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Helikopter Eltern/ Mein Gott..wie konnten wir ohne sie aufwachsen??

Erstellt von maggelman, 22.12.2014, 11:23 Uhr · 20 Antworten · 1.898 Aufrufe

  1. maggelman Gast

    Standard Helikopter Eltern/ Mein Gott..wie konnten wir ohne sie aufwachsen??

    #1
    1. Sie sprechen Englisch, Französisch und Mandarin mit ihren Kindern. Bloß kein Deutsch. Das könnte die Erziehung verderben.
    2. Ein einfacher Kindergeburtstag mit Topfschlagen und Blinde Kuh. Keine Chance. Da fehlt der pädagogische Mehrwert.
    3. Vater oder Mutter fahren ihr Kind direkt bis vor die Schule. Das ist schließlich sicherer, wo doch immer so ein Verkehrschaos vor der Schule herrscht.
    4. Die Eltern diskutieren mit den Lehrern und später den Professoren jede Note aus.
    5. Sie kommen auch mit ihren erwachsenen Kindern noch zur Wohnungsbesichtigung, messen das WG-Zimmer aus und befragen die Mitbewohner.
    6.Schokoriegel aus der Cafeteria brauchen Kinder mit Helikopter-Eltern nicht. Sie bekommen ihre Pausenbrote in den Unterricht getragen und danach im Notfall auch noch den Mund abgewischt.
    7. Turnunterricht schwänzen? Das geht mit Helikoptereltern nicht. Denn die tragen den Kindern den Turnbeutel bis in die Sporthalle hinterher.
    8. Wo ist denn bloß die coole Fetzenjeans im Used-Look hin? Ach, die hat die Heli-Mami geflickt. So halb angezogen kann sich das Kind doch nicht in der Schule sehen lassen.
    9.Vitamin B ist wichtig für die Karriere. Darum haben die Helikopter-Eltern mal eben das passende Date arrangiert. Auswahlkriterien: mindestens zwei Klassen übersprungen, Nerd-Faktor, Aussicht auf Elitestudiengang.
    10.Eltern hacken das Handy ihres umsorgten Sprösslings, damit sie Mails und Whats-App-Nachrichten mitlesen können. Bei all der Gefahr, die im Internetlauert, breiten sie auch digital die schützenden Hände aus.

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    Standard

    #3
    ich wohne in unmittlebarer Nähe einer Grund- und einer Gesamtschule bis Abi. Was gehen mir die Eltern auf den Zeiger, es ist wirklich ohne Worte. Ich habe es an anderer Stelle schon mehrfach geschrieben, die Schule hat schon Wurfzettel verteilen lassen mit Fahrtrouten, die die Leute wählen sollen, damit die Zustände weniger chaotisch werden. Meinen Weg zur Arbeit muss ich echt nach den ganzen Mama Taxis auswählen und anpassen. Es werden Plakate und Banner aufgehängt, dass die Leute andere Routen wählen sollen, denn das ist hier eigentlich eine reine Anwohner Gegend. Die Schulen sind aus den 70er Jahren, als Kinder noch eigene Beine hatten Und seit Roland Kochs Kinder diesen Schulen entwachsen sind, interessiert es ihn auch nicht mehr.

    Seit nunmehr 3 Jahren läuft mir jeden Morgen eine Mutter mit ihrem Sohn über die Füße, den sie an der Hand in die Schule bringt. herr im Himmel, der Junge wird zeitlebens traumatisiert bleiben. I mpotenz ist die mildeste Folge, solcher nahezu umgekehrt ödipalen Handlungen. Mal sehen, wie lange die das noch macht und sie ist beileibe nicht die einzige. Einzig postiver Aspekt: sie fährt nicht mit dem Auto.

    Ich wurde sehr zu Selbständigkeit erzogen. Es war einfach nötig damals. Wir waren 4 Kinder, meine Mutter hat trotzdem vollzeit arbeiten müssen, oder gerade deswegen? Ebenso habe ich meine Tochter zu früher Selbständigkeit erzogen, denn ich konnte mich gut daran erinnern, was ein Kind will und braucht, war ja selber mal eines. Gut, sie hat einen anderen Weg eingeschlagen, als ich es mir gewünscht hätte, aber es ist ihr Leben, in dem sie glücklich und zufrieden sein muss und bislang ist sie es. Nachteil: sie war sehr früh aus dem Haus und fehlt mir natürlich immer wieder sehr, auf der anderen Seite bin ich stolz wie Bolle, wie klasse sie das auf die Reihe bringt. Trotzdem sie mit ihrem Freund in eigener Wohnung lebt und noch Lehrling ist, fragt sie niemals nach Geld, das muss ich ihr wirklich aufdrängen, denn ich weiß ja, dass sie es nicht dicke hat. Sie will das alles unbedingt aus eigener Kraft schaffen und bislang macht sie sich klasse.

    Ich habe niemals in ihr Handy geschaut, noch ihre Freunde kommentiert. Dass da welche dabei waren, von denen sie sich besser fernhält, hat sie schnell genug selber gemerkt.

    Ich weiß noch, wie sie mich mit 4, oder 5 Jahren fragte, ob sie alleine in den Kindergarten laufen darf. Natürlich habe ich mir Sorgen gemacht, aber wir sind dann gemeinsam ein Mal gelaufen und haben alles besprochen, dann ist sie alleine los und ich heimlich hinter ihr her um zu schauen, wie sie das macht. Das war eine Strecke von ca. 800 Meter, ein Zebrastreifen, eine Fußgängerampel. Sie hat das sehr gut gemacht, ab da dann immer.

    Ich will damit auch gar nicht sagen, wie toll sie ist, sie ist ein ganz normales Kind gewesen, aber die Kinder können deutlich mehr, als ihnen heutzutage gemeinhin zugetraut wird, man muss sie nur lassen.

    Und was diesen beschissenen Leistungsdruck betrifft, vorschulisches Lernen, mehrere Sprachen dies und das, da habe ich eine ganz eigene Meinung zu. Der Wunsch ist, dass die Kinder mal einen tollen, will heißen gut bezahlten, Job bekommen. Das Problem daran ist, dass die Generation der heutigen Eltern eigentlich den Grundstock dafür gelegt hat, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht, die Mittelschicht ausstirbt, Arbeitskampfmaßnahmen nur noch als Ärgernis angesehen werden etc.pp. Jetzt haben sie den Salat, Unternehmen machen was sie wollen, lassen hochgebildete Leute jahrelang kostenlos Praktika abreissen, weil an der nächsten Ecke stehen ja schon wieder drei andere Bewerber, die das tun würden, wenn man sich verweigert. Ich bin heilfroh, dass ich das alles hinter mir habe bzw. mein Kind nicht in dieses Schema gepresst habe. Sie wird evtl. niemals wirklich reich werden mit ihrer Ausbildung derzeit, aber die Chance, dass sie glücklich lebt, ist relativ hoch und das zählt deutlich mehr.

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    #4
    So ist es in einer Gesellschaft, in der man alles laufen lässt, die pure freie Entfaltung propagiert und es an wirklichen Vorbildern fehlt.

    Wo ist die Orientierung, das Vorbild, und die natürliche Auslese .....?

    Ich wohne gegenüber eines Kindergartens ...... also was hier die Eltern und Großeltern abliefern ist beschämend.

    Aber die Erde dreht sich weiter, und irgendwann ist das Maß voll oder das (Erdöl-) Fass leer ....

    Und jetzt mischen wir die Kulturen und Religionen, haben uns alle lieb, und alles wird gut .

    Gruß Kardanfan

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    #5
    Ich meide Großstädte wie die Pest, aber manchmal lässt es sich halt nicht vermeiden. Mir kommt es regelmäßig lauwarm hoch, wenn ich sie da sehe, deren ganzes Denken, Handeln, Leben sich ausschließlich um den Beruf dreht. Die ganzen Bling-Bling Geschäfte, deren Eingangstüren mehr kosten als ich im Jahr verdiene. Die Menschen, die sich mit Handtaschen und Schuhen für hunderte, wenn nicht sogar tausende von Euro schmücken, um ihren Erfolg im Leben zu unterstreichen bzw. zur Schau zu stellen. Natürlich sind wir nicht alle gleich, es wird immer soziale Unterschiede geben, aber die derzeitige Mischung stinkt

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    #6
    In der F.A.S. war ein noch schönerer Begriff: Curling-Eltern Die Schrubben vor ihren Kindern den Weg, damit auch ja alles flutscht.

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    #7
    wir waren gestern abend im Frankfurter Palmengarten, wo derzeit eine Schau läuft, bei der es um Licht und Kunst geht. Es war sehr viel los und viele Eltern mit Kindern. mann, ich mag Kinder eigentlich wirklich gerne, aber die sind mir teilweise auf den Sender gegangen. Bereits in der ersten Minute nach dem Betreten ein ca. 6-jähriger, der sich nur schreiend artikulieren konnte und seine Verwandschaft im Befehlston anherrrschte, dass man jetzt mal gefälligst lange genug geschaut hat und weiterzugehen hat. kein Kommentar der Eltern. Wir haben dann einen anderen Weg gewählt, um nicht hinter denen bleiben zu müssen, denn er hörte nicht auf. Dann am Springbrunnen eine tolle Lichtprojektion in die Fontäne, was ein Kind dazu nutzte, sich minutenlang ins Bild zu stellen und den Hampelmann zu geben. Gut, hätten wir früher bestimmt auch probiert, wir waren Lümmels, aber mit viel Glück hätten uns die eigenen Eltern gebremst, bevor es ein Fremder getan hätte. Der daneben stehende Vater hat keinen Ton gesagt usw. usf. Ich werde noch soziophob auf meine alten Tage.

    Im Sommer in einem Park ist mir so ein AK ständig mit seinem Laufrad vor die Füße und hinein gerollert und ich habe ihm beim zweiten Mal recht deutlich zu verstehen gegeben, dass das gefälligst das letzte Mal gewesen sei. Ui, das darf man ja nicht machen, Kinder dürfen ja heutzutage nur noch über deren Anwälte (Eltern) kontaktiert werden. Man konnte richtig sehen, dass es dem vater sehr Leid tat, einen Kopf kleiner und 20 KG leichter gewesen zu sein als ich, deswegen hat er auch zu mir nichts gesagt. Ich freue mich immer wieder ganz doll, wenn ich mal Eltern sehe, die ihrem Kind Weisungen geben wie sei m al leiser, hier sind auch andere Leute oder dem Kind verbieten, gewisse Dinge zu tun, die eben andere Leute beeinträchtigen. Kinder machen Lärm, rennen rum und das ist auch gut so und wichtig. Aber eben nicht immer und überall und vor allem nicht dort, wo es wirklich stört und auch ganz sicher der Entwicklung des Kindes nicht schadet, wenn es mal 5 Minuten still ist. Freiheit in Entfaltung und Entwicklung ist ein hohes Gut, aber eben auch die der jeweils anderen und da ist Mäßigung gefragt. Kennen die das heutzutage noch? Manchmal glaube ich nicht.

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    #8
    ""Seit nunmehr 3 Jahren läuft mir jeden Morgen eine Mutter mit ihrem Sohn über die Füße, den sie an der Hand in die Schule bringt. herr im Himmel, der Junge wird zeitlebens traumatisiert bleiben. I mpotenz ist die mildeste Folge, solcher nahezu umgekehrt ödipalen Handlungen. Mal sehen, wie lange die das noch macht und sie ist beileibe nicht die einzige. Einzig postiver Aspekt: sie fährt nicht mit dem Auto.""


    Und wenn sie gross sind, haben sie Heizgriffe am Mopped.

    Aber Spass beiseite.

    Usere beiden Jungs 11 & 12 J. gehen zu Fuss (800m) und mit dem Fahrrad (2.5km) zur Schule. Wenn sie das Pausenbrot vergessen haben, gibt's halt nix zu beissen in der Pause.(Hunger ist ein guter Lehrmeister)
    Sie spielen auch im Wald und kommen dreckig heim. Ist kein Problem. Mama hat ne Endurowaschmaschine,
    Ein richtiges (Schweizer)Taschenmesser gabs vor Jahren schon zu Weihnachten. Für zerschnittene Finger hat Hansaplast das Pflaster erfunden.
    Und wenns mal ins Restaurant ging, namen wir halt was zum Spielen oder Lesen mit und haben uns mit den Kindern beschäftigt.
    Heute fahren beide begeistert mit Papi und seiner ADV durch die Gegend.
    Wenn man sich mit Kindern abgibt, sich Zeit nimmt Dinge zu erklären und auszuprobieren und sie tröstet statt schimpft, wenn sie sich mal wieder geschnitten haben, sind Kinder schon früh ziemlich selbständig.
    Ich hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass vernünftige Eltern nicht aussterben.
    So und jetzt muss ich meine Q ausm Stall holen, vielleicht dreh ich heut noch ne Runde. Ist schliesslich fast Frühling.


    Liebe Weihnachtsgrüsse aus der Schweiz.

    Euer Thomas

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    #9

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    #10
    ein Aufwachsen wie ich es in den 60er und 70er jahren erlebt habe, geht vermutlich heute leider nicht mehr. Wir waren nach der Schule bis Uhr draussen, haben die Gegend durchstreift und mehr Blödsinn gemacht als meine Mutter bis heute wissen darf. Ab und an erzähle ich ihr mal die nächste Anekdote und da wird sie immer wieder ganz blass. Aber so einen gewissen Mittelwert dürfte es doch irgendwie geben. Die Arztkinder aus der Nachbarschaft, deren Mutter die größte Spießerin der Gegend ist, sind das genaue Gegenteil von ihr, vor allem die jüngere Tochter. Die tollen wirklich viel draussen rum, bauen Baumhäuser, spielen im Wäldchen etc. pp. Und die werden sicher trotzdem noch genug für die Schule tun, da ist ihre Mutter garantiert hinterher. Aber abends kommen die wie aus dem Sumpf gezogen nach Hause. Cool

    edit: weil ich den Begriff Curling Eltern heute zum ersten Male hörte, habe ich ein wenig gegooglet und z.B. diesen Artikel hier gefunden, den ich in seiner Knappheit eigentlich ganz gut finde: http://www.mittelbayerische.de/nachr...n-kindern.html


 
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