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Halt`s Maul Engelchen

Erstellt von GGG, 26.09.2008, 11:10 Uhr · 13 Antworten · 1.662 Aufrufe

  1. GGG
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    #11
    Heute (genauer gesagt, es war eigentlich gestern) fahre ich mit dem Moped zu Arbeit!

    Die Sonne lächelte heute morgen, und mit einem freudigen Grinsen stiefelte ich in die Garage. Das geblubbere des Motor´s verstärkte das breite Grinsen noch mehr.

    Und los ging es bei bestem Wetter Richtung Köln-Worringen. Nicht zu warm, fast windstill, erstklassiges Mopedwetter . Gefühlsmäßig könnten alle Tage so beginnen.

    In Worringen angekommen, bewunderten die Maurer mein Moped, und ich hatte schon bedenken, daß sie nachher verschwunden sein könnte . ...

    Der Maurer Polier meinte in breitestem Köllner Dialekt: "Oha, heute mit dem Moped? Obwohl für heute Nachmittag Sturm angesagt ist?"
    Etwas verblüfft hatte ich schon geguckt, ich hatte ja keine Wettervorschau gesehen.

    Mittags fuhr ich dann bei vereinzelten Regentopfen kurz tanken und etwas einkaufen, und dachte mit: Wenn`s nicht mehr wird ......

    Gegen 16:45 telefonierte ich dann nochmal kurz mit dem Polier, der dann doch meinte: "Ich wünsche ein gute trockene Heimfahrt!"

    17:08 Uhr schloß ich dann das Bautor. Im strömenden Regen .....
    Und ab ging es auf die Autobahn. Schnellster Weg heim.
    Dachte ich. Bis ich auf der Zufahrt zur Autobahn stand ..... . Stau, schXXe, STAU! Und es war am schütten wie aus Kübeln .....
    Endlose Blechlawinen in 4 bis 5 Reihen nebeneinander, hintereinander und kein Ende in Sicht.
    Wenigstens habe ich ja kein Radio am Moped, ich glaube, wenn ich die Verkehrsnachrichten gehört hätte, wäre ich abgedreht.
    Wenigstens hat man während des Stau´s immer wieder interessante Ausblicke. Leverkusen! Häßlich? Vielleicht! Interessant? Ja! Industrielle Kunst ....
    Dann die sehr hübsche junge Blonde in Ihrem roten Kleinwagen. War der breit, der Kleinwagen! So daß ich nicht mehr durch die Mittelgasse fahren konnte. Und das natürlich im strömenden Regen. Platz machen? Fehlanzeige. Ich merkte wie der Frust in mir immer höher stieg.
    Dann neben mir der nette ältere Herr mit Hut. Er winkte mir höflich zu, ich solle vor Ihm vorbeifahren, um an der jungen Blonden vorbei zu kommen. Verkehrte Welt.
    Im Stop und Go ging es weiter durch die Mittelgasse. Visier auf, Regen prasselt ins Gesicht, Visier zu, Visier angelaufen, Visier zu ..... eine endlose Story.
    Der Typ in seinem Q7 schaut mitleidig zu mir rüber. Ich lächele Ihn an und denke: Dafür lebe ich aber, ich spüre den Wind, ich spüre den Regen ..... und was spürst Du? Er runzelt die Stirn, als ob er mich gehört hätte.
    Ich werde verrückt, das gibt`s doch nicht! Die linke Hand beginnt vom vielen kuppeln müde zu werden.
    Also weiter zwischen den Autos durch. Da ist die Frau neben mir die gerade angeregt (das Telefon am Ohr) telefoniert. Da ist ein Kind das den Kopf an die Scheibe gelehnt hat und Gameboy spielt. Gesichter über Gesichter. Was denen jetzt alles durch den Kopf geht?
    Ein kleiner Auffahrunfall erweckt meine Aufmerksamkeit. Eine Mann ist einer Frau leicht auf die Stoßstange gefahren. Die Frau telefoniert gerade. Die stehen in der 3. von 4 Spuren, und wollen anscheinend auf die Polizei warten . Gestörte gibt`s. Die Leute fahren den Kopf schüttelnd an den beiden vorbei.
    Dann endlich das Stauende kommt in Sicht. 2 LKW`s sind aufeinander gefahren. Schaut recht harmlos aus.
    Juchu, ich habe 18 km zurückgelegt! Und wir haben 17:51 Uhr.

    Ich sehe nichts mehr! Das Visier ist innen und außen mit Regentropfen bedeckt. Also mal etwas Luft dran lassen.
    Der Kerl auf meiner linken Schulter regt sich (Eingeweihte Wissen wen ich meine, die anderen können oben im 1. Beitrag nachgucken).
    Los geht`s. Zuerst recht vorsichtig, aber mit zunehmender Geschwindigkeit wird die Sicht besser. Also Gas. Berghoch geht`s mit 160 bis 180 durch den strömenden Regen.
    Dann die 1. Senke. Mist, da steht Wasser. Also runter vom Gas und vorsichtiger durch. Puuuh, welch ein Gefühl. Der Bauch wird hart wie ein Brett, der Kopf zwischen die Schulter eingezogen. Das ist alles andere als relaxtes fahren.
    Die Schultern beginnen zu schmerzen, ich muß mich irgendwie entspannen, lockern. Noch rd. 40 km bis daheim ......
    Vorbei an dem LKW der soviel Wasser hochwirft, daß ich schon befürchte, daß ich nicht gesehen werde, wenn jetzt ein Auto von hinten angeschossen kommt.
    Der Oberkörper ist angenehm warm und trocken, ich hatte das Futter im Topcase . Etwas anders sieht es hüftabwärts (wie gesagt, ich hatte nur das Futter der Jacke dabei, nicht der Hose) aus . Bei jedem bremsen schwappt das Wasser im Schuh von hinten nach vorn. Neee, das ist nicht wirklich lustig!
    Ein komisches Gefühl ist das, es regt den Harndrang an. Wenn ich jetzt in die Hose mache, fällt es garantiert nicht auf. Naja, ich konnte mich beherrschen! Gerade so!
    Fahre ich jetzt den kurzen Weg über die "schwarze Ausfahrt" am Parkplatz? Oder nicht. In Gedanken male ich mir aus, was ich den Polizisten alles sagen werde, bis sie mich vor Mitleid fahren lassen ....
    Wenigsten ist das mir erspart geblieben.
    Die letzte leichte Linkskurve treibt den Adrenalinspiegel nochmal in ungeahnte Höhen. Die Straße ist eh nicht breit, und so ein dämlicher Hirni kommt mir voll auf meiner Seite entgegen (ich war ca. 50 cm vom rechten Fahrbandrand entfernt). Kurz voll anbremsen, Bremse lösen, und vorsichtig wieder runter von dem geschotterten Waldweg auf die Straße zurück. Der Kerl ist anscheinend einfach weiter gefahren! Ich hätte an einem Baum verrecken könnten ! Depp!
    Dann die letzten Kurven vor Zuhause. Ich geniese die letzten Schwünge im strömenden Regen.
    18:42 Uhr. Die 120 km habe ich hinter mir. Erleichterung, Freude, Glück machen sich breit, ganz breit. Habe wohl noch zu viel Adrenalin im Blut!

    In der Garage guckt mich mein Moped an und scheint zu fragen: Spürst`e es Leben?

    Ja, es kehrte zurück, nachdem ich in der warmen Badewanne gelandet bin!
    Ich bin mit kompletter Montur direkt in den Keller runter, ab Bauchnabel abwärts war alles klatschnaß!

  2. Registriert seit
    22.08.2006
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    Standard

    #12
    Guido, wunderbar geschrieben. Ich kenne Köln (und Leverkusen auch) und leider die Stausituationen, gerade im Kölner Berufsverkehr, ebenfalls.

    Schön, dass du wieder aufgetaut bist . Mehr davon.

  3. Registriert seit
    19.02.2004
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    10.648

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    #13
    Zitat Zitat von palmstrollo Beitrag anzeigen
    . Mehr davon.
    Yep, schön zu lesen

  4. Registriert seit
    05.05.2009
    Beiträge
    873

    Standard

    #14
    ja das kenne ich: erst ist das engelchen am zug und man hat gar nicht gemerkt das das teufelchen mitaufgestiegen ist bis es sich meldet und dann recht schnell die oberhand gewonnen hat.


 
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