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Wie entstand der Bikergruß

Erstellt von Germed, 11.05.2007, 10:52 Uhr · 4 Antworten · 1.918 Aufrufe

  1. Registriert seit
    12.09.2006
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    Reden Wie entstand der Bikergruß

    #1
    Geschichte

    Die Ursprünge des Motorradgrußes reichen bis in die Steinzeit zurück.
    Motorradfahrer waren damals außerordentlich rar. Es gab kaum befestigte
    Straßen, und die Räder waren aus Stein.
    Nur ganz harte Kerle vertrugen die Strapazen des Motorradfahrens.
    Begegneten sich zwei dieser Kerle, hielten sie an, stiegen ab und
    zeigten einander die geöffneten Hände,
    um zu zeigen, daß sich kein Faustkeil darin verbarg.
    So wurde der Motorradgruß erfunden.

    Winterfahrer und Weicheier

    Unter ähnlich harten Bedingungen sind heute nur noch die Winterfahrer
    unterwegs.
    Motorradfahrer sind entweder Winterfahrer oder Weicheier.
    Weicheier trifft man im April im Straßenverkehrsamt, wo sie ihre
    stillgelegten Maschinen wieder anmelden.
    Winterfahrer dagegen fahren durch. Ihre Zahl ist klein.
    Treffen sich zwei Winterfahrer, ist die Freude groß. Von April an grüßen
    Winterfahrer nicht mehr. Winterfahrer grüßen keine Weicheier.

    Weicheier erkennt man daran, daß sie in den ersten Frühlingswochen wie
    wild und beidhändig alles grüßen, was sich auf 2 Rädern bewegt.
    Vor lauter Aufregung vergessen sie dann oft, daß da vorne eine Kurve kommt.
    Sie haben immer frische Unterwäsche an - man könnte ja im Krankenhaus
    landen.

    Der verbotene Gruß

    Das Motorradgrüßen ist stark reglementiert und wird von Anfängern zu
    Recht als sehr kompliziert angesehen.
    Es ist umlagert von allerlei Ge- und Verboten.
    Das bekannteste Verbot lautet: Grüße nie ein Einspurfahrzeug, das
    weniger als 250 ccm Hubraum hat.
    So etwas ist kein Motorrad! Wer fahrlässig Motorroller, Klein - oder
    Leichtkrafträder grüßt, verliert sein Gesicht und jegliche Selbstachtung.
    Ein Spezialfall: Oldtimer. Oldtimer werden grundsätzlich freudig und
    bewundernd gegrüßt, unabhängig vom Hubraum.
    Oldtimer werden meist von technisch versierten älteren Fahrern gefahren,
    sogenannten 'alten Schraubern'.
    Solchen wird Respekt gezollt. Trifft man alte Schrauber, wartet man, ob
    sie grüßen.
    Von Frühling bis Herbst grüßen viele nicht, weil sie Winterfahrer sind
    -Winterfahrer grüßen keine Weicheier.

    Der Autobahn - Gruß

    Ungeregelt und darum praktisch nicht existent ist die Motorradgrußkultur
    auf der Autobahn.
    Nicht einmal erfahrene Motorradfahrer können sagen, ob man
    entgegenkommende Motorräder über sechs Spuren
    und einen Grünstreifen hinweg grüßen muß. Fahrtechnisch problematisch
    wird das Grüßen beim Überholen.
    Die klassische Grußhand, die Linke, wird vom Überholten nicht gesehen.
    Grüßt man mit der Linken vorn am Körper vorbei nach rechts, tippen
    Autofahrer auf Heuschreckenschwärme oder Unterarmkrampf.

    Der Heizer - Gruß

    Der 'Heizergruß' in extremer Schräglage (ein Knie berührt den
    Asphalt)gilt als sehr riskant.
    Er wird allgemein als Nachweis hoher Fahrkunst angesehen, aber man
    sollte vorher trotzdem frische Unterwäsche anziehen.

    Heiz-Grüßer fahren nur auf der äußersten Profilrille und vergleichen,
    wer die spitzesten Fußrasten vorweisen kann.
    Wer die Kunst des Heizergrußes nicht beherrscht und dennoch ausübt,
    riskiert seinen letzten, den sogenannten 'goldenen Gruß'.

    Gründe, warum Harley Fahrer nicht zurückwinken:

    1. die Garantie erlischt, wenn er nicht-amerikanischen Produkten
    zuwinkt
    2. mit dem dicken Leder und den Nieten kriegt er den Arm nicht hoch
    3. er grüßt prinzipiell keine Fahrer, die ihr Motorrad schon
    voll bezahlt haben
    4. er hat Angst, daß der Lenker abvibriert, wenn er ihn losläßt
    5. der Fahrtwind könnte die neuen Tätowierungen am Arm wegblasen
    6. er braucht 'ne Ewigkeit um nachher wegen der Vibrationen den
    Griff wieder zu finden
    7. er kann nicht unterscheiden, ob der andere grüßt oder sich
    die Ohren zuhält.
    8. er hat wegen der Vibrationen einen Klettverschluß zwischen
    Lenkergriff und Handschuh
    9. er hat gerade im Wirtschaftteil der Zeitung entdeckt, daß
    Honda zu 60 Prozent an Harley beteiligt ist
    10. seit der Zwangsversteigerung seiner letzten Harley hasst er
    alle Leute, die Hände heben
    11. die Rolex könnte naß werden
    12. die linke Lenkerhälfte könnte geklaut werden
    13. die linke Lenkerhälfte wurde bereits geklaut und er hält sich
    am Tacho fest
    14. der ganze Lenker wurde bereits geklaut und er betet einen
    Rosenkranz
    15. er braucht beide Hände um mit den Fingern die nächste Rate
    abzuzählen
    16. er poliert gerade den Luftfilterdeckel

    Gründe, warum Goldwing Fahrer nicht grüßen

    1. laut Honda-Fahrer-Handbuch darf er den Lenker erst loslassen,
    wenn das Motorrad, der Zündschlüssel abgezogen,
    der Hauptständer herausgeklappt und das Radio ausgeschaltet ist
    2. auf dem Armaturenbrett ist kein Knopf für "vollautomatisches
    Zurückwinken"
    3. er ist gerade eingeschlafen
    4. er kriegt den Arm wegen Altersschwäche nicht mehr hoch
    5. er hat übers Handy eine Konferenzschaltung mit seinem Broker
    und der CityBank.
    6. Mami hat verboten, Fremde zu grüßen
    7. er ist gerade mit Abzählen der Lämpchen am Christbaum beschäftigt
    8. er sortiert momentan seine CD-Sammlung
    9. die Hand vor der Antenne stört den Fernsehempfang
    10. er räumt gerade das Kaffeegeschirr in den Spüler
    11. wegen seiner Alzheimer weiß er anschließend nicht mehr, wohin
    mit der Hand
    12. er findet nachher zwischen all den Knöpfen, Schaltern und
    Hebeln den Lenker nicht mehr
    13. er wechselt gerade die Batterie vom Herzschrittmacher
    14. er sucht gerade im Bordcomputer, was 'erhobene Hand eines
    fremden Motorradfahrers' bedeutet
    15. er grüßt immer, aber wegen dem Geraffel um den Lenker sieht
    keiner die Hand


    Bitte nicht zu ernst nehmen

    Gruß

    Uli

  2. Wienerwilhelm Gast

    Standard

    #2
    Ist zwar literarisch gut verarbeitet, aber in Wirklichkeit entstand der "Motorradfahrergruß" aus einem Irrtum.

    In den Zeiten, als man in der ersten Jännerwoche mit alten Engländern mit noch älteren Beiwagen dran zum Elefantentreffen auf den Nürburgring fuhr, (als Wälder noch nicht abgebrannt wurden und sich noch keine Besoffenen im Dreck wälzten) und als Bekleidung nur der Barbour oder der Kleppermantel dienten, kontrollierte man von Zeit zu Zeit noch, ob der Daumen noch dran war oder schon abgefroren.
    Das fasste ein entgegenkommender BMW-Fahrer als Gruß auf und hob auch den Daumen. Und da die BMW-Fahrer sich wie die Karnickel vermehrten, war dieser Irrtum nicht mehr auszurotten.

    Ich hab meinen blauen Metzeler-Elefanten noch.


    Grüsse

  3. Pippilotta Gast

    Standard

    #3
    ... das haben wir schon irgendwo anders stehen, aber ich lach mich auch beim 2. Mal kringelig

    Gruß, Yvonne

  4. Registriert seit
    05.04.2006
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    303

    Standard

    #4
    Eine weitere, höchst wissenschaftliche Abhandlung, zu oben genannter Thematik:

    Der Bikergruß
    Wie grüßt man richtig, kann man es lernen oder ist ein angeborener
    Motorradfahrerreflex?
    Und wenn, fehlt dann bei den Nichtgrüßern das entscheidende Grußgen? Kann man das schon im Mutterleib feststellen und ändern, z.B. durch die Einnahme von täglich 2 Löffeln Synthetiköl.
    Oder muss in langjähriger harter Arbeit auf einer Grußschule das Defizit
    ausgemerzt werden? Wissenschaftliche Studien anhand von freiwilligen
    Grußprobanden haben ergeben das man zwischen 8 Kategorien des Grüßens unterscheiden muss.

    1. Die Coolen :
    Lümmeln meist gekonnt in stundenlang eingeübter Pose mit dem Ellenbogen auf dem Tank. Gern werden dabei auch nur die äussersten Fußspitzen auf die Rasten gestellt, so das es zum sogenannten Frosch-lümmeln kommt. Kommt dann ein Motorradfahrer entgegen, geht die Hand, 2 Finger meist ausgestreckt, lässig in Richtung Helm. ein kleines Nicken noch und der Lümmler fällt zurück in die Ausgangsposition.

    2. Die Schüchternen : (aber auch die Dankbarsten)
    Unsicher warten sie auf ein Zeichen. Keinesfalls möchten sie sich blamieren, indem sie grüßen und der andere es vielleicht nicht erwidert. Wird der Schüchterne allerdings zuerst gegrüßt ist die Freude groß und dankbar grüßt er zurück, oft mit vollem Körpereinsatz, Nicken, Hand, Fuss oder auch mit Zuruf, und das alles gleichzeitig.

    3. Die Immer Grüßer :
    Nach dem Motto " komme was wolle, ich grüße immer" zieht er seine Runden. Und das meint er völlig ernst. In Schräglagen, die Kniepads schleifen, die Fussrasten setzen auf, viel Verkehr, eine Ölspur voraus ? Kein Problem, es wird in jedem Fall gegrüßt, schließlich wurde es jahrelang bis zur Perfektion trainiert.
    Der Immergrüßer nimmt auch keinerlei Rücksicht auf Typ, Marke, Alter des
    entgegenkommenden Motorrades. Alles was 2 Räder hat beschenkt er mit
    kollegialer Aufmerksamkeit.

    4. Die Vielleicht Grüßer :
    Die Vielleichtgrüßer, auch Vigrüs genannt , beäugen erst skeptisch das
    Vehikel des Grüßungsanwärters. Wenn alles in dem wachsamen Auge des Vigrüs Zustimmung findet, sprich, es ist das richtige Krad, die richtige Kleidung, das richtige Tempo, die richtige Lautstärke etc. wird anerkennend gegrüßt. Nur ist es dann meist zu spät, der andere längst über alle Berge.

    5. Die Abklatscher : (oft Enduristen)
    Meist verbergen sich darunter echte Frohnaturen und Entertainer. In der
    Schule oft der Klassenclown gewesen bemühen sie sich auch auf der Strasse dieses Image beizubehalten. Das sie durch ihre ruckartigen, ausholenden Bewegungen zuweilen andere Biker verschrecken, die ein Angriff auf Leib und Leben befürchten, stört sie nicht weiter. Wenn es nach ihnen ginge würden sie jedem entgegenkommenden persönlich die Hand schütteln.

    6. Die Zwinkerer : (oft Anfänger)
    Unsicher, die beiden Hände fest an den Lenker geklammert, vollauf
    beschäftigt mit Gas, Bremse und Kupplung, versuchen sie durch kräftiges
    Augenzwinkern das Grüßen zu erwidern. Sehr mutige spreizen auch schon mal den ganzen kleinen Finger vom Lenker ab und freuen sich dann wie
    Schneekönige über die geglückte Aktion.

    7. Die um des Grüßens-willen-fahrer. (Grüwis)
    Ein echter Hardcoregrüßer. Meist nur bei schönem Wetter anzutreffen (bei
    Regen gibt's ja weniger die man grüßen könnte) schleicht er extra langsam
    durch die Gegend um ja keinen Grußkandidaten zu übersehen. Vor der Tour wird noch die am stärksten frequentierte Motorradstrecke ausgeguckt und los geht es. Potentielle Grußopfer so weit das Auge reicht. Der Grüwi ist in seinem Element. Wenn er abends nach Haus kommt und die linke Hand schmerzt war es ein guter Tag. Wenn sie nicht schmerzt dürfen seine Mitmenschen das ausbaden und sich tagelang Triaden anhören das das Motorradfahren nicht mehr das ist was es mal war, ja früher war alles besser , früher war alles gut, da hielten alle noch zusammen........ da wurde man noch gegrüßt. Nie wird er müde sich über andere "Stoffel" die ihn nicht gegrüßt haben zu beschweren.

    8. Die Nichtgrüßer. (oft Wehrdienst- oder Totalverweigerer)
    Stur den sonnenbebrillten Blick geradeaus gerichtet verweigert er zivilen
    Gehorsam und den Bikergruß. Sein Haupt krönt oft ein Jethelm. Er ist ein
    Rebell, ein Individualist ,ein James Dean der Biker, der sich in keine
    Schublade stecken lassen will. Meist hatte er eine dominante Mutter.
    Unbeugsam trotzen sie den Regeln, schliesslich waren alle anderen noch Quark im Supermarktregal oder ein glitzern im Auge von Papa als er längst eine Harley sein eigen nannte.

    In keine Kategorie einzuordnen waren die Streetfighter. Meist Psychopathen, das Visier schwarz wie ihre Seele, oft mit Totenkopfairbrush auf dem Helm, winken sie nach gutdünken wenn sie gut gelaunt sind oder das Gegenüber grußwürdig finden. Ihre Grüße werden immer erwidert. Allerdings mehr aus Angst das dieser Soziopath bei Verweigerung ne Knarre zieht und sich rächt.

  5. Registriert seit
    11.12.2006
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    135

    Standard Grußverweigerer

    #5
    Häufig stellt man mir die Frage, warum gerade Q-Treiber nicht grüßen.

    Aufgrund jahrelanger Forschung in Soziologie des gemeinen Zweiradfahrers an der technisch-wissenschaftlichen Universität Berlin, unter Beteiligung des Bundesministeriums für Zweiradkultur sowie der Industriegemeinschaft plastischer Handchirugie, konte hierzu folgende Erkenntnis gewonnen werden:

    1. Der landläufige Motorradgruß entstand aus einem techn. Defekt sogenannter Reisschüssel-Maschinisten. Auf seiner wöchentlichen Kohlenwasserstoff-Verschleuderungsfahrt, ereilte eben diesen Reisschüssel-Maschinisten ein technische Defekt, welcher ihn zum Anhalten auf einer vielbefahrenen Landstraße zwang. Verzweifelt Hilfe suchend, versuchte er herannahende Q-Treiber mit einem Handzeichen zum Anhalten zu bewegen. Aufgrund der extremen Kreiselkräfte der Q-Treiber, wurde diese Handbewegung lediglich im Augenwinkel wahrgenommen und fälschlicherwiese als Gruß interpretiert. Leider war der Versuch der Grußerwiderung in sofern überflüssig, da der Q-Treiber sich bereits viele Meilen weiter befand.

    2. Im Gegenzug zu nationalen Motoradkonstrukteuren, wurden weltweit Fahrzeuge entwickelt, die sich durch immensen Charakter recycelter, probiotischer Milchprodukte-Behälter auszeichneten. Bei Geschwindigkeiten jenseits des Spielstrassen-Tempo´s neigten diese Fahrzeuge leider zum Verlust diverser Recycling-Anbauteilen. Durch den hohen Wiederbeschaffungswert dieser Teile, sah sich der Besitzer genötigt, verloren zugehende Teile während der Fahrt einzufangen. Die daraus resultierende Handbewegung wurde vielerorts Fehlinterpretiert.

    3. Nationalen Konstrukteuren widerum gelang es, Fahrzeuge herzustellen die sogar ohne recycelte Milchprodukte-Behälter auskommen.

    Nichts desto trotz, an jeder Sage klebt ein Fünkchen Wahrheit.