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Drehmomentwerte / Anzugswerte und Drehmomentschlüssel für den Hobbyschrauber

Erstellt von BergischJung, 03.09.2013, 10:11 Uhr · 30 Antworten · 6.489 Aufrufe

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    Ausrufezeichen Drehmomentwerte / Anzugswerte und Drehmomentschlüssel für den Hobbyschrauber

    #1
    Hi Leute,

    aus gegebenen Anlass ein paar Infos und Tipps für ein oft unterschätztes Thema beim Schrauben, aber kein Hexenwerk:
    Warum soll man auf die Drehmomentwerte bei seinem Mopped achten und welches Werkzeug benutzt man?
    Viele arbeiten hier nach Gefühl und "Erfahrung".
    Das klingt für mich wie die Aussage von den Kollegen, die kein ABS zu benötigen, da sie ihr Mopped immer beherrschen und "manuell" besser bremsen, als das System.


    He Leute! Die Ingeneure haben sich schon was dabei gedacht, wenn Sie zu bestimmten Schrauben/Muttern bestimmte Drehmomente festlegen. Kein Mensch kann ein bestimmtes und genaues Drehmoment im Gefühl haben, deshalb arbeiten auch die Werkstätten mit Drehmomenten (sollten sie zumindest). Und das sind Profis, die es eigentlich im Blut haben sollten wie fest eine Schraube angezogen werden muss.
    Aber die wissen nicht nur, dass nach "ganz fest" "ganz ab" kommt, sondern dass Gewinde und Schrauben auch nicht sichtbar beschädigt werden können!
    Aus "motorrad" zitiert: " Hinterhältig wird es aber dann, wenn das Gemurkse keine direkt sichtbaren, dafür aber um so fatalere Folgen hat: Zu fest angeknallte Schraubverbindungen können sich anfangs nämlich noch ganz unauffällig verhalten, sie sind aber trotzdem unwiederbringlich geschädigt. Das ist dann der Fall, wenn das Gegengewinde der überlasteten Schraube oder Mutter „weich“ geworden und (noch) nicht gerissen oder gebrochen ist. Die Schraubverbindung wirkt gefühlt fest, lockert sich aber zeitverzögert und fällt ab. Es ist also überaus sinnvoll, dass Fahrzeug- und auch Zubehörhersteller für praktisch jede Schraubverbindung ein genau definiertes Anzugsmoment vorgeben. Und diese Werte sollten besonders bei sicherheitsrelevanten Verbindungen wie zum Beispiel Achsmuttern, Bremssattelbefestigungen, Standrohr- und Lenkerklemmungen und Federbeinbefestigungen tunlichst eingehalten werden."


    Zum Drehmomentschlüssel:
    "Die Bucheli-Reparaturanleitung für die BMW R 1200 GS kümmert sich zum Beispiel auf satten zwölf Seiten um das Thema. Spätestens bei der Lektüre der dort gelisteten Werte erschließt sich auch dem letzten Hobbyschrauber, dass man mit dem in praktisch jedem Baumarkt zu findenden, meist für den Pkw-Rädertausch genutzten 1/2-Zoll-Drehmomentschlüssel beim Motorrad nicht sehr viel weiterkommt. Während es bei den Pkw-Radmuttern meist um Werte zwischen 80 und 110 Nm geht, gibts am Motorrad jede Menge Schraubverbindungen, die nur einstellige oder niedrige zweistellige Nm-Werte vertragen. Da es sich dabei oft auch um relativ kleine Schrauben und Muttern handelt, ist ein Drehmomentschlüssel mit möglichst kleiner Werkzeugaufnahme und kompakten Abmessungen die erste Wahl - womit wir beim 1/4-Zoll-Werkzeug wären. Mit 5 bis 25 oder auch 6 bis 30 Nm ist man in dieser Klasse dann für nahezu alle Eventualitäten gerüstet. Zwischen 20 und 50 Nm gibts am Motorrad aber auch noch eine Menge zu schrauben - ein klarer Fall für den 3/8-Zoll-Drehmomentschlüssel. "
    Es muss kein Drehmomentschlüssel für über 100,-- sein, aber die Billigteile für 20,-- aus dem Baumarkt taugen definitiv nichts!
    Der Toleranzbereich ist hier viel zu groß .
    Gute Geräte von Louis, Polo, HG, etc. sind für den Hobbyschauber ausreichend.
    Wenig taugen Schlüssel die mit einem biegsamen Arm auf einer Skala die Werte anzeigen, ähnlich wie eine Federwaage.
    Viel besser, da genauer: Schlüssel mit einer kleinen Messuhr, meist im Griffereich.
    Hier gilt es nach dem Gebrauch: die Voreinstellung auf Null drehen, um die innen liegende Feder zu entspannen.

    Eine sehr gute Übersicht über die Nm-Werte für die 1150GS und alte 1200GS findet man auf "powerboxer.de".


    Ich will hier nicht als "Besserwisser" verstanden werden, sondern interessierter Hobbyschrauber, der sein Wissen gerne weiter gibt.
    Zudem mit einem Bruder bestückt, der als Ingeneuer für einen großen Fahrzeughersteller arbeitet.

    Ergänzungen und Kommentare werden gerne entgegen genommen.


    Gruß
    Rainer

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    #2
    Zitat Zitat von Oldschool Beitrag anzeigen
    ...

    Ergänzungen und Kommentare werden gerne entgegen genommen.


    Gruß
    Rainer
    Moin,

    im Wesentlichen stimme ich deinen Ausführungen zu.
    Anmerken möchte nur etwas zu dem Bereich Erfahrung und arbeiten ohne Drehmo.
    Wichtig ist dabei, abschätzen zu können, was ohne Drehmo funktioniert und was nicht. Im Zweifel immer besser mit.

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    #3
    Zitat Zitat von -Larsi- Beitrag anzeigen
    Moin,

    Anmerken möchte nur etwas zu dem Bereich Erfahrung und arbeiten ohne Drehmo.
    Wichtig ist dabei, abschätzen zu können, was ohne Drehmo funktioniert und was nicht.
    Stimmt, mit Ausnahme der sicherheitsrelevanten Verbindungen. Da immer mit Drehmo-Schlüssel. No riskt!

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    #4
    Hi
    Die Angaben zu den Drehmomenten dienen in erster Linie zur Einstellung der Pressluftschrauber in der Fertigung. Die Dinger haben einfach kein Gefühl :-).
    In der Praxis werden in den Werkstätten nur sehr wenige Schrauben mit DrehMo bzw nach Grad angezogen.

    Schrauben mit Drehmoment festziehen
    Anzugsdrehmomente und Betriebsmittel für 11x0
    4V Anzugsdrehmomente für 1200GS
    gerd

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    #5
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    Hi
    In der Praxis werden in den Werkstätten nur sehr wenige Schrauben mit DrehMo bzw

    gerd
    Was dazu führte, als ich erstmailig und letztmalig eine Inspektion bei BMW hatte machen lassen, das Gewinde der Getriebeöleinfüllöffnung zerstört wurde. Was ich allerdings erst viel später bemerkte. Die Är... hatten einfach das zerstörte Gewinde mit einem Dichmittel beschmiert und die Schraube wieder rein gedreht. Vermutlich durfte ein Azubi an meiner Q üben und manuelle Drehmomenterfahrung sammeln. War ja keine sicherheitsrelevante Verbindung....!

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    #6
    is klar ... wie groß muss den das drehmoment sein um eine M16x1,5 verschraubung zu überlasten?

    Die Ölablassschraube hat ein Gewinde M16 x1.5. Dieses Gewinde hat ein vorgeschriebenes Anzugsdrehmoment von 220Nm bei einer 8.8er Schraube.
    Da in Alu das Gewinde ca. eine 1,3 fache Länge bezogen zum Durchmesser haben sollte und die Ölablassschraube aber nur 10mm Gewinde hat, wäre ein geeignetes Drehmoment bei einer belasteten / tragenden Verbindung ca. 110Nm! Das Gewinde wird bei ca. 150Nm aufgeben! Wenn also hier ein Mechaniker eine Ölablassschraube von Hand nach Gefühl anzieht, wird er sie immer etwas fester ziehen als mit 30Nm vorgeschieben, was aber kein Beinbuch ist, da das Gewinde ja rund 150Nm aushält. ...
    S-Boxer-Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Wissende Tunerwerkstatt aber zu dümmlich bei der Ölablassschraube!
    das reisst kein azubi so fest!

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    #7
    Zitat Zitat von -Larsi- Beitrag anzeigen
    is klar ... wie groß muss den das drehmoment sein um eine M16x1,5 verschraubung zu überlasten?



    das reisst kein azubi so fest!
    Sag mal, leidest Du an Legasthenie? Dann mache ich mich über Deine Schwäche nicht lustig!
    Ansonsten: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

    Habe ich was von Ölablassschraube am Motor geschreiben? Nein! Bei mir steht "Getriebeeinfüllöffung"!!! Also GETRIEBE!
    Und die Öffnung wird in mit einer M18x1,5-ZNS geschlossen und zwar mit 30Nm!
    Und 30Nm ist nicht viel und lässt sich schnell "überdrehen"!
    Alles klar?

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    #8
    Zitat Zitat von Oldschool Beitrag anzeigen
    ......

    Ergänzungen und Kommentare werden gerne entgegen genommen.


    Gruß
    Rainer
    Zitat Zitat von Oldschool Beitrag anzeigen
    Sag mal, leidest Du an Legasthenie? Dann mache ich mich über Deine Schwäche nicht lustig!
    Ansonsten: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!
    ohne Worte


    Meiner Meinung nach gibt es viele Schrauber, die die meisten Schrauben nach Gefühl anziehen und in deren Arm
    sich ein kleiner Drehmomentschlüssel über die Jahre entwickelt hat.

    Bei relevanten Schrauben (Zylinderkopf, etc. ) werden sie dennoch einen Drehmo nehmen.

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    #9
    Zitat Zitat von Oldschool Beitrag anzeigen
    ...
    Habe ich was von Ölablassschraube am Motor geschreiben? Nein! Bei mir steht "Getriebeeinfüllöffung"!!! Also GETRIEBE!
    Und die Öffnung wird in mit einer M18x1,5-ZNS geschlossen und zwar mit 30Nm! ...
    Eigentlich wollte ich den Fred mit deinem guten Eingangsbeitrag gar nicht weiter zerreden, aber du willst es ja wohl ...

    Lesen kannst du zwar gut, nur mit dem Verstehen scheint es zu hapern ...

    Wo ist denn der Unterschied zwischen deiner Getriebeschraube und meinem Beispiel?
    Einzig dass deine Verschraubung noch höher belastbar ist.

    Klar gibt BMW als Anzug dort 30Nm an. Aber nicht, weil sonst das Gewinde Schaden nimmt, sondern weil 30Nm einfach an der Stelle ausreichen.
    Wenn dein Gewinde dort defekt ist, dann hat das sicher einen Grund. Zb eine schief eingesetzte oder beschädigte Schraube. Aber hier zu behaupten ein Gewinde M18 wäre mit mehr als 30Nm überlastet, nur weil BMW diesen Wert empfiehlt, ist blanker Unsinn.

    Und genau das habe ich gemeint, als ich schrieb, es sei wichtig zu wissen, wann ein Drehmo notwendig sei und wann nicht.
    Ein Idiot hat dein Gewinde vermackt, davon musst du aber nicht auf die Unfähigkeit aller Schrauber schliessen.

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    #10
    Zitat Zitat von Oldschool Beitrag anzeigen
    Sag mal, leidest Du an Legasthenie? Dann mache ich mich über Deine Schwäche nicht lustig!
    Ansonsten: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

    Habe ich was von Ölablassschraube am Motor geschreiben? Nein! Bei mir steht "Getriebeeinfüllöffung"!!! Also GETRIEBE!
    Und die Öffnung wird in mit einer M18x1,5-ZNS geschlossen und zwar mit 30Nm!
    Und 30Nm ist nicht viel und lässt sich schnell "überdrehen"!
    Alles klar?
    Vielleicht solltest Du mal kurz Rückfrage mit Deinem "Ingenieur im Hintergrund" halten, bevor Du anderen den Vogel zeigst.
    Oder glaubst Du im Ernst ein Gewinde M18x1,5 hält nur 30Nm aus?


 
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