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HURRA, ICH LEBE NOCH

Erstellt von Horst Parlau, 24.10.2005, 17:57 Uhr · 15 Antworten · 2.131 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard HURRA, ICH LEBE NOCH

    #1
    HURRA, ICH LEBE NOCH!!!
    Frei nach dem Buch von Johannes Mario Simmel.

    Hallo Freunde,
    die Motorradsaison 2005 neigt sich langsam dem Ende zu und wenn man den Statistiken glauben mag, haben auch in diesem Jahr wieder einige hundert Bikerkollegen,- und kolleginnen ihre Motorradleidenschaft mit dem Leben bezahlt. Leider ist es auch so, daß fast 70% der Unfälle auf das Fehlverhalten von Autofahrern zurückzuführen ist. Dem Motorradfahrer nutzt dies aber meist herzlich wenig.
    Als Biker ist man wirklich genötigt, den sogenannten "siebten Sinn" zu entwickeln und weit vorausschauend zu fahren. Was macht der Autofahrer an der Kreuzung? Hat er mich gesehen?
    Auch empfinde ich das Verkehrsaufkommen in Deutschland jedes Jahr extremer, so daß ein freies und flüssiges Fahren mit dem Motorrad nur noch auf ausgesuchten Routen möglich ist.
    Wir alle frönen zwar einer wunderschönen, aber auch extrem gefährlichen Freizeitbeschäftigung.

    Wie ist es euch in diesem Jahr ergangen??

    Grüße aus Bamberg
    Horst

  2. Registriert seit
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    Standard

    #2
    Hi Horst,

    im Gegensatz zum letzten Jahr lief dieses Jahr gut.
    Im Bekanntenkreis gab es "nur" eine Karambulage, ohne Verletzte.

  3. Registriert seit
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    #3
    Hallo Horst,
    ich bin zwar "nur" rd. 3000 km in diesem Jahr auf meiner Q in Deutschland gefahren (außerdem hat sie die Saisonzulassung 04-10), aber ich bin kein einziges Mal in eine echt kritische Situation gekommen, habe allerdings als Vorbeifahrender zwei richtig böse Motorrad-Unfälle gesehen. Soweit ich erkennen konnte, waren in beiden Fällen keine BMWs beteiligt, sah eher so aus wie Ninja und Konsorten.
    Gruß aus Bolivien (wo man nicht mal Helme auf dem Mopped trägt).
    Martin

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    #4
    Tja, da hab ich heute erst wieder was echt schlimmes gelesen...
    http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/i...63628/1pgshru/

    Ich persönlich habe meine erste Saison ganz gut überstanden, musste aber auch oft genug feststellen, dass Autofahrer des öfteren Tomaten auf den Augen haben. Und unsere Kühe sind ja nun nicht gerade die kleinsten Maschinen die es gibt.

    Schreckmomente gab es zwei:
    Im Harz komm ich aus ner Kurve raus, da kam Gegenverkehr, die ersten beiden Wagen nebeneinander... Jeder dann so rechts wie möglich, hat gepasst, aber ne Sekunde später, da hätte es gescheppert.

    Dann hab ich meinen Bruder zu nem Kumpel gefahren, da zieht irgendein Benz Fahrer im Gegenverkehr zum Überholen raus. Seit dem weiß ich wieder, wofür der Mittelfinger an der linken Hand ist...

    gruss kelle!

  5. Registriert seit
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    Standard Re: HURRA, ICH LEBE NOCH

    #5
    Zitat Zitat von Horst Parlau
    Leider ist es auch so, daß fast 70% der Unfälle auf das Fehlverhalten von Autofahrern zurückzuführen ist. Dem Motorradfahrer nutzt dies aber meist herzlich wenig.

    Grüße aus Bamberg
    Horst
    Salve beinand,

    natürlich bin auch Ich froh, die Saison unbeschadet beenden
    zu können,aber Horst, machen Wir es mit dem Satz oben
    nicht zu einfach??
    Sicher sind die mehrzahl der Unfälle auf das Fehlverhalten vom Autofahrer zurückzuführen, meine auch nachgelesen zuhaben,
    das die Zahl höher als 70% liegt! Aber würde sich der Motorradfahrer immer an die STVO halten, dazu sag ich nur Geschwindigkeits - begrenzungen einhalten oder überholverbote zu beachten, dann
    könnten davon nochmals 50 % vermieden werden!
    Und, Ich glaube kein Motorradfahrer, egal welches Alters und
    ungeachtet dessen welche Maschine Er fährt, kann von sich behaupten,
    nicht mindestens einmal pro Ausfahrt dagegen verstoßen zuhaben!

  6. Ron
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    Standard

    #6
    Das mit den 70% ist nur die halbe Wahrheit. Die Zahl
    gilt nur für Unfälle mit Gegnern. Alleinunfälle von
    Motorradfahrern werden hier nicht mitgezählt und machen
    etwa 2/3 aller Moppedunfälle insgesamt aus. Insofern gebe
    ich Ludwig Recht, daß man an dieser Zahl ganz sicher
    etwas ändern könnte. Allerdings glaube ich, daß ein im
    Verkehr mitschwimmendes Motorrad stärker gefährdet
    ist, als eines, das sich zügig davonmacht. Denn eine der
    gefährlichsten Sachen überhaupt ist es wohl, von einer
    Dose überholt zu werden (vor allem von rechts).

    Gruß Ron

  7. Registriert seit
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    Standard

    #7
    Meine Saison war ca. 8000 km lang bisher und ich bin hauptsächlich auf Feierabend- oder Wochenendrunden unterwegs gewesen. Die einzigen brenzligen Situationen waren bei Nässe meiner forschen Fahrweise und dem miserablen Grip des Michelin T66X zu verdanken.

    Im Verkehr wollte mich vor 10 Tagen nur eine Fahranfängerin beim Abbiegen abdrängen, das konnte man aber im Ansatz erkennen und eine Vollbremsung half uns beide schadlos zu halten.

    Ich möchte aber dazu noch etwas sagen:
    Ich bin zuletzt desöfteren mit meiner Freundin (Anfängerin) unterwegs, wobei ich vorfahre und sie mir folgt. Sie ist nunmal Anfängerin und trotz 96 PS-Motorrad einfach noch sehr langsam unterwegs. Wie respekt- und hirnlos hier andere Motorradfahrer an uns vorbei und um uns herum fahren, lässt mich manchmal nur noch staunen. Dem einen oder anderen, hätte ich am liebsten an der nächsten Ampel eins aufs Maul gegeben. Wie leichtfertig hier Leben aufs Spiel gesetzt werden (Motorradfahrer UNTEREINANDER wohlgemerkt!), das hätte ich nicht gedacht. Sobald man nicht das Knieschleifer-Tempo geht, ist man Freiwild... so müssen sich oft auch Autofahrer fühlen. Solche Motorradfahrer sind es selbst schuld, wenn sie irgendwo drin, drauf oder drunter landen. Da habe ich keine Spur Mitleid.

  8. Registriert seit
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    #8
    Salve beinad,

    @ Ron, da hast Du wahrlich Recht, mitschwimmen... da wirst Du garnicht richtig wargenommen, somit ist die zügige fortbewegung vorzuziehen!
    @ Andreas, Ich habe es auch schon oft bemerkt, daß Langsamfahrer
    oder Fahranfänger ohne Rücksicht auf Verluste überholt werden, auch ich
    wurde einmal überholt,(obwohl ich bestimmt nicht langsam war, denn ich hatte in der Kurve schon zurudern) Ich wurde sowas von überholt, daß ich fast den überholenden oder besser gesagt er mich abgeschossen hätte! Er ist so knapp an Mir vorbei(rechtkurve kein platz wegen Gegenverkehr) Ich konnte die Mücken auf seinem Visir zählen!!!

  9. Registriert seit
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    #9
    Hallo,

    ich hake das Jahr noch nicht ab. Wenn es einigermaßen trocken ist wird gefahren, gegen Kälte hilft Kleidung.

    Wenn man aber sagt die Saison ist zu ende und der Rückblick startet kommt für mich folgendes raus.

    10.000 KM Freizeitfahrerei, (seit 2.700 km Q12 vorher Honda X11 Streetfighter mit über 140PS) von den 10.000 ca. 2.000 mit meiner grade in das Hobby eingestigenen Frau in front. Kein eigener Unfall, eine lebensmüde Taube, angriff direkt von forrne auf die Schulter, leichte Prellung :shock: , ausgiebige Reinigung der Jacke nötig :? "Resttaube entfernt...

    VORSICHT bei "Empfindlichkeiten"! bitte nicht weiterlesen das ist ein harter Unfallbericht, aber ich muss das auch mal los werden. Irgendwie muss ich mit den Bilder klar kommen. Darüber reden / schreiben hilft mir (ich weiß das klinkt egoistisch aber wer es nicht lesen will oder kann soll das bitte auch lassen!!! Wenn es nicht in das Forum passt schmeißt es raus !


    Ganz schlimmer Unfall bei Rückreise von Weinprobe. Vier Menschen in meinem Wagen. Wir werden bei Oppenheim auf der Bundesstraße von einem Motorrad (Aprilia Pega. 650) überholt, dann überholt uns ein PKW (Mercedes B-Klasse), wir fahren ca 110 auf der Landstraße. Der nächste Ort kommt, vor uns der Mercedes B, davor das Mopped, davor noch ein Auto. Wir sind in diesem Tross durch Oppenheim, Moppedfahrer macht Faxen, linker Schlenker, rechter Schlenker, Gas Bremse Gas Bremse, etc. Ortsschild Oppenheim Ende, Ende der 70 Zone, bergauf zu einer kleine Kuppe, durchgezogene Linie schlechte Sicht nach Forne da auf die Kuppe zu, der Moppedfahrer beginnt den Überholvorgang und der B-Klasse Mercedes hinterher, wir nicht (ich überhole nicht ohnen zu sehen was kommt und über eine durchgezogene Linie). Meine Frau fragt mich "sind die blöd oder sind die blöd?. Wir kommen aud die kleine Kuppe, alle weg um die nächste Ecke, nicht mehr zu sehen, wir vergessen das erlebte. Drei KM weiter, der nächste Ort, Verkehrsberuigung vor der Ortseinfahrt eine Verkehrsinsel mit blauem Pfeil nach rechts ür unsere Fahrspur, Ihr kennt die Dinger mit ein bischen gestrüpp drauf... Auf der Fahrbahn, neben der Verkehrsinsel steht der B-Klasse Mercedes, Warnblinker an, SCH..... Anhalten, auch Wahnblinker an, Meine Frau holt das Wahndreieck und sperrt damit die Fahrbahn hinter uns, ich gehe zum Fahrer der B-Klasse, auf der Verkehrsinsel steht eine BMW K irgendwas mit Fahrer und Sozia die sich garde den Helm abnehmen, hinter denen im Graben neben der Gegenfahrbahn leigt etwas schwarzes mit zwei Rädern, ich frage wo ist der Fahrer ? Alle sagen keine Ahnung ! Die Beifahrer aus meinem Auto sind jetzt auch an der Unfallstelle und wir beginnen den Moppedfahrer zu suchen. Hinter der Leitplanke unserer Fahrbahn finde ich leider etwas, ich kann nicht genau beschreiben wie das eigentlich empfinden für mich war, grüne wiese und mitten drin steht ein Motorradstifel, nicht leer. Das Bild verstehe ich erst nicht, ich suche den Fahrer weiter, an einem kleinen, Baumbesetzten Hang liegt der Rest. Der Mann ist bei Bewusstsein, meine Mittfahrer sind da und wir stabilisieren den Motorradfahrer, binden das Bein ab, er spricht und fragt was passiert ist, nach ca 5 Minuten ist der Notarzt da. Irgendwie will oder kann ich in dem Momment immer noch nicht verstehen was ich da wirklich gesehen oder getan habe, muss wohl ein eigenes Schutzsystem sein (die Bilder haben mich später wieder eingeholt, ich arbeit immer noch daran). Als der Notarzt da war schaue ich mir die Unfallstelle an und rede mit dem Fahrer der B-Klasse. Nach Seiner Aussage ist das Motorrad mit weit über 120 vor Ihm hergefahren, der Moppedfahrer hat teilweise die Füße auf die hinteren Rasten gelegt und sich flach auf das Motorrad gelegt, dann sei er vor das Schild mit dem blauen Pfeil gerast, halb über die Verkehrsinsel geholpert und gegen die Leitplanke geknallt. Das Mopped sei abgeprallt und auf die andere Straßenseite gerutscht und dort in den Graben, der Motorradfahrer sei über die Leitplanke geflogen. Befragung durch die Polizei erfolgt, Zeugenaussage aufgenommen, Motorradfahrer wird mit Trage in Notarztwagen gehoben, der Schuh mit Inhalt wird steril verpackt und auch eingelande. Wir dürfen gehen, steigen in den Wagen, ich fahre Richtung Rüsselsheim (meine Zweitwohnung ist hier, wegen der Arbeit, eigentlich lebe ich bei Cloppenburg in Norddeutschland). Wir gehen noch einen Kaffe trinken, keiner meine Mitfahrer oder ich reden viel, die müssen noch weiter bis nach Cloppenburg, ich bleibe in Rüsselsheim, mit der Ruhe kommen die Bilder und die Abarbeitung. Einen Tag später steht in der Zeitung das der Fahrer (43 Jahre, Vater) mit dem Hubschrauber noch nach Mainz gebracht wurde aber wegen der schweren inneren Verletzungen verstorben sei. Zwei Wochen später muss ich zur Polizei, Zeugenbefragung wegen tötlichem Verkehrsunfall, nebenbei erfahre ich das der Alkoholtest bei dem Motorradfahrer 2,3 Promille Blutalkohol ergeben hat. Und ? Was ändert das? Ich werde die Bilder nie wieder richtig los, der Typ ist tot, keine Versicherung zahlt. Ich fahre nach wie vor Mopped, meine Frau auch. Ich fahre seit dem Tag irgendwie anders, mit Alkohol bin ich noch nie gefahren heute bin ich aber dfinitiv langsamer unterwegs.

    Fahrt besonnen, egal wann und wo, auch wenn die Hand juckt !

  10. Registriert seit
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    Standard

    #10
    Geschichten in der Art höre ich immer wieder mal. Meine Freundin ist ehrenamtlich im Rettungsdienst am Nürburgring. Wenn auf der Strecke nichts passiert und schwere Unfälle im Umkreis geschehen, müssen sie auch da schon mal hin. Was da für Sachen passieren...

    Ihr letzter Motorradunfall war ein ZX-9r Fahrer, der mit ca. 130 Km/h frontal in einen Rentner-Opel reingeballert ist. Er hatte alle Gliedmaßen noch an sich, aber war innerlich derartig zertrümmert, dass er in der Uni-Klinik Bonn am nächsten Tag verstorben ist. Meine Freundin hat ihn 2 Stunden lang versorgt, der Hubschrauber hat so lange gebraucht. Ich habe tiefsten Respekt vor Menschen wie meiner Freundin die sich dieses Leid und diese Arbeit freiwillig für eine Aufwandsentschädigung geben. Ohne diese Menschen wäre - mal nebenbei bemerkt - das Rettungssystem in Deutschland am Boden. Besonders Motorradfahrer sollten darüber mal nachdenken, denn ohne die freiwillige Arbeit vieler Tausend Rettungssanitäter und -Assistenten würde die Versorgung ganz anders aussehen.


 
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