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Wie blöd muss man sein,

Erstellt von nordmann1, 01.09.2013, 12:17 Uhr · 30 Antworten · 3.666 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Wie blöd muss man sein,

    #1
    dass man die Schrauben des hinteren Bremssattel ruiniert, bzw. eine abreißt. Da ich fast alles selbst am Motorrad repariere, habe ich natürlich auch die Bremsbeläge nach 40.000 km selbst gewechselt. Bedienungsanleitung studiert und was sehe ich, kein Anzugsmoment für die Bremssattelschrauben angegeben. Schrauben in Augenschein genommen, gleicher Durchmesser wie vorne, also das Drehmoment 30nm von den Bremssätteln vorne genommen.

    Bei der ersten Schraube wunderte ich mich, dass sie für mein Gefühl schon lange fest sein müsste, deshalb gestoppt und den Drehmomentschlüssel auf Funktionalität am vorderen Bremssattel geprüft. "Knack", der ist in Ordnung. Dann machte ich mich an die zweite Schraube, gleiches komisches Empfinden und da wars passiert, nach fest kommt lose. Schweiß auf der Stirn, weil ich dachte, Gewindegänge ausgerissen.

    Die BMW Konstrukteure haben wohl mit so etwas gerechnet, wenn wir kein Anzugsmoment angeben, dann zieht die irgend ein Trottel auch zu fest an. Lange Rede kurzer Sinn, die haben die Schraube so konzipiert, dass sie abreißt und nicht das Gewinde im Sattel beschädigt wird. Das Anzugsmoment von 24nm für hinten ist übrigens nur 6nm weniger, als für vorne. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass nur 6nm zuviel, die Schraube abreißen lassen.

    Das blöde ist jetzt, dass ich eigentlich am Montag in die Franzmannalpen fahren wollte und jetzt erst einmal Schrauben besorgen muss. War einfach nicht mein Tag gestern.

    Gruß

    Nik

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    #2
    Hm, da wohl die Wenigsten die Möglichkeit haben ihre Drehmomentschlüssel regelmässig prüfen zu lassen, kann das aber noch öfters gepostet werden. 6Nm is' nu' nicht soviel. . .

  3. Registriert seit
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    #3
    Zitat Zitat von der niederrheiner Beitrag anzeigen
    .. kann das aber noch öfters gepostet werden. 6Nm is' nu' nicht soviel. . .
    In der Tat sind 6nm sehr wenig. Kleiner Anhaltspunkt, wer Beläge wechselt und keinen Drehmomentschlüssel hat, der sollte sich den Kraftaufwand beim Lösen merken und sie dann wieder so festziehen. Beim Lösen hatte ich das Gefühl, so richtig fest sind sie nicht gewesen, aber da beide gleich "fest" waren, sollte das ok sein.

    Normalerweise habe ich das im Gefühl, wie fest man eine Schraube anziehen soll und arbeite selten mit einem Drehmomentschlüssel, aber bei Alugewinden bin ich doch etwas vorsichtiger, weil da ganz schnell mal ein Gewinde vermurkst ist und das wir uU. sehr teuer.

    Noch einmal für die, die ihre Beläge selbst wechseln, vorne 30nm und hinten 24nm. Vielleicht konnte ich ja mit meiner "Erfahrung" jemand vor Schaden bewahren.

    Den Drehmomentschlüssel prüfen halte ich für unnötig, wenn man aber das Gefühl hat, der stimmt nicht, einfach mal mit einem anderen vergleichen, jeder Schrauber hat meist zwei, nämlich klein und groß.

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    #4
    Da der „normale" Gelegenheitsschrauber den Drehmo aber seltener braucht. Wäre mal 'n Aufgabe. Ist es besser einen Drehmomentschlüssel häufiger zu brauchen. Oder reicht es den nur einzweimal im Jahr rauszukramen.

    In der 4ma gehört es jedenfalls zum normalen Programm. Da fallen meine Beiden nicht weiter auf. . .

    Mit ist das mit den Alugewinde ebenfalls zu riskant. Reparieren ist ja nicht so einfach. Bin halt eigentlich 8.8er Festigkeiten gewohnt.

  5. Wogenwolf Gast

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    #5
    Zitat Zitat von nordmann1 Beitrag anzeigen
    ...Noch einmal für die, die ihre Beläge selbst wechseln, vorne 30nm und hinten 24nm. Vielleicht konnte ich ja mit meiner "Erfahrung" jemand vor Schaden bewahren.....

    Danke. Ich habe vor ein paar Tagen den Hinterrradschutz von Puig montiert und der wird unter anderem an
    einer der hinteren Bremssattelschrauben befestigt. Hab gestern noch mal schnell mit Drehmoment "nachgemessen"!

  6. Registriert seit
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    #6
    Zitat Zitat von nordmann1 Beitrag anzeigen
    In der Tat sind 6nm sehr wenig. Kleiner Anhaltspunkt, wer Beläge wechselt und keinen Drehmomentschlüssel hat, der sollte sich den Kraftaufwand beim Lösen merken und sie dann wieder so festziehen. Beim Lösen hatte ich das Gefühl, so richtig fest sind sie nicht gewesen, aber da beide gleich "fest" waren, sollte das ok sein.

    Normalerweise habe ich das im Gefühl, wie fest man eine Schraube anziehen soll und arbeite selten mit einem Drehmomentschlüssel, aber bei Alugewinden bin ich doch etwas vorsichtiger, weil da ganz schnell mal ein Gewinde vermurkst ist und das .
    Das klingt für mich wie die Aussage von den Kollegen, die meinen kein ABS zu benötigen, da sie ihr Mopped immer beherrschen und "manuell" besser bremsen, als das System.
    He Leute! Die Ingeneure haben sich schon was dabei gedacht, wenn Sie zu bestimmten Schrauben/Muttern bestimmte Drehmomente festlegen. Kein Mensch kann ein bestimmtes Drehmoment im Gefühl haben, deshalb arbeiten auch die Werkstätten mit Drehmomenten (sollten sie zumindest). Und das sind Profis, die es eigentlich im Blut haben sollten wie fest eine Schraube angezogen werden muss.
    Aber die wissen nicht nur, dass nach "ganz fest" "ganz ab" kommt, sondern dass Gewinde und Schrauben auch nicht sichtbar beschädigt werden können!
    Aus "motorrad" zitiert: " Hinterhältig wird es aber dann, wenn das Gemurkse keine direkt sichtbaren, dafür aber um so fatalere Folgen hat: Zu fest angeknallte Schraubverbindungen können sich anfangs nämlich noch ganz unauffällig verhalten, sie sind aber trotzdem unwiederbringlich geschädigt. Das ist dann der Fall, wenn das Gegengewinde der überlasteten Schraube oder Mutter „weich“ geworden und (noch) nicht gerissen oder gebrochen ist. Die Schraubverbindung wirkt gefühlt fest, lockert sich aber zeitverzögert und fällt ab. Es ist also überaus sinnvoll, dass Fahrzeug- und auch Zubehörhersteller für praktisch jede Schraubverbindung ein genau definiertes Anzugsmoment vorgeben. Und diese Werte sollten besonders bei sicherheitsrelevanten Verbindungen wie zum Beispiel Achsmuttern, Bremssattelbefestigungen, Standrohr- und Lenkerklemmungen und Federbeinbefestigungen tunlichst eingehalten werden."

    Zum Drehmomentschlüssel:
    "Die Bucheli-Reparaturanleitung für die BMW R 1200 GS kümmert sich zum Beispiel auf satten zwölf Seiten um das Thema. Spätestens bei der Lektüre der dort gelisteten Werte erschließt sich auch dem letzten Hobbyschrauber, dass man mit dem in praktisch jedem Baumarkt zu findenden, meist für den Pkw-Rädertausch genutzten 1/2-Zoll-Drehmomentschlüssel beim Motorrad nicht sehr viel weiterkommt. Während es bei den Pkw-Radmuttern meist um Werte zwischen 80 und 110 Nm geht, gibts am Motorrad jede Menge Schraubverbindungen, die nur einstellige oder niedrige zweistellige Nm-Werte vertragen. Da es sich dabei oft auch um relativ kleine Schrauben und Muttern handelt, ist ein Drehmomentschlüssel mit möglichst kleiner Werkzeugaufnahme und kompakten Abmessungen die erste Wahl - womit wir beim 1/4-Zoll-Werkzeug wären. Mit 5 bis 25 oder auch 6 bis 30 Nm ist man in dieser Klasse dann für nahezu alle Eventualitäten gerüstet. Zwischen 20 und 50 Nm gibts am Motorrad aber auch noch eine Menge zu schrauben - ein klarer Fall für den 3/8-Zoll-Drehmomentschlüssel. "
    Es muss kein Drehmomentschlüssel für über 100,-- sein, aber die Billigteile für 20,-- aus dem Baumarkt taugen definitiv nichts!
    Der Toleranzbereich ist hier viel zu groß .
    Gute Geräte von Louis, Polo, HG, etc. sind für den Hobbyschauber ausreichend.
    Wenig taugen Schlüssel die mit einem biegsamen Arm auf einer Skala die Werte anzeigen, ähnlich wie eine Federwaage.
    Viel besser, da genauer: Schlüssel mit einer kleinen Messuhr, meist im Griffereich.
    Hier gilt es nach dem Gebrauch: die Voreinstellung auf Null drehen, um die innen liegende Feder zu entspannen.

    Ich will hier nicht als "Besserwisser" verstanden werden, sondern interessierter Hobbyschrauber, der sein Wissen gerne weiter gibt.
    Zudem mit einem Bruder bestückt, der als Ingeneuer für einen großen Fahrzeughersteller arbeitet.

    Gruß
    Rainer

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    #7
    Da der Kollege von einer Kontrolle im Nachhinein sprach; du weisst, daß du die Schraube komplett lösen solltest und dann mit dem Drehmomentschlüssel wieder gleichmässig, nicht Hauruck (bei grösseren Nm Werten), wieder festziehen. Meint, der Auslöseklick sollte in einer normalen Festziehbewegung kommen.

    Und wir alle, legen unsere Drehmomentschlüssel gelöst, auf den niedrigsten Wert gedreht, weg!?!

  8. Registriert seit
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    #8
    Manchmal reicht zum Schraubenanziehen einfach der gesunde Menschenverstand und Fingerspitzengefühle.

    Für M1 oder M1,5 in Al gibts ja auch keine Angaben von Drehmomenten und es geht doch

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    Standard

    #9
    Zitat Zitat von HaJü Beitrag anzeigen
    Manchmal reicht zum Schraubenanziehen einfach der gesunde Menschenverstand und Fingerspitzengefühle.

    Für M1 oder M1,5 in Al gibts ja auch keine Angaben von Drehmomenten und es geht doch
    Aha, Du schraubst im Micro-Modellbau-Bereich an Deiner GS im Maßstab1:12 ?!

  10. Registriert seit
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    Standard

    #10
    Zitat Zitat von Oldschool Beitrag anzeigen
    Das klingt für mich wie die Aussage von den Kollegen, die meinen kein ABS zu benötigen, da sie ihr Mopped immer beherrschen und "manuell" besser bremsen, als das System.
    Weil du mich zitiert hast, mir erschließt sich grade nicht, wie auf das ABS kommst. Zurück zum Thema und Drehmoment, falls du mich in deinem Zitat gemeint hast. Dann lies mal die Überschrift. Und es kann durchaus sein, dass man unterwegs mal ein Vorderrad aus- und wieder einbauen muss und keinen Drehmomentschlüssel dabei hat. Allerdings nicht, wenn man nur zur Eisdiele unterwegs ist. Wenn man aber gar kein Gefühl für die Schrauberei hat, dann sollte man sich zum Luftaufpumpen auch einen Profi holen.

    Zum guten Schluss für mich, ich habe eine neue Erfahrung gemacht, sie weitergegeben, neue Schrauben (4€) eingesetzt, mit 24nm angezogen und jetzt fahre ich beruhigt nach Frankreich und ganz ohne Drehmomentschlüssel.

    Gruß

    Nik


 
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