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Gedanken zum Tag

Erstellt von WoSo, 22.12.2009, 12:02 Uhr · 11 Antworten · 1.147 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Gedanken zum Tag

    #1
    Gedanken zum Tag


    In einer Radiomeldung habe ich gehört, dass die durschnittlichen Krankentage von 12,4 % auf 13,6 % gestiegen und damit auf dem Stand vor 6 Jahren gelandet sind. Die durchschnittlichen Krankentage nehmen also wieder zu. Alarmierend aber fand ich die Meldung, dass bei den krank gemeldeten Personen auch eine erhebliche Steigerung im Management zu verzeichnen war und ein starker Anstieg der psychischen Krankeiten festgestellt werden musste.

    Eben lese ich, dass 45 % ALLER Arbeitnehmer zumindest hin und wieder samstags arbeiten müssen, wobei das keine Rückkehr zur 6-Tage-Woche sein soll sondern eine Verschiebung des Wochenturnus; die freien Tage fallen nicht mehr automatisch auf das Wochenende, sondern sie verteilen sich nach Anforderung der Arbeitgeber. Mehr als 26 % aller Beschäftigten arbeiten grundsätzlich auch an Sonntagen.

    Damit verliert das Wochenende seine Funktion und Bedeutung als gesellschaftliche Zeitinstitution.

    Problematisch an dieser Entwicklung, die zwar schleichend aber stetig vor sich geht, finde ich, dass damit auch ein allgemeiner Werteverfall einhergeht.

    Lebt man in den Großstädten ist es nahezu unvermeidbar dass in einer Familie beide Partner zum Lebensunterhalt beitragen ja sogar beitragen müssen; für einen alleine ist die Versorgung der Familie nahezu unmöglich.

    Folge dieser Entwicklung ist m.E. die Entwurzelung der Jugendlichen aus dem geordneten Familienverband. Immer mehr alleine gelassen bleibt den Kids nichts anderes als sich mehr schlecht als recht selbst im Großstadtdschungel zurecht zu finden. Die Werteordnung die dabei herrscht ist das Recht des stärkeren, Rücksichtnahme ein Fremdwort. Kein Wunder sind mit diesem Hintergrund Meldungen von Jugendlichen, die rücksichtslos und brutal in S-Bahnen Passanten überfallen und diese schwerst verletzen und sogar umbringen.

    Wenn sich nun der Familienverband, der ja eigentlich die Erziehung der Jugendlichen übernehmen sollte, derart auflöst, dass es zu keinen gemeinsamen Zeiten aller Familienmitglieder kommt, so werden sich die Familien über kurz oder lang ganz auflösen und die Erziehung noch mehr dem Zufall überlassen.

    Von unseren Politikern egal welcher Coleur, scheint hier kein Lösungsansatz zu kommen. Zum einen lebt diese Art von Bevölkerungsschicht schon derart weit abgehoben vom normalen Volk, dass es da keine Gemeinsamkeiten und daraus resultierendes Verständnis der Sorgen und Nöte mehr gibt und zum anderen verwalten die Poltiker in erster Linie das Finanzchaos, das sie als dürftige "Zauberlehrlinge" selbst herbeigeführt haben. Aber anders als in dem Goethe-Stück kann dabei kein Meister die Fehler des Lehrlings ausmerzen.

    Das mag jetzt etwas überzeichnet scheinen, und auf dem weiten Land sicher auch nicht so vehement durchschlagen wie in den Ballungszentren, aber die Tendenz ist da.

    So wie es in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Umorientierung in der Umweltpolitik gegeben hat, wer erinnert sich nicht - so schon im entsprechenden Alter - an die teils kindlich und unbeholfenen Anfänge der Grünen. Aber nach und nach ist daraus Gutes und Vernünftiges entstanden.

    Eine ähnliche Bewegung bedarf es in der Sozialpolitik wenn wir uns nicht in ein soziales Mittelalter zurück bewegen wollen. Es bleibt nur zu hoffen, dass es nicht wieder zu einer Bewegung kommt die eine Einzelperson hervorbringt, die die Massen begeistert und ein 1000-jähriges Reich anstrebt. Besser wäre es wenn tausende sich zusammenschliessen um die Einzelnen, die derzeit dei Wertmaßstäbe vorzugeben scheinen, auf den richtigen Weg zurückzuführen.

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    Standard

    #2
    Zitat Zitat von WoSo Beitrag anzeigen
    Alarmierend aber fand ich die Meldung, dass bei den krank gemeldeten Personen auch eine erhebliche Steigerung im Management zu verzeichnen war und ein starker Anstieg der psychischen Krankeiten festgestellt werden musste.
    Management und psych. Erkrankung gehört beinahe unteilbar zusammen. Die meisten Soziopathen landen früher oder später dort

    Ansonsten sind in den Gedanken zum Tag mal wieder ziemlich viele Gedankensprünge drin

    Grüße
    Steffen

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    Idee

    #3
    High Wolgang!
    Wenn man in verantwortlicher Position(FA) immer mehr "aufgehalst" bekommt,was eigentlich dann tatsächlich 2 Leute erfordern würde....-kann man schon mal krank werden...(da kommt dann permanenter Schlafentzug sowie Störung der Ausübung wichtiger Bedürfnisse<WC,Essen+Trinken,Pause,etc...>..)---Deshalb hab ich gezz ´ne neue Stelle...mit anderen Prob´s...
    MfG Mattin

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    Standard

    #4
    Zitat Zitat von Komagleiter Beitrag anzeigen
    ...
    Deshalb hab ich gezz ´ne neue Stelle...mit anderen Prob´s...
    ...
    Hallo Martin,

    ich hoffe du hast gut abgewogen und dich für das lebenswertere entschieden
    good luck

  5. Registriert seit
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    Daumen hoch

    #5
    Zitat Zitat von WoSo Beitrag anzeigen
    Hallo Martin,

    ich hoffe du hast gut abgewogen und dich für das lebenswertere entschieden
    good luck
    Tja, wie immer im Leben,kann man nich alles haben...-abba datt vegetative is wieder so,wie vor 10J.....-verglichen mit dem Endzustand nach alter Stelle.....

  6. Registriert seit
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    Standard

    #6
    Ja wie, dann hast es doch richtig gemacht, grats

  7. Registriert seit
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    Daumen hoch

    #7
    Bei mir endete das 2007 mit 6 Wochen Krankenhaus , bei 60kg Körpergewicht und 1,87 m
    Diagnose : Burn out und Morbus Crohn.

    Ttrotzdem immer noch im gleichen Job !

    Aber , beim Q-Fahren gehts mir gut und das ist die Hauptsache.
    Da wird der Kopf richtig frei ......
    Gruß
    Torsten

  8. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #8
    Zitat Zitat von WoSo Beitrag anzeigen
    Damit verliert das Wochenende seine Funktion und Bedeutung als gesellschaftliche Zeitinstitution.

    Problematisch an dieser Entwicklung, die zwar schleichend aber stetig vor sich geht, finde ich, dass damit auch ein allgemeiner Werteverfall einhergeht.

    also das mit dem Werteverlust kann man sehen wie man will, ich finde die "Werte" wurden in Deutschland schon lange genug hochgehalten, und wenn das WE wirklich wegfallen sollte, dann sind wir letztendlich auch nur so weit wie sie auf der ganzen Welt schon sind, das regelt sich alles von alleine, je öfter Vater Staat meint eingreifen zu müssen umso verkorkster wird das ganze und es gehen Milliarden den Bach runter, wnen ich nur dran denke wie lange man 10Mio Arbeitslose mit 100Mrd Euro hätte aushalten können die man aber dann lieber in so ne Bank pumpt... tststs...

  9. LGW Gast

    Standard

    #9
    Die Leute fallen zur Zeit reihenweise wegen "Burn Out" um. Die Frage ist, hat man das früher einfach ignoriert, über psychische Probleme (das ist es im wesentlichen) einfach nur nicht so offen gesprochen, wurde es statistisch anders erfasst, oder hat sich etwas verändert?

    Die Anforderungen haben sich bestimmt verändert. Uns wird vorgegaukelt, das wir wegen der Globalisierung, wegen dem Wettbewerb, eigentlich ÜBERHAUPT zum Überleben quasi 8 Tage die Woche 25 Stunden arbeiten MÜSSTEN, sonst kommt der Chinese.

    Ein Tipp: fahrt mal mit offenen Augen zum Beispiel nach Dänemark, redet mit den Menschen, erlebt wie es dort zugeht. Nicht unbedingt in Kopenhagen, vielleicht.

    Und dann schaut euch das Sozialsystem an, die Eigenfinanzierung des Staates, und den Lebensstandard.

    Und fragt euch, ob das nicht "reichen" würde. Ich hab' schon übers Auswandern nachgedacht, obwohl ich dann auch denke, vielleicht besser hier was verändern?

    Ich arbeite jetzt nur noch knappe 100 Stunden im Monat und Danke dem Schicksal oder sonstwem dafür, dass ich das so machen kann - was pures Glück ist, in dieser Zeit - zumindest können sich viele die mehr arbeiten keine F650 in die Garage stellen. Seitdem geht's mir wieder gut. Aber diese Chance haben vielleicht 10% der deutschen Bevölkerung...

    Lustiges Zitate-Raten: "... dieses Land ist es nicht!"



    Ach, komm, weil's so schön ist.

    "Der Traum ist ein Traum,
    zu dieser Zeit
    aber nicht mehr lange,
    mach' dich bereit
    für den Kampf ums Paradies

    Wir haben nichts zu verlieren
    ausser uns'rer Angst
    es ist uns're Zukunft,
    es ist unser Land
    gib' mir deine Liebe,
    gib' mir deine Hand

    Der Traum ist aus
    Der Traum ist aus
    ... aber ich werde alles geben
    das er Wirklichkeit wird!"


    Wir steuern im Moment mit großen Schritten auf das Ende der Stabilität zu. Hoffen wir mal, das sich das ganze dann zum besseren Verändert. Wie sagt man so schön: "Stillstand ist Rückgang"

  10. Registriert seit
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    Standard

    #10
    Zitat Zitat von ArmerIrrer Beitrag anzeigen
    ...
    je öfter Vater Staat meint eingreifen zu müssen
    ...
    Hi Ecki,

    es geht doch gar nicht darum, dass der Staat eingreifen soll oder muss

    Das Problem lässt sich nur von jedem für sich selbst lösen;
    es ist auch nicht so, dass ich da ein allgemeingültiges Rezept hätte, es kann aber doch nicht sein, dass einer nach dem anderen die Grätsche macht, solange genug arbeitshungeriges Menschenmaterial zur Verfügung steht die entstehenden Lücken zu füllen.

    Wenn ein einzelner sich verweigert ist das wenig effektiv, sind es viele sieht das anders aus.

    Allerdings muss sich da bei uns allen etwas im Kopf ändern

    Sicher ist der Druck der Beschäftigungsindustrie auf die Beschäftigten derart groß, dass es wohl dazu kommt, dass Samstag und Sonntag zu normalen Arbeitstagen werden

    Was man dann m.E. für sich versuchen sollte ist in seinem eigenen Bereich ein Mindestmaß an Familie behalten zu können. Warum sonst sollte ich es ansonsten für erstrebenswert halten Frau und Kind(er), Familie zu haben.

    Letztlich reicht es dann nur aus für sich selbst sorgen zu können um sich jeden Morgen durch das Tor ins Arbeitslager zu quälen und von Lautsprechern mit "Guten Morgen Arbeitsvieh" begrüsst zu werden.


 
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