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Treffend beschrieben......

Erstellt von GSMän, 27.04.2015, 08:14 Uhr · 47 Antworten · 2.582 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Daumen hoch Treffend beschrieben......

    #1
    Am Pranger
    (rb) Bundespräsident Joachim Gauck darf nicht vom Völkermord an Armeniern sprechen, Niedersachsens Landtagspräsident Bernd Busemann kein Flüchtlingskontingent für verfolgte Christen aus Syrien thematisieren. Alle, die eine schärfere Gangart gegen islamistische Umtriebe, mehr Integrationsanstrengungen von Migranten fordern oder die jetzt auch von Bundes-kanzlerin Angela Merkel wiederholte Äußerung des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, der Islam gehöre zu Deutschland, nicht unkommentiert stehenlassen wollen, müssen sich auf einen Sturm der Entrüstung und Beschimpfungen wie „Hardliner“, „unverbesserlicher Konservativer“, „Rassist“ oder „....“ ein-stellen. Eltern dürfen weder Kritik an der inklusiven Schule üben noch sich skeptisch über kopf-tuchtragende Lehrerinnen oder die „5exuelle Vielfalt“ äußern, die Einzug in den Unterricht und die Schulbücher halten soll. Exponierte Akteure auf der öffentlichen Bühne wie Thilo Sarrazin oder der ehemalige Bezirksbürgermeister des Berliner Stadtteils Neukölln, Heinz Buschkowsky, die die bisherige „Multikulti“-Politik für gescheitert erklären, stoßen auf schroffe Ablehnung und handfeste Diffamierung – aber auch auf Zustimmung in großen Teilen der Bevölkerung.
    Dennoch steht am Pranger und wird als Andersdenkender geächtet, wer heute öffentlich Positionen vertritt, die jenen zuwiderlaufen, die von den etablierten Parteien vorgegeben sind, von den klassischen Medien verinnerlicht, entsprechend transportiert und damit als Mehrheits-meinungen, als sogenannter Mainstream und „politisch korrekt“ verkauft werden. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts herrscht in Deutschland weder eine Streit- noch eine Debattenkultur, die diese Bezeichnung verdienen würde. An die Stelle des rationalen Austausches von Argumenten ist die moralische Verdammung getreten. Politik und Medien üben sich im Polarisieren und Skandalisieren. Mitteltöne, differenzierte Positionen bleiben weitgehend ungehört.
    Auf Deutschland lasten noch immer die NS-Zeit und der .......... Das hat zu zahlreichen Tabuthemen in der öffentlichen Debatte geführt. Zusätzlich sorgte das totalitäre Regime der Einheitspartei SED in der untergangenen DDR für eine erneute Gleichschaltung der öffentlichen Meinung im Osten des Landes. Dass sich mittlerweile viele Menschen dazu hinreißen lassen, im Internet auf Teufel komm raus Schmähreden in die Welt zu schicken, darf nicht darüber hin-wegtäuschen, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung erneut schweigt – aus Angst, dem wahrgenommenen Meinungs-Hauptstrom nicht zu entsprechen und dadurch Nachteile zu erlei-den. Je mehr die eigene Position von der der Mehrheit abweicht, desto größer werden die Hemmungen, sich zu äußern. Dieses Phänomen hatte die Kommunikationsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann in den 1970-er Jahren als „Schweigespirale“ beschrieben und wurde dafür vom damaligen Mainstream innerhalb ihrer Zunft und in den meisten Medien als Wasserträgerin konservativ-reaktionärer Kräfte attackiert.
    Auch heute negieren Politik und Medien hartnäckig, dass sie mit gemeinsam propagierten stromlinienförmigen Einheitsmeinungen nicht nur die Mehrheit der Bevölkerung verstummen lassen, sondern viele Menschen in den mehr oder minder stillen Protest oder in die völlige Politikabstinenz treiben. Krokodilstränen zu vergießen über Wahlmüdigkeit, über rechts- oder linksradikal wählende Bürger/innen, über die Unterstützung von Pegida und Co, über den Zulauf zur AfD oder über Neo-Faschisten, die Bürgermeister ungehindert aus dem Amt treiben können, ist völlig unangebracht. Stattdessen sollten sich die politischen Klasse und die Medien endlich wieder daran erinnern, was ihre Auf-gabe in einer funktionierenden Demokratie ist: öffentliche Debatten über die bestmöglichen Lösungen für die Gesellschaft zu führen und diese differenziert abzubilden.
    Leider gilt es mittlerweile als naiv oder „polit-romantisch“ zu fordern, politische Auseinander-setzungen müssten von Rationalität geprägt sein und dürften nicht von Ideologie und Partei-räson, ökonomischen Interessen und subjektivem Machtstreben dominiert werden. Nur wenn sie breit und umfassend informiert sind, können sich die Menschen eine eigene Meinung bilden und sich vor Rattenfängern aller Art schützen. Der vielfach beschworene Diskurs, der schon längst nicht mehr in seinem ursprünglichen Sinn als ergebnisoffenes, hin- und hergehendes Gespräch geführt wird, muss wieder Einzug halten. Politiker/innen müssen sich endlich wieder als vom Volk gewählter Souverän begreifen, Konturen und vor allem Haltung zeigen. Wenn Politik im Habermasschen Sinne als „herrschaftsfreier Diskurs“ angelegt wäre, also ausschließlich mit den besten Argumenten um die besten Antworten auf Probleme gerungen würde, dabei alle Positionen auf den Tisch und alle Beteiligte zum Zuge kämen, hätten wohl mehr Menschen wie-der Lust auf Realpolitik und Mut zur freien Meinungsäußerung.

  2. Registriert seit
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    #2
    Das ist mal ein guter Beitrag.

  3. Registriert seit
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    #3
    Was ist die Quelle dieses Artikels, der mMn etwas viel durcheinanderwirft?

  4. Registriert seit
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    #4
    Rundblick | Nachrichten aus Niedersachsen

    Was wirft er durcheinander?

  5. Registriert seit
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    #5
    Zitat Zitat von Zörnie Beitrag anzeigen
    Was ist die Quelle dieses Artikels, der mMn etwas viel durcheinanderwirft?
    Dann passt er doch perfekt hier ins Forum.

  6. Registriert seit
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    #6
    Nun, Herr Gauck HAT vom Völkermord gesprochen, und auch der Rest des Textes erscheint mir wie ein zusammengeklaubtes Geschwurbel aus populistischen Stammtischparolen.

    Wenn eine Bundesregierung zuerst mal drüber nachdenkt, ob man den Begriff "Völkermord" verwenden soll/kann/darf, so mag dies angesichts der Opferzahlen und der klaren Faktenlage merkwürdig erscheinen. Betrachtet man jedoch die Handelsbilanz und die strategische Partnerschaft mit der Türkei, so erwartet man von einer verantwortungsbewussten Regierung, nicht leichtfertig Partner zu verärgern. Hat man am Ende doch getan, und das ist auch gut so.

    Zum Rest der steilen Thesen sage ich nix, ausser dass mir davon schlecht wird.

  7. Registriert seit
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    #7
    Ein System prägt eine Gesellschaft.
    Das System Merkel zum Beispiel hat seit Beginn der Merkel-Herrschaft sämtliche innerparteilichen Kritiker verstimmen und verschwinden lassen.
    Die aktuelle CDU ist ein reiner Kanzlerinnen-Wahlverein, offene konträre Diskussionen finden nicht mehr statt.
    Die Medienlandschaft scheint auch schon diese Züge zu zeigen.
    "Wer abnickt, bekommt exklusive Infos."
    Unter Merkel stagniert offensichtlich eine gesellschaftliche Weiterentwicklung, Duckmäusertum ala Merkel scheint gesellschaftsfähig zu sein.
    Immerhin hat Gauck den Völkermord als solchen hochoffiziel bezeichnet.
    Aber den wollte Merkel ja auch nicht.
    Schaut Mann sich so manche Beiträge hier im Forum an, so haben es hier auch kritische Stimmen schwer.

    Warum eigentlich ?

  8. Registriert seit
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    #8
    Zitat Zitat von Demokrit Beitrag anzeigen
    Zum Rest der steilen Thesen sage ich nix, ausser dass mir davon schlecht wird.

    Ein schöner, sehr anschaulicher Beitrag zur kritisierten Debattenkultur.

    "Passt mir nicht, diffamier ich mal..."

  9. Registriert seit
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    #9
    Ich glaube, je länge wir in "Frieden" leben, umso ausgeleierter werden alle Errungenschaften, wie Meinungsfreiheit oder Gerechtigkeit.

    Es gibt inzwischen zu viele Informationen, zu viele (falsche) Meinungen, zu viele Weltverbesserer, zu viele Ideologien,.......... Mit so viel Informationen kann keiner mehr etwas anfangen!

    Schlimm finde ich, dass bei uns 2+2 nicht mehr nur 4 ist, sondern 3,8; 3,9; 4,1; 4,2 .....und in der Politik werden auch noch 3,5 und 4,5 akzeptiert und toleriert.

    Gerade am Beispiel PUTIN sieht man doch, wie gespalten die Menschen und die Welt sind.

    Oder nehmen wir die Atomenergie .... Teufelszeug, aber wir nutzen es, wohl wissend, dass wir die Abfallentsorgung nicht beherrschen. Aber wenn wir es nicht nutzen, dann nutzen es die anderen, dann haben wir keinen Abfall, aber die anderen lagern deren Atomabfall an unseren Grenzen und kühlen die Anlagen auch mit unserem Wasser aus den Flüssen.....

    Ja, der Artikel ist treffend beschrieben ....... und wie geht es weiter, was werden jetzt für Lehren daraus gezogen?

    Wir bauen weiter fette, schwere Autos, pflastern die Straßen mit Geschwindigkeitsbeschränkungen voll, ....... und lassen uns von Firmen mit deren Blitzanlagen abzocken, die die Kommunen an deren Gewinn beteiligen.
    Wir laden die ganze Welt ein zu uns zu kommen, hier Asyl zu beantragen, nachdem wir deren Länder ausgebeutet und verschmutzt haben ..... oder gibt es da eine andere Wahrheit, oder 2 oder 3 Wahrheiten ...?

    Wer ist denn hier im Land noch der, dem man glauben kann. Der, der objektiv aufgrund von Wissen und Erfahrung die Zusammenhänge noch koordinieren und differenzieren kann, um eine "nüchterne" aber ehrliche Meinung zu äußern.
    Das einzige was wir können ist uns über eine blühende Zahl von Satire-Sendungen ständig selber durch den Kakao zu ziehen und lächerlich zu machen .....

    Gruß Kardanfan

  10. Registriert seit
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    #10
    Zitat Zitat von Kardanfan Beitrag anzeigen
    Ja, der Artikel ist treffend beschrieben ....... und wie geht es weiter, was werden jetzt für Lehren daraus gezogen?
    M. E. müssen wir wieder lernen, ergebnisoffen zu diskutieren, nachdem wir die Meinung des anderen gehört haben.
    Statements, nach denen uns schlecht wird aufgrund der konträren Meinung eines anderen sind inhaltlich nichts wert und zeigen nur auf, dass man die andere Meinung nicht hören will, weil man die eigene Sichtweise für die Ultimative hält.

    DAS ist der Nährboden für ernsthafte, unausräumbare Konflikte.

    Und Du hast Recht:
    Je länger wir in Frieden, Wohlstand usw. leben, desto weniger Wehrhaft sind wir, desto weniger bereit sind wir, uns zu engagieren oder einzubringen. Häufig schreckt man erst auf, wenn es fünf vor Zwölf ist (oder später). Vielfach überlassen wir auch einfach den "Lautesten" das Feld.

    Ich habe Zweifel, ob der notwendige Leidensdruck erreicht ist, dies zu durchbrechen.


 
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