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Spendenaufruf Japan

Erstellt von ulixem, 19.03.2011, 12:20 Uhr · 20 Antworten · 2.231 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #11
    Zitat Zitat von Wogenwolf Beitrag anzeigen
    Um Solidarität zu zeigen?
    Ich denke, auf die Höhe der Spende kommt es nicht an!
    Aber das kann ich 100% ig unterschreiben !!!!!!
    Grüße Eugen

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    #12
    - Mentalität:
    Noch 1995 nach dem Erdbeben in Kobe hat Japan ausländische Hilfe abgelehnt. So wie es in den anderen asiatischen Ländern ist, z.B. Indien, Indonesien, China ... Tatsache ist Asiaten lassen sich erst mal ungern "helfen".

    Heute ist Japan in dieser Hinsicht etwas weiter. Man schaut allerdings genau hin, von wem Hilfe angeboten wird. Hier ist man deutlich hierarchisch orientiert. Z.B. USA Hilfe wurde zügig angenommen.


    - Selbsthilfe:
    Die Bevölkerung wurde darin trainiert in einem Katastrophenfall 2 Tage auf sich selbst gestellt auszukommen, danach soll national organisierte Hilfe eingreifen. Das ist eine Initiative, die nach dem Erdbeben in Kobe landesweit durchgeführt wurde. Dazu gehoert z.B., dass jeder Japaner für relativ kleines Geld in Supermärkten Überlebensucksäcke kaufen kann. Das erklärt auch, warum es in der japanischen Bevölkerung für unsere Begriffe zuerst "gespenstig" ruhig war, und warum man Anfangs in Interviews immer wieder hörte man habe Vertrauen in die Regierung.

    Dass die Hilfe nach 2 Tagen noch nicht gut funktionierte hat mehrere Gründe: Die stellenweise gewaltig zerstörte Infrastruktur, Schneestürme, Mangel an Diesel, ein Teil der Fahrer und Hilfskräfte weigerten sich in die Provinz Fukushima zu fahren. Der Regierungssprecher hat zugegeben, dass die offiziellen Stellen in den ersten Tagen von den gigantischen Ausmaßen der Katastrophe überwältigt wurde.


    Ich bin der Meinung man muss jede mögliche humanitäre Hilfe anbieten, an jeden und ohne Berücksichtigung der Hautfarbe, Religion, Meinung.

  3. Registriert seit
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    #13
    In Haiti sind Spendengelder auch heute noch besser angebracht als bei einer der weltweit reichsten Nation.

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    #14
    Zitat Zitat von Roter Oktober Beitrag anzeigen
    In Haiti sind Spendengelder auch heute noch besser angebracht als bei einer der weltweit reichsten Nation.
    Hallo,
    Haiti ist nicht in der Lage die Spenden zu verteilen, das stockt und verschwindet im Beamtensumpf, denen es scheissegal ist, wie es vor den Bürostuben aussieht. Perspektivlos, sehr traurig

    Japan ist eine reiche Industrienation (aber auch sehr hoch verschuldet!), aber die sind jetzt wirklich überfordert. Und das schlimmste werden die Folgen der Radioaktivität sein. Das fängt jetzt mit dem Trinkwasser in Tokio an (nebenbei Einwohnerzahl Tokio knapp die Hälfte der Gesamtbevölkerung BRD!) Jeder möge mal kurz innehalten: Trink- und Waschwasser aus dem Hahn mehr oder weniger giftig- was würdest Du kurz- mittel- und langfristig tun?
    Japan braucht jetzt dringend Hilfe von aussen, die sind sicher auch bereit dafür!
    Und der Spendeneuro kommt da sicher besser an. Versickerungen á la Haiti und Afrika sind hier unwahrscheinlicher. Der Spendeneuro löscht hier wahrscheinlich mehr Feuer, als woanders auf den Welt. Der Vergleich ist zum Kotzen, ich weiss!
    Grafenwalder

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    #15
    Japanische Experten schaetzen den direkten Schaden auf etwa 220 Milliarden Euro. Mit Mangelsituation rechnet man für mindestens 12 Monate (bestimmte Lebensmittel, teilweise auch Wasser, Benzin, Strom).

    Ich weiß nicht ob da mit Geldspenden geholfen werden kann. Aber sicher kann mit bedingungsloser internationaler Hilfe sowie Hilfe von Nachbarstaaten einiges bewirkt werden.

    In Indonesien, Indien und anderen Ländern gehen bedeutende Teile Spenden durch Korruption und sonstigem Streuverlusten in trauriger Verschwendung verloren. Leider kann man das kaum verhindern, weil die (Einfluss-)Reichen zu oft über jede westliche Vorstellungskraft hinaus raffgierig und korrupt sind. Warum soll der kleine Beamte oder Polizist da nachstehen wollen? Ich denke das ist in Japan nicht so.

  6. ulixem Gast

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    #16
    Ihr habt natürlich recht.
    Die Hilfsorganisationen, welche sich ausschließlich aus Spenden finanzieren, können ja die japanischen Behörden ansprechen, ob sie helfen sollen und wenn ja (das Land braucht ja keine Hilfe, weil es ist ja auch nicht viel passiert und es ist so reich), dann kann man sich ja Geld schicken lassen.

    Haiti braucht, wie hier bereits erwähnt , auch keine Spendengelder.
    Die sind zwar nicht so reich wie Japan, aber halt zu doof.

  7. Registriert seit
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    #17
    Natürlich braucht Haiti als Staat und die betroffenen Menschen Hilfe extrem dringend. Und sie bekommen sie auch. Aber ist es angenehmer, in einem reichen Land zu erfrieren oder warum sollte man den Japanern nicht helfen? 1-2 Wochen noch,dann sind eh alle tot, die aif soforthilfe angewiesen wären. Dann hat man wieder Ruhe vor den störenden Bildern jund kann überlegwn, warum man Haiti ebenfalls nicht helfen will...

  8. Registriert seit
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    #18
    Vor allem könnten die westlichen Super-Reichen die sonst mit ihren prestigeträchtigen Stiftungen so viel gutes tun hier mal was zeigen. Die asiatischen Super-Reichen braucht man erst gar nicht fragen. S$ 500.000 von Singapur.

  9. Registriert seit
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    #19
    Zitat Zitat von ulixem Beitrag anzeigen
    Ihr habt natürlich recht.
    Die Hilfsorganisationen, welche sich ausschließlich aus Spenden finanzieren, können ja die japanischen Behörden ansprechen, ob sie helfen sollen und wenn ja (das Land braucht ja keine Hilfe, weil es ist ja auch nicht viel passiert und es ist so reich), dann kann man sich ja Geld schicken lassen.

    Haiti braucht, wie hier bereits erwähnt , auch keine Spendengelder.
    Die sind zwar nicht so reich wie Japan, aber halt zu doof.
    Hallo Ulixem,
    erklär doch bitte genauer, weil ich versteh nix
    Viele Grüße, Grafenwalder

  10. Registriert seit
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    #20
    Zitat Zitat von Grafenwalder Beitrag anzeigen
    Hallo Ulixem,
    erklär doch bitte genauer, weil ich versteh nix
    Viele Grüße, Grafenwalder
    Dürfte Galgenhumor sein und ist natürlich ironisch gemeint!

    Mit messerscharf-präzisen Analysen wird hier argumentiert und debattiert, während der Initiator einfach nur um Hilfe bittet.
    Ulixem, das musst du aushalten und, wenn möglich, einfach ignorieren. Dein Hilfesaufruf wird gesehen und wahrgenommen - darauf musst du dich einfach verlassen. Rückmeldung wirst du nicht bekommen, denn die, die helfen, werden sich hier kaum öffentlich der Häme derer aussetzen, die es "erheblich besser wissen".
    Am Ende haben alle ein gutes Gefühl. Die einen, weil sie geholfen haben, die anderen, weil sie sich tollkühn dem korrupten System widersetzt haben dank ihres Durchblicks. Eine Win-win-Situation.

    Nur mal so nebenbei erwähnt: Hostettler, schweizer Motorradimporteur und irgendwie eng mit IXS verbunden, hat 100.000 Franken gespendet.
    Selbstredend wird nun darüber debattiert, ob das selbstlose Hilfe oder kalkulierte Werbung ist. Und genauso selbstverständlich ist das den Obdachlosen völlig egal! Die brauchen die 100.000 Stutz und fertig.
    Und dank Leuten wie Hostettler, die möglicherweise Geschäftssinn und Charity miteinander verknüpfen können sowie Leuten wie Ulixem, die einfach nur um Hilfe bitten, funktioniert das mit der Solidarität dann eben doch.


 
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