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Damals wie heute.

Erstellt von Bante, 06.01.2009, 21:58 Uhr · 21 Antworten · 1.552 Aufrufe

  1. Registriert seit
    26.07.2008
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    566

    Standard Damals wie heute.

    #1
    Anbei ein Gedicht von Kurt Tucholsky aus dem Jahre 1930.

    Wenn die Börsenkurse fallen,
    regt sich Kummer fast bei allen,
    aber manche blühen auf:
    Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

    Keck verhökern diese Knaben
    Dinge, die sie gar nicht haben,
    treten selbst den Absturz los,
    den sie brauchen - echt famos!

    Leichter noch bei solchen Taten
    tun sie sich mit Derivaten:
    Wenn Papier den Wert frisiert,
    wird die Wirkung potenziert.

    Wenn in Folge Banken krachen,
    haben Sparer nichts zu lachen,
    und die Hypothek aufs Haus
    heißt, Bewohner müssen raus.

    Trifft's hingegen große Banken,
    kommt die ganze Welt ins Wanken -
    auch die Spekulantenbrut
    zittert jetzt um Hab und Gut!

    Soll man das System gefährden?
    Da muss eingeschritten werden:
    Der Gewinn, der bleibt privat,
    die Verluste kauft der Staat.

    Dazu braucht der Staat Kredite,
    und das bringt erneut Profite,
    hat man doch in jenem Land
    die Regierung in der Hand.

    Für die Zechen dieser Frechen
    hat der Kleine Mann zu blechen
    und - das ist das Feine ja -
    nicht nur in Amerika!

    Und wenn Kurse wieder steigen,
    fängt von vorne an der Reigen -
    ist halt Umverteilung pur,
    stets in eine Richtung nur.

    Aber sollten sich die Massen
    das mal nimmer bieten lassen,
    ist der Ausweg längst bedacht:
    Dann wird bißchen Krieg gemacht.


    Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in " Die Weltbühne "

  2. Registriert seit
    09.07.2008
    Beiträge
    5.056

    Standard

    #2
    Da sieht man mal, wie gute Worte immer aktuell bleiben, wenn's eigentlich auch schade ist

  3. Registriert seit
    23.12.2008
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    727

    Standard

    #3
    Also dem schließ ich mich an ... ist gar schon irgendwie unheimlich.

    Doch als zur Zeit Arbeitsloser, der eh so gut wie nichts mehr hat, ist der Schaden, den die "Großen" da verursachen dann auch nicht mehr so schlimm.

    Nur hoffe ich mal, dass sie mir mein Moped nicht nehmen.

  4. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #4
    Zitat Zitat von tuxbrother Beitrag anzeigen
    Also dem schließ ich mich an ... ist gar schon irgendwie unheimlich.

    Doch als zur Zeit Arbeitsloser, der eh so gut wie nichts mehr hat, ist der Schaden, den die "Großen" da verursachen dann auch nicht mehr so schlimm.

    Nur hoffe ich mal, dass sie mir mein Moped nicht nehmen.

    solange dein mobbed der einzige fahrbare Untersatz ist, wirst wohl behalten dürfen, musst ja schließlich zur Arbeit kommen wenn es wieder eine gibt für Dich *Daumen drück*

  5. Registriert seit
    27.08.2007
    Beiträge
    2.956

    Standard

    #5
    Hi,

    die Aktualität von Tucholski´s Gedicht ist schon beängstigend.....
    Toller Beitrag!
    Wollen wir alle hoffen, dass es diesmal nicht so heftig wird wie die Weltwirtschaftskrise in den 30igern.

  6. Registriert seit
    28.11.2008
    Beiträge
    630

    Standard

    #6
    Seit ihr sicher, daß Tucholsky dies in den 30er Jahren geschrieben hat ? Ich glaube nämlich, daß es damals noch gar keinen Handel mit Derivaten gab. Inhaltlich kann man dem Gedicht nur zustimmen.

    Gruß
    Andreas

  7. Registriert seit
    23.12.2008
    Beiträge
    727

    Standard

    #7
    Zitat Zitat von GStatten Beitrag anzeigen
    ...
    Wollen wir alle hoffen, dass es diesmal nicht so heftig wird wie die Weltwirtschaftskrise in den 30igern.
    Also wenn es wirklich wieder soweit kommt, dann hätte wir am Schluss wieder die Braunen an der Macht ... und das will ja wohl keiner mehr.

    Vor allem müssten wir als Motorradfahrer ja dann auf DKWs mit Beiwagen umsatteln, oder nicht?

  8. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #8
    Zitat Zitat von tuxbrother Beitrag anzeigen
    Also wenn es wirklich wieder soweit kommt, dann hätte wir am Schluss wieder die Braunen an der Macht ... und das will ja wohl keiner mehr.

    Vor allem müssten wir als Motorradfahrer ja dann auf DKWs mit Beiwagen umsatteln, oder nicht?

    also die braunen an der Macht will sicher keiner, aber ob wir nun umsatteln auf DKW mit Beiwagen ist doch Wurst, hauptsache Mobbed fahren, hätte den Vorteil dass man im Winter bei Glatteis net so schnell umkippen tut...

  9. Registriert seit
    23.12.2008
    Beiträge
    727

    Standard

    #9
    Zitat Zitat von ArmerIrrer Beitrag anzeigen
    ... aber ob wir nun umsatteln auf DKW mit Beiwagen ist doch Wurst, hauptsache Mobbed fahren, hätte den Vorteil dass man im Winter bei Glatteis net so schnell umkippen tut...
    Warum wundert mich diese Antwort nicht ... und dann noch von einem armen Irren
    Nun, deinem Namen nach würde es mich aber auch nicht wundern, wenn du durch den Winter mit einem Moped mit nur EINEM Rad fahren würdest - so durchweg auf dem Hinterrad.

  10. Registriert seit
    30.08.2007
    Beiträge
    13.983

    Standard

    #10
    Zum Ursprung des Gedichts habe ich Folgendes gefunden
    http://www.sudelblog.de/?p=378

    Weniger aktuell ist es ja deshalb trotzdem nicht.


 
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