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Es interessiert zwar eh niemanden...

Erstellt von beiker, 24.07.2013, 01:30 Uhr · 59 Antworten · 4.084 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #21
    @ Tiger



    Wessen Gerechtigkeitsempfinden es widerstrebt, Gesetze, Verordnungen und Anweisungen auszuführen, die zwar Sanktionen nach sich ziehen können (und hier setzt fast ausschließlich der Hilfeberechtigte (oder Kunde) den Anlass dafür), aber rechtstaatlichen Grundsätzen entsprechen, sollte sich schleunigst einen neuen Job suchen und sich nicht zur Rächerin der angeblich Geknechteten aufspielen und sich vor den Karren der Parteipolitik spannen lassen.

    Grüße
    Steffen

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    #22
    Ob sich nun diese Rächerin vor den Parteikarren spannen lässt.......eher glaube ich das sie sich da einreihen will.

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    #23
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    Man kann es Zivilcourage nennen, kann man aber auch Querulantentum nennen,.
    Das ist immer eine Frage des Betrachters. Ich kenne weder diese Frau näher (der gelinkte Artikel ist vom Nivau ja wenig aufschlussreich), noch habe ich Einsicht in die Arbeit der höheren Etage des zuständigen Bundesamts. Ob du Querulierst oder Zivilcourage zeigst, hängt dann immer vom Ausgang und vom Betrachter ab - Eddie Snowden oder Assange werden ja auch, je nach Betrachter, sehr unterschiedlich gewertet, und was die Geschichte in 30 Jahren sagt, muss man da auch erstnoch abwarten.

    Von dem was ich mitbekomme, geht in unseren Jobcentern sicher nicht alles glatt, sonst würden nicht Mitarbeiter attackiert etc. Die Situation ist sicher verbesserungsfähig. Ich möchte dort weder arbeiten, noch auf der anderen Seite sitzen und mir monatelang anhören das ich mit 49 Jahre nichts mehr werden kann in unserer schönen Republik. Sicher frustrierend ohne Ende, für beide Seiten.

    Die schärfe der Situation ist sicher auch sehr stark abhängig ist von dem lokalen Umfeld - mache Berliner Jobcenter haben sicher mehr zu leiden, wie die gleichen in München.

    Ich will die Frau nicht verteidigen, ich habe nicht genug Daten in die eine oder die andere Richtung zu gehen. Ich denke nur das meine Grundaussage über Zivilcourage erstmal stimmt. Es gehört Mut dazu sich gegen seinen Arbeitgeber zu stellen, etc. Das die dann eingespannt wird, ist klar - das gilt auch für die meisten anderen in ähnlicher Situation, du bist ja froh wenn du dann nicht alleine gegen die Windmühlen ziehst...

    Und, ich finde, wir sollten in diesem Land eine ganze Menge mehr Querulanten haben, das wäre sicher gut für unsere Demokratie. Dieses dauernde "ja, da kann man nix dran machen" ist doch wenig impulse gebend. Nicht das diese Frau ein paradebeispiel wäre, aber wenn das aufregendste was hier in der Politik passiert die Tatsache ist das Oma Merkel eine neue Frisur hat, oder Rössler endlich feste Nahrung essen darf, dann fehlt da was.

    Frank

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    #24
    Es ist gut und wichtig dass es solche Menschen gibt die den Mut finden die Methoden der Armutsverwaltung offen zu legen, hier liegt einiges im Argen. 1€-Job (in Österreich heisst das "SÖB" = Sozialökonomischer Betrieb) et al dienen nur dazu Jobs zwangsweise mit Personen zu besetzen die sonst für dieses lächerliche Gehalt niemand machen würde. Aber der gelernte Bürger spult fleissig die antrainierten Sprüche ab, von Sozialschmarotzern ist dann die Rede. Gut, gibt es, ganz sicher, aber der Grossteil will einen anständigen Job, von dem er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Und auch mal Urlaub machen kann. Und wie das alles läuft kann sich jemand er noch nicht in dieser Maschienrei aus Druck, Demütigung, Verlust an Würde und Rechten drinnen war gar nicht beurteilen.....

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    Man kann es Zivilcourage nennen, kann man aber auch Querulantentum nennen...

    Als "Querulant" werden auf den österreichischen Arbeitsämtern ganz offiziell jene bezeichnet die einen Job nicht annehmen weil sie etwa mit 55 und Bluthochdruck nicht auf ein Gerüst steigen wollen, oder nicht oben-ohne als Bardame arbeiten wollen, oder schlicht und einfach aufgrund der Verkehrsverbindungen nie und nimmer rechtzeitig den Arbeitsplatz erreichen weil sie aufgrund der Nebenwirkungen einer Chemotherapie kein Fahrzeug mehr lenken dürfen. Da gibt es dann Bezugssperre, und in einem der reichsten Länder der Welt wühlen plötzlich Leute in Mülltonnen, nachts natürlich vor Scham. Was macht eigentlich der Herr Hartz heute?

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    #25
    Zitat Zitat von QuickMick Beitrag anzeigen
    Es ist gut und wichtig dass es solche Menschen gibt die den Mut finden die Methoden der Armutsverwaltung offen zu legen, hier liegt einiges im Argen. 1€-Job (in Österreich heisst das "SÖB" = Sozialökonomischer Betrieb) et al dienen nur dazu Jobs zwangsweise mit Personen zu besetzen die sonst für dieses lächerliche Gehalt niemand machen würde..
    Das zeigt, dass du wenig bis keine Ahnung hast. Erstens sind die 1,50€ pro geleisteter Stunde natürlich zusätzlich zum Alg II und mehr als 60 Stunden monatlich dürfen es auch in der Regel nicht sein und zweitens müssen diese Tätigkeiten gemeinnützig und zusätzlich sein und da haben in Berlin Handwerkskammern und Gewerkschaften scharf drauf geachtet. Da ging es nicht mal, dass mit solchen Kräften Rathausflure gestrichen werden, weil das ja Arbeiten sind, die eine reguläre Malerfirma machen kann.

    Grüße
    Steffen

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    #26
    Zitat Zitat von QuickMick Beitrag anzeigen
    Aber der gelernte Bürger spult fleissig die antrainierten Sprüche ab, von Sozialschmarotzern ist dann die Rede. Gut, gibt es, ganz sicher, aber der Grossteil will einen anständigen Job, von dem er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Und auch mal Urlaub machen kann. Und wie das alles läuft kann sich jemand er noch nicht in dieser Maschinerie aus Druck, Demütigung, Verlust an Würde und Rechten drinnen war gar nicht beurteilen.....
    niemand hat hier von Sozialschmarotzern gesprochen, hier werden Meinungen kund getan und vertreten und das auf erfreulich hohem Niveau.
    Was die Gepflogenheiten in Jobcentern betrifft vertraue ich meiner Schwester mehr, die mir sagt, dass mehr als die Hälfte verzweifelt versucht einer Arbeit aus dem Weg zu gehen, weil sie mit der Stütze gut klarkommen (nebenbei bischen jobben) und jegliche Auflage des Center als Schikane empfinden.
    Ein weiterer Großteil der Empfänger verfügt nicht über die Bildung oder Ausbildung einen adäquaten Job vermittelt zu bekommen, die wurden irgendwann (selbst verschuldet oder nicht) abghängt. das ist extrem schade und hier wird versucht über Weiterbildung anzusetzen

    Die spezielle Jobcentermitarbeiterin weigert sich bestimmte Sanktionen zu verhängen, weil sie diese für nicht gerechtfertigt hält. Die Frage darf erlaubt sein, was diese Frau persönlich dazu qualifiziert so etwas zu beurteilen und eigenmächtig ihre Arbeit zu vernachlässigen? Wenn sie damit nicht klar kommt, muß sie die Stelle wechseln.
    Es mag schon sein, dass man bei allem was der Staat tut ein Auge drauf haben sollte, das ist unser aller gutes Recht, aber eigenmächtig, von Rechtsvorschriften abzuweichen und seine Arbeit nicht zu verrichten, kann ja wohl nicht ernsthaft generell empfohlen werden.

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    #27
    Zitat Zitat von Zörnie Beitrag anzeigen
    Das zeigt, dass du wenig bis keine Ahnung hast. Erstens sind die 1,50€ pro geleisteter Stunde natürlich zusätzlich zum Alg II und mehr als 60 Stunden monatlich dürfen es auch in der Regel nicht sein und zweitens müssen diese Tätigkeiten gemeinnützig und zusätzlich sein und da haben in Berlin Handwerkskammern und Gewerkschaften scharf drauf geachtet. Da ging es nicht mal, dass mit solchen Kräften Rathausflure gestrichen werden, weil das ja Arbeiten sind, die eine reguläre Malerfirma machen kann.
    Steffen


    1. die Jobs heissen nun mal "1€ Jobs" egal wie hoch der Stundenlohn tatsächlich ist.
    2. die 380€ plus -von mir aus- 2,50€ mal 60 Stunden neidest du auch noch jemanden? Was bist du doch für ein armes Würschtl.
    3. was "gemeinnützig" ist bleibt Definitionssache, jedenfalls gibt es Arbeiten die keine Firma machen wird weil zu wenig Geld rausspringt, und dafür gibts ja jetzt jene die man -ach wie toll- wieder in den Arbeitsmarkt eingliedern will (vorher hat man sie rausgeschmissen).
    4. mit einer netten Bezugssperre krieg ich alle klein diese Jobs zu machen. Und genau das tut die Arbeitsmarktverwaltung immer öfter.

    In Österreich darfst du dann gerne in einem SÖB arbeiten, lustigerweise gehören einige dieser Firmen die in den Genuss sehr billiger Arbeitskräfte kommen Leuten die der Soziademokratischen Partei nahe stehen. Ein Schelm wer dabei böses denkt. Und nach dem SÖB wird aufgrund deines mehr als lächerlichen Verdienstes dort auch dein Arbeitslosenentgelt neu berechnet.....und schwuppdiwupp es geht weiter nach unten.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    niemand hat hier von Sozialschmarotzern gesprochen, hier werden Meinungen kund getan und vertreten und das auf erfreulich hohem Niveau.
    Was die Gepflogenheiten in Jobcentern betrifft vertraue ich meiner Schwester mehr, die mir sagt, dass mehr als die Hälfte verzweifelt versucht einer Arbeit aus dem Weg zu gehen, weil sie mit der Stütze gut klarkommen (nebenbei bischen jobben) und jegliche Auflage des Center als Schikane empfinden.
    Ein weiterer Großteil der Empfänger verfügt nicht über die Bildung oder Ausbildung einen adäquaten Job vermittelt zu bekommen, die wurden irgendwann (selbst verschuldet oder nicht) abghängt. das ist extrem schade und hier wird versucht über Weiterbildung anzusetzen

    Die spezielle Jobcentermitarbeiterin weigert sich bestimmte Sanktionen zu verhängen, weil sie diese für nicht gerechtfertigt hält. Die Frage darf erlaubt sein, was diese Frau persönlich dazu qualifiziert so etwas zu beurteilen und eigenmächtig ihre Arbeit zu vernachlässigen? Wenn sie damit nicht klar kommt, muß sie die Stelle wechseln.
    Es mag schon sein, dass man bei allem was der Staat tut ein Auge drauf haben sollte, das ist unser aller gutes Recht, aber eigenmächtig, von Rechtsvorschriften abzuweichen und seine Arbeit nicht zu verrichten, kann ja wohl nicht ernsthaft generell empfohlen werden.
    Also der Frau Hamann sprichst du die Qualifikation ab das täglich Geschehene zu beurteilen aber deiner Schwester traust du das natürlich zu?

    Was die Bildung angeht ist die für Niedriglohnjobs irrelevant, ein Lagerarbeiter braucht einen Staplerschein und keinen Hochschulabschluss. Nur was tun mit den vielen Staplerfahrern? Nebstbei kenn ich doppelte Akademiker die jahrzehntelang Führungskraft waren und aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters gekündigt wurden, diesen Leuten kann man gerne mit Bildung kommen-zur Erheiterung.

    Das Problem heute ist ein ganz anderes- die Konzerne haben sich in der EU Regeln geschaffen die ihnen fette Gewinne bescheren, die Verluste werden sozialisiert, unter anderem durch ein Heer an Arbeitslosen. Wir brauchen schlichtweg nicht mehr so viele Menschen für Arbeit, das meiste wird sowieso schon in Asien produziert und vom gegenseitigen Zehennägel schneiden könne wir keinen Sozialstaat erhalten.

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    #28
    Zitat Zitat von QuickMick Beitrag anzeigen
    1. die Jobs heissen nun mal "1€ Jobs" egal wie hoch der Stundenlohn tatsächlich ist.
    2. die 380€ plus -von mir aus- 2,50€ mal 60 Stunden neidest du auch noch jemanden? Was bist du doch für ein armes Würschtl.
    3. was "gemeinnützig" ist bleibt Definitionssache, jedenfalls gibt es Arbeiten die keine Firma machen wird weil zu wenig Geld rausspringt, und dafür gibts ja jetzt jene die man -ach wie toll- wieder in den Arbeitsmarkt eingliedern will (vorher hat man sie rausgeschmissen).
    4. mit einer netten Bezugssperre krieg ich alle klein diese Jobs zu machen. Und genau das tut die Arbeitsmarktverwaltung immer öfter.
    1. Ja, aber 1€-Job klingt so herrlich nach verordneter Zwangsarbeit.
    2. Miete nicht vergessen. Da kommen viele Monatseinnahmen, die sie mit ihrer nicht vorhandenen Qualifikation, ihrer Faulheit oder sonstigen Hemmnissen sonst nirgends bekommen würden.
    3. Gemeinnützig und zusätzlich heißt in der Regel Hilfsarbeiten im sozialen Sektor (Seniorenbegleitung, gemeinnützige Werkstätten, Hilfe in Projekten) und wie schon geschrieben: hier in Berlin gibt es scharfe Augen darauf
    4. Und warum sollen Arbeitslose diese Tätigkeiten nicht machen, wenn sie durch den Steuerzahler alimentiert werden und die Gesetze und Vorschriften rechtens sind? Wo wir wieder beim (Berufs)Querulantentum wären.

    Grüße
    Steffen

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von QuickMick Beitrag anzeigen
    ein Heer an Arbeitslosen
    Welches Heer von Arbeitslosen? In weite Teilen Deutschands haben wir beinahe Vollbeschäftigung. Was wir aber auch oft zur Genüge haben, sind unqualifizierte, tatsächlich oder vermeintlich Arbeitsunfähige und arbeitsentwöhnte, die seit Jahrzehnten mit durchgefüttert werden.

    Grüße
    Steffen

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    #29
    Meinte doch eine junge Frau neulich ernsthaft, es wäre ja so furchtbar in Deutschland mit der ganzen Bürokratie nur um das bisschen Stütze zu bekommen, wir sind es leid und werden jetzt nach USA oder Australien auswandern.


  10. Registriert seit
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    #30
    Zitat Zitat von Macfak Beitrag anzeigen
    Meinte doch eine junge Frau neulich ernsthaft, es wäre ja so furchtbar in Deutschland mit der ganzen Bürokratie nur um das bisschen Stütze zu bekommen, wir sind es leid und werden jetzt nach USA oder Australien auswandern.
    Bürokratiefrei sind diese Länder weiß Gott auch nicht. Und dort müssen sie für ihren Lebensunterhalt tatsächlich arbeiten

    Grüße
    Steffen


 
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