Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 35

Studie offenbart weltweite Unzufriedenheit mit Kapitalismus

Erstellt von WoSo, 09.11.2009, 10:05 Uhr · 34 Antworten · 2.430 Aufrufe

  1. Registriert seit
    01.01.2009
    Beiträge
    10.105

    Standard

    #11
    Zitat Zitat von GSMän Beitrag anzeigen
    Jetzt müsstest Du mir nochmal schlüssig erklären, was das Gefühl (bisher hielt ich das für etwas sehr Subjektives) der Unzufriedenheit mit den - volkswirtschaftlichen - Erkenntnissen über das Zusammenspiel in einem Wirtschaftssystem zusammenhängt.

    Muss ein Autofahrer künftig ein Maschinenbaustudium absolvieren, bevor er seine Unzufriedenheit mit dem Fahrverhalten eines Fahrzeuges äußern darf??
    Oberflächlich würde ich sagen, dass es da keinen Zusammenhang gibt. Ein Gefühl (und eine Meinung) kann ich auch ohne Kenntnisse über irgendetwas haben. Wie nützlich das dann ist, lasse ich dahin gestellt. Aber vielleicht sollten man mal untersuchen, ob Menschen, die die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusmmenhänge besser verstehen, ebenso unzufrieden sind wie die, die von den Zusammenhängen keine Ahnung haben. Wenn ich etwas nicht verstehe, macht es mir möglicherweise eher Angst.

    Grüße
    Steffen

  2. Chefe Gast

    Standard

    #12
    Zitat Zitat von Zörnie Beitrag anzeigen
    ... Aber vielleicht sollten man mal untersuchen, ob Menschen, die die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusmmenhänge besser verstehen, ebenso unzufrieden sind wie die, die von den Zusammenhängen keine Ahnung haben. Wenn ich etwas nicht verstehe, macht es mir möglicherweise eher Angst....
    Hmmm, erinnert mich an eine lautstarke und wochenlange Diskussion anfang der 90er Jahre über die "Abzocker" von Sozialleistungen, wobei mit Abzockern alle nicht genau diesem Stammtisch angehörenden gemeint waren
    Der Punkt war, dass sich niemand mit den Voraussetzungen für bestimmte Sozialleistungen (z.B. Wohn- oder Kindergeld) befasst hat, aber der arbeitslose Albaner von nebenan der "kriegt's ja nachgeschmissen" - in Wirklichkeit hat er sich mit seinen Möglichkeiten im sozialen System genau auseinandergesetzt und sie in Anspruch genommen...
    ... hätten viele der "Ungerechtigkeit"-Schreier auch gekonnt...

  3. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #13
    Zitat Zitat von Chefe Beitrag anzeigen
    Hmmm, erinnert mich an eine lautstarke und wochenlange Diskussion anfang der 90er Jahre über die "Abzocker" von Sozialleistungen, wobei mit Abzockern alle nicht genau diesem Stammtisch angehörenden gemeint waren
    Der Punkt war, dass sich niemand mit den Voraussetzungen für bestimmte Sozialleistungen (z.B. Wohn- oder Kindergeld) befasst hat, aber der arbeitslose Albaner von nebenan der "kriegt's ja nachgeschmissen" - in Wirklichkeit hat er sich mit seinen Möglichkeiten im sozialen System genau auseinandergesetzt und sie in Anspruch genommen...
    ... hätten viele der "Ungerechtigkeit"-Schreier auch gekonnt...

    Aber das ist heute auch noch so, wie ich finde... Der bequeme Deutsche kümmert sich nicht wirklich drum, frei nach dem Motto "der Staat schuldet mir das also soll der mal schön selber kommen..."
    Und der arbeitslose Albaner, Türke, Russe oder wer auch immer kümmert sich drum, bzw wird wohl regelmäßig bzw einmal bei Einreise darüber informiert was ihm zusteht, und das holt er sich.
    Dass allerdings Spätaussiedler, die nen gutbezahlten Beruf haben auch in den Genuss kommen "Sozialleistungen" bzw vergünstigte Kredite bekommen, NUR weil sie Spätaussiedler sind, das finde ich ungerecht...!
    Ich finde auf dieser Schiene sollte man durchaus auch mal differenzieren...!
    Aber das hat ja wiederum wenig mit dem Kapitalismus an sich zu tun... also back to topic...!

  4. Registriert seit
    01.10.2009
    Beiträge
    2.622

    Standard

    #14
    Zitat Zitat von Zörnie Beitrag anzeigen
    Oberflächlich würde ich sagen, dass es da keinen Zusammenhang gibt. Ein Gefühl (und eine Meinung) kann ich auch ohne Kenntnisse über irgendetwas haben. Wie nützlich das dann ist, lasse ich dahin gestellt. Aber vielleicht sollten man mal untersuchen, ob Menschen, die die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusmmenhänge besser verstehen, ebenso unzufrieden sind wie die, die von den Zusammenhängen keine Ahnung haben. Wenn ich etwas nicht verstehe, macht es mir möglicherweise eher Angst.

    Grüße
    Steffen
    Um bei meinem Beispiel mit dem Autofahrer zu bleiben:
    Natürlich wird der Maschinenbauingenieur das Klappern an der Hinterachse möglicherweise als nicht gefährlich einstufen und insoweit nicht weiter beachten. Der Normalbürger fühlt sich schlicht gestört und ist mit dem Auto unzufrieden was zur Folge hat, dass er sich nach einem anderen Modell umschaut.

    Und die Moral von der Geschichte:
    Zu viel Wissen verstellt in der ein oder anderen Angelegenheit den Weg für den klaren Blick oder in diesem Fall für das Gefühl für gerecht oder nicht.
    Nicht alles, was Banken oder Manager juristisch dürfen ist moralisch und gesellschaftlich akzeptabel. Selbst wenn man es fünfmal volks- oder betriebswirtschaftlich nachvollziehbar erklären kann.

  5. Chefe Gast

    Standard

    #15
    Zitat Zitat von ArmerIrrer Beitrag anzeigen
    ...
    Dass allerdings Spätaussiedler, die nen gutbezahlten Beruf haben auch in den Genuss kommen "Sozialleistungen" bzw vergünstigte Kredite bekommen, NUR weil sie Spätaussiedler sind, das finde ich ungerecht...!
    Ich finde auf dieser Schiene sollte man durchaus auch mal differenzieren...!
    Aber das hat ja wiederum wenig mit dem Kapitalismus an sich zu tun... also back to topic...!
    Erstens hat jedes System - auch ein soziales Netz - Stärken, Schwächen und Lücken und zweitens steht ja jedem frei, sich möglichst bequem zu betten.
    Drittens finde ich sehr wohl, dass es mit Kapitalismus zu tun hat, weil es die perfekte Kombination aus Eigen- und Fremdleistung darstellt, die in unserer sozialen Marktwirtschaft zum größten monetären Erfolg führt.

  6. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #16
    Zitat Zitat von Chefe Beitrag anzeigen
    Erstens hat jedes System - auch ein soziales Netz - Stärken, Schwächen und Lücken und zweitens steht ja jedem frei, sich möglichst bequem zu betten.
    Drittens finde ich sehr wohl, dass es mit Kapitalismus zu tun hat, weil es die perfekte Kombination aus Eigen- und Fremdleistung darstellt, die in unserer sozialen Marktwirtschaft zum größten monetären Erfolg führt.

    ich stimme Dir zu...

  7. Registriert seit
    01.01.2009
    Beiträge
    10.105

    Standard

    #17
    Zitat Zitat von GSMän Beitrag anzeigen
    Und die Moral von der Geschichte:
    Zu viel Wissen verstellt in der ein oder anderen Angelegenheit den Weg für den klaren Blick oder in diesem Fall für das Gefühl für gerecht oder nicht.
    Nicht alles, was Banken oder Manager juristisch dürfen ist moralisch und gesellschaftlich akzeptabel. Selbst wenn man es fünfmal volks- oder betriebswirtschaftlich nachvollziehbar erklären kann.
    Ich habe mit dem Begriff der Moral immer so meine Schwierigkeiten, und zwar, weil er so subjektiv ist, auch wenn ich an meine Handlungen auch fast immer bewusst o. unbewusst einen moralischen Maßstab anlege. Wenn ein Handeln legal ist - und damit objektiv richtig, reicht mir das in der Regel. Alles weitere liegt nur im Auge des Betrachters.

    Grüße
    Steffen

  8. Chefe Gast

    Standard

    #18
    Zitat Zitat von Zörnie Beitrag anzeigen
    Ich habe mit dem Begriff der Moral immer so meine Schwierigkeiten, und zwar, weil er so subjektiv ist, auch wenn ich an meine Handlungen auch fast immer bewusst o. unbewusst einen moralischen Maßstab anlege. Wenn ein Handeln legal ist - und damit objektiv richtig, reicht mir das in der Regel. Alles weitere liegt nur im Auge des Betrachters.

    Grüße
    Steffen
    Da wären wir schon mitten in einem philosophischen Disput :
    Moral ist nicht ausschließlich subjektiv, sie wird auch von den gültigen Konventionen einer Gesellschaft beeinflusst - wäre Moral ausschließlich subjektiv, könnte jeder für sich bestimmen, was er moralisch für richtig hält und wir müssten die Hälfte der Regeln für ein Miteinander einer sozialen Gemeinschaft über Bord werfen. Moral ist interaktiv, betrifft also auch Dein Gegenüber und darum legst Du ja bei Deinem Tun auch moralische Maßstäbe an...

    Legal wird ein Handeln durch Übereinstimmung mit den geltenden Regeln, die gesetzlichen und auch moralischen Ursprungs sind. Das Gerechtigkeitsempfinden wird zum Beispiel weit mehr durch Moralbegriffe, als durch schiere Paragraphen bestimmt.

    Die Beurteilung der Handlung liegt im Auge des Betrachters, da gebe ich Dir Recht. Der Betrachter wird in sein Urteil jedoch auch seine, bzw. die Moralvorstellungen der Gesellschaft, der er angehört, als Basis für sein Urteil mitnehmen und das hat schon so manche Peinlichkeit oder gar Unstimmigkeit erzeugt.

  9. Registriert seit
    06.06.2006
    Beiträge
    2.678

    Standard Große Fragen ... keine Antworten

    #19
    Die Frage nach dem Verständnis gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Zusammenhänge taucht immer wieder auf. Ebenso die Behauptung, dass die Hauptursache von Angst und Ablehnung in mangelndem Wissen begründet sei. Der mittlerweile emeritierte Prof. Gunnar Heinsohn vertritt interessante Thesen zum Thema Eigentum, Zins und Geld. Er ist allerdings kein Guru oder Esoteriker sondern ein durchaus anerkannter Wissenschaftler. Wenn man sich mit seinen querdenkerischen ökonomischen Theorien befasst, dann erkennt man deren Relevanz und eine mit der momentanen Situation erschreckende Übereinstimmung.
    Natürlich werden seine Theorien nicht akzeptiert. Wenn man sämtlichen Wirtschaftswissenschaftlern, Bänkern und Politikern Unkenntnis und Ahnungslosigkeit vorwirft ... ist das auch nicht verwunderlich.

    Warum doziere ich das nun hier? Zu wissen, dass man nichts weiß ... ist ein durchaus ehrenhafter Standpunkt. Wenn man dies zugibt, kann man mit diesem Geständnis immerhin noch ein weltberühmter Philosoph werden.
    Früher jedenfalls.

    Die Tatsache, dass zwischen der sogenannten REALWIRTSCHAFT und der erst kürzlich entdeckten, davon scheinbar völlig unabhängigen GELDWIRTSCHAFT (einer autonomen Finanzindustrie) kaum noch Gemeinsamkeiten existieren, verwundert Heinsohn-Leser nicht.
    Es gibt eine Kombination aus globaler und weitgehend ungezügelter Marktwirtschaft und daneben eine autonome "Finanzindustrie" deren einziger Zweck die Maximierung und Vermehrung der bereits vorhandenen unvorstellbaren Geldmenge ist. Neuerdings spricht man in diesem Zusammenhang von "Turbokapitalismus".
    Die Auswirkungen dieser "Pandemie" sind derzeit kaum abschätzbar.
    Kapitalismus vs. Sozialismus ... ist Schnee von gestern.
    Wir stecken bereits tief im Postkapitalismus. Wenn eine Mehrheit mit diesen Zuständen unzufrieden ist, dann ist das nicht verwunderlich.
    Angst entsteht oft durch Mangel an Wissen. Die komplexen Zusammenhänge dieser neuen "Weltwirtschaftsordnung" durchschaut die große Mehrheit nicht. Leider gehören die Politiker und Notenbankchefs ebenfalls zu dieser Gruppe. Behauptet Heinsohn jedenfalls.
    Die Angst und Unzufriedenheit der Menschen scheint also begründet zu sein. Zu wissen, dass man nichts weiß ... ist also nicht weiter schlimm.
    Ob eine Diskussion darüber ... in diesem Forum ... brauchbare neue Erkenntnisse generiert ... darf allerdings bezweifelt werden.
    Aber ihr könnt es ja mal versuchen...

    M.

  10. Chefe Gast

    Standard

    #20
    Zitat Zitat von Kuhjote Beitrag anzeigen
    ...
    Die Tatsache, dass zwischen der sogenannten REALWIRTSCHAFT und der erst kürzlich entdeckten, davon scheinbar völlig unabhängigen GELDWIRTSCHAFT (einer autonomen Finanzindustrie) kaum noch Gemeinsamkeiten existieren, verwundert Heinsohn-Leser nicht.
    ...
    Das beste Wort im ganzen Absatz ("unabhängigen") ist gleichzeitig das im Zusammenhang mit der Geldwirtschaft am meiste ignorierte
    Hinter der Geldwirtschaft stehen längst keine realen Werte (z.B. Produktionswerte, Rohstoffe, Dienstleistungen) mehr und dennoch wird kräftig in diese Luftblasen investiert - bis sie platzen, dann gibt's ein heftiges aber kurzes Gejammer und schon bald geht der Zirkus von vorne los. Größter Investor ist dabei der überstrapazierte "kleine Mann", das arme Opfer unserer bösen, ausbeuterischen und falschregierter Republik, der bei Mißerfolg regelmäßig und als erstes "den Staat" und/oder "den Ami" dafür verantwortlich macht, statt selbst zu denken (Telekom, Infineon, Internet StartUps, Immobilien...)

    Na ja, ich hab' schon den Eindruck, dass
    eine Diskussion darüber ... in diesem Forum ... brauchbare neue Erkenntnisse generiert ...
    und ich werde es auf jeden Fall versuchen


 
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Studie BMW R 95 G/S
    Von AmperTiger im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 388
    Letzter Beitrag: 29.05.2013, 22:44
  2. Studie ...
    Von MP im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 04.12.2010, 14:30
  3. R1100 GS Paris-Dakar Design Studie
    Von AndiP im Forum R 850 GS und R 1100 GS
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 20.09.2010, 16:22
  4. Neue Studie im Netz
    Von Chris13 im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 41
    Letzter Beitrag: 18.03.2010, 07:23
  5. Studie: zu viele Kinder können nicht Schwimmen
    Von agustagerd im Forum Smalltalk und Offtopic
    Antworten: 37
    Letzter Beitrag: 16.11.2009, 09:22