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Erdbeben in Japan

Erstellt von Kramer, 11.03.2011, 16:17 Uhr · 437 Antworten · 22.151 Aufrufe

  1. ArmerIrrer Gast

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    #61
    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen
    Mit Stahl und Beton sind sie so fähig wie wir (schaut euch mal die Bunkeranlagen bei uns an, und dann Tokyo'ter Hochhäuser)... von daher... thumbs up?

    Im Moment kann man nur weiter Daumen drücken, dass die unbewohnbare Region nicht zu gross wird. Noch "geht's" ja, aber es stehen ja noch fünf (in Worten fünf) Reaktoren aus, nachdem der erste jetzt immer noch instabil ist, äh,...

    das wird noch dauern. Ich mach das heute besser als gestern und seh zu das ich auf den Bock komme, machen kann ich so und so nix.
    ich darf erst nächsten Samstag wieder fahren, mpf...

    Und das mit dem unbesiedelten Gebiet und der Aussage "noch gehts ja" ist das so ne Sache, bei DER Bevölkerungsdichte ist das glaub schon ein Problem wenn da auf einmal hunderte Quadratkilometer nicht mehr bewohnbar sind, geschweige denn landwirtschaftlich genutzt werden können...

  2. LGW Gast

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    #62
    Naja, so gross ist die Bevölkerungsdichte in Japan gar nicht:

    Dabei ist die Bevölkerung innerhalb Japans extrem inhomogen verteilt: Die Bevölkerung ist auf die Küstenstreifen und großen Ebenen der Pazifikküste Honshūs konzentriert. Während die Bevölkerungsdichte im überwiegend ländlichen Hokkaidō unter 70 Einw./km² liegt, übersteigt sie in den städtischen Präfekturen Tokio, Kanagawa und Ōsaka 3500 Einw./km². In den vom Ministerium für Land, Infrastruktur und Transport bestimmten „Gebieten mit extrem hoher Bevölkerungsdichte“[2], die rund 3,3*% der Landesfläche ausmachten, lebten 2005 84 Millionen Menschen, also fast zwei Drittel der Bevölkerung.[3] Diese Zahl ist seit 1975 um über 20 Millionen gestiegen.
    Grosse Teile Japans, die Bergregionen, sind fast so unbewohnt wie die Sahara...

    Der Tsunami hat natürlich der Pazifikküste geschadet, und dort liegt ja nun eben auch Fukushima. Es wäre allerdings, na wie sagt man das jetzt... also die Region zu verlieren würde das Land verkraften. Wenn aber aus welchem Grund auch immer Tokio betroffen wäre, wäre dass das aus für ganze Generationen, wirtschaftlich und psychisch.

    Die Amerikaner waren damals ja so freundlich, nicht Osaka und Tokio auszulöschen - um noch jemanden zum Verhandeln zu haben. Und weil man so vom Festland so schön das Licht sehen konnte.

    Zum Glück sind ja einige Kilometer zwischen Fukushima und Tokio, aber nicht wirklich genug...

  3. Registriert seit
    20.01.2009
    Beiträge
    2.662

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    #63
    Schaut mal hier:

    http://www.abc.net.au/news/events/ja...eforeafter.htm

    Unfassbare Zerstörung.....

  4. LGW Gast

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    #64
    Ja... man kann mit Sicherheit erst am Montag genau sagen, welche Ortschaften samt Bewohnern quasi vom Meer verschluckt worden sind, und wo sich eventuell dank Frühwarnung noch einige Menschen retten konnten.

    Es gibt Berichte von einem Mann, der fünfzehn Meilen vor der Küste aufgelesen wurde!

    Zum Glück sind die Japaner so gut organisiert...

  5. Registriert seit
    26.07.2007
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    #65
    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen
    INES 4... na wenn's dabei bleibt, haben die Jungs mehr Glück als Verstand. Aber mit dem 5er-Rating (GAU) tun sie sich ja immer sehr schwer
    Schlimm, was passiert ist und mir (als fachkundigem Mitarbeiter eines KKWs) stellt sich die erstes die Frage, wie Notstomdiesel kollektiv versagen können und weshalb immer auf der Batteriezeit rumgeritten wird. Man kann keine Notkühlpumpe mit Batterien betreiben, da wohl auch in Japan 10 kV Motoren benötigt werden. In D dienen die Batterien zur Ansteuerung von Armaturen. Diesel werden 4 wöchentlich geprüft, wir sind nicht Sunami gefährdet, der, was man hört, die Probleme bei den Dieseln verursacht hat und nicht das Erdbeben. Es gibt H2 Abbaussystem, die die gesehene Explosion verhindern (Gott sei Dank anscheinend nur das Containment und nicht der RDB).In D gibt es nach den Dieseln immer noch diverse weitere Möglichkeiten, sich mit Strom zu versorgen (Stichwort Station black out). Selbst wenn das versagt, kann noch agiert werden.

    Bedenklich ist, das hier und in den Nachrichten mal wieder jeder Pseudoreporter wissenschaftliche Erklärungen abgibt, die Deutschen in Panik verfallen und Wasser kaufen, während die Profis, die an der Quelle sitzen, sich schwer tun, überhaupt belastbare Aussagen zu bekommen.

    Immer nur : hätte, könnte, es wird ... das ist absolut kontraproduktiv.

    Und ganz fatal ist es, sofort Ängste zu schüren, in dem man diesen Unfall mit Tschernobyl vergleicht. Schon alleine die inhärente Sicherheit eines Siedewasserreaktors lässt eine Explosion durch Leistung5exkursion, so wie damals in Russlan, dort auch noch von Hand gemacht, nicht zu.

  6. LGW Gast

    Standard

    #66
    Zu Batterien und Pumpen: laut dem was ich als nicht fachkundiger nichtmitarbeiter keines KKWs gelesen habe, werden die Pumpen in Japan mit Druck betrieben, weswegen zum Betrieb lediglich die Steuersysteme mit Strom versorgt werden müssen.

    Deutsche Kraftwerke sind da Medienberichten zufolge anders konstruiert, wie du ja auch sagst - ich schreib jetzt mal nicht weniger sicher

    Wenn du wissen willst warum die Notstromdiesel versagt haben, Folge mal dem Link zwei Posts früher. Da sind Luftbildaufnahmen im Vergleich vorher-nachher. Das Kraftwerk liegt am Wasser, und ich würde sagen 90% der Nicht-Reaktor-Anlagen wurden einfach weggespült... damit hat keiner gerechnet.

    Natürlich gibt's hier keine Tsunamis, aber womit hat hier keiner gerechnet? Wütende Ehefrau? Von Autonomen infiltriertes Softwareunternehmen? Die Liste ist so lang wie realistisch...!

    Und genau das ist das Problem bei dieser Technologie, man rechnet und denkt, sagt, 8,2 Richterskala muss es aushalten, oh, 8,9 damit hat ja keiner gerechnet, ach so und ein Tsunami, damit hat AUCH keiner gerechnet, aber wir sind sicher weil wir ja alles vorher genau berechnen, bis auf das unberechenbare, aber das ist halt so.

    Grässliche Logik.

    Bei JEDEM störfall war es etwas woran vorher keiner "gedacht" hat oder was "so nie hätte passieren dürfen" - dumm nur, dass die Technik dann immer gleich so großen Schaden anrichtet, und durchiterieren so viele menschliche Resourcen verbrät.

    Aber wir sind ja angewiesen auf 30% alternativlosen Atomstrom.

    (kann's nicht mehr hören)

    Das übrigens ein Fall wie Tchernobyl in einem Siedewasserreaktor nicht passieren kann ist im Prinzip natürlich völlig korrekt, aber man sieht auch, dass das Risiko für extreme Unfälle trotzdem immer noch gegeben ist.

    Und frag nachher mal die Menschen aus der Region, ob sie glücklich sind das es keine graphitexplosion geben konnte weil die sechs (SECHS!) Reaktoren so viel sicherere Reaktoren waren als die in Tchernobyl.

    hier vergleichst du ganz typisch und hoffentlich unbewusst selbst Äpfel mit Birnen - um im selben Atemzug den Kritiker vorzuwerfen, sie hätten keine Ahnung.

    Über die Auswirkungen und ob es nun so schlimm kommt wie anno 86, kann man sich aber tatsächlich nur Faktenbasiert in etwa einer Woche unterhalten, wenn unabhängig Untersuchungen zur Strahlenbelastung vorliegen.

    Zum Glück scheint das Containment noch zu halten, aber wer weiß was die anderen fünf Reaktoren noch so machen. Aufgrund der schwierigen Lage ist völlig unsicher, ob überhaupt irgendeins der Sicherheitssysteme und Fallbacks noch so funktioniert, wie man es erwartet, oder so lange, wie man es braucht.

    Ich drücke den Technikern vor Ort die Daumen, sie werden viel Glück brauchen - weiterhin.

  7. LGW Gast

    Standard

    #67
    Der erste kaum unter Kontrolle, folgt der dritte. Der zweite war auch noch ohne Kühlung...

    0948: Authorities say they think that there wasn't a meltdown at the no 3 reactor - as previously thought - only at the no 1 reactor. See an explainer of meltdown here. In any case, officials are insisting that there is no significant risk to human health at present.

    0944: Time for a recap. Attention is directed once more at the nuclear reactors at the Fukushima plant put at risk by Friday's earthquake. Authorities say attempts to cool the No 3 reactor there have failed, so there is a risk of an explosion. But they're hopeful that if there was a blast, the reactor would be protected by its casing, as they say the No 1 reactor was during an explosion on Saturday.
    Jetzt wird aber ganz noncharlant zugegeben, das im ersten wohl doch was geschmolzen ist. Ganz wichtig: die schlechte Nachricht IMMER in einer guten verstecken!

  8. JOQ
    Registriert seit
    27.04.2006
    Beiträge
    2.926

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    #68
    Hey Lars, setze dich mal auf den Bock und dreh mal ne Runde

  9. LGW Gast

    Standard

    #69
    Wollt ich ja, aber meine BSAZ wollte irgendwas wegen aufräumen, Wohnungssuche mithelfen, blaaaaaa... und das blöde ipAd ist immer dabei

    Bin erstmal weg Jungs, muss wirklich den Reaktor kühlen. Wat für'n schei$$, meine lieben...

  10. TomTom-Biker Gast

    Standard

    #70
    Zitat Zitat von Zebulon Beitrag anzeigen
    Schlimm, was passiert ist und mir (als fachkundigem Mitarbeiter eines KKWs) stellt sich die erstes die Frage, wie Notstomdiesel kollektiv versagen können und weshalb immer auf der Batteriezeit rumgeritten wird.
    Als einem "bißchem-Fachmann" hat sich mir ebenfalls die Frage gestellt, warum ein geordnetes Schwarzabfahren der Blöcke, d. h. Abfahren nach Ausfall generatorischen Erzeugung und der gesamten Fremdnetzversorgung, nicht möglich war. Und desweiteren warum bei allen drei Blöcken die Notstromer versagt haben und warum es nicht möglich war über mobile Ersatzstromanlagen ein gesichertes Abfahren zu ermöglichen. Letztere haben bei uns fast jedes kleinere bis mittlere EVU, auch wenn die selbst keine Kraftwerke betreiben.

    Da die Japaner ja wohl auch nicht blöd sind, muß es hierzu ja wohl einen Grund gegeben haben. Und da bin ich als Erklärung auf den Tsunami gekommen, der als Folge des Erbebens entstanden ist. Unterstelle ich, daß die Anlagen tatsächlich abgesoffen sind, ist es naheliegend, daß hier anschließend die Versorgung nicht wieder herstellt werden konnte. Selbst wenn man das ganze Wasser rauspumpen würde, müsste man anschließend die ganzen Anlagen reinigen, bevor man sie wieder in Betrieb nimmt, andernfalls kracht es gleich wieder.

    Unterstelle ich, daß dies so ist wie ich vermute, dann stellt sich für mich allerdings die Frage, wie man solche hochsensiblen Anlagen in einem so hoch gefährdeten Tsunami-Gebiet überhaupt errichten kann.

    Warten wir ab was tatsächlich die Gründe waren. Nur warne ich auch davor nun alles voreilig in einen Topf zu schmeißen, z. B. auch oder gerade im Zusammenhang mit Tschernobyl der ein ganz anderer Reaktortyp war, bei dem infolgedessen die Explosion tatsächlich zur Zerstörung des Reaktorkerns geführt hat und damit extrem hohe Radioaktivität freigesetzt wurde.

    Zur Thematik der Dimensionierungsgrenzwerte:
    Irgendetwas muß man zuhrunde legen. Und das sollte mit einem gewissen Sicherheitsabstand zum bisher geschehenen auch passen. Der größte zu erwartende Sturm, die größte Verkehrslast (z. B. Schneelast), die höchste Flut und das stärkste zu erwartende Erdbeben. Und dennoch werden immer wieder Ereignisse auftreten, die über dem bisher aufgetretenen liegen werden. Wo ist hier die Grenze anzusetzen, bei dem Dinge mit technisch und wirtschaftlich vertretbarem Aufwand realisiert werden können. Notfalls muß man von der Umsetzung Abstand nehmen. Im Nachhinein ist man halt immer schlauer.

    Sachliche und kritische Analyse des Geschehenen und die ggf. daraus resultierenden Maßnahmen sind nun gefragt und kein bloßer Aktionismus. Und schon gar kein ideologisch begründeter (weder von der einen noch von der anderen Seite). Sio gesehen finde ich die gestrige Aussage unserer Bundeskanzlerin zur kritischen Bewertung der Anlagen schon beachtlich. Gut, man kann natürlich auch sagen: "wie soll sie denn jetzt auch anders reagieren". Als Physikerin unterstelle ich ihr, zumindest in dieser Sache, sich selbst kritisch darüber Gedanken zu machen. Und ich glaube auch, daß dies nicht nur Lippenbekenntnisses waren.

    Gruß Thomas


 
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