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Spenden?

Erstellt von beak, 21.07.2011, 20:09 Uhr · 44 Antworten · 1.837 Aufrufe

  1. beak Gast

    Standard Spenden?

    #1
    Hab auf Grund der der Situation in Ost-Afrika ein wenig recherchiert, wie diesen Ländern dauerhaft geholfen werden kann.

    Leider bin ich nicht wirklich fündig geworden. Was ich fand waren Artikel, die aussagen, dass an den Spenden nur die Skrupellosen verdienen und nur ein kleiner Teil der Spenden ankommt. Da werden, wenn solche Hilfslieferungen ansstehen z. B. Lande- und Transportgebühren in diesen Ländern erhöht.

    Lebensmittellager wären gefüllt, viele dieser Spenden landen aber auf Märkten zum Verkauf.

    Betreffende Regierungen erhöhen ihre Ausgaben für Waffen. Unterstützt von z. B. Frau Merkel, die Hilfe fürs Volk verspricht, gleichzeitig aber auch die Werbetrommel für die deutsche Waffenindustrie rührt.

    Wer hat eigentlich ein Interesse, die Situation in Ländern, die Naturkatastrophen, Bürgerkriegen und korrupten (korruption scheint nicht nur in diesen Ländern ein Fremdwort zu sein) Regierungen ausgeliefert sind, zu verbessern?

    Mich packt die Wut und mir blutet das Herz, bei diesem Elend. Es blutet mir auch, wenn so widerwärtiges Verhalten vom Rest der Welt akzeptiert und praktiziert wird. Aber welche Möglichkeiten bleiben uns, diesen Menschen zu helfen? Spenden?

  2. Registriert seit
    02.09.2008
    Beiträge
    1.412

    Standard

    #2
    Ich fürchte, durch recherchieren wird sich das Problem in diversen Ländern nicht lösen lassen. Durch spenden auch nicht. Durch Kriege erst recht nicht.

    Gäbe es eine Lösung, so würde sie aller Wahrscheinlichkeit nach, auch genutzt werden.

    Die deutschen Waffenexporte, die auch von nicht Merkels und nicht Schwarzen schon ganz gut promoted worden sind, haben daran meines Erachtens nichts verbessert und werden auch nicht allzuviel verschlechtern.
    Ich weiß, der Spruch "wenn wir nicht liefern, liefert ein Anderer" ist feig, aber dennoch wahr. Östliche Waffenproduzenten haben weit weniger Skrupel an "Schurkenstaaten" zu liefern.

    Das Einzige was helfen könnte, wäre die ganze Welt zu "befreien". Wie erfolgreich das praktiziert wird, zeigen die USA (und dadurch die NATO) mit ihren Kriegen. Aus Nächstenliebe passiert aber auch das nicht und ob es das Leid der jeweiligen Bevölkerung lindert, wage nicht nur ich zu bezweifeln.

    Spenden, z.B. für Hilfsorganisationen, die sich speziell in den betreffenden Regionen (die ja teilweise so groß wie Deutschland sind) engagieren, können sicherlich eingen Wenigen helfen, aber nicht der breiten Masse. Es ist schlicht nicht möglich an die hungerleidende Bevölkerung heranzukommen, ohne Menschenleben zu riskieren.

    Außerdem finde ich nicht, dass der Rest der Welt das Ganze so akzeptiert. Mehr als sich darüber "zu empören" bleibt einer Regierung aber schon nicht übrig. Ansonsten siehe vorletzter Absatz.

    Vielleicht gibt es keine Lösung.

  3. Registriert seit
    30.04.2007
    Beiträge
    6.464

    Standard

    #3
    Jeder der mal in Afrika war wird wohl erfahren haben, dass dort in erschreckend weiten Teilen die Mentalität "Sir, give me money" Habitus geworden ist. Das darf man hoffentlich mal sagen. So geht das selbstverständlich nicht, das muss sich grundlegend ändern. Selbst einige Afrikaner erheben mittlerweile die Stimmen und fordern: "Hört mit den Geld und Warenspenden auf, ihr erzieht die Menschen zum betteln". Langfristig helfen Projekte zur Selbsthilfe, Bildung und medizinische Versorgung.

    Kurzfristig jedoch sind hier Millionen Menschen dem Hungertod ausgesetzt und da muss man akut helfen, trotzdem mindestens 60 % der Hilfsleistungen mal wieder in den falschen Taschen landen werden.

  4. Geronimo Gast

    Standard

    #4
    Zitat Zitat von peter-k Beitrag anzeigen
    Selbst einige Afrikaner erheben mittlerweile die Stimmen und fordern: "Hört mit den Geld und Warenspenden auf, ihr erzieht die Menschen zum betteln". Langfristig helfen Projekte zur Selbsthilfe, Bildung und medizinische Versorgung.
    Richtig, es kann z.B. auch nicht angehen das die grossen Industrienationen afrikanische Märkte mit ihrem billigen und minderwertigen Fleisch überschütten, während die lokalen Produzenten nicht den Hauch einer Chance haben. Und das lässt sich beliebig fortsetzen.

    Kurzfristig jedoch sind hier Millionen Menschen dem Hungertod ausgesetzt und da muss man akut helfen, trotzdem mindestens 60 % der Hilfsleistungen mal wieder in den falschen Taschen landen werden.
    60% halte ich für entschieden zuviel, es gibt auch Institutionen denen man eher vertrauen kann.

    grüße,
    Jürgen

  5. Registriert seit
    17.05.2007
    Beiträge
    26.600

    Standard

    #5
    Zitat Zitat von peter-k Beitrag anzeigen
    "Hört mit den Geld und Warenspenden auf, ihr erzieht die Menschen zum betteln". Langfristig helfen Projekte zur Selbsthilfe, Bildung und medizinische Versorgung..
    absolut richtig Peter. Geld- und Sachspenden, verhindern Eigeninitiative, machen den örtlichen Handel kaputt und erziehen die Menschen zum betteln.

  6. Baumbart Gast

    Standard

    #6
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    absolut richtig Peter. Geld- und Sachspenden, verhindern Eigeninitiative, machen den örtlichen Handel kaputt und erziehen die Menschen zum betteln.
    Wenn aber wg. Klimawandel gar kein örtlicher Handel oder Landwirtschaft mehr existieren verhungern die Menschen ohne externe Hilfe. Ich habe persönliche Kontakte zur Deutschen Welthungerhilfe und weiß dass die sehr vorsichtig, kompetent und wirkungsvoll helfen. Darum kriegen die regelmäßig Geld von mir. übrigens nicht zweckgebunden (die berühmte Kennwortspende).

  7. Registriert seit
    30.04.2007
    Beiträge
    6.464

    Standard

    #7
    Zitat Zitat von Geronimo Beitrag anzeigen
    60% halte ich für entschieden zuviel, es gibt auch Institutionen denen man eher vertrauen kann.
    Knapp 40 % der Spenden, das ist nach einem Bericht in der lokalen Straights Times was am Ende wirklich bei den Tsunami Opfern in Indonesien angekommen. Ich wüsste nicht warum das anderswo anders sein sollte. Aber das ist jetzt egal, den Menschen muss geholfen werden.

  8. Registriert seit
    01.01.2009
    Beiträge
    10.104

    Standard

    #8
    Ich halte es mit dem Bruce Willis-Zitat aus "Tränen der Sonne": "Gott hat Afrika schon lange verlassen"! Diesem Kontinent ist von außen nicht zu helfen.

    Grüße
    Steffen

  9. beak Gast

    Standard Menschenwürde

    #9
    Diese Länder werden mit Sicherheit Hilfe von außen benötigen, um innerhalb ihres Landes etwas zu verändern zu können. Meines Erachtens gäbe es auch Möglichkeiten z. B. gezielt, autoritäre und totalitäre Regime auszuschalten, wenn denn Interesse bestünde.

    Das Gewissen mit Spenden zu beruhigen, dann wenn die Medien akut eine Hungersnot "diagnostizieren" ist mir persönlich zu wenig.

    Außerdem sollten wir einfach mal von unserem hohen Ross runterkommen und diese Menschen nicht als Bettler bezeichnen!

  10. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #10
    Zitat Zitat von beak Beitrag anzeigen
    Diese Länder werden mit Sicherheit Hilfe von außen benötigen, um innerhalb ihres Landes etwas zu verändern zu können.

    Außerdem sollten wir einfach mal von unserem hohen Ross runterkommen und diese Menschen nicht als Bettler bezeichnen!
    Dieser Aussage kann ich absolut NICHT zustimmen. Auch wenn es den Menschen dort ziemlich dreckig geht, so erwarten sie doch mittlerweile nur noch HIlfe von aussen und selber wird nichts mehr geleistet.

    Ich habe bereits mehrere Berichte darüber gesehen und gelesen dass es mittlerweile schon einige ANTI-Hilfsorganisationen gibt um die Eigeninitiative der Menschen dort etwas fördern. Es geht nicht dass man immer nur hilft und hilft und hilft, aber die Leute verlernen es selber etwas zu tun weil sie trotz Korruption immer noch Massenweise in den Arsch geschoben bekommen. Und leider sind viele der Menschen zum Bettler erzogen worden. (sorry für die drastische Ausdrucksweise)


 
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