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Ist das noch Notwehr?

Erstellt von Clamshell, 07.11.2009, 10:06 Uhr · 81 Antworten · 5.507 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #31
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    Notwehrüberschreitung
    auch Notwehrexzeß; das Hinausgehen über das in einer Notwehrlage objektiv erforderliche Maß an Verteidigung. Es ist nicht mehr durch die ursprüngliche Notwehrlage gerechtfertigt. Nur, wer die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken überschreitet, wird nicht bestraft. Dabei entfällt aber nur die (persönliche) Schuld des Täters, nicht die (objektive) Rechtswidrigkeit, so daß gegen eine Notwehrüberschreitung wiederum Notwehr zulässig ist.
    Interessant, werde mich zukünftig nur mit meinen Anwälten im freien Raum bewegen. Im Falle eines Angriffs kann ich mich dann in Ruhe beraten lassen, was ich am besten unternehme. Damit sind dann auch jeglichen Falschentscheidungen ausgeschlossen, die in besonderen Situation unter extremen Stress entstehen können. Jetzt muss ich nur noch die Frage des Honorars für die Anwälte klären.

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    #32
    Der §10 (kleiner Waffenschein) Bezieht sich auf Schusswaffen / Schreckschusswaffen. Aber selbst mit dem kl. Waffenschein ist es immer noch verboten die Dinger mit zu öffentlichen Veranstaltungen zu nehmen. Ausser Brauchtumspflege etc.

    Ich glaube mit Notwehr Exzess wäre er problemlos durchgekommen, wenn er nach der "Tat" die Polizei gerufen hätte.
    Abgesehen davon vertrete ich die Meinung, wenn mir einer an die Wäsche will verteidige ich mit den Mitteln die mir zu Verügung stehen. Wobei das effektifste Mittel natürlich bevorzugt genommen würde.

    Zum Thema Notwehr: Es gilt immer noch die alte John Wayne Regel, niemals in den Rücken.

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    #33
    Zitat Zitat von Roter Oktober Beitrag anzeigen
    Jetzt muss ich nur noch die Frage des Honorars für die Anwälte klären.

    Was aber wieder eine Notwehr Reaktion von dir hervorrufen könnte! Weil das ist ja ein Angriff auf eines deiner wichtigen Güter!

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    #34
    Zitat Zitat von lemmi+Q Beitrag anzeigen
    Ich glaube mit Notwehr Exzess wäre er problemlos durchgekommen, wenn er nach der "Tat" die Polizei gerufen hätte..
    Das ist für einen Notwehrexzeß nicht notwendig, weil für dessen Beurteilung irrelevant.
    In diesem speziellen Fall wird vorher abzuklären sein, ob für ihn überhaupt eine Notwehrsituation vorlag, denn nur dann kann er einen Exzeß begehen.
    Wenn dies vom Gericht bejaht wird, ist anschließend zu klären, ob sein "Handeln" ein aus der Not (Angst, Verwirrung,, Schrecken) heraus begangene Überschreitung der Notwehr ist oder eben eine rechtswidrige Tat, für die er die volle Verantwortung übernehmen muß.

    Ich sehe genau hier das Problem dieses Falles, da er auf ein relativ "harmloses" Schubsen als körperlich deutlich überlegener Mann bereits durch Zustechen mit einem Messer in die Halsgegend des (ursprünglichen) Täters reagierte. Genau das legte ihm das Gericht wohl zu seinen Ungunsten aus.
    Ich möchte das nicht werten, da man hierzu wirklich den absolut genauen Tathergang kennen müßte.
    Im übrigen soll das Wort harmlos oben keinesfalls eine Wertung darstellen, sie soll nur zeigen, dass es beinah unendlich viele Stufen der körperlichen Gewalt gibt.

    Man kann auf so ein anpöbeln/schubsen auch mit weglaufen reagieren! Damit ist die Situation auch bereinigt.
    Tiger

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    #35
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    Das ist für einen Notwehrexzeß nicht notwendig, weil für dessen Beurteilung irrelevant.
    In diesem speziellen Fall wird vorher abzuklären sein, ob für ihn überhaupt eine Notwehrsituation vorlag, denn nur dann kann er einen Exzeß begehen.
    Wenn dies vom Gericht bejaht wird, ist anschließend zu klären, ob sein "Handeln" ein aus der Not (Angst, Verwirrung,, Schrecken) heraus begangene Überschreitung der Notwehr ist oder eben eine rechtswidrige Tat, für die er die volle Verantwortung übernehmen muß.

    Ich sehe genau hier das Problem dieses Falles, da er auf ein relativ "harmloses" Schubsen als körperlich deutlich überlegener Mann bereits durch Zustechen mit einem Messer in die Halsgegend des (ursprünglichen) Täters reagierte. Genau das legte ihm das Gericht wohl zu seinen Ungunsten aus.
    Ich möchte das nicht werten, da man hierzu wirklich den absolut genauen Tathergang kennen müßte.
    Im übrigen soll das Wort harmlos oben keinesfalls eine Wertung darstellen, sie soll nur zeigen, dass es beinah unendlich viele Stufen der körperlichen Gewalt gibt.

    Man kann auf so ein anpöbeln/schubsen auch mit weglaufen reagieren! Damit ist die Situation auch bereinigt.
    Tiger
    Markus, ich glaub das verhält sich anders, der BGH hebt ja so ein Urteil nicht einfach auf, da steckt schon mehr dahinter. Schauen mer mal was bei dem neuen Prozess rauskommt.

    Weglaufen halt ich nur bedingt für richtig, es stärkt auch den Gegner und kann ihn auch ermuntern weiter zumachen.

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    #36
    Auch ich würde meine Familie auf jede nur erdenkliche Art und Weise schützen die ich zur Verfügung hätte.
    Ich finde es traurig was man hört und lesen muß wie in diesem Lande mit den Rechten und Pflichten umgegangen wird.
    Warum wird der Staat damit nicht fertig ?
    Prügelt doch all den Haß und Boshaftigkeit aus den Rabauken raus...ich helfe gern mit

  7. Registriert seit
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    #37
    Klar, ohne Notwehr kein Exzess. Ich habe es so verstanden das die Notwehr schon gegeben war, man ihm aber das nicht einhalten der Verhältnissmäßigkeit vorgeworfen hat.

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    #38
    Zitat Zitat von Roter Oktober Beitrag anzeigen
    Markus, ich glaub das verhält sich anders, der BGH hebt ja so ein Urteil nicht einfach auf, da steckt schon mehr dahinter. Schauen mer mal was bei dem neuen Prozess rauskommt.

    Weglaufen halt ich nur bedingt für richtig, es stärkt auch den Gegner und kann ihn auch ermuntern weiter zumachen.
    Lies doch einfach die Begründung des BGH. Der sagt klar, dass Sven zu Recht wegen vers. Totschlags verurteilt wurde, weil er sein Notwehrrecht eindeutig überschritten hat. Sie sind nur mit der Höhe der Bestrafung nicht einverstanden, weil die strafmildernden Umstände nicht genügend berücksichtigt wurden.
    Zitat:
    Sven G.s Anwälte legten Revision gegen das Urteil ein - und der Bundesgerichtshof (BGH) hob die Entscheidung über die Strafhöhe auf. Der 1. Senat des BGH stimmte zwar zu, dass G. sein Notwehrrecht mit dem Messerstich in den Hals eindeutig überschritten hat und zu Recht wegen versuchten Totschlags verurteilt worden ist. Die Bundesrichter befanden aber auch, dass die strafmildernden Umstände zu wenig berücksichtigt wurden.

    Bei einem neuen Urteil wird er ebenfalls wegen vers. Totschlags verurteilt werden, da mach ich mir keine Illusionen und ich denke das ist auch richtig. Über die Höhe des Strafmaßes kann man geteilter Meinung sein.

    Im übrigen ist weglaufen immer eine Option, wenn man dadurch eine körperl. Auseinandersetzung vermeiden kann. Oder laut um Hilfe schreien oder oder....

    @Klaus
    am meisten hilfst du deiner Familie, wenn du nicht im Knast sitzt!!! wir sind hier nicht im wilden Westen.
    Tiger

  9. Registriert seit
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    #39
    @Ampertiger
    ... dann sind wir aber doch wieder beim Notwehr Exzess. Das Recht zur Notwehr wurde doch bestätigt?!

  10. Registriert seit
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    #40
    Zitat Zitat von lemmi+Q Beitrag anzeigen
    @Ampertiger
    ... dann sind wir aber doch wieder beim Notwehr Exzess. Das Recht zur Notwehr wurde doch bestätigt?!
    nee eben nicht, weil er den Notwehrexzeß (und dadurch Straffreiheit)
    durch die Art und Weise wie er reagiert hat, nicht in Anspruch nehmen kann.
    Er hat als älterer, körperlich deutlich überlegener Mann auf das schubsen reagiert, indem er dem Angreifer gleich das Messer in den Hals sticht. Das war als vers. Totschlag zu werten.

    Er wäre vermutlich mit Notwehrexzeß davon gekommen, wenn er nicht in den Hals sondern in den Arm gestochen hätte (um den Angreifer eben angriffsunfähig zu machen) oder eben seine Fäuste verwendet hätte.
    Ich denke wir meinen schon das selbe, reden aber irgendwie aneinander vorbei.


 
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