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Grass Gedicht

Erstellt von Di@k, 05.04.2012, 14:55 Uhr · 591 Antworten · 25.172 Aufrufe

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    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    Hallo...



    Was mich schon sehr lange nervt, ist das man in Deutschland...unabhängig von diesem Thema...bei fast allen Themen und Aussagen die sich mit dem Israelischen Staat kritisch auseinandersetzen, in die rechte Ecke gedrängt wird....aus der man dann fast nicht mehr raus kommt...
    Es war doch oft so wenn ein deutscher Politiker usw. kritische Worte Richtung Israel gerichtet hat dann die oder der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland sofort wieder mit mahnenden Zeigefinger aufstehen um die deutschen an die Schuld von damals erinnern (was ja nun doch schon gut drei Generationen her ist) um mit den dann eindoktrierten schlechten Gewissen erreichen das die Gelder weiter fließen und Deutschland den Mund hält.

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    Zitat Zitat von Sean Beitrag anzeigen
    Einerseits muss die Atombombe in der Hand der Mullahs mit allen Mitteln verhindert werden, andererseits wie soll so etwas erreicht werden?
    Tja, das ist eben die Nagelprobe. Natürlich ist jedes Land, das keine Atomwaffen hat, besser als eins, das welche hat. Aber welches Mittel ist gerechtfertigt, ein Land davon abzuhalten, Atomwaffen zu entwickeln? Ein Atomkrieg?

    Das ist doch der Casus Knacktus, mehr nicht.

    Und die Frage darf erlaubt sein: Hätten die USA nach '45 die A-Bombe wirklich nicht mehr gegen feindliche Länder eingesetzt, wenn sie auf Dauer die einzigen geblieben wären, die sie besitzen? Inwieweit haben wir es dem Kalten Krieg zu verdanken, dass es nicht gerummst hat?

    Und jetzt Israel. Die Welt verhandelt sich 'nen Wolf mit dem Irren von Teheran, ohne jedes greifbare Ergebnis. Derweil läuft die Zeit ab, in der die atomare Aufrüstung Irans mit konventionellen militärischen Methoden noch zu stoppen wäre.

    Wenn du mich fragst, ist es gar nicht so unrealistisch, dass Israel in eine Situation kommt, wo es vor der Wahl steht, einen nuklear bewaffneten Todfeind zu akzeptieren oder gegen diesen zum allerletzten Mittel greift, um eben dies zu verhindern. Und in dieser Situation liefert Deutschland an Israel U-Boote mit Nuklearpotenzial....

    Es gibt von Frederick Forsythe ein Buch namens "Des Teufels Alternative" Die Handlung in kurzen Worten: Egal was man macht, ist immer scheiße.

    Und in dieser Situation schreibt ein alternder Nationaldichter ein Gedicht. Und jeder, der ebenfalls unter einem Aufmerksamkeitsdefizit leidet, fühlt sich bemüßigt, sich dazu zu äußern. Neuester Kandidat: Wolf Biermann. Laut Focus Oline nennt er Grass' Gedicht "stümperhaft". Soso. Hat dieser Herr Biermann in seinem Leben eigentlich irgendwas Herausragendes gemacht außer sich von der DDR ausbürgern zu lassen... Und hat irgendwann in den letzten 30Jahren mal irgendein Teil des Biermann'schen künstlerischen Sachffens es auf die erste Seite irgendeiner Tageszeitung gebracht? Klar, dass ihn das wurmt. Aber deshalb wäre "Rand halten" dennoch eine Option gewesen, finde ich.

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    Zitat Zitat von Roter Oktober Beitrag anzeigen
    So, der Aussenminister hat gesprochen:

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...826316,00.html
    besser wäre gewesen, er hätte sich de Regierungssprecher Seibert angeschlossen....

    "In Deutschland gilt die Freiheit der Kunst. Glücklicherweise gilt auch die Freiheit der Bundesregierung, sich nicht zu jeder künstlerischen Hervorbringung äußern zu müssen. So halten wir es in diesem Zusammenhang."

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    Zitat Zitat von dave2006 Beitrag anzeigen
    @ parzival

    "Was deine militärischen Kenntnisse angeht bin ich mir auch nicht ganz sicher ... Deutschland hat seit dem WK2 Auflagen zu erfüllen welche den Bau von ABC Waffen oder zB grossen Überseekriegsschiffen, Atomubooten praktisch unmöglich machen. Und Deutschland hat nie einen Friedensvertrag mit den ehemaligen Kriegsgegnern vereinbart. Nun ist dieser auch aus mehrfacher Hinsicht auch nicht mehr allzu sinnvoll, da er den Deutschen auch noch mehr internationales politisches und militärisches Engagement aufbürden würde - was schon lange im Interesse von Russland und USA wäre (auch den Bau von Atomwaffen, Chemiewaffen nicht mehr einschränken könnte welche Deutschland von jetzt auf nachher bauen könnte - darauf jedoch verzichtet) . Du täuschst dich somit ziemlich in der Haltung Deutschlands. Es wird an sich von der internationalen Gemeinschaft mehr deutsches Engagement verlangt - und Deutschland ein weit höheres Gewicht zugesprochen wie es die Deutschen in Anspruch nehmen wollen - ABER: da wo sie sich einsetzen hat die deutsche Position Gewicht."

    Da muß ich leider wiedersprechen. Deutschland hat während des Kalten Krieges sehr wohl Atomwaffen im Kalkül gehabt. Diese standen zwar unter amerikanischer Verwaltung, waren aber für deutsche Einsatzmittel vorgesehen. Darum wurde z.B. der Starfighter beschafft. Dort standen übrigens die QRA - ständig einsatzbereit auf bestimmten Fliegerhorsten. Die Ziele sind heute noch geheim.
    Die Panzerhaubitzen der Brigadeb waren atomar einsatzfähig, ebenso wie die Artilleriekräfte der Divisionen.
    Googelt mal den Begriff SAS (special ammuntion storage site)

    Und übrigens, solange die Tornados noch fliegen aus Büchel, haben wir unter dem Begriff nukleare Teilhabe immer noch die Option auf Nuklearwaffen.

    Beschränkungen im Schiffbau scheinen auch nicht mehr zu gelten. Sucht mal nach dem Begriff Joint support ship. Man träumt mittlerweile von amphibischen Landungsschiffen Da gibt es wohl nur noch die monetäre Grenze, Gott sei Dank.

    Allerdings hat Beduine fast recht, wenn die Reform-Maizere (Misere) erst mal greift bei der Bundeswehr, dann haben wir keine Abwehr mehr.
    Mit den paar Pz und GrenBtl die verbleiben, sind wir in Europa eine ganz kleine Nummer.

    Finde es zwar nicht gerade passend hier diesen Punkt im Detail zu besprechen, aber berichtigen sollte man völlig falsche Vorstellungen doch:

    Du solltest dir erst einmal eine Vorstellung davon machen was KEINE Begrenzung im Schiffbau bedeutet: wenn ein Flugzeugträger Nimitz oder Enterprise in den 90er Jahren im Mittelmeer unterwegs war, waren 22 Begleitschiffe zu seiner Eskorte dabei. Jedes dieser Begleitschiffe war grösser wie das grösste deutsche Überseekriegsschiff. Da magst du ja noch so stolz auf deutsche Zerstörer oder Fregatten sein - aber mit denen beeindruckt man niemand wenn die vor der Küste auftauchen. Die kannst du zur Piratenjagd nehmen.

    Die deutsche Luftwaffe kannst du auf die Parkdecks von 3 US Flugzeugträgern verteilen. Dann ist sie weg. Und die Amis besitzen 16 oder 17 Stück davon.

    Das Abschussgewicht einer russischen Bulawa mit Mehrfachsprengköpfen beträgt 37Tonnen und kann von einem getauchten Uboot der Typhoon oder Delta Klasse gestartet werden. Der Durchmesser ist mehr als das 3 fache von dem was die Israelis da in das deutsche Uboot gezaubert haben. Die Zerstörungskraft von 2-3 russischen Bulawas besitzt in etwa die Sprengkraft aller im WK2 eingesetzten Bomben...

    Und jetzt meinst du es wären alle Beschränkungen für Deutschland gefallen weil man mit deutschen Waffenträgern auch taktische Nuklearsprengköpfe verschiessen kann - wenn die Verbündeten diese zur Verfügung stellen? Dir ist schon klar dass die Panzerhaubitzen dann mit nuklearen Sprengköpfen auf deutschem Boden herumballern dürfen? Sensationelle Aussichten sich als "Atommacht" darzustellen :-) Und weil sie ein paar neue Landungsboote bauen wollen? Klingt ja schier unglaublich. Du weisst aber schon was ein Landungsboot ist? Da hat es mehr militärisches Gewicht wenn nun paar neue Transporthubschrauber gekauft werden.

    Weisst du eigentlich, dass die Bundeswehr die grossen Antonovs von den Ukrainern chartern muss, dass russische Militärpiloten im Auftrag der Bundeswehr täglich nach Afghanistan fliegen um die Versorgung der deutschen Soldaten zu gewährleisten... Ja warum auch nicht - die Russen haben Flugzeuge wo so etwas können- wir nicht. So viel zum Thema "wer kann was"...

    Dir ist schon klar dass die Bundeswehr von 495000 Soldaten bei einer Bevölkerung von 62Mio auf +/- 200000 bei einer Bevölkerung von 82Mio geschrumpft ist. Deutschland besass in den 90ern 2500 Kampfpanzer, heute bewegt man sich bei etwa 400 - eine Anzahl, die dem Potential der Schweiz gerecht wird. Das bankrotte Griechenland mit seiner kleinen Bevölkerung besitzt gleich viel moderne deutsche Uboote und Kampfpanzer wie das Land in dem sie hergestellt wurden....

    Das ist jetzt nur mal um dir paar Zahlen zu nennen was militärische Schlagkraft angeht und vor allem: dass die deutschen Ressourcen de facto von den Verbündeten eingegrenzt werden.

    Nach der Wiedervereinigung wurde Deutschland vertraglich eine maximale Truppenstärke von 370000 Mann auferlegt. Das ist im 2+4 Vertrag festgehalten worden. Also erzähl hier nicht Deutschland könnte sich da gleich verhalten wie alle anderen.

  5. Geronimo Gast

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    Ich sage direkt vorab, ich habe keinerlei Lösung für das Nahostproblem. Denn die Probleme sind vielschichtig und sind festzementiert.
    Auf der einen Seite ein Staat der ernsthaft eine Mauer aufbaut, der Siedlungen baut auf Gebieten die ihm nicht gehören oder dem Gegenüber einfach mal das Wasser abdreht und die anderen sich wirtschaftlich in keinster Weise entfalten lässt.
    Das schafft Hass

    Dem gegenüber ein Staat der es nicht hinbekommt die Radikalen in seinen Reihen endlich mal davon abzuhalten sich ständig in Bussen oder sonstwo in die Luft zu sprengen. Man soll seinem Gegenüber eben nicht mit ständigen Raketenangriffen ängstigen.
    Das schafft Hass.

    Klingt ziemlich festgefahren das Ganze, ist es auch. Denn religiöser Fanatismus spielt auf beiden Seiten auch noch mit rein. Und Fanatismus jeglicher Art ist nur sehr selten gut für einen Friedensprozess. Um ehrlich zu sein geht das nun schon so, seitdem ich denken kann. Von daher habe ich keinerlei Lösungsansatz für dieses Problem.

    Nun zu den Atomwaffen, um ehrlich zu sein möchte ich Atomwaffen überhaupt nicht mehr sehen und mir ist auch völlig egal wer sie hat. Mit der überheblichen Arroganz des Westens wollen wir ernsthaft souveräne Staaten zwingen, keine Atomwaffen zu besitzen. Während allein in den USA tausende von Sprengköpfe in den Silos schlummern ? Das ist eine Bigotterie ohne Gleichen.
    Dann möchte ich den gerne sehen dem von einem anderen was verboten wird und gleichzeitig hat der Dutzende davon. Da wären wir alle angepisst, aber der Westen der darf das.

    Überhaupt der Westen sollte ernsthaft über seine Strategie nachdenken. Gegen Despoten (Ägypten, Tunesien etc. etc.) haben wir jahrzehntelang nichts unternommen und beschweren uns nun wenn bei demokratischen Wahlen Parteien gewählt werden die uns nicht passen. So ist das eben mit dem Westen, immer schön Demokratie fordern, aber bitte nur jene wählen die dem Westen auch gut in den Kram passen.

    Wenn wir weiter machen wie bisher (und das tun wir zur Zeit) wird das nie was. Und dafür brauche ich kein Gedicht von einem Schriftsteller um zu wissen das Atomwaffen in Israel keine gute Idee sind, genauso wenig wie Atomwaffen in anderen Ländern.

    grüße,
    Jürgen

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    Zitat Zitat von Geronimo Beitrag anzeigen
    Nun zu den Atomwaffen, um ehrlich zu sein möchte ich Atomwaffen überhaupt nicht mehr sehen und mir ist auch völlig egal wer sie hat. Mit der überheblichen Arroganz des Westens wollen wir ernsthaft souveräne Staaten zwingen, keine Atomwaffen zu besitzen.....
    danke Jürgen, tolles Statement, auch wenn ich nur beispielhaft zitiert habe.

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    Zitat Zitat von Baumbart Beitrag anzeigen
    Würde Israel nicht massiv mit Waffen drohen gäbe es den Staat schon lange nicht mehr.
    Mit Verlaub und in dem Wissen, daß ich mit meiner Meinung, auf propagandistisch fundamentierte Dogmen stoße!

    Aber, Deine Aussage ist historisch betrachtet, und das wissen die Wenigsten (wie auch, wenn sie ständig etwas anderes erzählt bekommen?), absolut falsch!

    In diesem Zusammenhang verweise ich auf ein äußerst interessantes Buch und empfehle es jedem, der sich mit der Geschichte Israels auseinandersetzen möchte:

    Leben mit dem Schwert - Israels heiliger Terror

    Livia Rokach

    Moshe Sharett war unter David Ben Gurion Leiter der politischen Abteilung der Jewish Agency , die die Gründung des Staates Israel vorbeitete, von 1948 bis Juni 1956 (kurz vor der Nationalisierung des Suez-Kanals durch Nasser) israelischer Außenminister unter Ben Gurion und von 1954 bis 1955 zugleich Premierminister. ...

    ...

    Sharett hat ein hebräisches Tagebuch geführt, aus dem sein Sohn Yaqov Sharett 1979 politisch wichtige Eintragungen veröffentlichte. Dem Tagebuch zufolge betrieben David Ben Gurion und seine Kabinette, Sharett eingeschlossen, systematisch die Expansion Israels auf Kosten aller seiner Nachbarstaaten. Die eingesetzten Mittel mißfielen Moshe Sharett, darunter Massaker, die Flugzeugentführung, die Einschleusung von Attentätern, die Vortäuschung von Bluttaten der Gegner mit einkalkulierten israelischen Opfern und der Plan zur Errichtung eines Maronitenstaates im Südlibanon. Doch Sharett begehrte nie auf.

    1980 veröffentlichte Livia Rokach, die Tochter des Innenministers unter Sharett, Israel Rokach, auf Englisch eine politische Studie mit Auszügen aus den Tagebüchern Moshe Sharetts und weiteren Dokumenten. Das Buch zeichnet von den politischen Zielen und Methoden des frühen Staates Israel ein Bild des Grauens. Unter dem Deckmantel der Vergeltung für gegnerische Taten trieb Israel seine Expansion mithilfe blutiger Provokationen voran. Rokach schreibt in ihrer Einleitung über Sharett:

    „Er erkannte sehr klar, dass die Logik hinter Israels Sicherheitsdoktrin nichts anderes als Faschismus war und sah ganz richtig die daraus resultierende moralische Korruption im Innern und die zunehmende Gewalt auf regionaler Ebene voraus.“

    Die Autorin schließt: „In den frühen Fünfzigern wurden die Grundlagen für die Errichtung eines Staates geschaffen, der besessen war von der Idee des heiligen Terrors gegenüber den umliegenden arabischen Gesellschaften, und an der Schwelle zu den Achtzigern wird genau dieser Staat zum ersten Mal angeprangert von seinen eigenen Intellektuellen als ein Staat, der zutiefst im Sumpf des Faschismus versunken ist.

    ...

    Auszüge aus der Rokach-Studie

    Einleitung

    Die allgemeine Unterstützung Israels während des letzten Vierteljahrhunderts basiert auf einigen Mythen, von denen sich der Mythos von Israels Sicherheit am hartnäckigsten hält. Dieser Mythos, der eine permanente existenzielle Bedrohung der jüdischen Bevölkerung in Palästina unterstellt, ist sorgfältig gepflegt worden, um große Summen für die militärische und wirtschaftliche Unterstützung Israels lockerzumachen. Israels Sicherheit ist das offizielle Argument, mit dem nicht nur Israel sondern auch die USA dem palästinensischen Volk in seinem eigenen Land das Recht auf Selbstbestimmung verwehren. Während der letzten Jahrzehnte ist dieses Argument als legitime Rechtfertigung für Israels Verletzung internationaler Bestimmungen akzeptiert worden. Während der letzten 13 Jahre wurde immer das Argument der Sicherheit angeführt, um die Besetzung der arabischen und palästinensischen Gebiete fortzuführen.

    Das Argument Sicherheit ist immer noch der Vorwand für die großangelegten Massaker an der Zivilbevölkerung im Libanon, für die Enteignung von arabischem Land, für die Errichtung jüdischer Siedlungen in den besetzten Gebieten, für Deportationen und für willkürliche Inhaftierung von politischen Gefangenen. Obwohl die Sicherheit der arabischen Bevölkerung in der gesamten Region über die Jahre hinweg wiederholt bedroht war durch offene oder versteckte Kriegshandlungen, terroristische Aktionen und Unterwanderungspläne, und obwohl UNO-Resolutionen eine Festsetzung von sicheren Grenzen für alle Staaten in dieser Region fordern, stand allein die Sicherheit Israels im Blickpunkt der internationalen Diskussion.


    ...

    Andere Darstellungen der Fakten werden meistens unter den Tisch gekehrt. So wurden die vor kurzem veröffentlichten Enthüllungen von Nahum Goldmann (Le Monde Diplomatique, August 1979) praktisch nicht zur Notiz genommen. Goldmann, der mehr als 30 Jahre lang der Vorsitzende des pro-zionistischen jüdischen Weltkongresses war, argumentiert, dass die Araber nicht befragt wurden zur Teilung Palästinas im Jahre 1947, und dass ihre Bereitschaft, einen politischen Kompromiß auszuhandeln, der möglicherweise den Krieg von 1948 verhindert hätte, von Ben Gurion noch vor Mai 1948 per Veto abgelehnt und somit untergraben worden war.

    ...

    Die folgenden Seiten aus seinem Tagebuch zeigen folgendes:

    1. Die politische und militärische Führung Israels glaubte niemals ernsthaft an eine Bedrohung Israels durch die Araber. Im Gegenteil, sie tat alles, um das Dilemma, in dem sich die arabischen Regierungen nach 1948 befanden, zu verschlimmern. Die arabischen Regierungen waren einer militärischen Konfrontation mit Israel sehr abgeneigt, doch mussten sie, um überleben zu können, ihrer Bevölkerung und den vertriebenen Palästinensern in ihren Ländern irgendeine Reaktion auf Israels aggressive Politik und andauernde Gewalt bieten. Mit anderen Worten, die arabische Bedrohung war eine israelische Erfindung, die die arabischen Regierungen aus inneren und inter-arabischen Gründen nicht völlig verneinen konnten, obwohl sie in ständiger Angst waren vor einem neuerlichen israelischen Angriff.

    2. Die politische und militärische Führung Israels wollte die arabischen Staaten in militärische Konfrontationen zwingen, da sie annahm, dabei immer zu gewinnen. Ziel dieser Konfrontationen war es, das Kräfteverhältnis in dieser Region radikal zu verändern und den zionistischen Staat zur größten Macht im Nahen Osten zu machen.

    3. Um diese Ziele zu verwirklichen, wurden folgende Strategien angewandt:
    Größere und kleinere Militäraktionen gegenüber der Zivilbevölkerung entlang der Waffenstillstandsgrenze, insbesondere in den palästinensischen Gebieten der West Bank und im Gazastreifen, die damals unter jordanischer bzw. ägyptischer Kontrolle waren. Diese Aktionen dienten zwei Zwecken: sie sollten einerseits die Bevölkerung terrorisieren und andererseits eine dauerhafte Destabilisierung herbeiführen, aufbauend auf den schon vorhandenen Spannungen zwischen den arabischen Regierungen und den Bevölkerungen, die sich durch sie nicht ausreichend gegen die israelische Aggression geschützt fühlten.
    Militäroperationen gegen arabische Militäreinrichtungen in den Grenzgebieten, um die Moral der Armee zu untergraben und somit zur Destabilisierung der Regimes über die Militärstrukturen beizutragen
    Verdeckte terroristische Operationen mitten in der arabischen Welt, sowohl zum Zwecke der Spionage als auch um Angst, Spannungen und Instabilität zu schaffen.


    4. Die Ziele, die durch diese Strategien erreicht werden sollten, waren folgende:
    neue Gebietsgewinne durch Kriege.
    Obwohl Israel in dem Waffenstillstandsabkommen von 1949/50 ein Gebiet zugesprochen wurde, das um ein Drittel größer war als ursprünglich im UN-Teilungsplan vorgesehen, war die israelische Führung nicht zufrieden mit der Größe des Staates und den Grenzen, die sie nach eigenen Angaben zu respektieren beabsichtigte. Ihr Bestreben war es, zumindest das Gebiet des britischen Mandates Palästina an sich zu bringen. Das Territorium wurde als ein lebenswichtiger Faktor bei der Wandlung Israels in eine regionale Macht angesehen.
    Politische wie auch militärische Versuche, alle arabischen und palästinensischen Forderungen nach Palästina zu unterbinden durch die Vertreibung der palästinensischen Flüchtlinge im Krieg von 1947-48, ganz weit weg in andere Teile der arabischen Welt oder andere Länder.
    Subversive Operationen, die dazu bestimmt waren, Zwietracht innerhalb der arabischen Welt zu säen, die nationalarabische Bewegung niederzuwerfen und Marionettenregierungen zu schaffen, die der israelischen Macht in der Region nicht gefährlich werden würden.

    ...

    Sharetts Tagebuch hingegen liefert eine vollständige Dokumentation über den diabolischen Plan Ben Gurions von 1954, den Libanon zu "christianisieren", d.h. man überlegte sich zunächst, wie man zunächst einmal einen inneren Konflikt im Libanon auslösen könnte. Diese Idee mündete dann fünfzehn Jahre später in einen Plan, den Libanon zu teilen und zu unterwerfen, lange bevor die palästinensische Präsenz im Libanon zu einem politischen Faktor wurde.

    Der Gebrauch von Terror und Gewalt mit dem Ziel, arabische Gegengewalt zu erzeugen, die dann als die arabische Bedrohung für die Existenz Israels hingestellt wurde, wurde von der damaligen "Nummer 2" des zionistischen Staates folgendermaßen erklärt:

    "Ich habe lange nachgedacht über die vielen künstlichen Aktionen und Gewalttaten, die wir uns ausgedacht haben und über die vielen Zusammenstöße, die wir provoziert haben und die uns so viel Blut gekostet haben, und über die Verletzungen von Recht und Gesetz durch unsere Leute, all das hat zu schwerwiegenden Katastrophen geführt, hat den gesamten Lauf der Ereignisse bestimmt und zu unserer Sicherheitskrise beigetragen."

    ...
    Im Kontext der aktuellen Ereignisse betrachtet, und dem Wissen um die Wahrheit, wird vielleicht dem ein oder anderen ein Lichtlein aufgehen?


  8. Registriert seit
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    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen
    Nein, da widerspreche ich kategorisch. WENN überhaupt (das steht ja eigentlich zur Diskussion!), dann NICHT die Juden, sondern der Israelische Staat.

    Genau die Vermengung dieser beiden Begrifflichkeiten zusammen mit dem Totschlagsargument Antisemitismus ist das, was Diskussionen um diesen Aspekt der Nahostpolitik seit Jahrzehnten lähmt. Ich finde das - selbst als ausgewiesener antiantisemit - als ausgesprochen anstrengend.

    Wenn weltweit einer Glaubensgemeinschaft seit Jahrhunderten (!) leid angetan wird, rechtfertigt das noch lange nicht JEDE (!) Handlung der Regierung eines souveränen Staates, indem zudem noch etliche Muslime und Christen leben (!!!).

    Umgekehrt hat Israel aber auch wenig Möglichkeiten; der Staat wird faktisch, öffentlich und nachweislich bedroht. Der ......... wird geleugnet, und Achmenidings ist - der übersetzten Rede nach - Kern-Antisemit, und setzt tatsächlich Staat Israel und "das jüdische Volk" gleich. Hätte er die nötigen Waffen, wer weiß.

    Was soll man denn da als Kleinstaat im Mittelmeerraum machen? Umziehen geht ja nicht.

    In sofern eine große Aufgabe für die Weltpolitik. Ob Herr Grass und sein Gedicht dort etwas verloren haben, eine andere Frage.
    Wo wird der Staat Israel von dem Iran / Ahmadinedschad bedroht?

    Umstrittenes Zitat von Ahmadinedschad Der iranische Schlüsselsatz

    26.03.2008, 19:21

    Von Katajun Amirpur

    Kein Satz wird so häufig mit dem amtierenden Präsidenten Irans, Mahmud Ahmadinedschad, assoziiert wie dieser: Israel muss von der Landkarte radiert werden. Das Problem ist nur - er hat diesen Satz nie gesagt.



    ...

    Auch wenn dieses Behauptung in des westlichen Medien immer wieder behauptet wird, wissentlich, daß es ein Lüge ist, wird sie nicht wahrer und wirft somit kein gutes Licht auf die Moral und den Charakter der Journalisten dieser Medien!


  9. Registriert seit
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    Zitat Zitat von Christian RA40XT Beitrag anzeigen
    Fakt ist aber auch das Israel in den letzten Wochen offen mit einem Angriffskrieg droht (ok Präventivschlag aber das ist ja wohl das Gleiche),
    Fakt ist auch das Israel Atomwaffen besitzt und sich auch darin von niemanden darin kontrollieren lässt.
    Über den Ahmadinedschad braucht man jetzt nicht diskutieren das das n Vollpfosten ist weiss ich auch...Der leugnet den ......... über so jemanden braucht man nicht zu diskutieren.....
    Der Iran will auch Kernenergie nutzen. Das er das auch zu militärischen Zwecken machen will ist eine Vermutung, quasi auf dem Niveau von den Massenvernichtungswaffen vom Hussein.
    Warum sollte der Iran Israel mit Atomwaffen angreifen?? Was wäre denn die Antwort darauf? Israel (von U-Booten aus) und die USA würden den Iran in die Kreidezeit zurückbomben.....
    Äquivalent zum Angriffskrieg Israels, mit welchem sie tatsächlich hausieren gehen, als Selbstverteidigung zu betrachten, ließe sich der Angriffskrieg ....... auf Polen, bzw. die UDSSR ja in einem völlig neuen Licht betrachten?


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    Zitat Zitat von Nuwanda Beitrag anzeigen
    Wo wird der Staat Israel von dem Iran / Ahmadinedschad bedroht?

    Auch wenn dieses Behauptung in des westlichen Medien immer wieder behauptet wird, wissentlich, daß es ein Lüge ist, wird sie nicht wahrer und wirft somit kein gutes Licht auf die Moral und den Charakter der Journalisten dieser Medien!

    Das ist allerdings korrekt.

    Ahmadinedschad hat sich auf ein Zitat Chomeinis bezogen, wo dieser das Schah Regime ansprach - und ebenso wie dieses verschwunden war, wollte auch A. dies auf die israelischen Besatzer beziehen. Es war somit "verschwinden" gemeint und nicht "vernichten".

    Es ist ja sowieso Blödsinn, da der Iran einen atomaren Angriff auf Israel nie durchführen könnte ohne genau so viele Muslime zu treffen.

    Ich bin mir sicher, dass der Iran die Bombe baut, bin aber auch der Meinung, dass es keine militärische Massnahme braucht um dem Iran die Grenzen seiner Möglichkeiten klar zu machen.


 
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