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Rechtsauskunft

Erstellt von vierventilboxer, 08.09.2014, 19:59 Uhr · 34 Antworten · 3.062 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Rechtsauskunft

    #1
    Hey Leuts!

    Bräuchte mal bitte einen Rat von den Rechtsgelehrten unter euch...

    Folgender Fall liegt vor:

    Ich beauftrage ein bekanntes Transportunternehmen gebrauchte Ware auf einer Palette verzurrt von a nach b zu befördern.
    Ware ist ordnungsgemäß auf der Palette durch Spanngurte gesichert und mit Folie umwickelt.
    Das Unternehmen schickt eine Spedition, diese holt die Palette zum vereinbarten Zeitpunkt ab.
    Fahrer 1 transportiert die Palette in ein Zwischenlager, dort übernimmt sie Fahrer 2.
    Ware kommt beim Empfänger an Punkt b beschädigt an, da die Palette (aller Wahrscheinlichkeit nach) nicht gegen Umfallen gesichert wurde.
    Ware selbst ist wie beim Start an Punkt a immer noch durch die Zurrgurte mit der Palette verbunden, die Palette selbst ist unbeschädigt.
    Beschädigung an der Ware ist so groß dass die Reparaturkosten rund das 1,3-fache des eigentlichen Verkaufspreises betragen.
    Das Transportunternehmen weigert sich für den Schaden zu haften. Begründung: Ware sei nicht ordnungsgemäß verpackt gewesen.
    Sie bietet aber nach langem hin und her ohne Anerkennung einer Rechtspflicht eine Zahlung von 10% der Schadenshöhe zu leisten.
    Auf Fragen bezüglich Ladungssicherungplicht durch den Fahrer erhielt ich keine Antwort.

    Wie würdet ihr weiter in der Sache verfahren?
    Da ich der Auftaggeber bin, bleibt mir vermutlich nichts anderes übrig als den Rechtsweg zu beschreiten.
    10% Erstattung für einen Schaden den ich nicht verursacht habe sind ein schlechter Witz, zumal ich auch eine Transportversicherung abgeschlossen habe.
    Wie sähe der nächste Schritt aus?
    Verantwortlichen LKW-Fahrer ermitteln und der Polizei melden und/oder Klage vor Gericht gegen das Transportunternehmen einreichen?

  2. Registriert seit
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    #2
    Zitat Zitat von vierventilboxer Beitrag anzeigen
    Hey Leuts!

    Begründung: Ware sei nicht ordnungsgemäß verpackt gewesen.
    Meiner Meinung nach hätten sie die Ware gar nicht erst annehmen dürfen, wenn sie der Meinung sind, dass sie nicht richtig verpackt ist. Sie sind das Fachunternehmen und haften auch, wenn sie transportieren.
    Ich bin aber kein Anwalt. Ich würde mir aber einen suchen in diesem Fall.

    Gruß,
    maxquer

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    #3
    Es haftet Dein Vertragspartner (also der Frachtführer) wenn er den Schaden schuldhaft verursacht hat.
    Wenn die Verpackung ok war (und so seit es ja aus) dann bist Du raus ausm Rennen und der Frachtführer zahlt Dir den Schaden.

    Der Frachtführer und seine Verrichtungsgehilfen (Fahrer) müssen nachweisen dass sie ordnungsgemäß die Ladung gesichert haben. Dürfte bei Umfallen schwierig sein.. Sieht eher nach schlechter Ladungssicherung aus.

    Frachtführer sollte versichert sein!??

    Ich würde den Frachtführer in voller Höhe in Anspruch nehmen. Frist setzen und dann klagen.

    Beweislast für die ordnungsgemäße Verpackung liegt bei dir. (Fotos davon, Zeugen etc ??)

    Beweislast für ordnungsgemäßen Transport liegt beim Frachtführer.

    Wer seine Beweislast nicht erbringt verliert.

    Klar ?

  4. Registriert seit
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    #4
    Zitat Zitat von maxquer Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach hätten sie die Ware gar nicht erst annehmen dürfen, wenn sie der Meinung sind, dass sie nicht richtig verpackt ist. Sie sind das Fachunternehmen und haften auch, wenn sie transportieren.
    Ich bin aber kein Anwalt. Ich würde mir aber einen suchen in diesem Fall.

    Gruß,
    maxquer
    Annahme hat ja auch nicht stattgefunden, Es war nur ein Wechsel der Fahrer bzw Transporteure . So wie ich verstanden habe aber von ein und demselben Frachtführer. Kunde rügte Schäden !!

    Solltest Du den Transporteur meinen (nicht annehmen) dann liegst Du richtig.

  5. Registriert seit
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    #5
    Das beauftragte Transportunternehmen hat AGB, in diesen AGB steht auf welcher Grundlage und nach welchen Bedingungen der Transport angenommen und durchgeführt wird, wie z.B. ADSP, CMR, HGB, CEMT, INCOTERMS (gibt noch ganz viel mehr) oder ähnliches. Dann schaut man dort rein und weiß was man bekommt, denn die AGB und die dort genannten Bedingungen wurden durch die Vergabe des Transportauftrags für beide Vertragspartner bindend angenommen. Ist doch ganz Einfach.

  6. Registriert seit
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    #6
    Zitat Zitat von Di@k Beitrag anzeigen
    Annahme hat ja auch nicht stattgefunden, Es war nur ein Wechsel der Fahrer bzw Transporteure . So wie ich verstanden habe aber von ein und demselben Frachtführer. Kunde rügte Schäden !!

    Solltest Du den Transporteur meinen (nicht annehmen) dann liegst Du richtig.
    Wenn der erste Fahrer die Fracht annimmt ohne die Verpackung und Beschaffenheit der Ware zu reklamieren, hat er diese Ware in einwandfreiem und unversehrten Zustand angenommen, dafür gibt er i.d.R. ja eine Übernahmequittung. Wer oder was danach damit passiert spielt für einen Schaden keine Rolle mehr, wenn eine reine Quittung vorliegt bekommt der Auftraggeber den Schaden in der Höhe der vereinbarten AGB ersetzt. Das kann schon mal bei hochwertigen Zeugs ganz schön weh tuen...weil es nur so wenig gibt.

  7. Registriert seit
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    #7
    Hi Red, ich gehe auch (so wie Du ) davon aus dass es sich um Gewerbetreibende auf beiden Seiten handelt !!!

    Ist das nicht so, dann wird es etwas anders (AGB wirksam vereinbart ? Wirksamkeit der AGB bei Verbraucher? etc pp…..)

  8. Registriert seit
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    #8
    Zitat Zitat von Di@k Beitrag anzeigen
    Hi Red, ich gehe auch (so wie Du ) davon aus dass es sich um Gewerbetreibende auf beiden Seiten handelt !!!

    Ist das nicht so, dann wird es etwas anders (AGB wirksam vereinbart ? Wirksamkeit der AGB bei Verbraucher? etc pp…..)
    Innerdeutsch greifen i.d.Regel immer die ADSP und dort ist die Haftungshöhe festgesetzt. Natürlich kann jeder Auftraggeber den Frachtfrüher beauftragen eine zusätzliche Versicherung für seine Ware abzuschliessen, damit keine Unterdeckung entstehen kann. Normal reicht die Haftung nach ADSP aber aus. Der Auftraggeber hat auch nix mit Unterfrachtführern zu schaffen, nur der Erstspediteur haftet gegenüber dem Frachtführer. Ist eigentlich ganz einfach.

    Hier ist noch der Link zu den ADSP, kann sein das sich etwas geändert hat, ist halt schon lange her http://de.wikipedia.org/wiki/Allgeme...eurbedingungen

  9. Registriert seit
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    #9
    Transportunternehmen war/ist il..x.
    Auftraggeber (ich) und Empfänger privat, Transportunternehmen und Spedition logischerweise gewerblich.
    Name der Spedition(en) bis dato unbekannt.
    Zum Zeitpunkt der Abholung war ich nicht zugegen da auf Arbeit, Quittung (Übergabedokument) ist vorhanden.
    Ware war ein PKW-Dieselmotor mit rund 160 kg Gewicht, wurde so gut es ging nach il..x-Vorgabe verpackt und auf Palette verzurrt.
    Palette wurde irgendwo ab- und wieder aufgeladen, das hatte wohl logistische Gründe.
    Die Spuren des Umfallers waren laut Empfänger auf der Ladefläche des 2. (also anliefernden) LKW´s sichtbar.
    Der 1. Fahrer hat keine Probleme/Beschädigungen/Mängel/etc. bezüglich der Ware/Verpackung auf dem Dokument protokolliert.

    Einen Motor so zu verpacken dass er auf einem LKW ungesichert nicht umfallen oder durch anderes Ladegut beschädigt werden kann ist nahezu unmöglich, dafür hätte ich ihn nicht auf eine Palette verzurren sondern in einem geschweißten Rohrgestell verschrauben müssen und die Seiten mit Holz vertäfeln. So etwas sieht nicht einmal i..xx in seinen AGB´s´vor, geschweige denn dass dies praxisgerecht ist. So oder so hätte der Fahrer das Teil gegen Verrutschen sichern müssen. Der erste tat dies wohl auch, nur der zweite hat aus unerfindlichen Gründen anscheinend darauf verzichtet.
    Das habe ich ihnen, mit Hinweis auf das was bei einem Unfall mit so einem schweren Teil passieren kann, auch geschrieben.
    Kein Kommentar dazu! Interessiert die überhaupt nicht!
    Habe sogar so verpackt dass der Fahrer die Montageösen des Motors zum Verzurren nutzen kann und zusätzlich auf dem Übergabeprotokoll darauf hingewiesen dass dies schwere Teil zum Kippen neigen kann. Manchen ist einfach alles egal, da kann man selbst so weitsichtig sein wie man will - man findet kein Gehör.

  10. Registriert seit
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    #10
    Wenn Du eine reine Übernahmequittung hast ist der Rest unerheblich. Wenn der beauftragte Spediteur sich quer stellt nimmst Du dir einen Anwalt. Das Dingen sollte in deinem Sinn laufen.


 
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