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Nutzungsausfall?

Erstellt von Zörnie, 20.01.2010, 18:23 Uhr · 19 Antworten · 2.207 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #11
    Zitat Zitat von Zörnie Beitrag anzeigen
    Da ist von Beginn an ein Fachanwalt dran, auch wenn mich das subjetive Gefühl beschleicht, ihn bei diesem Aspekt zur "Jagd tragen zu müssen" Er sieht hier den Versicherer im Recht.

    Grüße
    Steffen
    Hai Steffen,

    das kann ja wohl nicht sein. Hast Du RS? Wenn Du kein Vertrauen zum RA hast würde ich wechseln. Schließlich geht es um Dein Geld.

  2. Registriert seit
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    Standard

    #12
    RS hab ich und auch grundsätzlich Vertrauen in die Fähigkeiten des RA. Da mich aber weder seine und erst Recht nicht die Auskunft der Versicherung zufrieden stellen, schaue ich eben derzeit auf mehreren Wegen, ob es für einen Nutzungsausfall rechtlichen Spielraum gibt, der ggf. nur energisch erstritten werden muss, oder nicht.

    Grüße
    Steffen

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    #13
    Habe mal einige Urteile zu diesem Thema gesucht!


    BGH
    15.07.2003
    AZ: VI ZR 361/02


    Verlangt der Geschädigte den zur Wiederherstellung erforderlichen Geldbetrag im Sinne des § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB (fiktiv) auf Basis eines Sachverständigengutachtens, das eine bestimmte Art einer ordnungsgemäßen Reparatur vorsieht, so kann er grundsätzlich nur für die erforderliche Dauer dieser Reparatur Ersatz beanspruchen.

    OLG HAMM
    13.01.2006
    AZ: 9 U 164/04


    Bei einer fiktiven Schadensabrechnung kann Entschädigung für Nutzungsausfall nur für die hypothetische Reparaturdauer in einer markengebundenen Fachwerkstatt verlangt werden, auch wenn die Reparatur in einer freien Werkstatt tatsächlich länger gedauert hat.

    Aus den Gründen: (...Mit dem Schadensgutachten sind für den Nutzungsausfall nur 12 Werktage, für die Wiederbeschaffung mithin 14 Kalendertage anzusetzen.
    Das Risiko der Verzögerung bei der Ersatzteilbeschaffung, die der Kläger als Grund für die von ihm reklamierte Reparaturdauer von 37 Tagen reklamiert, kann er vorliegend nicht dem Schädiger anlasten.
    Da der Kläger schon über sein Gutachten, das die in einer Fachwerkstatt üblichen Reparaturkosten ermittelt, hinausgehend die um rd. EUR 1.300 höheren tatsächlichen Kosten geltend macht (ohne dass die Beklagten dies beanstanden) muss er sich auch so behandeln lassen, als hätte er die Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt, die keine Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung gehabt hätte, ausführen lassen...).

    OLG DÜSSELDORF
    25.04.2005
    AZ: I-1 U 210/04

    Bei einer Eigenreparatur eines Unfallfahrzeuges genügt es, dass der Geschädigte für die Geltendmachung des Nutzungsausfalls die tatsächliche Wiederherstellungsdauer angibt, eine detaillierte Auflistung der einzelnen Nutzungsausfalltage ist nicht erforderlich.

    Für die Berechnung der Nutzungsausfallzeit ist neben der Wiederherstellung auch der Zeitraum zu berücksichtigen, in dem die gegnerische Haftpflichtversicherung den Schaden untersucht.

    Es ist dem Geschädigten nicht anzulasten, wenn er mit der selbst durchgeführten Wiederherstellung abwartet, bis der Gegner ein Gutachten erstellen lassen konnte.

    Bei Privatfahrzeugen ist i.d.R. ein Nutzungswille des Halters anzunehmen, er muss diesen nicht im Einzelnen beweisen.

    Aus den Gründen: (...Müssen an einem Fahrzeug Richt- und Rückverformungsarbeiten in einem grösseren Umfang vorgenommen werden, ist ohne Weiteres nachvollziehbar, dass während der Dauer der Reparaturverrichtungen das Fahrzeug nicht einsetzbar ist...).

    Vielleicht Hilft es dir!

    MfG

    Martin

  4. Registriert seit
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    #14
    Wird ihm nicht wirklich helfen, da es ja um die Frage geht, ob er überhaupt Nutzungsausfall geltend machen kann, obwohl er das Motorrad aufgrund seiner Verletzung ja gar nicht fahren kann.

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    #15
    Zitat Zitat von palmstrollo Beitrag anzeigen
    Wird ihm nicht wirklich helfen, da es ja um die Frage geht, ob er überhaupt Nutzungsausfall geltend machen kann, obwohl er das Motorrad aufgrund seiner Verletzung ja gar nicht fahren kann.
    Korrekt. Die Begründung der Versicherung, nämlich die fehlende Nutzungsmöglichkeit aufgrund der Verletzung, ist direkt nicht zu durchbrechen. Da muss man eben eine Umgehungslösung finden

    Grüße
    Steffen

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    #16
    Zitat Zitat von Zörnie Beitrag anzeigen
    ........ Er sieht hier den Versicherer im Recht.
    Ist er vermutlich auch. Ohne eine Krücke (=lügen) kommst du nicht an Geld. Nutzungsausfall setzt Nutzungsmöglichkeit voraus.

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    #17
    Zitat Zitat von palmstrollo Beitrag anzeigen
    .......Er machte mich erst auf einen sog. "Haushaltsführungsschaden" aufmerksam, da meine Frau nun meine gesamte Arbeit im Haushalt mit erledigen muss. Auch dies muss entschädigt werden. ......
    Richtig. Bei der Bemessung helfen die Tabellen von Schulz-Borck/Pardey (früher Hofmann). Das sollte dein Anwalt auf jeden Fall wissen und für dich geltend machen.

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    #18
    Zitat Zitat von Benno Beitrag anzeigen
    Ist er vermutlich auch. Ohne eine Krücke (=lügen) kommst du nicht an Geld. Nutzungsausfall setzt Nutzungsmöglichkeit voraus.
    Genau DAS meinte mein Anwalt auch "es könnte schwierig werden, den Nutzungsausfall geltend zu machen". Aber bevor irgendwie versucht werden musste, den Nutzungsausfall zu begründen, wurde er von der gegnerischen Versicherung anerkannt.
    Ergo: wenn Zörnie's Mopped nicht von z.B. einem Haushaltsmitglied, Nachbarn, Freund etc. genutzt wurde, dann würde nur eine "Krücke" helfen. Dass es sich dann dabei um Versicherungsbetrug handelt, dürfte klar sein. Sollte z.B. seine Frau/ Freundin auch nur hin und wieder damit gefahren sein, so fehlte nunmehr diese Nutzungsmöglichkeit und somit steht die Nutzungsausfallentschädigung zu.

    Zitat Zitat von Benno Beitrag anzeigen
    Richtig. Bei der Bemessung helfen die Tabellen von Schulz-Borck/Pardey (früher Hofmann). Das sollte dein Anwalt auf jeden Fall wissen und für dich geltend machen.
    Genau diese hat mein RA auch angeführt. Dann kamen noch Berechnungsgrößen wie Größe des EFH, Garten, Anzahl und Alter der Kinder, Ausstattungseinstufung etc. hinzu und daraus errechnete sich dann ein Stundensatz.

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    #19
    ich hatte 2006 einen schweren unfall in england.
    wurde auf der autobahn vom bock geschossen.
    moped totalschaden und ich durfte am tag darauf mit dem adac flieger nach hause fliegen.
    lag kurz stationär im krankenhaus.
    mehrere verletzungen (nix dramatisches).
    zuerst gab es direkt einmal eine endlose schlacht mit der versicherung, obwohl mein unfallgegener die volle schuld hatte. mehrere gutachter und 2 mal vor gericht gewesen.
    die versicherung ist total baden gegangen und mußten alles zahlen, auch die nutzungsausfall entschädigung.
    es war egal das ich körperlich nicht fahrtüchtig war. der nutzungsausfall mußten die bezahlen.
    such die einen anwalt und lass den das regeln.

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    #20
    Hallo Zörnie,

    Dein Anwalt liegt schon gar nicht so verkehrt. Vorraussetzung für die Nutzungsausfallentschädigung ist neben dem Nutzungswillen auch die NUTZUNGSMÖGLICHKEIT. Ergo sehen es einige Gerichte wie der gegnerische Versicherer, dass dann, wenn aufgrund der Verletzungen das Fahrzeug ohnehin nicht genutzt werden könnte, es eben keine Nutzungsausfallentschädigung gibt. Dein Anwalt muss dann halt ein höheres Schmerzensgeld fordern

    Außerdem wird Nutzungsausfallentschädigung nach der Rechtsprechung des BGH nicht für Fahrzeuge gezahlt, die reinen Freizeitzwecken dienen, was beim Motorrad per se vermutet wird.

    Insgesamt kann man also sagen, dass aufgrund der Entwicklungen insbesondere der höchstrichterlichen Rechtsprechung der Laie heute keinen Unfall mehr selbst abwickeln kann, schon gar nicht, wenn er als Motorradfahrer unterwegs war. Dann sind die Versicherer nämlich immer besonders "erfinderisch". Daher mein Rat: Geht zum Fachanwalt für Verkehrsrecht, wenn ihr nicht auf eurem Schaden sitzen bleiben wollt. Geiz ist nicht geil und als Geschädigter habe ich das Recht, einen Anwalt mit der Schadenabwicklung zu beauftragen.

    Lasst Euch auch auf keinen Fall von Versicherer des Schädigers dazu überreden, diesem die Schadenabwicklung zu überlassen. Wer dies tut, hat schon verloren und zwar ne Menge Kohle !!!!

    Hier ein paar hilfreiche und nützliche Links:

    http://verkehrsanwaelte.de/

    http://www.captain-huk.de/

    http://www.verkehrslexikon.de/Lexikon.php


 
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