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Erdbeben in Japan

Erstellt von Kramer, 11.03.2011, 16:17 Uhr · 437 Antworten · 22.094 Aufrufe

  1. Pouakai Gast

    Standard

    #71
    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen
    ...Und genau das ist das Problem bei dieser Technologie, man rechnet und denkt, sagt, 8,2 Richterskala muss es aushalten, oh, 8,9 damit hat ja keiner gerechnet,...
    Es wurde nur bis 8,2 gebaut, da es keine Technik gibt ein Atomkraftwerk sicherer zu bauen. Also es hat nicht irgendjemand gesagt, es gibt kein Erdbeben das so stark werden kann, sondern wir bauen die maximal möglich erdbebensicheren Reaktoren und da ist nach dem heutigen Stand eben bei 8,2 Schluss.

    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen
    Und frag nachher mal die Menschen aus der Region, ob sie glücklich sind das es keine graphitexplosion geben konnte weil die sechs (SECHS!) Reaktoren so viel sicherere Reaktoren waren als die in Tchernobyl.
    Fast richtig. Bei den japanischen Reaktoren kann es sehr wohl zu einer Explosion kommen aber diese wird vermutlich (vermutlich weil es noch keine praktische Erfahrung gibt ) nicht ganz so verherend sein als als die in Tchernobyl. In Tchernobil war das ganz große Pech, dass Graphit brennt und dann nachdem der Reaktorkern offen lag das brennende Graphit in einer Art Kamineffekt den ganzen radioaktiven Dreck mitgerissen hat und alles schön weiträumig verteilt hat.

    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen
    ... aber wer weiß was die anderen fünf Reaktoren noch so machen....
    Also die letzte Meldung war nicht gerade aufmunternd, Reaktor Nummer 3 scheint auch in den Prozess der Kernschmelze eingetreten zu sein und es wird von 6 Reaktoren berichtet die inzw. ohne Kühlung sind.
    Mal schauen was davon wahr ist...

  2. LGW Gast

    Standard

    #72
    Ja, gestern waren es eben noch fünf, nämlich Daiichi ("Groß 1" ) No 1+2 sowie Daini ("Groß 2" ) No. 1-3.

    Heute kam dann noch Daiichi No. 3 dazu, was insgesamt sechs macht. Der vierte Reaktor am Standort Daini soll nicht betroffen sein, und die anderen drei Reaktoren Standort Daiichi sind wohl schon vorher abgeschaltet worden.

    Die Medien kämpfen natürlich auch mit der Sprachbarriere, gerade die ganzen Bezeichnungen sind für nicht-japanophile natürlich schwer zu durchblicken.

    Bin ich gar nicht so schnell hintergekommen, weil ich die Namen gleich übersetzen konnte und deswegen schon Freitag schnell sortiert war... viele Ticker und Newsdienste haben viel länger gebraucht. Aber bei zwei Standorten mit für Anglophile "völlig nichtssagende Namen" mit jeweils sechs und vier Reaktoren, da muss man natürlich durcheinander kommen

    Anyway...

    Übrigens, Bonmot: dieses Kraftwerk hätte wegen Altersschwäche "dieser Tage" vom Netz gehen sollen.

    Ich bin ja gar nicht für eine komplette Abschaltung aller Deutschen Kraftwerke, aber könnte man BITTE BITTE endlich die schon lange abgeschriebenen und den aktuellen Sicherheitsvorschriften nicht mehr entsprechenden (würden nicht mehr neu genehmigt werden!!) Biblis, Krümmel und Brunsbüttel endlich mal vom Netz nehmen?

    Das würde mir schon weiterhelfen.

    Übrigens wohne ich Sichtweite AKW Lingen, das darf gerne erstmal noch weiterlaufen. Da scheiterten schon meine Proteste gegen den Bau, who cares - das ist wenigstens halbwegs auf dem Stand der Zeit.

    Aber wenn man von Risikominimierung spricht, dann kann man nicht im gleichen Atemzug von Laufzeitverlängerung sprechen. Das geht einfach nicht.

    Und der Ausfall an Kraftwerksleistung mit Rund 5500mW ist eigentlich recht überschaubar, baut 4000 Windräder...

    Dazu muss man bedenken, das im Jahr 2010 die Kraftwerke Brunsbüttel und Krümmel das ganze Jahr über ausser Betrieb waren (Trafoprobleme, IIRC), und Biblis A nur etwa ein viertel der Gesamtleistung produziert hat.

    Warum man an den Dingern hängen muss, ist für mich objektiv nicht nachvollziehbar. Weder Versorgungstechnisch noch ethisch.

  3. TomTom-Biker Gast

    Standard

    #73
    Soweit ich das richtig mitbekommen habe, handelt es sich bei der Explosion um eine Wasserstoffexplosion. Wasserstoff wird üblicherweise bei Großkraftwerken zur Generatorkühlung eingesetzt und hat mit dem Reaktor erst einmal nichts zu tun. Warum die Explosionsschäden allerdings beim Reaktorgebäude und nicht in der Maschinenhalle aufgetreten sind, ist mir allerdings unklar.

    Gruß Thomas

  4. Registriert seit
    26.07.2007
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    1.537

    Standard

    #74
    Wasserstoff entsteht im Kernkraftwerk durch Radiolyse und hat nix mit dem H2 zu tun, das zur Generatorkühlung eingesetzt wird. In dampfführenden Leitungen wird diese Problematik durch Temperaturmessungen permanent überwacht. Deshalb ist das Reaktorgebäude deutlich mehr H2 gefährdet als das Maschinenhaus.

  5. TomTom-Biker Gast

    Standard

    #75
    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen
    Ja, gestern waren es eben noch fünf, nämlich Daiichi ("Groß 1" ) No 1+2 sowie Daini ("Groß 2" ) No. 1-3.

    Heute kam dann noch Daiichi No. 3 dazu, was insgesamt sechs macht. Der vierte Reaktor am Standort Daini soll nicht betroffen sein, und die anderen drei Reaktoren Standort Daiichi sind wohl schon vorher abgeschaltet worden.

    Die Medien kämpfen natürlich auch mit der Sprachbarriere, gerade die ganzen Bezeichnungen sind für nicht-japanophile natürlich schwer zu durchblicken.

    Bin ich gar nicht so schnell hintergekommen, weil ich die Namen gleich übersetzen konnte und deswegen schon Freitag schnell sortiert war... viele Ticker und Newsdienste haben viel länger gebraucht. Aber bei zwei Standorten mit für Anglophile "völlig nichtssagende Namen" mit jeweils sechs und vier Reaktoren, da muss man natürlich durcheinander kommen

    Anyway...

    Übrigens, Bonmot: dieses Kraftwerk hätte wegen Altersschwäche "dieser Tage" vom Netz gehen sollen.

    Ich bin ja gar nicht für eine komplette Abschaltung aller Deutschen Kraftwerke, aber könnte man BITTE BITTE endlich die schon lange abgeschriebenen und den aktuellen Sicherheitsvorschriften nicht mehr entsprechenden (würden nicht mehr neu genehmigt werden!!) Biblis, Krümmel und Brunsbüttel endlich mal vom Netz nehmen?

    Das würde mir schon weiterhelfen.

    Übrigens wohne ich Sichtweite AKW Lingen, das darf gerne erstmal noch weiterlaufen. Da scheiterten schon meine Proteste gegen den Bau, who cares - das ist wenigstens halbwegs auf dem Stand der Zeit.

    Aber wenn man von Risikominimierung spricht, dann kann man nicht im gleichen Atemzug von Laufzeitverlängerung sprechen. Das geht einfach nicht.

    Und der Ausfall an Kraftwerksleistung mit Rund 5500mW ist eigentlich recht überschaubar, baut 4000 Windräder...

    Dazu muss man bedenken, das im Jahr 2010 die Kraftwerke Brunsbüttel und Krümmel das ganze Jahr über ausser Betrieb waren (Trafoprobleme, IIRC), und Biblis A nur etwa ein viertel der Gesamtleistung produziert hat.

    Warum man an den Dingern hängen muss, ist für mich objektiv nicht nachvollziehbar. Weder Versorgungstechnisch noch ethisch.
    Im Rahmen eines Manövers stand ich 1978 mit meinem Panzer vor dem Kernkraftwerk in Lingen und durfte es gegen den Feind aus dem Ostem bewachen. Allerdings war das Kraftwerk schon damals ein Jahr außer Betrieb und ist auch zwischenzeitlich nicht wieder in Betrieb genommen worden. Ganz im Gegenteil das Teil wird abgerissen.

    Du meinst vermutlich KKW Emsland. Das ist in Betrieb, hat aber nur ca. 1400 MW Leistung und nicht 5500 mW. Somit wären da sogar weniger WEA erforderlich.

    Nur leider läßt sich kein Winkraftäquivalent für Kernkraftwerke angeben, so gerne das auch gemacht wird und so schön das auch in die Argumentation paßt.

    Anyway, mit den regenerativen sind wir auf dem richtigen Weg und haben auch schon ein ganzes Stück erreicht (fast 20 %). Und in den nächsten Jahren wird auch noch eine ganze Latte neuer, großer Anlagen Offshore dazukommen. Ich hoffe bloß, daß die heißesten Befürworter für die Regenrativen, dann nicht auch die heißesten Gegner der notwendigen Hochspannungstrassen sind.

    Gruß Thomas

  6. Registriert seit
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    Standard

    #76
    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen

    Und der Ausfall an Kraftwerksleistung mit Rund 5500mW ist eigentlich recht überschaubar, baut 4000 Windräder...
    5500 Milliwatt?
    Und selbst wenn du Mega Watt meinen solltest, von Netztechnik und Versorgungssicherheit hast du nicht wirklich Ahnung. Es ist leider nicht damit getan , 5500 MW als Wind zu installieren, man muss auch dafür sorgen,dass diese Leistung der Industrie dauerhaft zur Verfügung steht. Macht Wind und Sonne aber nicht und deshalb muss die selbe Leistung nochmals in Kraftwerkstechnik ( oder zumindest fast die selbe ) vorgehalten werden, da man sie dummerweise nicht in Batterien puffern kann. Auch das Leitungsnetz ist somit maximal gestress. Ich kenne Zahlen vom kalten Winter, da könnte die nächste eingeschaltete Lichterkette einen unschönen Dominoeffekt auslösen.
    Strom istimmer und beliebig verfügbar. Könnte man meinen.

  7. TomTom-Biker Gast

    Standard

    #77
    Zitat Zitat von Zebulon Beitrag anzeigen
    Wasserstoff entsteht im Kernkraftwerk durch Radiolyse und hat nix mit dem H2 zu tun, das zur Generatorkühlung eingesetzt wird. In dampfführenden Leitungen wird diese Problematik durch Temperaturmessungen permanent überwacht. Deshalb ist das Reaktorgebäude deutlich mehr H2 gefährdet als das Maschinenhaus.
    Gut, auch was dazugelernt!

    Danke

    Gruß Thomas

  8. LGW Gast

    Standard

    #78
    Ja, der Wasserstoff entsteht wohl vor allem bei der Kernschmelze bzw. wenn ein Reaktor überhitzt. Ab ~2000°C oder so spaltet sich Wasser auf in H2 und O, und wenn das H2 sich dann irgendwo sammelt... das Glück bei Reaktor 1 war, dass durch Ventilation das H2 offenbar ausserhalb des eigentlichen Reaktorkerns innerhalb des äusseren Reaktor-Containments angesammelt wurde und dann dort ein reaktionsfähiges Luft/H2-Gemisch gebildet hat - kapuff.

    Dabei wurde offenbar der primäre Reaktorkern nicht oder nur minimal beschädigt - Glück muss man haben.

    Wenn ich andererseits jetzt die Bilder von der Küste sehe - wer weiss, wie viele Menschen sich durch die kurzfristige Warnung retten konnten. Die Verwüstungen durch den Tsunami sind so verheerend, das ich meine ursprüngliche Annahme, ein Reaktorunfall mit Radioaktivitätsaustritt würde die Situation deutlich verschlechtern, revidieren muss.

    Ganze Städte sind vom Erdboden verschwunden... die Opferzahlen müssen riesig sein.

    Ich kann mich nur wiederholen, ein Glück das Japan so gut organisiert ist. Hilfstrupps sind trotz der unfassbaren Zustände der Infrastruktur vielerorts bereits im Einsatzgebiet, und die internationale Hilfe ebenso.

    Daumen drücken für die Reaktoren. Eigentlich unglaublich was da jetzt an organisatorischer Leistung erbracht wird...

  9. Registriert seit
    26.07.2007
    Beiträge
    1.537

    Standard

    #79
    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen
    Daumen drücken für die Reaktoren. Eigentlich unglaublich was da jetzt an organisatorischer Leistung erbracht wird...
    Das kann ich nur bestätigen. Ich möchte nicht wirklich wissen was passiert, wenn im hochgelobten D eine Großkatastrophe abgearbeitet werden muss.

    Auch die Bilder vonTschernobyl gehen mir durch den Kopf. Obwohl phsikkalisch nicht vergleichbar: die Leuten standen auf dem Dach und haben den Reaktorkern von Hand in die Anlage zurück geschaufelt.
    Wer würde das bei uns machen ???

  10. LGW Gast

    Standard

    #80
    Eine Sache, die ich auch mal positiv bemerken will:

    Alle sind sofort vor Ort, Spezialistenteams aus allen Ländern, Flugzeugträger der USA, über Kosten wird nicht gesprochen, es geht um Hilfe. ISAR, THW, Air Force... ESA hilft aus mit Satellitenbildern...

    Das ist mal eine gute Form der Globalisierung.


 
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