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Dissertation zu Guttenberg

Erstellt von ArmerIrrer, 18.02.2011, 08:43 Uhr · 563 Antworten · 36.554 Aufrufe

  1. hbokel Gast

    Standard

    Zitat Zitat von ulixem Beitrag anzeigen
    die Leute scheinen echt ein Freizeitproblem zu haben
    Ich hoffe, dass diese Aussage ist nur ein verunglückter Witz.

    Mein Respekt gebührt jedenfalls den Wissenschaftlern, die ihren Ärger jetzt öffentlich zeigen. Bisher konnte der Eindruck entstehen, dass der Diebstahl geistigen Eigentums in Deutschland als Bagatelle betrachtet wird. In Wirklichkeit gefährdet solcher Diebstahl aber die Basis unserer Volkswirtschaft. Kopieren können andere nämlich billiger.



    Ohne die Respektierung geistigen Eigentums ist unsere Vorlkswirtschaft aufgeschmissen.

    Folgende Zitate (-> klick) zeigen, dass die deutschen Wissenschaftler inzwischen klar ihre Meinung sagen:

    • Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner, warnte vor einer Verharmlosung. «Wissenschaftler teilen ihre Ideen und Erkenntnisse, sie führen sie gemeinsam weiter, aber sie entwenden sie nicht», sagte er dem Berliner «Tagesspiegel» (Samstag).
    • Der frühere DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker sieht Guttenberg wissenschaftlich «für immer am Pranger», wie er dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» sagte.
    • «Ich würde einem Kandidaten nicht glauben, der in so einem Fall behauptet, dass es bloße Fahrlässigkeit war», sagte der Kölner Strafrechtsprofessor Thomas Weigend dem «Spiegel».
    • Der auf Streitfälle bei Examensarbeiten spezialisierte Rechtsanwalt Michael Hofferbert erklärte: «Kein Richter wird einem Kandidaten glauben, der über hundert Seiten seiner Doktorarbeit abschreibt und hinterher behauptet, er habe dies versehentlich getan.»
    • Der Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater, Oliver Lepsius, legte mit scharfer Kritik nach. «Der Minister leidet unter Realitätsverlust», sagte der Bayreuther Juraprofessor der «Süddeutschen Zeitung». «Wir sind einem Betrüger aufgesessen. Es ist eine Dreistigkeit ohnegleichen, wie er honorige Personen der Universität hintergangen hat.» Guttenberg habe «planmäßig und systematisch» wissenschaftliche Quellen zum Plagiat zusammengetragen und behaupte nicht zu wissen, was er tue. Lepsius ist Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle.

    Aber es gibt auch aufrechte und ehrliche Menschen, die dem Baron die Stange halten:

    • Rückhalt bekam der Verteidigungsminister von Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU). «Er ist ein ausgezeichneter Verteidigungsminister», sagte er der «Welt am Sonntag».
    • Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte dem Magazin «Focus», Guttenberg habe «noch eine lange, große Laufbahn» vor sich».

    Letztere Aussage kann auch doppeldeutig sein. Der Politiker Kasper strebt z.B. eine große Laufbahn in der Wirtschaft an, nachdem er seine politische Laufbahn wegen Abschreibens seiner Doktorarbeit beenden musste.

    Schau'n 'mer mal (wie der Bayer sagt).

    Gruß
    Heinz
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  2. hbokel Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Hans BHV Beitrag anzeigen
    hat sich denn eigentlich der Doktorvater selbst mal zu den Vorwürfen geäußert
    Ja, das hat er. In der FAZ (-> klick)
    Guttenbergs Doktorvater, der Verfassungsrechtler Peter Häberle, hat den Vorwurf des Plagiats dennoch zurückgewiesen: „Der Vorwurf ist absurd. Die Arbeit ist kein Plagiat. Sie wurde von mir in zahlreichen Beratungsgesprächen eingehend kontrolliert. Herr zu Guttenberg war einer meiner besten Seminaristen und Doktoranden.“
    Diese eklatante Fehleinschäzung könnte darauf beruhen, dass Prof. Häberle die Doktorabeit des Barons im Wesentlichen nach seiner Pensionierung im Jahr 2002 betreute (die Promotion erfolgte 2007). Laut Wikipedia (-> klick) ist Prof. Häberle ein hoch angesehener Wissenschaftler, aber nach einer Emeritierung dürften ihm nicht mehr alle Ressourcen der Uni zur Verfügung gestanden haben.

    Gruß
    Heinz

  3. Registriert seit
    30.04.2007
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    Standard

    Zitat Zitat von Hans BHV Beitrag anzeigen
    mal ne Frage ....
    ich habe jetzt hier nicht mehr alles gelesen, aber hat sich denn eigentlich der Doktorvater selbst mal zu den Vorwürfen geäußert ??
    Der O-Ton des Nachfolgers ist interessant: clicky

    "Mich würde, darf ich ehrlich sein, die Einschätzung eines Psychologen interessieren." (2:20)

  4. Baumbart Gast

    Standard

    Ohne die Respektierung geistigen Eigentums ist unsere Vorlkswirtschaft aufgeschmissen.
    Eine These über die man trefflicch strreiten kann. Ohne Nachbauer/Abschreiber/Kopierer gäb's keine Innovation, ein Grund warum der Stand der Ostzone auf der IAA immer etwas unterbesucht war.

  5. hbokel Gast

    Standard

    Zitat Zitat von peter-k Beitrag anzeigen
    "Mich würde, darf ich ehrlich sein, die Einschätzung eines Psychologen interessieren."
    Aber hallo! Ein Verteidigungsminister mit psychischen Defekten? Das geht gar nicht. Zitat Professor Lepsius: "Wenn er in diesem Fall nicht wusste, was er tut, weiß er es dann in anderen Fällen" (3:30)

    Wer den Baron jetzt noch stützt, der gerät selbst mit in den Strudel. Die Süddeutsche Zeitung zitiert aus einem Interview mit Jürgen Trittin (-> klick): "Dies wird jetzt zu einem Fall Merkel". In dem Interview weist Herr Trittin darauf hin, dass Frau Merkel einerseits den Betrüger Guttenberg stützt und gleichzeitig "in China mit großer Pose für das Recht auf das geistige Eigentum eintritt" (1:57)

    Gruß
    Heinz

  6. hbokel Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Baumbart Beitrag anzeigen
    Ohne Nachbauer/Abschreiber/Kopierer gäb's keine Innovation
    Wo hast Du den diesen - mit Verlaub - Schwachsinn aufgegabelt?

    Gruß
    Heinz

  7. TomTom-Biker Gast

    Standard

    Zitat Zitat von peter-k Beitrag anzeigen
    Der O-Ton des Nachfolgers ist interessant: clicky
    Wow, das war direkt und offen. Ich hätte das Handeln der Hochschule anders eingeschätzt.

    Also bleibt es spannend. Mal sehen, ob die Prüfungskommission genauso klare und eindeutige Worte findet. Das Ergebnis scheint ja wohl festzustehen, hätte sich ein Professor der Hochschule (man spricht miteinander) sonst so eindeutig ausgedrückt.

    Das wird ja nochmal richtig eng. Eigentlich müsste Guttenberg dann sein Amt niederlegen, wenn die Kanzlerin und seine Parteifreunde noch ernst genommen werden wollen. Auch das wird er mit seiner ihm gebührenden Art und der Umkehrung des Ursache-Wirkung-Prinzips meistern.

    Und es wäre auch interessant, wie die Bildzeitung dann ihren Kanzlerkandidaten fallen läßt. Und das muß sie, wenn sie sich nicht auch bei ihren Leserschicht lächerlich machen möchte. Der Rest lacht ja ohnehin schon über sie, Aber scheixx auf die Moral, solange die Auflagen stimmen.

    Ich weiß schon warum ich dieses Blatt finanziell nicht unterstütze. Warum wissen das nicht mehr?

    Gruß Thomas

  8. TomTom-Biker Gast

    Standard

    Zitat Zitat von hbokel Beitrag anzeigen
    Wo hast Du den diesen - mit Verlaub - Schwachsinn aufgegabelt?

    Gruß
    Heinz
    Hab ich auch erst gedacht. Aber er meint wohl damit, daß durch Kopien, die kopierten Unternehmen aufgefordert werden innovativ in neue Produkte zu investieren, um die Kopien dann doch wieder alt aussehen zu lassen. Also Innovation.

    Umkehrschluß: die Chinesen als Meister des Kopierens sind (derzeit) nicht innovativ. Stimm, das ist unser Vorteil.

    Im Fall Guttenberg oder sonstigen Plagiatoren geistigen Eigentums sieht das allerdings etwas anders aus. Als kopierter kann ich halt meine Meinung nicht zwangsweise ändern = weiter entwickeln nur weil ich kopiert wurde.

    Gruß Thomas

  9. hbokel Gast

    Standard

    Zitat Zitat von TomTom-Biker Beitrag anzeigen
    er meint wohl damit, daß durch Kopien, die kopierten Unternehmen aufgefordert werden innovativ in neue Produkte zu investieren
    Hallo Thomas,

    der Innovationsdruck kommt aber nicht wirklich durch Kopierer, sondern durch die Innovationsrate der Konkurrenten. Und da muss man sich anscheinend Sorgen machen. Der Professor aus Bayreuth erwähnte in dem BR-Interview, dass den jungen Studenten erstmal der Unterschied zwischen Kopieren (er nennt es "Patchwork") und eigener geistiger Leistung beigebracht werden muss. Die Pisa-Google-Generation kennt diesen Unterschied anscheinend nicht mehr. Wenn das der Fall sein sollte, steht diese Generation in direkter Konkurrenz zu den Nachahmern - und muss sich an deren Gehaltsvorstellungen orientieren. Das scheint nicht allen klar zu sein.

    Dieser Niedergang würde übrigens nicht nur einige Akademiker betreffen, sondern die gesamte Volkswirtschaft. Zitat aus einer Studie von A.T. Kearney (-> klick):
    "Ein chinesischer Industriearbeiter verdient weniger als 1 $ pro Arbeitsstunde, verglichen mit 15 – 30 $ Stundenlohn in den USA oder in Europa."

    In der Studie steht auch, dass die Stundenlöhne in China noch längere Zeit auf niedrigem Niveau bleiben werden:
    "In China leben 800 Millionen Menschen auf dem Land in einer Agrarwirtschaft, von denen ein Großteil in die Industriezentren abwandern will, vor allem zum Einsatz für minder qualifizierte Arbeiten. Aber auch in den höher qualifizierten Bereichen, wie in technischen Bereichen stehen immer mehr ausgebildete Arbeitskräfte zur Verfügung."
    Guttenberg, die BLÖD-Zeitung und deren Klientel sind sich anscheinend nicht im klaren darüber, was die Basis unseres Wohlstands ist. Sonst würden sie den Diebstahl geistigen Eigentums nicht als Lappalie abtun.

    Gruß
    Heinz
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  10. TomTom-Biker Gast

    Standard

    Hallo Heinz,

    ich weiß jetzt nicht so genau auf was Du eigentlich hinauswillst. Kein Mensch befürwortet hier Kopieren. Und kein Mensch bewundert die Chinesen. Oder habe ich da was überlesen?

    Ich selbst bin beeindruckt von der Offenheit mit der ein Bayreuther Professor Klartext redet. Und noch mehr, daß dies scheinbar auf Veranlassung des Bayerischen Fernsehens geschehen ist, der dieses Interview auch noch veröffentlicht oder sogar ausgestrahlt hat.

    Ich glaube auch nicht daß Guttenberg sich groß Gedanken über Folgen und Volkswirtschaft gemacht hat. Der wollte hier etwas erreichen wozu er scheinbar intelektuell überfordert war. Durch die Blume hat er ja auch sowas ähnliches zugegeben oder besser angedeutet. Gesagt hat er es natürlich anders. Wichtig war der Titel. Sowas schmückt und das paßt zur Außendarstellung. Den Dr-Titel hat ja mittlerweise scheinbar jeder Depp in der Politik. Manche sogar zwei. So kommt es einem mittlerweile vor. Also warum ein Freiherr nicht auch. Hochbegabte Leute oder Inflation bei Dr.-Titeln?

    Gruß Thomas


 
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