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jo die Schweiz, andere Länder andere Sitten

Erstellt von HvG, 30.11.2009, 19:34 Uhr · 102 Antworten · 7.323 Aufrufe

  1. Chefe Gast

    Standard

    #21
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    ...
    Nicht die Intoleranz soll gerechtfertigt werden, diese Umfrage zeigt, dass wir Deutsche tendenziell viel toleranter sind als wir selber glauben und auch toleranter als die, denen wir unsere Toleranz darbieten.
    Jaaa, da könnte wohl was dran sein...
    Es könnte aber auch ganz einfach so sein, dass das, was wir als Toleranz wahrnehmen bis zu einem gewissen Grad Wurschtigkeit ist und das ist ein gewaltiger Unterschied.
    Tolerant bin ich bewusst und kann das argumentieren, bei Wurschtigkeit muss ich mich an einem bestimmten Punkt plötzlich für eine Richtung entscheiden und ohne ausreichend fundierte, eigene Meinung kann ich das gar nicht - ich renne dann dem erst besten Argument hinterher...

    Was ich auch nicht so ganz unterschreiben kann, ist die Auffassung, bei uns dürfen die anderen alles, wir aber dort nix - dem Polt sein Gerhard hat schon vor 20 Jahren erkannt, dass der Michel das ja gar nicht will, im Gegenteil, er versucht sein Umfeld in der Fremde mit allen Mitteln seiner gewohnten heimatlichen Lebensweise anzupassen und da sind wir doch noch viel extremer, als alle fremdländischen Mitmenschen bei uns

  2. MHL
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    Standard

    #22
    Ein paar Zeilen, die einfach mal zum Nachdenken anregen sollen:

    Vor vielen Jahren habe ich für viele Jahre als Deutscher im Ausland gewohnt. Wie das so mit den meisten Deutschen im Ausland ist, rotten sie sich zu kleinen Kolonien zusammen. Es gibt dort dann meistens deutsche Bäcker, deutsche Metzger, deutsche ....
    Und natürlich gab es auch eine deutsche Kirchengemeinde und die hatte natürlich auch einen Versammlungs- und/oder Gebetsraum. Sie hätten sicher auch eine eigene Kirche gehabt, wenn die Gemeinde groß genug gewesen wäre. Die Unterstützung der Kirchenorganisation im fernen Deutschland war ihnen sicher, immerhin zahlte der deutsche Steuerzahler sogar den Pastor.

    Vor vielen Jahren kam ein türkischer Staatsangehöriger nach Deutschland. Wie das so mit den meisten Türken in Deutschland ist, rotten sie sich zu türkischen Kolonien zusammen. Es gibt dort dann türkischen Döner, türkische Teestuben, türkische Supermärkte, türkische ....
    Und natürlich gibt es auch eine türkische Glaubensgemeinschaft und die hat natürlich auch einen Versammlungs- und/oder Gebetsraum. Sie könnten sich auch eine Moschee bauen, wenn sie genug Gemeindemitglieder wären. Die Unterstützung der türkischen Heimatgemeinde wäre ihnen sicher, immerhin bezahlen sie ja auch den Imam der Gemeinde.

    Die Deutschen waren oberflächlich willkommen. Oberflächlich deshalb, weil sie im Vergleich zu den Einheimischen wohlhabend waren. Oberflächlich deshalb, weil die Deutschen den Einheimischen gegenüber eine gewisse Arroganz zeigten. Oberflächlich deshalb, weil kein Wille vorhanden war sich zu integrieren.

    Die Türken waren oberflächlich willkommen. Oberflächlich deshalb, weil sie im Vergleich zu den Einheimischen nicht wohlhabend waren. Oberflächlich deshalb, weil die Türken gegenüber den Deutschen eine gewisse Distanz hielten. Oberflächlich deshalb, weil kein echter Wille da war sich zu integrieren.

    Und jetzt die entscheidenden Fragen:

    • Was unterscheided Deutsche und Türken ?
    • Was hat das mit Religion zu tun ?

    Viel Spaß beim Nachdenken.

  3. Registriert seit
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    Standard

    #23
    Zitat Zitat von Chefe Beitrag anzeigen
    Jaaa, da könnte wohl was dran sein...
    Es könnte aber auch ganz einfach so sein, dass das, was wir als Toleranz wahrnehmen bis zu einem gewissen Grad Wurschtigkeit ist und das ist ein gewaltiger Unterschied.:
    das denke ich nicht, weil das impliziert, dass wir wurschtig sind, weil unsere Abstimmungsverhalten tolerant ist und umgekehrt.
    ich denke,dass es eine Tendenz zeigt, nämlich die, dass wir nicht so intolerant sind, wie immer dargestellt.

    Zitat Zitat von Chefe Beitrag anzeigen
    er versucht sein Umfeld in der Fremde mit allen Mitteln seiner gewohnten heimatlichen Lebensweise anzupassen und da sind wir doch noch viel extremer, als alle fremdländischen Mitmenschen bei uns
    das war aber nicht das Thema.

  4. Baumbart Gast

    Standard

    #24
    Was wohl bei einer Volksabstimmung in der Schweiz raus käme, wenn gefragt würde, ob die schweizer Banken die Gelder islamischer oder gar islamistischer Organisationen noch verwalten dürfen.

  5. Registriert seit
    17.05.2007
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    Standard

    #25
    Zitat Zitat von MHL Beitrag anzeigen
    Und jetzt die entscheidenden Fragen
    Was unterscheided Deutsche und Türken ?
    Nichts, beide versuchen in ihrer Heimat ihre kulturelle Eigenständigkeit und Identität bewahren, das ist doch nicht schlimm, sondern normal.

  6. Chefe Gast

    Standard

    #26
    Zitat Zitat von MHL Beitrag anzeigen
    Ein paar Zeilen, die einfach mal zum Nachdenken anregen sollen:

    Vor vielen Jahren habe ich für viele Jahre als Deutscher im Ausland gewohnt. Wie das so mit den meisten Deutschen im Ausland ist, rotten sie sich zu kleinen Kolonien zusammen. Es gibt dort dann meistens deutsche Bäcker, deutsche Metzger, deutsche ....
    Und natürlich gab es auch eine deutsche Kirchengemeinde und die hatte natürlich auch einen Versammlungs- und/oder Gebetsraum. Sie hätten sicher auch eine eigene Kirche gehabt, wenn die Gemeinde groß genug gewesen wäre. Die Unterstützung der Kirchenorganisation im fernen Deutschland war ihnen sicher, immerhin zahlte der deutsche Steuerzahler sogar den Pastor.

    Vor vielen Jahren kam ein türkischer Staatsangehöriger nach Deutschland. Wie das so mit den meisten Türken in Deutschland ist, rotten sie sich zu türkischen Kolonien zusammen. Es gibt dort dann türkischen Döner, türkische Teestuben, türkische Supermärkte, türkische ....
    Und natürlich gibt es auch eine türkische Glaubensgemeinschaft und die hat natürlich auch einen Versammlungs- und/oder Gebetsraum. Sie könnten sich auch eine Moschee bauen, wenn sie genug Gemeindemitglieder wären. Die Unterstützung der türkischen Heimatgemeinde wäre ihnen sicher, immerhin bezahlen sie ja auch den Imam der Gemeinde.

    Die Deutschen waren oberflächlich willkommen. Oberflächlich deshalb, weil sie im Vergleich zu den Einheimischen wohlhabend waren. Oberflächlich deshalb, weil die Deutschen den Einheimischen gegenüber eine gewisse Arroganz zeigten. Oberflächlich deshalb, weil kein Wille vorhanden war sich zu integrieren.

    Die Türken waren oberflächlich willkommen. Oberflächlich deshalb, weil sie im Vergleich zu den Einheimischen nicht wohlhabend waren. Oberflächlich deshalb, weil die Türken gegenüber den Deutschen eine gewisse Distanz hielten. Oberflächlich deshalb, weil kein echter Wille da war sich zu integrieren.

    Und jetzt die entscheidenden Fragen:

    • Was unterscheided Deutsche und Türken ?
    • Was hat das mit Religion zu tun ?


    Viel Spaß beim Nachdenken.
    Jaaa, so mag ich das!
    Anstöße zur Ankurbelung des Denkapparates, zur bewussten Auseinandersetzung mit einem alltäglichen und trotz Tigers Bedenken manchmal von Wurschtigkeit geprägten Umgang mit dem Nachbar und dessen Bedürfnissen.

    Trotz Globalisierung und Nachrichten, die aus jedem Winkel der Erde in Sekunden an jeden Winkel der Erde gelangen haben wir (im Sinne von fast allen!) nicht gelernt, uns mit dem Anders-Sein sinnvoll auseinanderzusetzen. Wir sind Weltmeister im Nachplappern mundgerecht servierter Aussagen...

    Kleine Einschränkung: es gibt sicher noch einige solche wie uns, die wir hier diskutieren, aber zu wenige davon versuchen auch mal öffentlich zu werden und manch skurrile "offizielle" Meinung wieder geradezurücken

  7. LGW Gast

    Standard

    #27
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    Da hast mich aber gründlich mißverstanden und diese Umfrage auch.

    Nicht die Intoleranz soll gerechtfertigt werden, diese Umfrage zeigt, dass wir Deutsche tendenziell viel toleranter sind als wir selber glauben und auch toleranter als die, denen wir unsere Toleranz darbieten.
    Wie ich schon sagte: ein "bisschen tolerant" geht nicht. Also auch nicht mehr oder weniger tolerant. Was hat die Frage, ob ein Türke in der Türkei tolerant ist damit zu tun, wie tolerant ICH (oder jeder andere) ist? Oder, was haben 28% intolerante deutsche damit zu tun

    Hier wird ja schon eine Verallgemeinerung versucht, oder eine Rechtfertigung, nach dem Motto "ein bisschen Intoleranz hier ist OK, weil insgesamt sind wir ja "relativ tolerant"" - oder nicht?

    Das die Deutsche Bevölkerung im Schnitt schon weit gekommen ist auf dem Weg der liberalen Betrachtung der Mitmenschen im In- und Ausland ist ja absolut richtig, und das ist auch toll. Aber wie gesagt: ein bisschen (in)tolerant geht nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Wie Schwanger, halt

    Nichts, beide versuchen in ihrer Heimat ihre kulturelle Eigenständigkeit und Identität bewahren, das ist doch nicht schlimm, sondern normal.
    Hm, frag' mal die ganzen Türken in Deutschland, was ihre "Heimat" ist...

    Was Heimat überhaupt ist. Wie gesagt, alles südlich des Harzes ist für mich gelebter Wahnsinn.

    Ich kenne keine "deutsche" Kultur, keine "westliche Heimat". Ich kenne Dagebüll, ich kenne den Blick aus meinen Fenster, wo ich heute schon weiss wer Sonntag zum Essen kommt. Schon 200km südlich ist alles ganz anders, und das ist auch toll so.

    Aber diese angebliche "Identifikation mit Kultur" ist nicht statisch, sondern veränderlich, auch das ist gut. Die Landschaft bleibt, die Menschen verändern sich. Für mich definiert sich Heimat aus den klimatischen und geografischen Bedingungen. Bei ständigem Nebel ist es doch kein Wunder, wenn ein zweistündiger Frühshoppen mit einem Wortschatz von 3 Worten ("Moin", "jou", "Proust") auskommt. Und wenn dann eine ein Minarett aufstellt, ja meinetwegen.

    Was ich hingegen nicht toleriere, ist Intoleranz. Und das ist dann auch das eigentliche Problem, wenn bspw. Frauenrechte mit Füßen getreten werden. Und SOLCHE Sachen muss man dann auch wieder diskutieren und kritisieren dürfen!

    Aber selbst die kath. Kirche ist doch im höchsten Maße Frauenfeindlich (und Männerfeindlich)...

  8. Registriert seit
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    10.725

    Standard Mündig

    #28
    Zitat Zitat von HvG Beitrag anzeigen
    Schweizer gegen Minaretten

    okay bei uns wirds das nicht geben, da wir ja nicht mündig sind aber mich würde es echt interessieren was bei uns in Deutschland rauskäme, wenn es einen Volksentscheid über dieses Thema geben würde
    sind wir sicher, aber das populistische Instrument einer Volksabstimmung (der übrigens so leicht lenkbar ist wie eine Stammtischdiskussion) ist bei uns nicht angedacht.
    Der Volksentscheid schon.(klingt nur so ähnlich, is aber was anderes.)

    Wenn es sowas wie in der Schweiz hier geben würde, käm mit Sicherheit das selbe heraus. Die Angst der Bevölkerung vor fremdem und aufgebauscht bedrohlichem wie dem Islamismus (der wie in allen Religionen nur in seiner extremen Art überhaupt eine Bedrohung ist) ist so leicht lenkbar.

    Da wirft ein extremes Grüppchen der anderen coleur einfach im Vorfeld mal ein paar Stichworte wie Dschihad, 9/11 usw in die Menge und schon ist sowas wie in der Schweiz die Folge.

    Die Schweizer haben sich und der Demokratie damit aus meiner Sicht einen Bärendienst erwiesen.
    Kirchtürme oder Minarette soll und muss es geben. Die Zahl beider Türme sollte begrenzbar sein. DAS wäre eine demokratische Lösung.

  9. Chefe Gast

    Standard

    #29
    Also dann einigen wir uns doch darauf, das wir (die hier schreiben) so tolerant sind, einen Menschen samt seiner Kultur so zu nehmen, wie er ist, vorausgesetzt er erfüllt unsere Vorstellungen (Punkt!)

    Öööhh, welche Vorstellungen denn und in wie weit müssen die erfüllt werden

    Wenn man's genau betrachtet, ist es richtig schwer, dauerhaft und funktionierend gegensätzliche Kulturen unter einen Hut zu bringen. Das geht wohl nur, wenn jeder ein Stück zum anderen rückt und das wiederum bedeutet auch Verzicht.
    Und wer verzichtet schon freiwillig

    Für die Schweiz könnte das bedeuten, das Minarett zu bauen ist eher ein architektonisches denn ein politisches, von dort oben Gebetsalarm zu verbreiten wohl ein gesellschaftliches und dass im Keller der Minarette Bomben gebastelt werden ein zu vernachlässigendes Problem

  10. Registriert seit
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    Standard

    #30
    Zitat Zitat von Chefe Beitrag anzeigen
    Jaaa, so mag ich das!
    Anstöße zur Ankurbelung des Denkapparates, zur bewussten Auseinandersetzung mit einem alltäglichen und trotz Tigers Bedenken manchmal von Wurschtigkeit geprägten Umgang mit dem Nachbar und dessen Bedürfnissen.:
    na was ist denn an so 70er Jahre, leicht spontipsychologischerzieherisch angehauchten, ausgedachten Vergleich so klasse?
    Der Ausdenker dieses Vergleiches, den ich vor sicher 20Jahren schonmal wo gelesen hab, ist mit seiner Intention so leicht zu durchschauen.

    und wieso wird davon ausgegangen, dass diejenigen die nicht dieser Meinung sind, wurschtig sind oder gleich intolerant?
    vielleicht sind sie nur anderer Meinung!
    Wenn ich diese Umfrage im Focus und deren Aussagen für bare Münze nehme, dann tue ich das sowohl bei den befragten Deutschen, wie auch bei den Türken.


 
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