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heutige Arbeitskultur....Gedankenanstoss

Erstellt von Moni70, 17.11.2008, 09:46 Uhr · 18 Antworten · 1.491 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard heutige Arbeitskultur....Gedankenanstoss

    #1
    ich weiß nicht wie es Euch so geht....ich beobachte seit geraumer Zeit eine gewisse Gleichgültigkeit unter Kollegen, Mitarbeitern etc. .....es ist kaum ein "miteinander" wahrzunehmen bzw. fast jede/r setzt eine Maske auf und versteckt seine eigene Persönlichkeit. Sei es aus Eigenschutz, Egoismus oder Gleichgültigkeit.
    Der Faden zieht sich durch....von der Produktion (wobei ich das hier am wenigsten empfinde) bis hin zum Management....
    Ich frage mich, warum das so extrem geworden ist? Angst sich mal hinzustellen und die Stirn zu zeigen? Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes bzw. Sicherheiten zu verlieren?

    Wo bleibt die Eigencourage und Eigenmotivation? Es ist schon schwer genug mich selber zu motivieren, um in diesem Sumpf nicht zu versumpfen....

    Ob Großkonzern, Mittelstand oder Kleinbetrieb.... ich wünschte mir mehr Empathie meiner Mitmenschen..... es würde das Leben in vielen Dingen soviel erleichtern und wir hätten bestimmt viel weniger depressive Menschen auf dieser Welt...

    Warum schreib ich das überhaupt...? Ok....das ist meine Art mir jetzt Motivation über's Netz zu holen und ich will wissen, was Ihr darüber denkt..... ich hoffe mit meiner "Ein"bildung bzw. Wahrnehmung nicht allein dazu stehen..... sonst muss ich mein Betriebssystem neu auflegen....

    So. Jetzt geht es mir besser....

    PS: früher fand ich es lächerlich mir künstlich positive Gedanken zu erzeugen.....heute verstehe ich, warum das notwendig ist.

  2. Nero8 Gast

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    #2
    Servus

    Wie meinst du daß? Willst du jeden Morgen von den Kollegen mit Handschlag begrüßt werden? Oder hast du keine Familie oder Freunde mit denen du nach Feierabend dich treffen kannst? Brauchst hier für Deine Kollegen? Also ich stemple ab...und dann ist für mich bis zum nächsten Morgen zum Anstempeln der " Käs " gegessen...

    Oder meinst du die zum Teil beschissene Arbeitsmoral vereinzelter Kollegen, und die sich daduch zwangsläufig ergebende unaktzepable abgelieferte Qualität...

    Fragen über Fragen...Gruß

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    #3
    Zitat Zitat von Nero8 Beitrag anzeigen
    Servus
    Wie meinst du daß? Willst du jeden Morgen von den Kollegen mit Handschlag begrüßt werden? Oder hast du keine Familie oder Freunde mit denen du nach Feierabend dich treffen kannst? Brauchst hier für Deine Kollegen? Also ich stemple ab...und dann ist für mich bis zum nächsten Morgen zum Anstempeln der " Käs " gegessen...

    Oder meinst du die zum Teil beschissene Arbeitsmoral vereinzelter Kollegen, und die sich daduch zwangsläufig ergebende unaktzepable abgelieferte Qualität...

    Fragen über Fragen...Gruß
    hi
    bevor wir uns missverstehen .... natürlich hab ich familie und freunde , die mir sogar sehr wichtig sind....aber das sind für mich besondere menschen, denn keiner von ihnen setzt eine "alltagsmaske" auf...sie sind wie sie sind und verstellen sich nicht.

    anders gesagt....ich verbringe ein großteil meines tages bei der arbeit...und ich erheb für mich selbst den anspruch, daß ich ein natürliches verhalten an den tag lege..... das gehört für mich zur lebensqualität.....hat vor- und nachteile.... mir sieht man es zumindest an, ob es mir gut geht oder nicht....

    ich behaupte, daß aufgrunddessen die qualität und arbeitsmoral mächtig drunter leidet.... keiner ist so, wie er / sie gern sein möchte...ein großteil zumindest....

    das thema ist zündstoff....weil wer gibt schon gerne zu bei der arbeit ne andere person zu sein wie privat....

    soll ich menschen bewundern, die diese doppelte rolle beherrschen?

  4. Registriert seit
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    #4
    Ich habe als Pädagoge (Erzieher) einen eher unproduktiven Job. Da ist nichts mit Ausstempeln oder so. Wenn ich schlechte Qualität abliefere, leiden Klienten ganz direkt unter meiner Arbeit. Das schärft ein wenig den Blick für solche Phänomene wie geschildert.
    Und ja, ich konnte das in Deutschland sehr stark erleben. Da, wo letztlich die Bestätigung im Job nur noch über das Gehalt erlebt wird, hängt alle Motivation tatsächlich vom Geld ab - und das reicht selten aus. Grade meine Berufskollegen werden gradezu lächerlich gering entlohnt.
    Nein, ich bin kein Lehrer, sondern habe in einer Wohngruppe für behinderte Menschen gearbeitet.
    Schlechte Hilfsmittel, nicht ausreichende Personalversorgung, schlechte Ausbildungen - das ist eine steile Abwärtsspirale, in die jeder Kollege von mir irgendwann geriet (oder immer noch gerät), wenn man sich nicht entweder in einen ethischen Kokon zurückzog (Diakonie, Caritas etc.) oder versuchte, irgendwie seine Nische zu finden. Doch immer kam irgendwann der Moment der Erkenntnis, dass man nicht nur von den echten Geldquellen des eigenen, noch immer sehr reichen Landes abgekoppelt war, sondern dass man darüber hinaus auch noch von der Gesellschaft ignoriert wurde. Das "Produkt" ist den Menschen einfach egal....
    Das ist schwer hinnehmbar.
    Das, was da am meisten half, war Solidarität und Gemeinschaftsgefühl in den Teams.
    Irgendwann war aber diese Solidarität auch nicht mehr gross genug. Und das Abstumpfen begann. Der Rückzug ins Private - oder noch Schlimmer: Das Verbittern.
    Jeder von euch kennt garantiert einen Lehrer oder eine Lehrerin, die so verknöchert in ihren Ansichten war, dass es einem grauste. Und nicht wenige hier werden sogar in einem Heim aufgewachsen sein und sich an die Erzieher erinnern, die vor allem mit: "Das war schon immer so" oder "das haben wir noch nie gemacht" hantierten. Wer in finanziell unsicherem Rahmen hantiert, neigt zum Festhalten bewährter Ansichten...
    Ich ging auch deshalb ins Ausland, weil ich den Argwohn hatte, dieses Verhalten sei eine typisch deutsche Angelegenheit.
    Und genau so war es auch. Ich habe hier in CH dann eine ganz andere Arbeitsmoral entdeckt, die ich schon verloren glaubte. Eine Mischung aus Motivation, Stolz, Bereitwilligkeit UND Freude am Job, die ich lange vermisst hatte.
    Tja, und nun hat es eine neue Chefin, die es innert Monatsfrist geschafft hat, zig Kollegen zu brüskieren, einige zur Kündigung zu treiben, mir fast eine Abmahnung zuzustellen, trotz erwiesenermassen guter finanzieller Situation Kürzungen durchzuführen - und in aller Offenheit einem ganzen Bereich unserer Institution das Misstrauen auszusprechen...
    Und siehe da - plötzlich taucht der depressive Ungeist, den ich vertrieben glaubte, wieder auf. Weil man nicht weiss, wen die Chefin als nächstes gegen wen aushorcht und ausspielt, verstummen die Pausengespräche, beobachtet jeder gegen jeden - und die Arbeitsmoral leidet. Misstrauen ist wie ein vergifteter Brunnen - einer allein kann allen schaden.
    Das ist schier zum Verzweifeln!
    Ach ja, die neue Chefin ist Deutsche. Sicher ein Zufall...

    p.s.: Ich bin ja auch Deutscher, deshalb fällt mein mögliches Vorurteil wohl nicht unter Rassenhass...

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    #5
    Zitat Zitat von Nordlicht Beitrag anzeigen
    Und siehe da - plötzlich taucht der depressive Ungeist, den ich vertrieben glaubte, wieder auf. Weil man nicht weiss, wen die Chefin als nächstes gegen wen aushorcht und ausspielt, verstummen die Pausengespräche, beobachtet jeder gegen jeden - und die Arbeitsmoral leidet. Misstrauen ist wie ein vergifteter Brunnen - einer allein kann allen schaden.
    Das wäre für mich ein Zeitpunkt zu entscheiden, die Segel zu streichen oder mich zu wehren.... wer weiß, warum sie sich so verhält.....entweder steht sie unter massiven Druck oder sie ist so'ne frustrierte Beisszange. Letzteres sind nicht einen Funken wert die eigene Arbeitsleistung zu opfern oder gar sich selbst....

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    #6
    Zitat Zitat von Moni70 Beitrag anzeigen
    Das wäre für mich ein Zeitpunkt zu entscheiden, die Segel zu streichen oder mich zu wehren.... wer weiß, warum sie sich so verhält.....entweder steht sie unter massiven Druck oder sie ist so'ne frustrierte Beisszange. Letzteres sind nicht einen Funken wert die eigene Arbeitsleistung zu opfern oder gar sich selbst....
    Ja, das ist es für mich ebenfalls. Und es gilt gut zu überlegen, da derzeit Arbeitsplatz und Aufenthaltsbewilligung noch recht eng miteinander verknüpft sind...

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    Standard immer mehr immer schneller mit immer

    #7
    weniger personal - das credo hier in deutschland wenn man bedenkt, dass menschen für 3,50 brutto im hotelgewerbe arbeiten gehen, dann kann man von denen doch nicht erwarten, dass sie mit einem zur arbeit kommen und dies 8-10 stunden durchhalten sollen . am schnellsten spart man halt am personal. der arbeitsmarkt hat sich radikal in D geändert. ich selbst habe lange jahre in der krankenpflege gearbeitet und mitbekommen wie immer mehr kranke mitmenschen von immer weniger personal zu betreuen war. ich hänge noch immer an meinem beruf, doch leider konnte man gegen diese politik nichts unternehmen. somit habe ich mich fort - und weitergebildet und arbeite jetzt noch immer im gesundheitswesen-aber im büro wenigstens habe ich geregelte zeiten und keine schichtarbeit mehr. auf den mund bin ich nicht gefallen und äussere mich auch zu mißständen- bis dato noch ohne negative folgen. viele menschen jedoch fürchten sich - und oft auch berechtigterweise! was soll man schon auf dem ländlichen gebiet sonst machen??
    meine meinung - dass wir 5.000.000 arbeitslose hatten, war gewollt! schaut euch um - was gibts denn noch für tarifverträge! der BAT wurde hier gekündigt - danke verdi für den tollen neuen tarifvertrag uk - den arbeitnehmern überall in D wurde gedroht - jeder hatte angst um seinen arbeitsplatz und somit entstand diese kultur der verschwiegenheit, mund halten, nicht auffallen, nichts privates im geschäft äussern usw. u. so fort. dann also die verantwortlichen merkten, dass die mentalität jetzt so weit ist, reduzierten sich die arbeitslosen plötzlich wieder. angeblich aufschwung - nur - hat einer von euch davon was im geldbeutel mitbekommen - ich nicht!!! also nur mehr arbeitnehmer in lohn und brot , die jetzt still sind, angst haben, keine gefühle zeigen. DAS IST DEUTSCHLAND - IHR SEIT DEUTSCHLAND - schade eigentlich

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    Standard

    #8
    Zitat Zitat von fichti Beitrag anzeigen
    weniger personal - das credo hier in deutschland wenn man bedenkt, dass menschen für 3,50 brutto im hotelgewerbe arbeiten gehen, dann kann man von denen doch nicht erwarten, dass sie mit einem zur arbeit kommen und dies 8-10 stunden durchhalten sollen . am schnellsten spart man halt am personal. der arbeitsmarkt hat sich radikal in D geändert. ich selbst habe lange jahre in der krankenpflege gearbeitet und mitbekommen wie immer mehr kranke mitmenschen von immer weniger personal zu betreuen war. ich hänge noch immer an meinem beruf, doch leider konnte man gegen diese politik nichts unternehmen. somit habe ich mich fort - und weitergebildet und arbeite jetzt noch immer im gesundheitswesen-aber im büro wenigstens habe ich geregelte zeiten und keine schichtarbeit mehr. auf den mund bin ich nicht gefallen und äussere mich auch zu mißständen- bis dato noch ohne negative folgen. viele menschen jedoch fürchten sich - und oft auch berechtigterweise! was soll man schon auf dem ländlichen gebiet sonst machen??
    meine meinung - dass wir 5.000.000 arbeitslose hatten, war gewollt! schaut euch um - was gibts denn noch für tarifverträge! der BAT wurde hier gekündigt - danke verdi für den tollen neuen tarifvertrag uk - den arbeitnehmern überall in D wurde gedroht - jeder hatte angst um seinen arbeitsplatz und somit entstand diese kultur der verschwiegenheit, mund halten, nicht auffallen, nichts privates im geschäft äussern usw. u. so fort. dann also die verantwortlichen merkten, dass die mentalität jetzt so weit ist, reduzierten sich die arbeitslosen plötzlich wieder. angeblich aufschwung - nur - hat einer von euch davon was im geldbeutel mitbekommen - ich nicht!!! also nur mehr arbeitnehmer in lohn und brot , die jetzt still sind, angst haben, keine gefühle zeigen. DAS IST DEUTSCHLAND - IHR SEIT DEUTSCHLAND - schade eigentlich
    Treffende Beschreibung!

  9. 084ergolding Gast

    Standard

    #9
    Zitat Zitat von Nordlicht Beitrag anzeigen
    ..... Misstrauen ist wie ein vergifteter Brunnen ...Das ist schier zum Verzweifeln!
    Habt Ihr, also Du und Deine Chefin Euch mal Zeit miteinander genommen und genau über diese/deine Sorgen, Unzufriedenheit, Rückschlüsse gesprochen ? Habt Ihr Euch klar gemacht wie die Situaiton miteinander ist, Suche nach der gemeinsamen Bestlösung ?

    Danach ist immer noch Zeit eine richtige Entscheidung zu treffen. Oft sieht man sich in solchen Situaitonen in einer Sackgasse, aber ein offenes Gespräch wie man sich behandelt fühlt, was einen stört, was man vom anderen hält, wie das Klima zwischeneinander ist, wie die Zusammenarbeit ist, hilft ! Warum nicht ?

    Grüße und alles Gute
    Jan

  10. mind Gast

    Standard Ich reduziere das jetzt mal....

    #10
    Zitat Zitat von Moni70 Beitrag anzeigen
    ich wünschte mir mehr Empathie meiner Mitmenschen..... .

    ..auf das, aus meiner Sicht, Wesentliche!

    Genau hier liegt der Knackpunkt und solange die Bereitschaft, sich in die Situation und Motivation des Gegenübers hineinzudenken und zu fühlen fehlt, durchzieht das Empfundene alle Ebenen der Kommunikation und des daraus resultierenden Umgangs miteinander!


 
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