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Halbwertszeit von Kriegsgründen...

Erstellt von Chefe, 02.05.2011, 20:59 Uhr · 63 Antworten · 4.653 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #41
    Zitat Zitat von shorty Beitrag anzeigen
    das waren die tausende die durch ihn umgebracht worden, sind auch !
    stimmt, ich habe auch kein Mitleid.

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    #42
    Lange genug hats gedauert bis die ersten sich den Zuspruch unserer Kanzlerin und deren Vizekanzler mal genauer angehört haben: das Erste was ich am Montag morgen im Radio hören durfte war die nüchterne Nachricht vom Tode bin Ladens. Das zweite der Lobgesang auf eine Exekution. Schon Montags dachte ich mir: "bin ich jetz im verkehrten Film? Höre ich wirklich gerade einen Lobgesang auf eine Erschießung?"
    Moralisch mag eine Liquidierung solcher Personen wohl noch zu verstehen sein, aber rechtlich und ideologisch ist hier nichts mehr koscher.
    Ständig auf die eigene Demokratie pochen, unser Rechtssystem hochhalten und als superduper deklarieren und dann einer in jeder Hinsicht martialischen Art des "Rechts" -Wie du mir, so ich dir- in derartiger Form zuzujubeln ist einfach nur selbstherrlich. Wohl einer der Gründe warum sich viele Menschen nie mit "dem Westen" anfreunden werden können und der Terror durch diese Aktion nur an Macht gewinnen wird.

    Ich weine ihm übrigens auch keine Träne nach. Allerdings kollidiert meine Ansicht von Recht nur allzuoft mit der Ansicht von Rechtsunseres Staates. Meist gehts zwar nicht um Erschießungen sondern um Steuerrecht und andere Repressalien, aber das tut wenig zur Sache.

    Am Rande: hat man sich schon mal das inzwischen berühmte Foto aus dem Weißen Haus durch den Kopf gehen lassen? Obama sitzt mit angespannter Mine neben seinem Chef-Millitär, Cllinton glotzt entsetzt auf den Monitor, überall liegen wichtige Papiere und Notebooks. Kaffeebecher stehen herum. Irgendwie wie aus dem Kommandozentrum eines Amerikanischen Thrillers.... nur dass man da weiß, dass es gestellt ist
    Aber offenbar sind bei allen hochgeheimen Besprechungen professionelle Fotografen vor Ort.

  3. Registriert seit
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    #43
    Zitat Zitat von wuchris Beitrag anzeigen
    Ständig auf die eigene Demokratie pochen, unser Rechtssystem hochhalten und als superduper deklarieren und dann einer in jeder Hinsicht martialischen Art des "Rechts" -Wie du mir, so ich dir- in derartiger Form zuzujubeln ist einfach nur selbstherrlich. Wohl einer der Gründe warum sich viele Menschen nie mit "dem Westen" anfreunden werden können und der Terror durch diese Aktion nur an Macht gewinnen wird.
    Selbstherrrlich ist das Verhalten und die Äußerungen von Merkel und Co. nicht, sie sind politisch ungeschickt, von der Wortwahl her deplaziert und eines europ. Regierungschefs nicht würdig.
    niemand braucht sich mit dem "Westen" anfreunden, tun wir mit der arabischen und asiatischen Welt auch nicht, Respektieren sollen sie sie, nicht mehr und nicht weniger.
    Ich denke nicht, dass der Terror an Macht gewinnt, die sind empfindlich geschwächt.

    Im übrigen wird hier vergessen zu erwähnen, die Bundesrepublik ist der einzige Staat der westlichen Welt, der sein Terrorproblem in den Griff gekriegt hat, die RAF zerschlagen, die führenden Köpfe alle 30 Jahre in Haft gewesen (oder den Ausweg dankenswerterweise in der Selbsttötung gesucht)

    PS:
    das Weiße Haus-Foto ist public relation sonst nichts und die ständigen Presseerklärungen fast peinlich. Sie haben ihn getötet, fertig. ich an deren Stelle, hätte keine Einzelheiten bekannt gegeben, keine Erklärungen und erst Recht keine Fotos. In 3 Monaten spricht niemand mehr von einem Ex-Terrorchef, den die Fische gefressen haben.

  4. Chefe Gast

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    #44
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    ...
    Ich denke nicht, dass der Terror an Macht gewinnt, die sind empfindlich geschwächt....
    Wegen des einen Kasperls, der jetzt keine Botschaften mehr senden kann?

    Geschwächt ist der Terror durch die langsam dämmernde Erkenntnis seiner Protagonisten, dass man mit politischen Veränderungen mehr erreicht, als durch Geschoße und Sprengstoffe - was meinst Du, warum die üblichen Verdächtigen bisher in den nordafrikanischen Revolutionen so unauffällig waren...

  5. Registriert seit
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    #45
    Zitat Zitat von Chefe Beitrag anzeigen
    Wegen des einen Kasperls, der jetzt keine Botschaften mehr senden kann?...
    na da liegst du aber falsch, ich denke es hat in der Al-Kaida keine wichtigen Entscheidungen gegeben, die nicht von ihm initiiert oder abgesegnet wurden.

    Die "Schwäche" der üblichen Führer in Nordafrika liegt in ihrer Uneinheitlichkeit, ihrem Unvermögen sich zusammenzuschließen und in der Tatsache, dass es etwas ganz anderes ist einen Staat in die demokratische Unabhängigkeit zu führen, wie Terroranschläge zu begehen.
    Diese Anforderungen erfüllen sie nämlich von ihrer gesamten Organisationsstruktur her nicht und sie haben auch nicht die intellektuellen Führer, die in der Lage wären, einen Staat zu regieren.
    Sie sind schlicht unfähig.

  6. ArmerIrrer Gast

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    #46
    Zitat Zitat von Chefe Beitrag anzeigen
    Wegen des einen Kasperls, der jetzt keine Botschaften mehr senden kann?

    also ich habe anderes gehört...

    Aber das würde eher in den Schlagzeilen-Fred passen...:

    Neues Terrorvideo

    Dienstag, 3. Mai 2011

    Islamabad (dpo) - Die moderne Technik macht's möglich: Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira veröffentlichte heute ein neues Video der Terror-Organisation al-Qaida, in dem ein computeranimierter Osama bin Laden Rache für die Tötung von Osama bin Laden schwor.
    "Die amerikanischen Hunde werden noch bereuen, dass sie Osama bin Laden umgebracht und im Meer versenkt haben", sagte der animierte Osama bin Laden. "Womit meine Feinde jedoch nicht gerechnet haben, ist die Tatsache, dass man heutzutage keine lebenden Darsteller mehr braucht, um Filme zu drehen." Mit gen Himmel gerichteten Blick fügte bin Laden hinzu: "Allah und Pixar sei Dank!" Anschließend forderte er alle gläubigen Muslime zum heiligen Krieg gegen die USA und ihre Verbündeten auf.
    Die amerikanische Regierung bestätigte in einer ersten Stellungnahme die Authentizität des Materials. Zwar wirke bin Laden deutlich jünger und etwas überzeichnet, doch es handele sich eindeutig um eine Computeranimation des Terrorfürsten.
    Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte es daher zum neuen Ziel der amerikanischen Außenpolitik, den animierten Osama bin Laden innerhalb der nächsten zehn Jahre aufzuspüren und zur Strecke zu bringen.

    Schwört Rache: Animierter bin Laden

    Im großen stimme ich Deiner Meinung aber zu. Ausserdem sollte man sich doch mal eine andere Frage stellen;

    Wieviele Muslime sind bei Terroranschlägen ums Leben gekommen und wieviele aus der westlichen Welt?

    Der Terror kostet doch DEUTLICH mehr Moslems das Leben als irgendwen sonst. Das gibt dem Westen doch noch weniger das Recht da überhaupt einzugreifen, oder täusch ich mich!?

  7. Chefe Gast

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    #47
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    na da liegst du aber falsch, ich denke es hat in der Al-Kaida keine wichtigen Entscheidungen gegeben, die nicht von ihm initiiert oder abgesegnet wurden.
    ...
    Geld - er war der Geldbeutel der Organisation und vielleicht war es tatsächlich getreu dem Motto "Wer zahlt schafft an" so, dass er damit zu allem seinen Segen geben wollte/musste, aber ich denke nicht, dass er auch bei allem der alleinige Initiator war, für so unprofessionell halte ich den Haufen nicht

  8. Chefe Gast

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    #48
    Zitat Zitat von ArmerIrrer Beitrag anzeigen
    ...

    Wieviele Muslime sind bei Terroranschlägen ums Leben gekommen und wieviele aus der westlichen Welt?

    Der Terror kostet doch DEUTLICH mehr Moslems das Leben als irgendwen sonst. Das gibt dem Westen doch noch weniger das Recht da überhaupt einzugreifen, oder täusch ich mich!?
    In unserem Kulturkreis war wohl ein wichtiger Schritt in politische Mündigkeit die Trennung von Kirche und Staat und genau da fehlt's im nahen Osten noch. Solange der religiöse Einfluss auf die Politik so intensiv (und/oder so radikal) bleibt, wird's sehr schwer sein, dem Terror Herr zu werden

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    #49
    Zitat Zitat von Chefe Beitrag anzeigen
    Geld - er war der Geldbeutel der Organisation und vielleicht war es tatsächlich getreu dem Motto "Wer zahlt schafft an" so, dass er damit zu allem seinen Segen geben wollte/musste, aber ich denke nicht, dass er auch bei allem der alleinige Initiator war, für so unprofessionell halte ich den Haufen nicht
    Nur der Geldbeutel war er sicher nicht!
    Wer, wenn nicht er hat jeden Terrorakt in Videobotschaften kommentiert und bejubelt? das tun Führer.
    Wer, wenn nicht er, hat Grundsätzliches zum heiligen Krieg in regelmäßigen Botschaften verkündet? das tun Führer
    Wer, wenn nicht er, hat denn den Finanzbedarf sichergestellt? richtig, das tun Führer.

    Wenn ich mal mutmaßen darf: mit den in seinem Versteck gefundenen Unterlagen, werden weitere (Unter-)führer bekannt werden und die werden (abseits jeglicher Pressemitteilungen) nacheinander alle tödliche Unfälle haben in nächster Zeit. gängige Geheimdienstpraxis.

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    #50
    Zitat Zitat von peter-k Beitrag anzeigen
    ... in Notwehr! Klar.
    Jede Art von Exekution jedoch die ohne juristische Rechtfertigung durchgeführt würde ist in keinem demokratischem Land der Welt gesetzlich gedeckt, und sogar in Ländern wie Singapur unzulässig.
    Ich bin der Ansicht, dass man aus der Tatsache, dass ObL zum Zeitpunkt seines Todes unbewaffnet war, nicht automatisch schließen kann, dass er exekutiert wurde.

    Hier wurde ja schon die RAF und der Umgang der BRD mit ihr thematisiert: Auffällig dabei war, dass sich die RAF als Untergrundarmee gerierte, die der BRD den Krieg erklärt hat. Die BRD hat diese Kriegserklärung jedoch nie akzeptiert. Im Gegenteil, sie hat immer darauf hingewiesen, dass es sich bei den RAF-Terroristen um gewöhnliche Kriminelle handelt, nicht um Kriegsgefangene. Sie hat auch nicht die Bundeswehr zur Bekämpfung der RAF eingesetzt.

    Im Kampf gegen Al-Khaida sieht die Geschichte anders aus: ObL hat die Khaida gegründet, den USA öffentlich den Krieg erklärt und sie angegriffen - sowohl auf ihrem eigenen Territorium als auch in anderen Ländern. Bush hat diese Kriegserklärung angenommen. Er hat seinerseits den "Krieg gegen den Terror" erklärt, reguläre Truppen in Gang gesetzt und die Nato um Beistand gebeten. Obama hat diesen Krieg nicht beendet, es gibt keinen Waffenstillstand, keinen Friedensvertrag. De facto befinden sich Al-Khaida und die USA im Krieg.

    Wenn dem so ist, dann ist ObL auf jeden Fall ein Kombattant, der von Kombattanten der gegnerischen Partei (US-Soldaten) verfolgt und bekämpft werden darf. Dieser Kampf kann auch mit ObLs Tod enden, so ist das nun mal im Krieg. Um dem Tod zu entgehen, hat er relativ wenige Optionen: Er kann stärker sein (=siegen), er kann sich verseilen (=flüchten) oder er kann sich ergeben. Jedem Akt des Ergebens liegt die Gefahr inne, dass der Unterlegene versucht, mit einer List dennoch zu obsiegen. Eine Situation, in der der eine Gegner unbewaffnet und unterlegen ist, bedeutet nicht automatisch, dass er sich ergeben hat. Um Missverständnisse zu vermeiden, gibt es internationale Formen des Ergebens, zum Beispiel Hände über dem Kopf, entsprechende Äuperungen, weiße Fahne etc. Ein Kriegsverbrechen ist es, jemanden zu töten, nachdem er sich ergeben hat. Ob sich ObL ergeben hat, weiß niemand, ich bezweifle es auch mal.

    Ich halte die Darstellung, ObL sei gezielt liquidiert worden, damit seine Verstrickungen mit den USA nicht bekannt würden, für nicht nachvollziehbar. Sollte es diese Verstrickungen geben, dann sind sie ziemlich sicher nicht in der Zeit gelaufen, als Obama Präsident war - während des Afghanistan-Krieges waren Republikaner am Ruder. Was ich mir jedoch durchaus vorstellen kann: Die SEALs haben höchstwahrscheinlich die Anweisung bekommen, um jeden Preis erfolgreich zu sein, d.h. ObL zu ergreifen - tot oder lebendig, seine Identität sicherzustellen und den Auftrag abzuschließen, also anders als die gescheiterte Kommando-Aktion in den 80ern, um die US-Botschaftsangehörigen aus dem Iran herauszuholen (damals saß mit Jimmy Carter ein Demokrat im Weißen Haus). Eventuell hat man den SEALs auch gesagt, dass ihr eigenes Leben eine höhere Priorität genösse als das von ObL. Unter der Maßgabe, dass sich die USA im Krieg befinden und ObL der Oberbefehlshaber der gegnerischen Kriegspartei ist, ist dies alles legitim. Gegnerische Soldaten müssen nicht geschont werden, nur weil sie unterlegen sind. Man muss sie erst schonen, wenn sie sich ergeben und man sie gefangen genommen hat.

    Es mag einem nicht gefallen und man mag es für barbarisch halten, aber Krieg ist nun mal barbarisch.


 
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