Seite 4 von 6 ErsteErste ... 23456 LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 54

Schwerer Motorradunfall - Ersthelfer

Erstellt von Dexter, 12.08.2013, 20:15 Uhr · 53 Antworten · 7.077 Aufrufe

  1. Registriert seit
    19.07.2011
    Beiträge
    832

    Standard

    #31
    Hallo Dexter.
    Respekt für Dein beherztes Eingreifen! Die Geschichte hat mich nur vom Lesen mitgenommen. Wie muss es Dir erst gehen. Geh auf jeden Fall zu dem armen Kerl ins Krankenhaus. Es wird Dir und Ihm helfen... Ungewissheit nagt mehr als Tatsachen.
    Ich wünsche Dir viel Kraft bei der Verarbeitung und dem jungen Mann gute Besserung.

    Ich wünsche mir, jeder hätte Deine Zivilcourage und für uns alle unfallfreie Fahrt.

    Daniel

  2. Registriert seit
    22.09.2010
    Beiträge
    941

    Standard

    #32
    Hochachtung. Wir brauchen mehr Leute wie Dich, die bedingungslos bereit sind, zu helfen. Hut ab.

    Ich habe vor kurzer Zeit einen level 2 first aid kurs gemacht. Da interessiert es mich vom sachlichen her an folgendem:

    Hast Du als erstes sicher gestellt, dass Dir nichts passieren kann, wenn Du hilftst? Hast Du die Unfallstelle abgesichert, damit Du sicher bleibst? Ich weiss, dies sind unangenehme Fragen, aber der beste first aider nuetzt nichts, wenn es ihn auch erwischt.

    Keine Handschuhe? Da brauch ich wohl nichts mehr zu schreiben, wo ich mich aufhalte...


    Helm ab? Grundsaetzlich ueberhaupt nicht, ob bewusst oder unbewusst, es sei denn, Du bist darauf geschult. Ohne zu wissen, was dem Unfallopfer im Detail passiert ist, sollte man davon ausgehen, das in irgendeiner Form eine spinal injury vorliegt. Durch inkorrekte Helmentfernung kann dies nur verschlimmert werden. Falls Erstickungsgefahr, ja, machen, oder falls Erbrechen vorliegt. Die Atemwege muessen frei gemacht werden. Wie wird so etwas in Deutschland trainiert von Professionellen? Das interessiert mich sehr.

    Ansonsten: drueber sprechen und aktiv verarbeiten, ansonsten kann das Probleme bringen, wenn man so etwas alleine wegdrueckt. Ausserdem reagiert jeder Mensch anders darueber. So etwas erfordert Arbeit.

    Trotzdem, klasse, was Du gemacht hast!

  3. Registriert seit
    17.05.2007
    Beiträge
    26.602

    Standard

    #33
    Das mit dem Helm wird mittlerweile anders gelehrt.....ich würde ihn immer abnehmen. wenn er nicht mehr atmet sowieso und wenn er noch atmet, dann auch, weil du einfach besser an ihn kommst, wenn er doch ohnmächtig wird.
    Da hat das Opfer dann die Wahl zwischen Tod durch Ersticken oder Querschnittlähmung und ich treffe für ihn die Entscheidung.
    Helm abnehmen sollte jeder von uns doch im Schlaf beherrschen.

  4. Registriert seit
    19.07.2013
    Beiträge
    22

    Standard

    #34
    Hallo,

    ich kann die geschilderten Geschichten nachvollziehen.

    Ich musste im August 2012 auf dem Weg zur Arbeit einen Motorradfahrer aus den Leitplanken ziehen. Bei diesem war es allerdings schon zu spät. Ist mit 80km/h ungebremst in die Leitplanke geflogen.

    Die Ausgangssituation war allerdings auch scheiße:

    - Berufsverkehr / Kolonne ca. 80 km/h
    - Dauerregen
    - Er überholt mit Kolonenspringen mit 800er Ducati ohne ABS mit Rennstreckenrefen in Jeanshosen
    - Das Vorderad schmiert beim Einscheren auf einem Bitumenstreifen weg.

    Für alle Ersthelfer war sicher gut, dass es nicht blutig war und die Gewissheit, dass es "schnell" ging.

    Erschreckend war, wie hilflos die helfenden PKW-Fahrer waren. Keiner traute sich den Verunfallten anzufassen, anzusprechen, oder den Puls zu fühlen. Nach dem Ereignis habe ich mein "Helm-Wissen" auch aufgefrischt:

    - Bei Bewusstsein: Helm auflassen!
    - Bewusstlos: Helm ab! Die Gefahr, dass der Verunfallte erstickt ist höher, als die durch das "Ungeschick" des Ersthelfers etwas falsch zu machen.

    Tobi

  5. Registriert seit
    02.07.2010
    Beiträge
    1.150

    Standard

    #35
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    Das mit dem Helm wird mittlerweile anders gelehrt.....ich würde ihn immer abnehmen. wenn er nicht mehr atmet sowieso und wenn er noch atmet, dann auch, weil du einfach besser an ihn kommst, wenn er doch ohnmächtig wird.
    Da hat das Opfer dann die Wahl zwischen Tod durch Ersticken oder Querschnittlähmung und ich treffe für ihn die Entscheidung.
    Helm abnehmen sollte jeder von uns doch im Schlaf beherrschen.
    Ich hab meinen ersten "Erste Hilfe" Kurs irgendwann 1989 (da stand die Mauer noch!) gemacht und da wurde uns an der Schule schon die Abnahme des Helmes unter Ueberstreckung der Wirbelsaeule sowie anschliessende stabile Seitenlage mit Ueberstreckung beigebracht. Das hat sich in den folgenden Jahren auch nicht geaendert, weder im Ersthelfer noch in den diversen Sanlehrgaengen die ich jaehrlich besucht habe.

    Uebrigens jeder hier der einen Arai Tour X3 (und andere Generationen) faehrt sollte sich seinen Helm mal genau Anschauen. Der hat naemlich spezielle Wangenpolster die entfernt werden koennen um die Abnahme des Helmes zu erleichtern.

  6. Registriert seit
    02.08.2013
    Beiträge
    145

    Standard

    #36
    Hallo Leute, super reagiert, Dexter!
    Ich kann mich AmperTiger anschließen. Habe letztes Jahr den großen Ersthelferschein beim RK gemacht. Der Kursleiter war auch ein Biker und erfahrener Rettungssanitäter. Der lehrte, dass der Helm VORSICHTIG zu entfernen ist. Immer. Denn man muss sich ein Bild der Verletzungen machen. Und man kann so leichter merken, ob der Verunfallte noch lebt, bzw. noch bleibt. Außerdem ist es so besser, als wenn man damit wartet, bis er kotzt.

    Die Sache mit der Verarbeitung des erlebten gehst du richtig an, Dexter. Meine Frau ist vor fast 6 Monaten in meinen Armen gestorben. Das Einzige, was mich vor dem Durchdrehen und dem Aufgeben bewahrt hat war, mein Erlebtes UND meine Gefühle möglichst weit zu streuen. D. h. möglichst oft drüber reden. Und wenn du keine Freunde (außer uns) zum reden findest, gibt es jede menge Leute, die dafür bezahlt werden, dass Sie DIR helfen. Und wenn es auch nur ein Pfarrer ist.

    Ich selber hatte in 2009 einen Rollerunfall. Bin mit nem 125er auf ner Nebenstraße verunfallt. Ich lag so ca. 2 - 3 Stunden in einem Straßengraben. Zum Glück hat mich ein Anwohner gefunden. Ersthelfen ist nie vergebens. Danke Dexter.

  7. Registriert seit
    03.10.2008
    Beiträge
    420

    Standard

    #37
    Sicherlich sind die Anweisungen mit Helm auf oder ab MEISTENS passend!
    Bei meinem Unfall habe ich es einem logisch denkenden Motorradfahrer (konnte ich nach über einem Jahr Klinikaufenthalt leider nicht mehr ausfindig machen) zu verdanken, das dies genau verhindert wurde: infolge schwerer Kehhlkopfverletzungen und daraus resultierenden Ausblutungen wäre ich am eigenen Blut erstickt! Dieser Ersthelfer verhinderte auch das Verbringen in die Seitenlage, da ich mit Kopf nach unten hing und somit das Blut in den Helm lief.

    Daher sollte doch jeder erst mal die Lage überdenken, bevor er wie ne Maschine das Gelehrte anbringt ober durchzieht.
    Ich hatte dieses Glück eines Ersthelfers, welcher erst nachdachte und dann vehement auch zu seiner Entscheidung stand, insofern man bei einem schweren Verkehrsunfall noch von Glück reden kann!

    Trotzdem gilt mein Respekt auch und vielleicht deshalb Dexter!

    (BTW, alle fünf Jahre mache ich nen Auffrischungskurs und habe auch bereits mehrfach bei Unfällen dies einsetzen können, auch ein tödlicher war darunter und ja, man braucht ne Zeit um das Erlebte zu verarbeiten.)

    lg
    Harald (der momentan mal wieder mit Spätfolgen aus erwähnten Unfall in Klinik kämpft)

  8. Registriert seit
    21.02.2010
    Beiträge
    1.151

    Standard

    #38
    Toll reagiert Dexter.
    Mein vollster Respekt gilt allen Ersthelfern die "hinlangen" und tun was in Ihrer Macht steht...

  9. Registriert seit
    21.10.2008
    Beiträge
    1.935

    Standard

    #39
    Dexter, danke für Deinen Bericht und für die Gewissheit dass es doch noch Menschen wie Dich gibt, die so beherzt zupacken können wenn es darauf ankommt! Gut gemacht + RESPEKT!!

    Dir drücke ich die Daumen, dass Du das erlebte gut verarbeiten kannst. Drüber Reden - imho am besten wirklich "reden" in Gesellschaft der Famile oder guter Freunde - hilft Dir sicher.

    Den Jungen im Krankenhaus zu besuchen ist bestimmt für Euch beide eine gute Sache. Normalerweise sind die Stationsschwestern auch nicht so unkooperativ, wenn Du sie anrufst und nach Befinden fragst etc. So erfährst Du auch, ab wann es Sinn macht ihn zu besuchen. Sollte er jetzt noch auf Intensivstation oder ähnlichem liegen, ist das mit dem Besuchen sowieso noch so eine Sache.

  10. Registriert seit
    17.05.2007
    Beiträge
    26.602

    Standard

    #40
    Zitat Zitat von Omega47 Beitrag anzeigen
    Ich kann mich AmperTiger anschließen. Habe letztes Jahr den großen Ersthelferschein beim RK gemacht.
    ich muß im Betrieb jedes Jahr einen Erste Hilfe Kurs machen und war 2012 in Garmisch auf den BMW Days heilfroh, als ich einen jungen Komasäufer nachts um halb zwei vor dem Ersticken bewahrt hab. Seine Kumpels zerrten an ihm rum und wollten ihn unbedingt auf die Füße stellen. ich hab ihm stabile Seitenlage gemacht und just in dem Moment wo die Sani kamen, hatte er nen Atemstillstand. noch keinen Führerschein, aber Alk und Drogen bis zum Abwinken.


 
Seite 4 von 6 ErsteErste ... 23456 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. APE auf Autobahn - schwerer Unfall
    Von Alex Mayer im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 27.11.2011, 12:14
  2. Tödlicher Motorradunfall :( im Norden
    Von Torfschiffer im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 25.09.2010, 02:16
  3. Schwerer Motorradunfall auf der 471 AS Olching
    Von Ham-ger im Forum Smalltalk und Offtopic
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 08.09.2009, 17:03
  4. Schon wieder Motorradunfall
    Von KlausisGS76 im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 25
    Letzter Beitrag: 27.02.2009, 07:07
  5. Wieder ein schwerer Unfall
    Von ScholtiE im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 33
    Letzter Beitrag: 19.03.2008, 05:49