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Neuer Papst

Erstellt von mupfel, 13.03.2013, 21:48 Uhr · 132 Antworten · 6.666 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #21
    Geld, Macht, Wirtschaftsmacht, Sekte, alte Säcke, das alles ist auch die katholische Kirche. Manche sehen den Verein auch unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten, weil wir mit unserer materiellen Einstellung eben vor allem diesen Aspekt vor allen anderen sehen. Aber wie viele Millionen Menschen werden heute auf dem Altar des Wirtschaftswachstums geopfert, wie viele Länder werden ökologisch ruiniert, weil einige Menschen immer mehr Eisenerz, Öl und Gold benötigen? Jeder hat seinen Gott und jedes Zeitalter hat seinen tiefen Glauben. Heute glauben wir an den Gott Mammon, morgen an einen Gott Kim-Yong-Un, übermorgen an die Göttin Natura, wenn erst mal der letzte Baum gefällt worden ist! Ich glaube, der Mensch MUSS einfach glauben, ohne Glaube funktioniert er nicht. Heutzutage wird die Kirche bei uns meist negativ wahrgenommen, was absolut verständlich ist. Sie ist so ein Relikt aus grauer Vorzeit und gerade in Deutschland fallen die vielen fetten Pfaffen auf, die durch Kirchensteuer (wer hat sie eingeführt?) und Pfründe bewegungsunfähig geworden sind oder sich mit Perversitäten abgeben müssen, weil sie sonst keine Inhalte mehr sehen! Doch wird dabei übersehen, dass die Kirche auch Erstaunliches geleistet hat und immer noch leistet! WIR brauchen die Kirche weniger, doch in vielen Teilen der Welt - bei den übrigen 90% der Menschheit - ist sie der einzige Halt.

    Ich erzähle euch mal eine kleine persönliche Geschichte: 1993 fuhr ich mit einer Honda 600 XL quer durch Madagaskar und lernte einen argentinischen Priester kennen, der in einer kleinen Lehmhütte am Rande der Hauptstadt Antananarivo lebte. Er wäre damals der Leiter des jesuitischen Priesterseminars geworden, aber war so von der Armut der Menschen auf den Müllhalden überwältigt, dass er beschlossen hatte, unter ihnen zu wohnen und ihnen Beistand zu geben. Die Kindersterblichkeit lag bei 80%, ein Schwein kostete damals umgerechnet 20 Euro, ein Kind wurde für 5 Euro angeboten. Die meisten starben vor dem 6. Lebensjahr an Krankheiten. Auf der Müllhalde lebten 50.000 Menschen, die über selbstgegrabene Tunnels versuchten, an die Abfälle der reicheren 60er Jahre heranzukommen. Kurz gesagt, ich gründete auf der Nachbarinsel Réunion einen Verein für diesen armen Priester, der bald 5000 Mitglieder zählte. In Frankreich gründete eine Bekannte von mir, Marie de Montfort, Kinderärztin in Paris, ebenfalls einen Klub, der nun 2500 Mitglieder hat. In 20 Jahren Vereinsarbeit haben wir 6000 feste, einstöckige Häuser gebaut, das größte Krankenhaus des Landes, das beste Gymnasium, 72 Schulen, etc. 44.000 Menschen leben in dem Ort, der 1993 nur aus drei Hütten bestand. 8000 Menschen erhalten einen Gehaltszettel, über 50 Betriebe geben Arbeit und die Gehälter der 382 Lehrer werden seit 1999 vom Fürsten von Monaco übernommen. Die ersten "Müllkinder" kommen heute als Lehrer und Ärzte in ihr Dorf zurück. Das alles geschah durch die unglaubliche Kraft von Pater Pedro Opeka, einem katholischen Priester. 250.000 Menschen klopfen jährlich an die Pforten der Stadt und wollen aufgenommen werden. Sie alle werden einmal versorgt, aber nur die wenigsten können noch aufgenommen werden.

    Wenn man solche Geschichten selbst erlebt und sieht, was der Glaube eines einzigen Mannes bewirken kann, wie er ganz alleine, ohne Stellvertreter oder Helfer, eine Stadt erbaut und hunderttausenden von Menschen Leben gibt und danach Hoffnung, da wird man selbst ganz klein und unbedeutend. Darüber habe ich auch 2007 ein Buch geschrieben: Kämpfer der Hoffnung, bei Ullstein kam es heraus. Ich will damit sagen, dass ich die Kirchenaustreter heute in Deutschland absolut verstehe, aber die Dimension der Kirche liegt woanders, auf anderen Ebenen und in anderen Ländern. Und das gilt es nicht zu übersehen!

  2. Registriert seit
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    #22
    danke für deinen Beitrag. Es gibts nichts Gutes, außer man tut es.

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    #23
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    es kostet dich eine kleine Verwaltungsgebühr und 10 Min deiner Zeit inkl. einer Unterschrift. Locker mal nach der Arbeit vorm Kaffeetrinken zu erledigen.

    Dafür dass das Thema angeblich niemanden interessiert, sind die Beiträge dazu ganz schön emotional
    Kein Wunder, wenn der Thread schon dermaßen bescheuert eröffnet wird: "Schaut mal Leute was mich alles nicht interessiert. Und weil es mich nicht interessiert, rufe ich gleich mal dazu auf den Laden abzufackeln" - Sorry, aber kleingeistiger geht es kaum.

    Bin nun wirklich kein Anhänger der großen Kirchen und habe vor einigen Jahren schon die kleine Verwaltungegebühr und ein paar Minuten investiert um auszutreten. Trotzdem finde ich das es besser ist ab und zu einfach mal die Schnauze zu halten, wenn es um die Kirche geht. Bei aller Kritik die sicher angebracht ist, suchen und finden eine Menge Leute Rückhalt und Frieden in Ihrem Glauben. Allein aus Respekt vor anderer Leute Glauben und Empfinden, kann man sich diese diffamierenden Beschimpfungen ruhig mal sparen.

    Auffälig dabei ist dass gerade diejenigen, die aus der Kirche ausgetreten sind die massivste Kritik üben - warum eigentlich? Wenn ich austrete, gehöre ich nicht mehr dazu, also soll es mir doch egal sein was sie in Rom machen. Und wenn Leute meinen, viel weltoffener und ach so aufgeklärt und weise zu sein, waum müssen sie sich dann berufen fühlen, ausgerechnet die Gläubigen mit Ihrem Wissen über das Leben aufzuklären und zu belehren? Wenn man die Welt verbessern will, kann man sich besser empören z.B. über Politiker, Spekulanten, Ausbeuter, Hedgefonds-Manager, Waffenhändler, korrupte Beamte, Menschenhändler, Kinderarbeit, etc. etc.

    Kurz gesagt: Ja, die Kirche hat Fehler gemacht und viele Dinge laufen zumindest immer noch diskussionswürdig. Da ich ausgetreten bin, fühle ich mich nicht berufen dort groß zu kritisieren. Wenn Leute mit ihrem Glauben glücklich sind, freue ich mich für sie.

    Burkhard

  4. Registriert seit
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    #24
    Da gebe ich Dir völlig recht! Nur diese Waffenhändler und Politiker sind nicht individuell zu bekämpfen und der Mensch ist nun mal wie er ist. Heute erschießt man 10 Waffenhändler in Mexiko, morgen sind 20 neue Händler da. Es ist sozusagen der ewige Kampf zwischen Teufelchen und Engelchen. Gut, dass wir so gut sind!

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    #25
    Ich fühle mich nicht berufen mich zum Thema an sich zu äußern.

    Ich finde es aber supergut, welch breites Spectrum an Menschen, Gedanken, Hochintelligenten, Einfachen vertreten ist. Alle eint das Interesse an der GS.
    DAS finde ich toll. Wo sonst kann man sich mit so vielen verschiedenen Menschen
    unterhalten? Und jeder hat irgendwie ein Interesse an der GS !!!! Hier kann man seinen geistigen Horizont erweitern.
    Der Beitrag von petitprince hat meinen auf jeden Fall erweitert. Respekt !!!

    Da stellt sich mir die Frage, ob die GS nicht als Göttin der Verständigung angesehen werden kann?

  6. Baumbart Gast

    Standard Neuer Papst

    #26
    Zitat Zitat von Raubritter Beitrag anzeigen
    Da stellt sich mir die Frage, ob die GS nicht als Göttin der Verständigung angesehen werden kann?
    Dies Frage kann man wohl mit einem klaren Nein beantworten.

  7. Registriert seit
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    #27
    Danke für die Blumen! Die GS trägt das Göttliche ja schon in ihrem Namen!

    GS, wie GesprächsStoff

    GS, wie Göttliche Sänfte

    GS, wie Göttliche Sicherheit.....

    Auf jeden Fall finde ich die GS mit jedem Lebensjahr göttlicher! .-)

  8. Registriert seit
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    #28
    Die Jesuiten an der Macht, der auf den ersten Blick intellektuellste, politischste und weltlichste Orden der katholischen Kirche. In Wirklichkeit aber die Härtesten der Harten und die geistige Elite der Katholen. Wer nun allerdings glaubt, dass es in Zukunft moderater und liberaler zugeht, im Vatikan und in der katholischen Kirche ... der hat sich ganz gewaltig geschnitten.

  9. Registriert seit
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    #29
    Franziskus ist, wie man hört ein bescheidener Ordensmann.
    Möglicherweise hat er den Schneid, im Sinne der Armut, den übermässigen Reichtum der Kirche zu liquidieren und den Balast abzuwerfen.

    Oder er spielt mit anderer Dramaturgie nur den neuen Märchenprinzen vom Vatikan!

    Festus

  10. Registriert seit
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    #30
    Diese ganz besondere Ordensgemeinschaft ist nicht unbedingt dafür bekannt, dass sie die Macht und den Reichtum der römisch-katholischen Kirche verringern oder beschränken wollen. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Von den Evangelen halten die auch überhaupt nichts. Stichwort: Gegenreformation!
    Das sind knallharte Traditionalisten, wissenschaftlich ausgebildet und zudem sehr weltlich-wirtschaftlich orientiert. Alles zu höheren Zwecken ... natürlich. Die sind schon seit Jahrhunderten weltweit aufgestellt und vernetzt. Globalisierung auf katholisch.
    Der Franziskus wird aber sicherlich auch für die Armen beten. Seine Brüder kümmern sich dann um den Rest.


 
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