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Motorrad Testbericht (der besonderen Art)

Erstellt von Othello, 01.08.2014, 13:52 Uhr · 20 Antworten · 3.541 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #11
    Wenn der Herr Klacks sich mal nur auf den Rest und nicht auf das Schreiben konzentriert hätte, wär's gut gegangen. Ich hab ernsthaft versucht seine Berichte und/oder bücher zu lesen. Ging nicht. Es waren die ersten Bücher die ich zum Grossteil ungelesen entsorgt hab.


    Wieso erlaubst du dir dann, seine „Leistungen" positiv zu beurteilen, nur weil du mit dem Klacksschen Geschreibsel zufrieden warst? Schon soviel für unser aller Wohl getan?!?

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    #12
    Zitat Zitat von Uli G. Beitrag anzeigen
    Naja,
    wenn einer der "Herren", die Ernst "Klacks" Leverkus für einen Dummschwätzer halten, ähnliche Leistungen zugunsten des Motorradfahrens aufzeigen könnten, wie Erwähnter, würde ich ihre Ergüsse vllt Ernst nehmen. So aber ....
    Zunächst einmal: Es ist ja nicht sicher, ob der DKW-Test überhaupt von Leverkus geschrieben wurde.

    Zweitens: Leverkus und der von dir zitierte C. Hertweck haben ihren Lebensunterhalt als Journalisten bestritten. Und diese Leistungen kann ich beurteilen, denn ich bjn ausgebildeter Journalist, habe meinen ersten Text vor 34 Jahren veröffentlicht und darf mich glücklich schätzen, einige der besten Journalisten der Zunft zu meinen Lehrmeistern zu zählen.

    Dass Leverkus zudem noch toll Motorrad fahren konnte und mehrere Veranstaltungen begründet hat, bleibt ihm unbenommen, es geht aber um seine Texte.

    Woran Leute wie Leverkus gelitten haben, das war eine mangelhafte kritische Distanz zu ihrem eigenen Fachwissen. Nach außen sieht das immer toll aus, wenn ein Journalist sich als Fachmann für ein Thema aufspielt - der er bis zu einem gewissen Grade auch ist. Doch jn Wirklichkeit hatte sogar ein "Klacks" weniger Ahnung von Reifenmischungen als die Entwickler bei Conti, weniger Ahnung von Materialpaarungen als die Motorenentwickler bei BMW und weniger Ahnung von Dämpferelementen als die Konstrukteure bei Sachs. Das hat er nur nie eingesehen. Und anstatt die Neuigkeiten aus den Leuten rauszukitzeln, hat er sein eigenes Wissen heruntergesudert.

    Es wäre jetzt falsch, dieses Verhalten als persönliches Defizit des Herrn Leverkus darzustellen, denn es passte in die Zeit. Die deutsche Industrie war durchsetzt von Patriarchen, die aufgehört hatten, sich selbst zu hinterfragen. Und daran ist die deutsche Fotoindustrie zugrunde gegangen, die deutsche Unterhaltungselektronik und fast auch die deutsche Zweirad-Industrie. Warum hat DKW nie vernünftige Viertakter gebaut? Weil die Chefetage alle anderen, die Viertakter bauten, für doof hielt. Bei Mercedes hat man geglaubt, dass Scheibenbremsen nicht funktionieren können, bis Jaguar mit Scheibenbremsen Le Mans gewann. Und bei Leica hat man geglaubt, dass eine TTL-Belichtungsmessung neumodischer Quatsch wäre, bis die Nikon F2 Photomic die Leica M als führende Kleinbildkamera für Profis ablöste.

    Leverkus und andere glaubten, die Aufgabe eines Journalisten sei es, die Leser zu belehren. Doch das stimmt nicht: Die Aufgabe eines Journalisten ist, zu informieren.

    Bei mir würde ein Text, wie er oben abgedruckt ist, nicht erscheinen. Ich würde ihn entweder in die Tonne kloppen oder komplett umschreiben und auf 1/3 kürzen.

    Früher war manches anders. Aber nicht alles war besser.

    Grüße vom Sampleman

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    #13
    Ich finde den Bericht absolut lesenswert, ich habe wirklich auf mehr Zustimmung gehofft.
    Schade, heute fällt es anscheinend schwer, mal 20 Sätze am Stück zu lesen und dabei nicht den Faden zu verlieren.

    Wer den Bericht nach heutigen Maßstäben bewertet, hat es einfach nicht kapiert.
    (Edit: Und es war ganz sicher nicht die Intension der Verfassers, diesen Bericht im Jahre 2014 drucken zu lassen)

    Ich versuche mich bei solchen Berichten in den zeitlichen Context einzufühlen.
    Wenn ich solche Stellen lese, wie "18 PS sind nur von geübten Fahren auf die Strasse zu bringen", dann könnte ich zwar ebenfalls darüber lachen, aber damals war das anscheinend Realität!

    Oder das Kapitel über das Einfahren, dort steht, dass man dies, entgegen der Meinung des Herstellers, auf Autobahnen erledigen soll. Warum? Weil man auf der AB genügend Muse hat, sich ganz auf den Klang des Motors zu konzentrieren; wenn ich da an heute denke.
    Auserdem ist der Bericht so nebenbei ein kleines Schrauber-Handbuch :-)
    Ach ja, und als besonders angenehm empfinde ich, dass darin andere Adjektive als "geil" vorkommen.

    Was gleich geblieben ist: Die Mehr PS eines Sportmotorrads (16 PS statt 12) machen auch für Normalfahrer Sinn, weil damit ewige Trödler auf der Landstrasse einfacher überholt werden können.

    Ich bin sicher, einige der heutigen X-Y-Z-Automatik-Fahrer, die heute nur Motorrad fahren, weil es teuer ist und man damit etwas mehr "Schein" zu bieten hat (wenn ein Motorrad verkauft werden soll, mach es teuer, siehe die überteuerten salzigen Fischeier)
    hätten damals diese Motor-Räder nicht mit spitzen Fingern angefasst. Oder gar Ölkohle vom Auslaßschlitz kratzen ...

    Es war eine andere Zeit, relativ primitive Technik und es waren andere Motorradfahrer.

    Aber ich glaube es war weitaus aufregender (abenteuerlich) als heute, mit dem Motorrad unterwegs zu sein.

    Gruß
    Othello

  4. Registriert seit
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    #14
    Zitat Zitat von Othello Beitrag anzeigen

    Aber ich glaube es war weitaus aufregender als heute, mit dem Motorrad unterwegs zu sein.
    Es war glaube ich so aufregend, dass sich so gut wie alle ein Auto kauften, sobald das irgendwie in ihre finanzielle Reichweite kam.

  5. Registriert seit
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    #15
    Hallo zusammen,

    Jede Zeit, bzw. Epoche hatte Ihre "Helden" Heute werden sogar zahlende Abonnenten durch einen "Heldenclub" geadelt (Ironie), was ich schon als recht peinlich empfinde. Freunde von mir wirkten Anfang der 90er Jahre im Baues Verlag, Herausgeber der Gummikuh/Past Perfekt. Darüber erhielt ich u.a. VHS Kassetten mit zwei Filmen von Klacks. "Fahrensleute" und "Freiheit die ich meine" Beide fand ich damals sehr ansprechend, als Zeugnis einer vergangenen Zeit. Leider habe ich es versäumt, diese rechtzeitig auf ein aktuelles Medium zu kopieren.

    Ohne Klacks, Fritz Röth und wie die anderen Enthusiasten alle hießen wäre es motorradtechnisch sehr arm in unserer Republik geworden. Mehr als einmal stand die Zukunft der Motorradproduktion bei BMW auf der Kippe. Ohne die Unterstützung einiger, wäre u.U. dieses Forum zum Thema GS gar nicht möglich, weil eben unbekannt. BMW München hätte nur für Spandau keine Zahlungen freigeben brauchen...

    Mein Vater fuhr Motorrad, ich träumte als kleiner Junge von Honda, weil solch eine stand in der Garage. Vor dem Tank sitzend durfte ich mitfahren, heute habe ich noch die grünen Ziffernblätter vor Augen. Er berichtete mir von den Zeiten wo Horex und Co. am Straßenrand für den Alteisenhändler bereitstanden. In der Bremer Stadtbibliothek verschlang ich alle Ausgaben der Motorrad, so um 1974.

    Klacks und seine Frau sind bei widrigsten Umständen mit ihrem Gespann und dem Filmprojektor über die Lande gefahren, um in Gasthöfen etc. "Ihr Thema" zu verkaufen und haben damit sicherlich für ein überleben des Thema Motorrad im Bewusstsein der Bevölkerung gesorgt.

    Ich lebe heute, früher war nicht alles Besser, nur anders. Wenn ich heute die aktuelle Motorrad oder Tourenfahrer lese, frage ich mich sehr oft, ob die Jungs (Tester, Journalisten) oft noch fit im Kopf sind, oder welches Zeug sie sich eingeworfen haben. Da gibt es einen Klaus Herder der immer primitive Vergleiche mit Körperteilen anstellt, Testberichte nur in Anfeindungen verfassen kann. Oder einen Andy Schwietzer, den ich zu der damaligen Zeit auch persönlich kennenlernen durfte. Dessen Artikel ohne vorheriges Lesen des Verfassers sofort nach ein paar Zeilen erkannt wurden.

    Heute denke ich, das viele Motorradfahrer Gangdiagramme, Leistungskurven gar nicht mehr interpretieren können, das unser Bildungsniveau auf breiter Basis einfach verflacht. Dafür sind sie fast alle Helden im Umgang mit dem Smartphone... Ein Gewinde
    reparieren ist dann schon Überforderung.

    Ich habe Respekt vor der Lebensleistung eines Menschen im Stil eines Klacks. Damit hat er doch etwas erreicht, oder redet jemand über die anderen Millionen Toten auf unseren Friedhöfen... er ist im Bereich Motorrad eben unvergessen. Ihn deshalb als Dummschwätzer zu bezeichnen finde ich nicht gut, dies träfe eher auf die gesamte Politiker Couleur zu...

    Beste Grüße aus Bremen
    Frank

  6. Registriert seit
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    #16
    Du hast recht.
    Ich hätte ihn korrekt als besserwisserischen Dummschwätzer bezeichnen sollen.

  7. Registriert seit
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    #17
    Jede Zeit hat ihre eigene Sprache, in Fachbüchern, im Journalismus und der Werbung.

    Männerträume vor 40 Jahren ....


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  8. Registriert seit
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    #18
    Dieser Thread aktiviert in meiner Erinnerung einen Buchtitel: "Schnell auf zwei Rädern" . Das
    Buch ist auch vom Leverkus.
    Ihr habt mich neugierig gemacht - jetzt werde ich es suchen und nochmals lesen, :-).

  9. Registriert seit
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    #19
    Zitat Zitat von sampleman Beitrag anzeigen
    Es war glaube ich so aufregend, dass sich so gut wie alle ein Auto kauften, sobald das irgendwie in ihre finanzielle Reichweite kam.
    Hi
    denke Du kannst Dich "vielleicht" in Situationen von damals erst richtig hinein versetzen, wenn Du die damalige Zeit erlebt hättest.
    Hatte am verg. Sonntag das Glück, einen solchen "Motorradfahrer" getroffen zu haben, nein da war nicht immer Fahrspaß dabei, wenn man bei Wind und Wetter egal ob Sommer oder Winter zur Arbeit fahren mußte und das mit der (im besten Fall) Gisenia Überhose
    und Jacke, Motorradmütze, (wie Sie heute manchmal in Cabrio's verwendet werden) Helm und Handschuhe Fehlanzeige, einen Harro-Kombi + Regenkombi konnten sich die wenigsten leisten. Damals wurden Motorräder mit 100, 125, 150, 175, 200, 250, 300, 350,400, 450, 500, und 600 ccm verkauft. Warum wohl hat einer eine 175 oder 150 er gekauft? Ganz einfach weil er dann weniger KFZ-Steuer u. Versicherung bezahlen mußte oder weil Sie einen halben Liter weniger Sprit brauchte. Und jeder (zu denen gehörte ich auch) der damals mal eine NSU Max fuhr freute sich wie ein Schneekönig wenn er dabei lässig eine 250 BMW überholte! Oder wenn der Papa mit der Mutti und Kind ganz vorne auf dem Tank mal einen Ausflug gemacht haben bei schönem Wetter. Oder die misserablen Straßen mit den nicht viel besseren Fahrwerken und Bremsen, damals bremste man hauptsächlich hinten!
    Und ja, ich habe noch teilweise die Zeit mitgenommen (Führerschein Klasse 1 1960 gemacht.) Nein, wie ich weiter oben schon schrieb, hat mir von Klacks auch nicht alles gefallen aber einige Zeitgenossen hier tun Ihm damit unrecht.
    Und nicht zu vergessen, eine 500 er oder 600 BMW oder Zündapp, geschweige denn von den Engländern das fuhren die örtlichen Metzger oder andere gut verdienende Handwerksmeister, sogar mein Hausarzt war mit dem Motorrad auf Hausbesuche.
    Und den Motorradboom hat nicht etwa BMW oder Zündapp eingeläutet, sondern Yamaha, Honda und Suzuki vielleicht noch die Italjener mit Guzzi und Laverda. und Harley, BMW hat mehr als einmal die Motorradproduktion einstellen wollen und das ist auch mit ein Verdienst von Klacks und Co daß dies nicht geschah.
    Klacks war sicher kein Gott, aber so wie TOTALISATOR schreibt, ein besserwisserischer Dummschwätzer war er beileibe nicht, hat er nicht verdient und ein bischen Respekt würde T gut stehen.
    Da, und da bin ich bei SCHRAUBENSUCHER hege ich eher große Zweifel bei unseren heutigen "Motorradhelden" die da meinen das Motorradfahren erfunden zu haben.
    Und noch was muß ich loswerden, wenn nur einige hier so viel "fahren" wie im Netz "schreiben" würden, mann oh mann wären die Straßen voll!
    In diesem Sinne Eugen

  10. Registriert seit
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    #20
    Hallo,
    Ich bin durch Zufall auf dies Thema gestoßen.
    Fahre zeitlich bedingt nur noch so 6 bis 8 tkm pro Jahr, Solo und Gespann bei jedem Wetter. Wenn man nicht in der Lage ist, sich die Zeit vor 60 Jahren vor Auge zu halten, sollte man solche Diskussionen bleiben lassen. Heutige Fahrzeuge mit lauter elektronischen Helferlein und einem stets empfangsbereiten Smartphone und den Pannendienst in Reichweite und eine Vollkaskomenthalität mit Internet passen einfach nicht zum Vergleich.

    Habe den so negativ kritisierten Klacks und auch andere zeitgenössische Journalisten persönlich kennengelernt.
    Ich weis von aus meinem persönliche Umfeld, wie damals in der Presse geschrieben wurde und Motorradfahrer dargestellt und behandelt wurden.
    Die Fahrzeuge waren selten Standfest und von Garantie redete auch niemand. Motorräder waren Nutzfahrzeuge und noch keine
    Spaßgeräte für die Freizeitgesellschaft.

    Ohne diese damalige Begeisterung und "schönfärberei" , wären noch viel weniger Fahrensleute und Windgesichter übrigeblieben.
    Die deutsche Motorradindustrie lag im sterben, was der Autoindustrie sehr gelegen kam.

    Diese Journalisten haben dem Gegenwind standgehalten (TÜV, Polizei,Gesellschaftliche Wortführer).
    Wenn ich an die Gespannszene denke, haben wir noch Glück gehabt sonst wären sie von der Straße verschwunden (verboten).
    Darum mal ein bisschen nachdenken und sich kritisch auch mit der heutigen Zeit auseinander setzen.
    Streckensperrungen zB. werden auch nur für Motorräder verhangen.
    Unsere heutigen Motorradjournalisten zäumen das Pferd auch von hinten auf. Sind selber Mitverursacher und können nicht über den Tellerrand hinausschauen. Billige Polemik löst selten Probleme.
    Ich lese dieverse Motorradzeitschriften seit ca. über 40 Jahren, da haben sich schon viele am "Schreiben" versucht.
    Von den wenigsten hört man heute noch etwas (Karieregeil). Die sprichwörtliche Liebe am Motorradfahren ist bei viele schnell verflogen.

    moritz
    Aus dem Land der weißen Berge


 
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