Seite 4 von 12 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 111

Stuttgart 21

Erstellt von Alex Mayer, 02.10.2010, 11:19 Uhr · 110 Antworten · 8.420 Aufrufe

  1. Registriert seit
    01.01.2009
    Beiträge
    10.104

    Standard

    #31
    Zitat Zitat von ulixem Beitrag anzeigen
    Die eigentliche Frage die sich hier mir stellt lautet: Warum wird ein vor Jahren beschlossenes Projekt jetzt auf einmal in Frage gestellt ?
    Weil im März gewählt wird im Ländle und einigen Parteien kein Thema zu blöd und zu groß ist, um daraus nicht Kapital zu schlagen. Und im Verbund mit den üblichen Gutmenschen und den Medien, die zum großen Teil mal wieder gar nichts blicken, gelingt das derzeit auch.

    Grüße
    Steffen

  2. Registriert seit
    27.02.2009
    Beiträge
    1.374

    Standard

    #32
    Das mit dem in Frage stellen kommt zum Beispiel daher:

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/st...och-still.html

    wenn schon eine kleine Probebohrung solche merkwürdigen Effekte in dem von vielen Experten als problematisch eingeschätzten Untergrund hervorruft, was geht dann erst ab, wenn richtig ausgebaggert wird?
    Wenn die Verantwortlichen auf solche Bedenken eingehen würden und konkret sagen würden, wie man das in den Griff bekommen will, wäre wahrscheinlich schon viel geholfen.

    Warum sagt sogar ein an der Planung beteiligter Architekt (Frei Otto) daß man nicht weiterbauen darf wegen dem kritischen Untergrund?

    http://www.stern.de/wirtschaft/immob...p-1596547.html

    Hat der auch keine Ahnung?

    Das Einzige was zum Thema kritischer Untergrund von der Landesregierung kam war, daß die Problematik Teil der Ausschreibungen war. Mehr nicht.

    Wenn in Stuttgart im großen Stil beherscht werden kann, was in Staufen, auf der Autobahn A 81 bei Oberndorf und am Engelbergtunnel nicht wirklich in den Griff zu bekommen ist, wo ähnliche Untergründe vorhanden sind (Gipsschichten), klasse, ich glaubs aber nicht.
    Wenn dann noch ........rei wie in Köln, wo das Staddtarchiv eingestürzt ist, dazukommt, und die inzwischen bei jedem Bauvorhaben zu finden ist, wirds mir Angst.

    Respekt vor Ingenieursleistungen, großen Projekten wie Staudämmen, Brücken, Tunnels... in den Alpen, wenn man es ich leisten kann. Können wir es uns gerade wirklich leisten?

    I

  3. Registriert seit
    21.05.2008
    Beiträge
    520

    Standard

    #33
    Nur mal so am Rande:
    Gegen das Projekt Stuttgart 21 gibt es seit Jahren Widerstand, dieser wurde nur bislang nicht so in die Öffentlichkeit getragen.

    Außerdem haben sich die ursprünglich berechneten und veröffentlichen Kosten inzwischen mind. vervierfacht - auch das is ein Grund, weshalb das Projekt von immer mehr Bürger in Frage gestellt wird.

  4. ulixem Gast

    Standard

    #34
    http://www.ftd.de/politik/deutschlan.../50176879.html

    Das ganze Ausmaß wird hier deutlich.



    Chronologie des Projektes Stuttgart 21 April 1994: Bahnchef Heinz Dürr stellt das Projekt Stuttgart 21 mit der Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes vor.November 1995: Bahn, Bund, Land und Stadt unterzeichnen eine Rahmenvereinbarung, in der auch die Finanzierung des auf fünf Milliarden Mark veranschlagten Projekts festgelegt wird.November 1997: Das Düsseldorfer Architektenbüro von Christoph Ingenhoven erhält den Zuschlag für den Umbau in einen Durchgangsbahnhof mit Lichtaugen.Oktober 2001: Das Planfeststellungsverfahren beginnt.Dezember 2001: Die Stadt kauft der Bahn für 459 Mio. Euro Grundstücke am Stuttgarter Hauptbahnhof ab.Februar 2005: Das Eisenbahn-Bundesamt erteilt die Baugenehmigung für die Umwandlung des Bahnhofs.April 2006: Das oberste Verwaltungsgericht Baden-Württembergs weist drei Klagen gegen den geplanten Umbau des Hauptbahnhofs ab.November 2006: Aus Bahnkreisen verlautet, der Umbau des Bahnhofs und dessen Anbindung an die Neubaustrecke nach Ulm könne wegen Baukostenrisiken um bis zu 1 Mrd. Euro teurer werden.19. Juli 2007: Bund, Bahn, Land und Stadt verständigen sich in Berlin auf die Finanzierung (Memorandum of Understanding) - eine bindende Finanzierungsvereinbarung steht noch aus.11. November 2007: Naturschützer, Bürgerinitiativen und Grüne präsentieren das Ergebnis einer Abstimmung für einen Bürgerentscheid: 67.000 Bürger stimmten dafür.20. Dezember 2007: Der Gemeinderat der Landeshauptstadt lehnt einen Bürgerentscheid über das Milliardenprojekt mit großer Mehrheit ab.19. August 2008: Die Landesregierung räumt Mehrkosten ein. Das Vorhaben soll nicht mehr 2,8 Mrd. Euro kosten, sondern 3,076 Mrd. Euro.28. November 2008: Mit der Verabschiedung des Haushaltes 2009 macht der Bundestag den Weg frei.2. April 2009: Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und Bahn-Vorstand Stefan Garber unterzeichnen die Finanzierungsvereinbarung.7. Juni 2009: Bei der Kommunalwahl profitieren die Grünen von ihrem jahrelangen Widerstand gegen Stuttgart 21 und werden die stärkste Fraktion im Rathaus der Landeshauptstadt.8. November 2009: Bahn-Chef Rüdiger Grube räumt erstmals ein, dass das Projekt teurer wird als 3,076 Mrd. Euro.9. Dezember 2009: Bahnchef Rüdiger Grube geht mit einer Kostenschätzung von 4,1 Mrd. Euro in den Bahnaufsichtsrat. Dieser billigt trotz der Kostensteigerung das Vorhaben.2. Februar 2010: Die Bauarbeiten beginnen.27. Juli 2010: Bahnchef Rüdiger Grube gibt eine Kostensteigerung um865 Mio. Euro auf 2,9 Mrd. Euro für die Schnellbahntrasse nach Ulm bekannt.11. August 2010: Ein Gutachten für das Umweltbundesamt wird bekannt, das eine weitere Kostensteigerung auf bis zu 11 Mrd. Euro für Stuttgart 21 und erhebliche verkehrlich Probleme vorhersagt.25. August 2010: 14.25 Uhr Baggerbiss am Nordflügel. Die erstmals deutlich sichtbaren Bauarbeiten werden durch sieben Aktivisten gestoppt, die das Dach des Nordflügels besetzen.26. August 2010: Das Dach des Nordflügels wird von einem Sondereinsatzkommando geräumt.7. September: Die oppositionelle SPD, die wie die Regierungskoalition aus CDU und FDP für das Vorhaben ist, will die Bürger über das Milliarden-Bahnprojekt entscheiden lassen.15. September: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärt die Landtagswahl in Baden-Württemberg zur Abstimmung über das Milliarden- Bahnprojekt Stuttgart 21.17. September: Der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Drexler tritt als Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart 21 zurück.24. September: Für das Bahnprojekt wirbt eine Doppelspitze: Dem ehemaligen Stuttgarter Regierungspräsidenten Udo Andriof (CDU) wird der Leonberger Unternehmensberater Wolfgang Dietrich zur Seite gestellt. Gegner und Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21 kommen zu einem ersten Sondierungsgespräch zusammen. Einen Baustopp lehnen Landesregierung und Deutsche Bahn aber weiter ab.27. September: Gangolf Stocker, Chef der Bürgerinitiative "Leben in Stuttgart - Kein Stuttgart 21", bricht Gespräche mit Befürwortern ab.30. September: Der Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 eskaliert. Bei der Räumung des Schlossgartens werden rund 400 Demonstranten verletzt. In der Nacht zu Freitag sollen die ersten Bäume gefällt werden.

    Quelle: http://www.ftd.de/politik/deutschlan...65.html?page=3

  5. Registriert seit
    20.05.2009
    Beiträge
    222

    Standard

    #35
    @Martin: Danke für die chronologische Zusammenfassung aus der FTD!

    Ich hoffe auch, das es gelingt (wie in Wackersdorf) eine getroffene Entscheidung zu korrigieren. Ein Bürgerentscheid ( wie Ende 2007 beantragt) wäre die richtige Idee.

    Kaum jemand bezweifelt, das es Sinn macht den Stuttgarter Bahnhof zu modernisieren und ggf. auch die Gleisführung zu ändern. Das Kopfbahnhöfe im Personenverkehr auch heutzutage funktionieren können, zeigt ja auch das Bahndrehkreuz Frankfurt (ebenfalls ein Kopfbahnhof). Ich fahre im Jahr viele tausend Kilometer Bahn und kann über Stuttgart21 trotzdem nur verständnislos den Kopf schütteln. Es gäbe viele Strecken in Deutschland wo man mit einem Teil des Geldes deutliche Verbesserungen im Schienennetz erreichen könnte. Auch und gerade um mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. All diese Maßnahmen stehen aber weit hinten auf der Prioritätenliste, weil das nötige Geld in den nächsten 10 Jahren in Stuttgart vergraben werden soll. Außerdem wird der geplante Tiefbahnhof mit weniger Gleisen ja auch wieder zu einem Nadelöhr für den Zugverkehr. Bei Pannen und Problemen gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten auf andere Gleise. (Das sieht beim Kopfbahnhof deutlich besser aus)!
    Die elitäre Hochgeschwindigkeitsstrecke Stuttgart - Ulm bringt für den Güterverkehr und die Berufspendler gar nichts. Ein Haufen Geld für ein bischen Prestige und irgendwann die Möglichkeit 10 min schneller von Paris in den Osten zu reisen ...!

    Das das Volk mault, wenn der Preis in dem jetzt bekannten Maße steigt, kann ich wohl nachvollziehen.

    Das speziell die Stuttgarter entsetzt sind, das man ihnen mitten in der Stadt eine jahrhunderte alte Grünfläche abbaggert kann ich auch verstehen. Die Bäume in diesem Park sind für die Stadt so wichtig, das man sie nicht einmal 1944/45 abgeholzt hat, um den einen Teil zu verheizen, bzw. auf der Rinde zu kauen ... ! Das man sich dann wehrt, wenn man ihn jetzt abholzen will um mitten in der Stadt neues Bauland für Spekulanten zu schaffen, kann ich vollkommen nachvollziehen.

    Die Eskalation am letzten Donnerstag hat mich auch entsetzt. Den Polizisten mache ich persönlich erst einmal keinen Vorwurf. Die machen ihren Job.
    ABER: Die Schülerdemo war genehmigt! Wenn man sich die Bauabschnittsplanungen ansieht, dann durfte man zwar ab 1.10. mit den Fällungen beginnen, hätte das vom Bauverlauf aber gar nicht tun müssen. Das riecht für mich nach: Fakten schaffen! Das man dann Morgens mit der Räumung beginnt, kann nur den Hintergrund gehabt haben, das die Einsatzleitung hoffte, das der Widerstand dann geringer ist, als wenn man bis Nachmittags wartet und mehr Stuttgart 21 Gegner Zeit haben in den Park zu kommen ... Alles völlig unnötig! Man hätte einfach warten können ... Und wie der Stern vermeldete sogar eigentlich warten müssen: Vom Eisenbahn Bundesamt gab es wohl am 30.09. ein Schreiben, das Vorläufig das Fällen der Bäume untersagt!

    Ich finde: Baustopp, Volksentscheid, und dann entweder: - ohne Proteste weiter bauen, oder: Umplanen und den Schadensersatz zahlen. Besser da ein paar hundert Mios berappen, als die Milliarden vergraben ...

    In diesem Sinne: Ich bin für: OBEN BLEIBEN!

    Ciao Jörg

  6. Chefe Gast

    Standard Stuttgart 21 bietet...

    #36
    ...allen, die alt genug sind ein perfektes Déjà-vu
    Wackersdorf, Startbahn West, Brockdorf - Wasserwerfer, Baumbesetzer, Reizgase - alles schon mal da gewesen und wir (fast) überall dabei

    Der Unterschied?
    Damals begann der Widerstand viel früher und nicht erst, als alles längst durchgewunken war

  7. ulixem Gast

    Standard

    #37
    Im März bei der Landtagswahl wird abgerechnet, nur sind bis dahin die Bäume weg und das Vertrauen der Bürger auch.
    Der Volksentscheid wäre von der SPD als Regierungspartei niemals (das mutmaße ich jetzt mal) gefordert worden.
    Wie schon erwähnt, wird das Projekt leider auch für die eigenen Ziele missbraucht.

    Bei einem Volksentscheid damals wäre Bonn immer noch Hauptstadt.

  8. Registriert seit
    24.05.2008
    Beiträge
    1.030

    Standard

    #38
    ..... das ist doch immer das selbe, die die heute protestieren, sind morgen die die jeden Tag den Bahnhof nutzen. Siehe Flughafen München, Startbahn West Frankfurt (z.B. Joschka).....!!!!

  9. Registriert seit
    23.03.2009
    Beiträge
    703

    Standard

    #39
    Stuttgart 21 gibt einem wirklich zu denken - einerseits diese Ohnmacht gegenüber Politik und Bürokratie - andereseits darf es auch nicht sein,daß die Straße das Geschehen bestimmt !
    Würde heute die Eisenbahn erfunden - sie hätte keine Chance !!
    Nie und nimmer wäre es heute möglich,ein flächendeckendes Verkehrsnetz aufzubauen !
    Bürgerproteste an allen Enden ........ eben Demokratie at its best ....
    ...aber ich weiß auch nicht,wie es besser ginge !

  10. Registriert seit
    22.09.2008
    Beiträge
    104

    Standard

    #40
    Wenn die Bürger in der Vergangenheit entschieden hätten, gäbe es heute weder einen Kölner Dom, noch eine U-Bahn in Deutschland. Wahrscheinlich aber die Todesstrafe.
    Dann doch lieber eine repräsentative Demokratie. Davon mal abgesehen: 20.000 Demonstranten sind keine Mehrheit, also Ball flach halten.

    Gruß
    Michael


 
Seite 4 von 12 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Motorradanhängervermietung Stuttgart
    Von XXL-KUH im Forum Suche/Tausche (privat) ...
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 01.02.2011, 20:00
  2. Neuer aus Stuttgart
    Von LilaQTreiber im Forum Neu hier?
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 22.05.2010, 16:30
  3. Hallo aus Stuttgart #2
    Von KissNoFrog im Forum Neu hier?
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 23.11.2009, 22:30
  4. Hallo aus Stuttgart
    Von Flo1412 im Forum Neu hier?
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 22.11.2009, 19:53
  5. ASU Stuttgart
    Von XXL-KUH im Forum R 1150 GS und R 1150 GS Adventure
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 08.03.2007, 09:50