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Ergebnis 31 bis 40 von 466

Kommt der wirtschaftliche Super-Gau?

Erstellt von mind, 11.12.2008, 20:13 Uhr · 465 Antworten · 22.643 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard

    #31
    So wie ich den Dr. Senf verstanden habe, wird in BWL genau das gelehrt, was die Finanzjongleure und Banker seit Jahren durchziehen und was zwangsläufig zur Explosion führen muss.
    Der BWL-Spezialist hat die Aufgabe für sein Unternehmen möglichst viel Gewinn zu erzielen.
    Was er damit volkswirtschaftlich riskiert oder gar kaputt macht, geht ihn nichts an, ist nicht sein Aufgabengebiet.

    Ein Volkswirtschaftler aber sollte das Ganze im Blick haben.

    Der Dr. Senf zeigt drei große Mißstände in unserer Geldwirtschaft auf, die nicht gut sein können und die entweder in eine Geldentwertung in nie gekanntem Maße enden müssen oder in einem Krieg.

    Er hält das ganze System von Grund auf für krank, da Zinsen und Zinseszinsen nur an "die Reichen" gezahlt werden können, wenn auf der anderen Seite Andere Schulden machen und dafür noch mehr Zinsen zahlen. Durch die Zinseszinsen wächst das Kapial aber nicht linear sondern in einer Parabel, während aber das Sozialprodukt nur langsam wächst. Allein schon aus diesem Grund kann der Staat nie seine Schulden bezahlen und auch die Zinsen sind nicht mehr finanzierbar.
    Dass der Staat jetzt nochmal Schulden (in Milliardenhöhe) macht, schiebt die Explosion nur kurzfristig nach hinten während auf der Gläubigerseite extrem hohe Zinsen als Guthaben anfallen.

    Zweiter wichtiger Punkt ist ihm die Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Geschäftsbanken. Dazu verwenden diese angeblich Giralgelder - Buchgelder- die nicht tatsächlich existieren.
    Wenn ein Kunde 100 € in Bar auf sein Girokonto einzahlt, dann gehen die Banken wohl davon aus, dass das Geld zumindest eine Zeit dort bleibt.
    Im Vertrauen darauf, verleiht die Bank dieses Giralgeld an Kreditnehmer zu höheren Zinsen, obwohl der Einzahler jederzeit durch Onlineüberweisung oder Barabhebung am Automat jederzeit seine 100,-- € zurückholen kann.
    Angeblich wird dieses Giralgeld, das regelmässig auf den Girokonten liegt mit dem Faktor 10 verliehen - man lässt es arbeiten - Das würde heissen, die Bank hat kurzfristig 100 € und verleiht davon 1000,-- €, um noch mehr Zinsen zu kassieren. Das nennt er Geldschöpfung aus dem Nichts.

    Dann frägt er, warum die Zentralbanken "frei" sein müssen. Unkontrolliert?
    Auch nicht dem Staat unterworfen?
    Für die amerikanische FED - "Federal Reserve" Zentralbank versucht er nachzuweisen, dass diese lediglich ein Zusammenschluss der grössten Banken in USA ist und dass diese als Interessenvertretung der Banken nicht im Sinne des Volkes oder des Staates handelt, sondern ausschließlich im Sinne der Banken. Der Name "Federal" sei eine gewollte Täuschung, da sie keineswegs vom Senat gelenkt oder kontrolliert sei.
    Er nennt auch einige der Gründungsmitglieder beim Namen, aber dafür wird er als Antisemit bezeichnet.....

    Der Prof. kann nicht nachvollziehen, wie der Staat, egal ob USA, England oder anderswo das Ruder aus der Hand geben kann und sich von den Banken so abhängig machen kann, dass er erpressbar ist.

    Wenn man vergleicht, was die Banken und jetzt die Autoindustrie mit den Staatskassen derzeit machen, ist das nichts anderes als Erpressung.
    Wenn ich höre, dass ein Milliardär Merk (Ratiopharm) mit Entlassungen droht, wenn der Staat nicht einspringt.....

    Das Wort Bürger kommt laut Dr. Senf von Bürge. Der Bürge Bürger zahlt die Bürgschaft, in dem der Staat (alle Bürger) die Geldgier der Gläubiger befriedigen sollen und wohl auch müssen.

    Ich kann das lange nicht so gut in ein paar Sätzen erklären, wie der Prof. das in zwei Stunden in verständlichen Worten erklärt. Daher wäre es sinnvoll, sich sein Interview anzuhören.

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    Standard Der Bürger!

    #32
    Darf wie immer alles ausbaden, was andere vergeigt haben! Ich habe noch keinen von den Spekulanten oder Topmanagern gesehen die Ihre Summen zurückzahlen die sie verspekuliert haben! Nein, da kommt dann das Finanzpaket ganz gut und zur rechten Zeit vom Staat! Wer zahlt das ? WIR!
    Jammern! Ich jammere nicht! Ich sage die Wahrheit! Aber der, der seinen Lieben sagen muß, er hat Kurzarbeit und bekommt deshalb am Monatsende weniger raus, der wird jammern! Und das zu recht! Wenn er noch ein paar Kinder hat oder ein paar Zahlungen wird er bestimmt sehr erbaut darüber sein, das der Staat den Banken so tolle zugeständnisse macht!

  3. Registriert seit
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    #33
    Zitat Zitat von peter-k Beitrag anzeigen
    Der moderne Manager
    - arbeitet in erster Linie in die eigene Tasche
    - findet sich auf dem Golfplatz oder im Schosse von ..... besser zurecht als bei der Unternehmensleitung
    - vereehrt Marketing weil seine Technikerabteilungen und Zulieferer nicht viel bringen ... nachdem Unternehmensberater, Finanzdirektor und Personalchef da durchgegangen sind.

    Da sitzt die Wurzel des Uebels. Alles andere sind nur die Folgen.

    Richtig! Ich schreib jetzt nicht was ich mir über diese Personen denke!!!!

  4. Registriert seit
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    #34
    Noch was!
    Wo ist eigentlich das ganze Geld hin? Sitzt da irgendwo einer im Keller eines Hauses oder im Keller einer Bank und zündet die Scheine an?

  5. mind Gast

    Standard Hi....

    #35
    Zitat Zitat von Raubritter Beitrag anzeigen
    So wie ich den Dr. Senf verstanden habe, wird in BWL genau das gelehrt, was die Finanzjongleure und Banker seit Jahren durchziehen und was zwangsläufig zur Explosion führen muss.
    Der BWL-Spezialist hat die Aufgabe für sein Unternehmen möglichst viel Gewinn zu erzielen.
    Was er damit volkswirtschaftlich riskiert oder gar kaputt macht, geht ihn nichts an, ist nicht sein Aufgabengebiet.

    Ein Volkswirtschaftler aber sollte das Ganze im Blick haben.

    Der Dr. Senf zeigt drei große Mißstände in unserer Geldwirtschaft auf, die nicht gut sein können und die entweder in eine Geldentwertung in nie gekanntem Maße enden müssen oder in einem Krieg.

    Er hält das ganze System von Grund auf für krank, da Zinsen und Zinseszinsen nur an "die Reichen" gezahlt werden können, wenn auf der anderen Seite Andere Schulden machen und dafür noch mehr Zinsen zahlen. Durch die Zinseszinsen wächst das Kapial aber nicht linear sondern in einer Parabel, während aber das Sozialprodukt nur langsam wächst. Allein schon aus diesem Grund kann der Staat nie seine Schulden bezahlen und auch die Zinsen sind nicht mehr finanzierbar.
    Dass der Staat jetzt nochmal Schulden (in Milliardenhöhe) macht, schiebt die Explosion nur kurzfristig nach hinten während auf der Gläubigerseite extrem hohe Zinsen als Guthaben anfallen.

    Zweiter wichtiger Punkt ist ihm die Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Geschäftsbanken. Dazu verwenden diese angeblich Giralgelder - Buchgelder- die nicht tatsächlich existieren.
    Wenn ein Kunde 100 € in Bar auf sein Girokonto einzahlt, dann gehen die Banken wohl davon aus, dass das Geld zumindest eine Zeit dort bleibt.
    Im Vertrauen darauf, verleiht die Bank dieses Giralgeld an Kreditnehmer zu höheren Zinsen, obwohl der Einzahler jederzeit durch Onlineüberweisung oder Barabhebung am Automat jederzeit seine 100,-- € zurückholen kann.
    Angeblich wird dieses Giralgeld, das regelmässig auf den Girokonten liegt mit dem Faktor 10 verliehen - man lässt es arbeiten - Das würde heissen, die Bank hat kurzfristig 100 € und verleiht davon 1000,-- €, um noch mehr Zinsen zu kassieren. Das nennt er Geldschöpfung aus dem Nichts.

    Dann frägt er, warum die Zentralbanken "frei" sein müssen. Unkontrolliert?
    Auch nicht dem Staat unterworfen?
    Für die amerikanische FED - "Federal Reserve" Zentralbank versucht er nachzuweisen, dass diese lediglich ein Zusammenschluss der grössten Banken in USA ist und dass diese als Interessenvertretung der Banken nicht im Sinne des Volkes oder des Staates handelt, sondern ausschließlich im Sinne der Banken. Der Name "Federal" sei eine gewollte Täuschung, da sie keineswegs vom Senat gelenkt oder kontrolliert sei.
    Er nennt auch einige der Gründungsmitglieder beim Namen, aber dafür wird er als Antisemit bezeichnet.....

    Der Prof. kann nicht nachvollziehen, wie der Staat, egal ob USA, England oder anderswo das Ruder aus der Hand geben kann und sich von den Banken so abhängig machen kann, dass er erpressbar ist.

    Wenn man vergleicht, was die Banken und jetzt die Autoindustrie mit den Staatskassen derzeit machen, ist das nichts anderes als Erpressung.
    Wenn ich höre, dass ein Milliardär Merk (Ratiopharm) mit Entlassungen droht, wenn der Staat nicht einspringt.....

    Das Wort Bürger kommt laut Dr. Senf von Bürge. Der Bürge Bürger zahlt die Bürgschaft, in dem der Staat (alle Bürger) die Geldgier der Gläubiger befriedigen sollen und wohl auch müssen.

    Ich kann das lange nicht so gut in ein paar Sätzen erklären, wie der Prof. das in zwei Stunden in verständlichen Worten erklärt. Daher wäre es sinnvoll, sich sein Interview anzuhören.

    ...eine sehr gute Kurzfassung, die Du da zusammengestellt hast!!!

    Respekt!

    Dennoch, ich bin sicher, wer nicht wirklich (und das sind die Wenigsten) mit den Funktionsweisen des Systems vertraut ist, sollte sich wirklich die Zeit nehmen!

    Ein Vertrauen auf eine ins Positive drehende Selbstregulierung könnte u.U. teuer werden!

    Das ist, das sage ich hier ganz deutlich, zunächst nur meine pers. Meinung! (und die vieler Anderer)

  6. Registriert seit
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    Standard

    #36
    Zitat Zitat von GS Bär Beitrag anzeigen
    Meiner Ansicht nach wird die Wirtschaftskrise auch zum großen Teil herbeigeredet und grade die Medien schüren die Panikmache um immer neue Schlagzeilen mit neuen Katastrophenmeldungen produzieren zu können Was die Automobilindustrie angeht, so scheint mir das dortige Problem hausgemacht zu sein. Über Jahre hinweg wurde auf Halde produziert, damit Kapital gebunden und nun fehlt der nötige Absatz der Fahrzeuge. Vielleicht sollten sich die Automobilhersteller auch mal Gedanken über ihre Preisgestaltung machen, denn wenn ich für einen VW Golf schon rund 25.000.- Euro (früher 50.000 DM) zahlen muß, stellt sich doch angesichts der Nettolohnentwicklung in Deutschland und allseits steigender Preise und Abgaben die Frage, wer sich dann überhaupt noch ein Auto leisten kann. Und unseren pensionsgesicherten Volksvertretern fällt auch nix besseres ein, als noch mehr von unserem Geld ausgeben zu wollen Politik und Kompetenz sind halt unvereinbare Widersprüche

    ....dem kann ich nur zustimmern!!!!

  7. beak Gast

    Standard

    #37
    Zitat Zitat von Raubritter Beitrag anzeigen
    So wie ich den Dr. Senf verstanden habe, wird in BWL genau das gelehrt, was die Finanzjongleure und Banker seit Jahren durchziehen und was zwangsläufig zur Explosion führen muss.
    Der BWL-Spezialist hat die Aufgabe für sein Unternehmen möglichst viel Gewinn zu erzielen.
    Was er damit volkswirtschaftlich riskiert oder gar kaputt macht, geht ihn nichts an, ist nicht sein Aufgabengebiet.

    Ein Volkswirtschaftler aber sollte das Ganze im Blick haben.

    Der Dr. Senf zeigt drei große Mißstände in unserer Geldwirtschaft auf, die nicht gut sein können und die entweder in eine Geldentwertung in nie gekanntem Maße enden müssen oder in einem Krieg.

    Er hält das ganze System von Grund auf für krank, da Zinsen und Zinseszinsen nur an "die Reichen" gezahlt werden können, wenn auf der anderen Seite Andere Schulden machen und dafür noch mehr Zinsen zahlen. Durch die Zinseszinsen wächst das Kapial aber nicht linear sondern in einer Parabel, während aber das Sozialprodukt nur langsam wächst. Allein schon aus diesem Grund kann der Staat nie seine Schulden bezahlen und auch die Zinsen sind nicht mehr finanzierbar.
    Dass der Staat jetzt nochmal Schulden (in Milliardenhöhe) macht, schiebt die Explosion nur kurzfristig nach hinten während auf der Gläubigerseite extrem hohe Zinsen als Guthaben anfallen.

    Zweiter wichtiger Punkt ist ihm die Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Geschäftsbanken. Dazu verwenden diese angeblich Giralgelder - Buchgelder- die nicht tatsächlich existieren.
    Wenn ein Kunde 100 € in Bar auf sein Girokonto einzahlt, dann gehen die Banken wohl davon aus, dass das Geld zumindest eine Zeit dort bleibt.
    Im Vertrauen darauf, verleiht die Bank dieses Giralgeld an Kreditnehmer zu höheren Zinsen, obwohl der Einzahler jederzeit durch Onlineüberweisung oder Barabhebung am Automat jederzeit seine 100,-- € zurückholen kann.
    Angeblich wird dieses Giralgeld, das regelmässig auf den Girokonten liegt mit dem Faktor 10 verliehen - man lässt es arbeiten - Das würde heissen, die Bank hat kurzfristig 100 € und verleiht davon 1000,-- €, um noch mehr Zinsen zu kassieren. Das nennt er Geldschöpfung aus dem Nichts.

    Dann frägt er, warum die Zentralbanken "frei" sein müssen. Unkontrolliert?
    Auch nicht dem Staat unterworfen?
    Für die amerikanische FED - "Federal Reserve" Zentralbank versucht er nachzuweisen, dass diese lediglich ein Zusammenschluss der grössten Banken in USA ist und dass diese als Interessenvertretung der Banken nicht im Sinne des Volkes oder des Staates handelt, sondern ausschließlich im Sinne der Banken. Der Name "Federal" sei eine gewollte Täuschung, da sie keineswegs vom Senat gelenkt oder kontrolliert sei.
    Er nennt auch einige der Gründungsmitglieder beim Namen, aber dafür wird er als Antisemit bezeichnet.....

    Der Prof. kann nicht nachvollziehen, wie der Staat, egal ob USA, England oder anderswo das Ruder aus der Hand geben kann und sich von den Banken so abhängig machen kann, dass er erpressbar ist.

    Wenn man vergleicht, was die Banken und jetzt die Autoindustrie mit den Staatskassen derzeit machen, ist das nichts anderes als Erpressung.
    Wenn ich höre, dass ein Milliardär Merk (Ratiopharm) mit Entlassungen droht, wenn der Staat nicht einspringt.....

    Das Wort Bürger kommt laut Dr. Senf von Bürge. Der Bürge Bürger zahlt die Bürgschaft, in dem der Staat (alle Bürger) die Geldgier der Gläubiger befriedigen sollen und wohl auch müssen.

    Ich kann das lange nicht so gut in ein paar Sätzen erklären, wie der Prof. das in zwei Stunden in verständlichen Worten erklärt. Daher wäre es sinnvoll, sich sein Interview anzuhören.
    Du hast das echt supergenial erklärt in dieser "Zusfass"!!!!

  8. Registriert seit
    09.07.2008
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    Standard

    #38
    So, jetzt muß ich auch auch mal...

    Ich habe nur die ersten fünf Minuten des Videos angeschaut, weil ich solche Anhänger des steinzeitlichen Muscheltauschens nicht ertragen kann. Ja, ich weiß. Der Herr ist Prof. an einer FH und sollte was von der Materie verstehen, auch mehr als ich. Aber trotzdem: Auf mich wirkte das wie eine Mischung aus einer Hälfte Quatsch und einer Hälfte "einer schönen Idee anhängen ohne zu akzeptieren, daß eine Idee nichts wert ist, wenn sie an der Realität scheitert" (ähnlich wie bei dem Kommunismus-Geschwafel von der guten Fr. Wagenknecht).
    Aber ich werde mir bei Gelegenheit mal mehr davon Antun, um meine Schnell-Meinung zu verifizieren. Ob ich es ganz ertrage, weiß ich noch nicht.

    Zitat Zitat von Raubritter Beitrag anzeigen
    Er hält das ganze System von Grund auf für krank, da Zinsen und Zinseszinsen nur an "die Reichen" gezahlt werden können...
    Zinsen sind etwas Gutes, Richtiges und Notwendiges, weil sonst jemand mit Idee und ohne Geld kein Geschäft aufbauen kann. Das nur "die Reichen" Zinsen bekommen, ist Quatsch. Eben gerade durch Banken und Börsen können auch Kleinsparer Zinsen bekommen. Zur Zeit der Groß-Industriellen vor 100 bis 200 Jahren ging das nicht. Das ist ein reines Neid-Argument.
    Zitat Zitat von Raubritter Beitrag anzeigen
    Durch die Zinseszinsen wächst das Kapial aber nicht linear sondern in einer Parabel, während aber das Sozialprodukt nur langsam wächst.
    Rein technisch: Der Zinseszins-Effekt führt nicht zu einer Parabel, sondern zu einer logarithmischen Kurve.
    Parabel oder Logarithmus dem Begriff "langsam" gegenüberzustellen, ist falsch. Auch das Sozialprodukt steigt immer mit einem gewissen Prozentsatz bezogen auf einen vorherigen Wert. Auch im Sozialprodukt oder der Produktivität der Industrie steckt der gleiche Zinseszinseffekt. Oder schon mal gehört, das Sozialprodukt sei um 2% gestiegen bezogen auf das erste ermittelte Sozialprodukt der kaiserlichen Reichsregierung 1871?
    Das Sozialprodukt ist sowieso nicht relevant, weil von der Anzahl der Menschen abhängig. Entscheidend ist, daß der Geldverleiher weniger Zinsen bekommt als der Leihende mit diesem Geld erwirtschaften kann, weil man sich den Gewinn teilt. Das hat mit Sozialprodukt gar nichts zu tun.
    Zitat Zitat von Raubritter Beitrag anzeigen
    Zweiter wichtiger Punkt ist ihm die Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Geschäftsbanken. Dazu verwenden diese angeblich Giralgelder - Buchgelder- die nicht tatsächlich existieren.
    Das ist falsch. Keine Geschäftsbank kann Geld schöpfen. Nur die Notenbanken schöpfen Geld. Eine Geschäftsbank kann sich vielleicht 1000 EUR leihen und nur 100 EUR Sicherheit hinterlegen. Aber leihen kann sie sich das Geld nur von einer Bank, die das Geld wirklich hat, oder von der Notenbank, die als einzige Geld schöpfen kann.
    Zitat Zitat von Raubritter Beitrag anzeigen
    Dann frägt er, warum die Zentralbanken "frei" sein müssen. Unkontrolliert? Auch nicht dem Staat unterworfen?
    Salopp formuliert: Weil Politiker weit größere Idioten sind als Banker.
    Im Gegensatz zu Politikern, die zur Wiederwahl gerne mal auf populistische Maßnahmen zurückgreifen (siehe Schäfer-Gümpel mit seiner "Reichen-Zwangsanleihe"), haben die Zentralbanker relativ dazu ziemlich wenige Eigeninteressen. Unabhängige Zentralbanken haben immer bessere Entscheidungen getroffen als Politiker. Egal ob gewählt oder diktatorisch.

    Mir wird schon bei der Zusammenfassung ganz übel. Dr. Senf erzählt da Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht nachvollziehbar sind und die wir gerade im Angesicht der Krise als Erklärung akzeptieren wollen (weil wir keine andere Erklärung haben und dem Menschen Fragen ohne Antworten grundsätzlich zuwider sind).
    Aber richtiger werden seine Theorien dadurch nicht.

    Gruß
    Martin

  9. Registriert seit
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    #39
    Hallo Martin,
    danke für Deinen Beitrag. Jetzt stehe ich wieder ganz am Anfang.
    Ich weiss, dass ich nichts weiss.

    Du verstehst offensichtlich etwas davon. Oder Du bist sehr gut geschult von Deinem Arbeitgeber. Meine Frau hat vor hunderten von Jahren eine Banklehre hinter sich gebracht und damals kam sie mir ein Bissle vor, wie durch eine Hirnwäsche gezogen.

    Deine Aussage, das Geschäftsbanken keine Geldschöpfung betreiben können, wird genau von Dr. Senf bestritten. Er behauptet, dass genau dies in sehr großem Umfang getan wird und dass dadurch Gelder ( aber eben nur Buchgelder) im Umlauf sind, die nicht gerade Falschgeld sind, aber ihrer Grundlage entbehren, weil es für sie kein tatsächlich vorhandenes Bargeld irgendwo gäbe. Sagt ER nicht ich !!!
    Er sagt auch, dass genau dies eines der größten Bankgeheimnisse sei !!! Welch nettes Wortspiel !

    Wenn Du offensichtlich weit oben in einer Bank arbeitest - kannst Du mir bestätigen, dass alles Geld, was auf Deutschen Girokonten eingezahlt worden ist am Tag z.B. 23.12.2008 auch tatsächlich in Bargeldform bei den Deutschen Banken vorhanden ist?
    Oder wird mit diesem Geld, das ja stündlich rückforderbar sein soll, durch die Banken gearbeitet? Liegt das nur rum bis zur Abholung oder Weiterüberweisung? Würde mich interessieren, was Du dazu sagst.


    Ob Zinsen etwas gutes sind, kann ich gar nicht abschätzen. Ich habe sehr viele dieser ekligen Tierchen berappen müssen, bis die armseelige Hütte hier bezahlt war. Ich will gar nicht wissen, wieviel ich mit Zinsen bezahlt habe bis die Herstellungskosten mit 650000 DM bezahlt waren. Ich glaube, ich wäre ganz zufrieden gewesen, wenn die Bank gesagt hätte: zahl das in Raten zurück + eine Bearbeitungsgebühr und dann iss gut.
    Wir sind seit sehr langer Zeit einfach gewohnt, dass man für einen Kredit auch Zinsen zahlen muss. - Ausser bei Oma oder Daddy, die verlangen normalerweise keine Zinsen, die wollen aber auch nicht reich werden.

    Klar, Dein Argument mit den Kleinsparern zieht ungemein. Wenn so ein Kleinsparer 1000 € auf sein Sparbuch legt, dann kriegt er dafür --- was weiss ich ? 2 oder 3 % - 20 oder 30 € im Jahr.

    Interessant ist doch, was bekommt ein Unternehmen wie VW, das mit Millionen und Milliarden Umsätzen jongliert, die durch die Arbeit der Arbeiter - des Werkes - der Herstellung von Autos dem Werk zufliessen, wenn z.B. VW oder ein Herr Lopez diese Gelder anlegen - Yen kaufen - in Dollar umwechseln, Kursgewinne erzielen u.s.w. u.s.w. - was aber mit der Produktion von Autos nicht das geringste zu tun hat - was bekommen die innerhalb von wenigen Tagen an Zinsgewinnen? Erst in diesem Umfang wird das doch interessant zu beleuchten. Und da habe ich schon länger Bedenken, ob das richtig ist.

    Wenn jemand arbeitet und dafür Geld bekommt - ok. Wenn jemand geschickt handelt und reich wird, ok.
    Was ich nicht so ganz einsehe, dass allein durch den Besitz von richtig viel Geld, dieses automatisch immer mehr wird. Und das in Bereichen, die so unvorstellbar hoch sind, dass kein normaler Mensch das im Leben verbrauchen könnte. Warum hat ein Mensch nicht einmal genug, warum muss ein Millionär mit allen Mitteln versuchen Miliardär zu werden? Wieviel ist überhaupteine Miliarde?

    Ob Zinseszinsen eine Parabel oder eine Logarithmische Kurve ergeben ist egal. Ich habe sicherlich den Fachausdruck nicht parat gehabt. Wichtig ist hierbei, dass das Kapital, solange nichts entnommen wird, nicht linear wächst, sondern immer schneller, oder bestreitest Du das?
    Das Sozialprodukt wächst aber nach auch mir bekannten veröffentlichten Zahlen auf keinen Fall in der gleichen logarithmischen Kurve.
    Hier sieht zumindest Prof. Senf eine "Unterdeckung" der Staatsschulden, was zwangsläufig zum Knall führen müsse.

    Um abwägen zu können, wessen Ansicht die richtigere ist, sollte man jetzt wissen, wer Du bist, welchen Status Du hast und vielleicht auch, wo DU in der Hirarchie welcher Bank stehst.

    Ich bin hin- und hergerissen.

    und im Moment glaube ich, es wäre das Beste für das Volk, wenn die Banken verstaatlicht würden, ebenso wie Konzerne, die keine Steuern zahlen und den Staat mit Entlassungen erpressen wollen.

  10. Registriert seit
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    Standard

    #40
    Zitat Zitat von THE GHOST_909 Beitrag anzeigen
    Noch was!
    Wo ist eigentlich das ganze Geld hin? Sitzt da irgendwo einer im Keller eines Hauses oder im Keller einer Bank und zündet die Scheine an?
    Falls es tatächlich Giralgeld geben sollte, welches zwar in den Büchern zirkuliert, aber für das es nie Bargeld - staatlich gedrucktes Geld- gegeben hat, dann ist es nicht weg, denn es war nie da.
    Wenn es in faulen Krediten versickert ist, dann haben die Kreditnehmer mehr verbraucht als erwirtschaftet oder die Kreditsicherheiten waren nichts wert.

    Das tatsächlich vorhandene Geld ist nicht verbrannt sondern umgeschichtet worden. (ich glaube aber nicht auf die Konten von Hartz IV-Empfängern) Dorthin, wohin Zinsen und Zinseszinsen das Vermögen erhöhen.

    Glaube ich zumindest und Glauben heisst nicht wissen.


 
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