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Schwein gehabt!

Erstellt von Nordlicht, 31.03.2014, 09:27 Uhr · 30 Antworten · 2.693 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Schwein gehabt!

    #1
    Jungs, Mädels,
    ich muss einfach mal loswerden, was ich letzte Woche für ein Riesendusel gehabt habe!

    Vor meinem Umzug hatte ich meiner 1100GS das federbein ausgebaut und dieses zur revision gebracht.
    Am Umzugstag gab es dann schnell noch den Einbau und dann kam die Schneekuh auf den Anhänger.

    Letzte Woche dann die Jungfernfahrt bei mir in der gegend. Zuerst toll, dann etwas wackelig fuhr ich herum. Beim Tanken kontrollierte ich den Luftdruck und nebenbei auch die Radmuttern - per Hand. Alles fest. Auch das federbein sass.

    3 Kilometer später, ich hatte ein illegales Tempo, kam das Wackeln wieder. Währnd des sanften bremsens - ruckartige bewegungen wollte ich vermeiden - wurde das Wackeln zum Schlingern wie bei einem Reifenplatzer. Ich versetzte hinten locker um 10 cm!
    Bei ca. 3 km/h, also während ich schon den Fuss zum Absteigen auf den Boden setzte, kippte dann das Hinterrad weg. Durch irgendeinen Zufall gelang es mir aber, das nun auf der Bremsscheibe ruhgende Motorrad in einer Art Balance zu halten, so dass es nicht auf die Strasse kippte. Im nachhinein ein dämlicher Ehrgeiz meinerseits!
    Nach einiger zeit hielt ein Passant, welcher mir half, das Motorrad ersteinmal auf den Hauptständer zu hieven, damit ich loslassen konnte. Alle Radbolzen waren ausgerissen, das Rad lag quer im "Radkasten", die Bremsscheibe hatte den Bremssattel verbogen...
    Ein weiterer Passant hielt dann an. Er ist KFZ-mech, hat im Nachbardorf eine Werkstat. Er hat dann meine Radbolzen in die Werkstatt genommen, ein neues gewinde geschnitten (nicht ganz passend, weil Spezialgrösse...), so dass ich ohne fremde Hilfe nach Hause fahren konnte. Jetzt allmählich kam das, was man wohl "Schock" nennen könnte. Der Töff kam mir fremd vor, ich war zittrig, alles irgendwie komisch.
    Jetzt ist dann der Töff in der Fachwerkstatt. Seit Jahren einmal wieder, aber ich hab gefunden, dass ein Austausch des bremssattels mit ABS und all dem zeug für mich zu viel ist. Das wird wohl teuer werden, fürchte ich...

    So, und nun kommt immer mal wieder das Gedankenspiel, was wohl gewesen wäre, wenn sich das Hinterrad bei voller Fahrt OHNE Ankündigung gelöst hätte. Und bei diesem gedanken kome ich immer wieder zu 2 Ergebnissen:
    1.: Ich bin dankbar, dass ich zwar finanzielle Schmerzen erleiden muss, aber körperlich unversehrt geblieben bin.
    2.: Ich bin vermutlich an der Schadensmaximierung aktiv beteiligt. Schadensverursacher sowieso, weil ich mit 100%iger Sicherheit vergessen habe, die Radmuttern korrekt anzuziehen. Ich habe sie beim Radwechsel auf dem hauptständer lose angezogen und dann nicht gleich vom HS genommen, um zu fahren, sondern hab sie zum Umzug verladen. Schuldfrage also geklärt - ich selbst. Und dann hätte ich idi.ot doch einfach die Maschine umkippen lassen sollen!! Dann wäre halt etwas Sprit ausgelaufen. Dann wäre vielleicht wieder mal ein Blinker abgebrochen. Die Beule im tank grösser geworden. na und? Vermutlich wäre dann aber der Bremssattel nicht verbogen gewesen... Ja nu, jetzt ist er es.
    3.: Ich bin noch froh, dass ich mir angewöhnt habe, bei irgendwelchen Unklarheiten immer erst einmal anzuhalten, um meine paar Hirnzellen zu sortieren. Das hat mir hier möglicherweise das leben, auf jeden Fall aber die gesundheit gerettet. Wenn auch die Hirnzellensortierung insgesamt sehr spät passierte.

    So, nun lacht euch kaputt oder nicht - ich bins los

  2. Registriert seit
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    Standard

    #2
    Bloss gut das es Dir gut geht!

    Ja so schnell kann es gehen, solch kleine Sache….
    Ich glaube da lacht keiner

  3. Registriert seit
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    30

    Standard

    #3
    Wow, nachdem Du die Schuldfrage ja offensichtlich geklärt hast, würde ich bei der nächsten Ausfahrt eine Kirche ansteuern und eine Kerze anzünden. Ich schätze Du hast einen neuen Geburtstag. In jedem Fall war es sehr vernünftig anzuhalten. Das hat Dir wohl das Leben gerettet. Auf der AB oder innerorts mit entsprechendem Verkehr hätte das ganz anders ausgehen können.

    Ähnliches ist mir beim Winterreifenwechsel meiner Dose passiert. Da war es aber nur eine Schraube - die drei Anderen waren fest.
    Trotzdem kein gutes Gefühl. Seitdem nur noch Drehmomentschlüssel und doppelte Kontrolle.

  4. Registriert seit
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    Standard

    #4
    Gut, dass es so ausgegangen ist.


    Andererseits erwarte ich, zumindest von mir, auf ein "ungewöhnliches (Fahr-)Verhalten" meines Motorrades zu reagieren. Ein nicht festsitzendes Rad kündigt sich an. Meistens ist Zeit genug anzuhalten, es muss also nicht in jedem Fall mit einem großen und schlimmen "Chrash" enden.

    In diesem Sinne hast du alles richtig gemacht und die "Schmerzen" wirst du verkraften!

  5. Registriert seit
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    608

    Standard

    #5
    Feste soll man feiern, wie sie fallen.
    Also feiere deinen neuen Geburtstag ordentlich und präge dir deinen gemachten Fehler gut ein, dass er Dir nicht nochmals unterläuft.
    Was ich aber nicht verstehe: Du hast 3 Km vorher an der Tanke die Radbolzen auf ihren festen Sitz geprüft und dann nach 3 Km plötzlich alle 4 Bolzen so locker dass das Rad von alleine umfällt. Tut mir leid, dass kann ich nicht ganz verstehen und deshalb auch nicht glauben. Wenn Du nach 30 Km geschrieben hättest, dann könnte ich es glauben. Entweder hast Du beim Prüfen schon gewaltig versagt, oder es waren tatsächlich mehr gefahrene Kilometer.
    Wünsche Dir trotzdem eine schöne und sichere Saison und Fehler haben wir alle schon gemacht. Mehr oder weniger.

    Gruß Hotzi

  6. Registriert seit
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    4.181

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    #6
    Man muss auch mal Glück haben! Freu Dich. Niemand von uns ist fehlerfrei.

  7. Registriert seit
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    #7
    Naja, da ich die Strecken rund um mein Haus recht gut kenne und unser Plateau de Diesse nun einmal keine 30 km hergibt, ist es de facto so, dass ich besagte 3 km fuhr und höchstens einige hundert Meter mehr. Vielleicht waren es vier Kilometer.
    Und natürlich habe ich bei der Prüfung versagt!!! Ich habe nur eine Sichtprüfung und Kurzcheck per Hand, ohne Werkzeug vorgenommen. Sonst wäre es ja nicht zu dem Vorfall gekommen!
    Und anders als du fand mein Mech den Vorgang völlig logisch. Vielleicht ja noch interessant für andere: Nach meinerm Erleben und seiner Aussage, können Radmuttern durchaus so locker sein, dass man es irgendwie am Fahrverhalten merkt. Dennoch aber sind sie noch so fest, dass man ohne Zuhilfenahme von Werkzeug nichts bewegen kann...
    Versaut durch meine Zeit mit der 1200 GS hab ich gar nicht daran gedacht, dass die 1100 ja wieder serienmässiges Werkzeug zum Radwechsel an Bord hat - sonst hätte ich noch alles verhindern können, indem ich die Kontrolle mit Werkzeug durchgeführt hätte
    Letztlich haben sich die Schrauben dann auch nur ein knappes Drittel gelockert. Der Rest wurde dann auf Kosten des gewindes mit einem Ruck herausgerissen. So lässt sich das sehr plötzliche Lösen des Rades erklären.

    DOch noch ein Nachtrag: Ich schreibe das hier ja nicht, um irgendwie Bits und Bytes zu verbrauchen. Ich schreibe dies, damit einfach nur mal nachgelesen werden kann, welch fatale Folgen Unachtsamkeit haben kann! Für die Schraubergötter und Alleskönner ist dies hier unwichtig. Die sind ja bekanntlich fehlerlos und sicher vor allem Unbill.
    Wir anderen, fehlbaren Menschen hingegen müssen einfach verdammich aufpassen, wenn wir an unseren Maschinen herumwerkeln.

    Und dazu gehört auch, zunächst einmal nicht alles, was man nicht von sich selbst kennt oder nicht zu 100% kapiert, als unwahr abzulehnen, sondern vielleicht auch einmal die Einstellung: "Oha, das kenn ich noch gar nicht, hätte ich jetzt so nicht gedacht" auszuprobieren. So kann man auch den eigenen Horizont sehr erweitern. Wäre ja nun blöd, wenn noch jemand findet, ich sage die UNwahrheit und macht dann den selben blöden Fehler wie ich. Nur, weil er nicht glauben wollte, was ich schreibe. Es ist Fakt: Zu mindest einmal auf diesem Planeten war es möglich, dass Radschrauben so fest angezogen waren, dass sie sich per Hand nicht drehen liessen und dennoch waren sie kurz darauf (3-4 km) weg! SOrgt bitte alle dafür, dass ich ein Einzelfall bleibe und seid achtsamer/ konzentrierter als ich!

  8. Registriert seit
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    Standard

    #8
    gut das dir "nur" finanzieller Schaden entstanden ist.

    Bestimmte Arbeiten sollten nicht unterbrochen werden, oder wenn unterbrochen einen grossen Zettel dranbappen mit den Dingen die noch zu tuen sind. Das könnte helfen.

    Einen Satz noch für Jedermann: Verschraubungen sind lösbare Verbindungen, dies ist so gewollt. Daher sollte man in regelmäßigen Abständen oder nach besonderen Belastungen zumindest eine Sichtkontrolle durchführen.

  9. Registriert seit
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    Standard

    #9
    Puh Glück gehabt !!

    Kannste bitte mal n Foto des verbogenen Bremssattels einstellen. Ich hab schon einige Sättel auseinandergenommen und gewartet, aber nen verbogenen Sattel hab ich noch nicht gesehen. Würd das gern mal anschauen. Ein ordentlicher Hebel dürfte sich da gebildet haben durch die Scheibe. Die Scheibe is dann sicher auch hin.
    Ist der Sattel in sich verzogen (kann ich mir nicht vorstellen) oder hat es die Schraubenaufnahme gebogen (dann sind da bestimmt auch Risse?) ?

    Wie Red schon schrieb : IMMER nen Werkstattzettel (am besten mit Draht festmachen und in Rot) bei nicht erledigten Arbeiten anbringen. Ich mache mir immer noch zusätzlich nen To Do - Zettel auf die Werkbank.

  10. Registriert seit
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    Standard

    #10
    Alle Achtung, Nordlicht, an dem Tag hat Dein Schutzengel zum Glück Überstunden geschoben.

    Frank


 
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