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Bitumen

Erstellt von BMW-Max, 29.05.2006, 14:12 Uhr · 5 Antworten · 1.067 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Bitumen

    #1
    Hallo GS - Gemeinde!

    Gestern war ich wieder einmal bei Regen ( teilweise wolkenbruchartig ) unterwegs.

    Bei diesen widrigen Strassenverhältnissen fiel mir auf, dass die Strassenerhalter zur Zeit ( oder auch schon länger ) in einen wahren Bitumenrausch verfallen sind.

    Es gibt fast keine Strassen mehr ( ausser solche mit Neubelag ), die nicht massenweise mit diesen extrem rutschigen Bitumenstreifen zur Ausbesserung von Rissen übersät sind.

    Habe dann mal angehalten und solche Streifen genauer untersucht.
    Dabei stellte ich fest, dass diese teilweise 5 mm ( geschätzt ) über die eigentliche Teerdecke ragen.

    Nun wunderte mich nicht mehr, warum auch auf gerader Strecke beim Überfahren dieser Bitumenstreifen Vorder - und Hinterreifen immer wieder in leichte Zuckungen verfallen sind.

    Für einen geübten Regenfahrer absolut kein Problem, was aber ist mit den Anfängern und sogenannten Sonntagsfahrern?

    Solche Stellen sind ein potentielles Unfallrisiko, in Kurven ist dies bei Trockenheit schon gefährlich, bei Nässe aber lebensgefährlich.

    Diese Beobachtungen habe ich im Großraum Ingolstadt - Regensburg ( auch B16 ) gemacht.

    Wie seht ihr diese Problematik in euren Landkreisen und was kann man dagegen unternehmen?

    Intervention beim zuständigen Landratsamt oder eventuell einen Musterprozess anstrengen?

    Hier wäre die Meinung von Fachleuten gefragt.

    Gruß aus Bayern

    MAX

  2. Chefe Gast

    Ausrufezeichen

    #2
    Hallo bmw-max,

    auch in der Bodenseeregion sind die (vor allem die Neben-)Strassen das reinste Flickwerk. Auf den typischen Ausflugsstrecken bei uns (Donautal, Hegaublick, Wasserburger Tal...) kommt es immer wieder vor, dass am Wochenende ungeübtere Fahrer, von Gewittern, oder Schauern überrascht, sich plötzlich im Gelände wiederfinden, zum Teil mit schweren Folgen - Grund: auf den geflickten Stellen ausgerutscht (in der Zeitung liest sich das meistens als "Motorradfahrer durch überhöhte Geschwindigkeit verunglückt"). Vor kurzem gab's im bayerischen Fernsehen mal eine Reportage über Motorradunfälle auf Bayerns Strassen. Dabei wurde (sogar durch Strassenbauämter bestätigt) festgestellt, dass sowohl Nässe, als auch große Hitze die Bitumengießkünste der Strassenbauer zur gefährlichen Falle für Zweiräder machen. Da gibt's irgendwo eine Strecke mit einer langen Geraden und anschliessender 100 (EINHUNDERT!) Grad Kurve. Natürlich hat es vor und in der Kurve durch die Belastung der bremsenden Autos am meisten Risse und die werden - kanz klar- am einfachsten durch Ausgiessen geflickt. Das zuständige Strassenbauamt hat in dem Beitrag zugesichert, diese Gefahrenstelle durch Abfräsen der geflickten und aufbringen einer neuen Nutzschicht zu entschärfen... irgend wann, wenn genug Geld da ist...
    Man sieht, das Problem ist bekannt, aber die Lobby der Biker nicht stark genug, um sich hier durch zu setzten (schliesslich sind die Motorradfahrer ja selbst verkehrsgefährdend unterwegs und aufgrund ihrer ständigen Raserei selber schuld...)

    Ein Ansatz wäre vielleicht, in den Fahrschulen gezielt auf die Wirkung unterschidlicher Strassenbeläge und ausgebesserte Stellen hin zu weisen, und evtl. sogar gezielt zu üben... (mehr Praxis zu vermitteln eben). De Facto hat sich sicher jeder von uns schon über die Anzahl der möglichen Oberflächengestaltungen auf z.B. Italiens Bergstrassen gewundert.

    Ob ein Vorgehen gegen die Behörden Erfolg haben wird, wage ich zu bezweifeln, man müsste schon in einem ganz speziellen (Un-)Fall nachweisen können, dass der Belag (zumindest mit-)schuld ist...

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Moin Max.

    Ein "Musterprozess" allein wird wohl keinen Erfolg haben. Es hilft nur ein Schreiben an die zuständige Behörde in dem auf die Gefahrenstelle hingewiesen wird, mit Angabe möglicher Folgen und (wichtig) der Bitte um schriftliche Stellungnahme. Das bringt die Behörde in Zugzwang. Sie muss einem solchen Hinweis nachgehen. Tut sie es nicht und es passiert etwas, kann sie zur Verantwortung gezogen werden. Leider muss erst etwas passieren. Handeln wird sie aber nur, wenn die Gefahrenstelle nicht den gängigen Vorschriften entspricht: Sie wird dann Schilder aufstellen (Schleudergefahr, Speedlimit, Sperrung o.ä.). Eine Fahrbahnerneuerung wird es finanziellen Gründen wohl kaum geben

    Der BVDM hat übrigens ein Meldeformular für Gefahrenstellen: http://www.bvdm.de/modules.php?name=...efahrenmeldung

  4. Registriert seit
    31.05.2006
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    Standard

    #4
    Zitat Zitat von Chefe
    ... man müsste schon in einem ganz speziellen (Un-)Fall nachweisen können, dass der Belag (zumindest mit-)schuld ist...
    Nicht mal das hilft, nach der derzeitigen Rechtsprechung.

    Wenn ich mich recht entsinne, gab es derartige Prozesse schon mit dem Ausgang, dass geurteilt wurde, der Motorradfahrer habe sich auf solche Situationen einzustellen. Er könne bekanntermaßen nicht durchgehend mit optimalen Fahrbahnbelag rechnen.

    Ganz von der Hand zu weisen ist diese Argumentation nicht.

    Grüße

    Jörg

  5. Registriert seit
    17.05.2006
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    342

    Daumen runter

    #5
    Hi,
    die Eltern eines zu Tode gekommenen Motorradfahrer sind durch die verfügbaren Instanzen gegangen und haben jede verloren. War immens teuer und die Sache eigentlich klar. Es war Flickschusterei von der gefährlichen Sorte seitens des Straßenbaus. Begründung der Richter war immer: "den Straßenverhältnissen unangepaßte Fahrweise". Schließlich würden ja auch tausende über die Stellen fahren, ohne sich wegzuschmeißen.
    Hat keinen Zweck! Auf der Strecke von Schuld nach Müsch (für die, die öfters mal zum Nürburgring fahren) gibt es was ganz Tolles: hier hat sich Jemand verewigt, der mit Bitumen in Großbuchstaben das Wort "HALLO" auf die Straße geteert hat. An anderen Stellen auf der selben Straße sind die Anfangsversuche ("HALLO" ist ja auch ein schwieriges Wort) zu sehen.
    Das treibt einem so'n bißchen die Galle hoch.
    War das nicht bei Stuttgart, diese BAB Abfahrt auf eine andere BAB, wo Polizei und Abschleppwagen bei Regen schon profilaktisch stehen, weil sich da alles bei Regen wegen der Schmierseifenoberfläche versemmelt, auch PKWs? Stand mal in einer Zeitung.
    So lange die öffentliche Mafia noch dran verdient vom Straßenbauer bis zum Richter, wird es so bleiben.
    Ärgerliche Grüße
    Gert

  6. Registriert seit
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    Standard

    #6
    Zitat Zitat von BMW-Max
    Nun wunderte mich nicht mehr, warum auch auf gerader Strecke beim Überfahren dieser Bitumenstreifen Vorder - und Hinterreifen immer wieder in leichte Zuckungen verfallen sind.
    MIr ist das hier in NRW so noch nie aufgefallen. Erst auf meiner Slowenien-Tour als ich durch Bayern gefahren bin, sind mir besonders viele dieser Streifen aufgefallen und auf der A93 hab ich genau dieses gleichzeitige Rutschen von Vorder- und Hinterrad bei bloßer Geradeausfahrt erlebt. Das ist schon gruselig... und ja, genau wie Du sagst: Ein totaler Anfänger hätte sich derartig erschreckt, er hätte wohl sofort gelegen. Nur fahren die oft nicht bei diesem Sauwetter.


 

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