die Ecke rum,wegen dieser Problematik, einen Toten.

    Wenn ich auf so einer Strasse unterwegs bin, die wie von schwarzen Spinnenfäden durchzogen ist, stellt sich bei mir im Kopf sofort ein Gefühl ein, wie wenn es regnen würde. Ich kann solche Stellen nicht locker abschwingen ... und würde es auch keinem empfehlen.

    Meistens greift die Fuhre ja nach 3-5 cm wieder ... meistens

    .... Strassenbauer und die, die zwar die Kohle zur Instandhaltung der Strassen einsacken, dann aber flickschustern.

    Gerade aus Sardinien zurück, könnte ich, ob dieses Themas, kotzen. Die haben bestimmt nicht mehr Kohle als wir ... wenn man aber sieht, mit welchem Aufwand eine Asphaltkolonne, mitten im Nichts, innerhalb von 1-2 Tagen, mit großem Gerät, die Teerdecke komplett erneuert und dann unsere Flickschusterrei sieht

  4. Registriert seit
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    #4
    Hallo Friedhelm. Ist super ärgerlich vor allem wenn Du weißt dass Du quasi machtlos dagegen warst. Trotzdem: Versuche Dich zu freuen, dass Dir nicht noch mehr passiert ist. Der Rest wird wieder gut!


    Zitat Zitat von Zebulon Beitrag anzeigen
    Gerade aus Sardinien zurück, könnte ich, ob dieses Themas, kotzen. Die haben bestimmt nicht mehr Kohle als wir ... wenn man aber sieht, mit welchem Aufwand eine Asphaltkolonne, mitten im Nichts, innerhalb von 1-2 Tagen, mit großem Gerät, die Teerdecke komplett erneuert und dann unsere Flickschusterrei sieht
    Volle Zustimmung! Das schöne daran ist, dass die auf Sardinien schon vor über 20 Jahren auf diese Art die Straßen gemacht haben. Die sperren eine Spur für 3-4 Tage auf 4 Kilometern, anschließend die andere Spur und nach knapp einer Woche fährt man auf einer piekfeinen Straße mit unglaublichem Grip. Da frage ich mich immer wieder, warum hier in D die Baustellen monatelang betrieben werden. Wahrscheinlich gibt es technische Gründe....... die ich nicht kenne......

  5. ArmerIrrer Gast

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    #5
    Zitat Zitat von Vatta Beitrag anzeigen
    Hallo Friedhelm. Ist super ärgerlich vor allem wenn Du weißt dass Du quasi machtlos dagegen warst. Trotzdem: Versuche Dich zu freuen, dass Dir nicht noch mehr passiert ist. Der Rest wird wieder gut!




    Volle Zustimmung! Das schöne daran ist, dass die auf Sardinien schon vor über 20 Jahren auf diese Art die Straßen gemacht haben. Die sperren eine Spur für 3-4 Tage auf 4 Kilometern, anschließend die andere Spur und nach knapp einer Woche fährt man auf einer piekfeinen Straße mit unglaublichem Grip. Da frage ich mich immer wieder, warum hier in D die Baustellen monatelang betrieben werden. Wahrscheinlich gibt es technische Gründe....... die ich nicht kenne......

    eher finanzielle, hat irgendwas mit Baustelleneinrichtung, Absicherung, Vorbereitung usw zu tun... Bis die ganze Paragraphen durch sind...




    Glück gehabt dass Dir nicht mehr passiert ist. Gute Besserung

  6. Registriert seit
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    #6
    Auf solchen Strecken ist mir auch immer nicht ganz wohl.
    Auch wenn es jetzt für dich schon zu spät ist, hilft es vielleicht trotzdem noch, diesen Bogen auszufüllen.
    http://www.bu-bitumen.de/bogen/bogen.htm

  7. Registriert seit
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    #7
    Moin,

    erst einmal herzliches Beileid und sei froh, dass nicht merh passiert ist. Bei uns in Richtung Bremen gibt es solche wunderbaren Streifen in Längsrichtung sogar auf der Autobahn, aber zum Glück darf man dort ja nur 120 km/h fahren Neulich bei Regen versetzte das Hinterrad ordentlich, da hat mein Schutzengel ordentlich gearbeitet.
    Mein Adrenalinspiegel nahm trotz des nassen Wetters ordentlich zu
    Da ich ab nächste Woche dort in der Gegend bin, habe ich schon mal geschaut, war das hier ??

    http://maps.google.de/maps?hl=de&ll=...4&z=14&vpsrc=6

  8. Registriert seit
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    #8
    Als erstes mal mein tiefes Bedauern an Friedhelm dass es zu so einem Sturz gekommen ist.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Wiederherstellung oder was immer Du planst.



    3,5 bis 4 Miliarden Euro würden für die Erhaltung des Straßen Netzes
    in Deutschland benötigt .

    Ausgegeben wird die Hälfte - also schieben wir jedes Jahr 2 Mrd. Euro ins nächste
    Jahr.

    Was die Straßen Sardiniens betrifft. Hier werden seitens der EU MRd. in die Insel
    "gepumpt" - u.a. auch für den Ausbau der Straßen.

    Blöderweise bauen die Sarden jetzt Schnell- und Umgehungsstraßen, so dass
    die kleinen und kurvenreichen Strecken vielfach überflüssig werden.

    Naja - bis es soooo schlimm wird wie in Deutschland - dauert es ja noch ein
    wenig.

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    #9
    Hallo Hans,
    genau diese Ecke war es. Bin 2 Tage vorher auch schon daher gefahren, allerdings in Gegenrichtung. Dabei ist mir nichts aufgefallen.
    Wenn man von unten kommt, sieht man den Bitumen nicht. Ich vermute das liegt an dieser kleinen Steigung.
    Auf jeden Fall wünsch ich Dir und allen anderen eine Unfallfreie Fahrt und wenn Du an dieser Stelle vorbei kommst, denk an mich.

    Hallo Doro
    danke für den Bogen, werde ich auf jeden Fall ausfüllen.

    Hallo an alle
    Vielen Dank für die Genesungswünsche.

    Viele Grüße
    Friedhelm

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    #10
    Das Bitumenzeugs ist mit ein Grund, warum ich bei Regenwetter nicht unbedingt scharf bin auf Motorradtouren.

    Denn dann hat man noch weniger als sonst schon in der Gashand, ob man heile ankommt oder nicht.


 
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