Ergebnis 1 bis 7 von 7

Korrosionsschutz bei Verschraubungen

Erstellt von postmortal, 28.01.2010, 15:19 Uhr · 6 Antworten · 2.862 Aufrufe

  1. Registriert seit
    06.01.2010
    Beiträge
    299

    Standard Korrosionsschutz bei Verschraubungen

    #1
    Aus leidlicher Erfahrung weiß ich, wie lästig eine abgerissene Schraube sein kann (Kämpfe derzeit noch mit einer abgerissenen Schraube am Getriebe).
    Um dieses Risiko zukünftig gering zu halten hat mir jemand geraten, gelöste Schraubverbindungen mit Graphitpulver zu behandeln um langfristigen Korrosionsschutz und somit ein Festfressen der Schrauben zu verhindern.
    Was haltet ihr davon? Gibt es andere Ratschläge?

  2. Registriert seit
    09.12.2009
    Beiträge
    28

    Standard

    #2
    "Vorbeugend" schützen hat so seine Nachteile. Eine "Beschichtung" so wie du es vorhast,hat den Nachteil, das der Reibwert der Schraubverbindung deutlich herabgesetzt wird.Bei Verschraubungen die durch einen Splint gesichert werden sehe ich dies als unproblematisch an, sobald jedoch Schraubverbindungen mit einem Drehmoment gegen lösen gesichert sind,sollte man die Finger davon lassen.Hierzu würde ich zum Beispiel die von Dir angesprochene Getriebeschraube zählen, bei dieser Verbindung kommen Schwingungen ins Spiel und wenn hier die Vorspannung verringert wird ist ein Bruch oder das herausfallen der Schraube vorprogrammiert.Dies gilt genauso für das früher öfters praktizierte "ein Tropfen Öl auf die Radschrauben beim Auto, dann Kreischen sie nicht so beim Aufdrehen".Ich spreche hier aus Erfahrung,denn mich hat beim Probefahren mal ein Rad überholt.Wenn Schrauben mit dem vorgesehenen Drehmoment angezogen werden und der eventuell angegebene Drehwinkel auch ungefähr eingehalten wird passiert im Normalfall nichts. Gerade der Drehwinkel ist massgebend, 90° sind halt mal weniger als eine halbe Umdrehung.Genauso ist der Unterschied zwischen 2x 45° und einmal 90° ein manchmal gewaltiger Unterschied (Setzverhalten der Schraube".
    So jetzt aber genug der Klugscheisserei

    Gruß Fred

  3. Registriert seit
    10.01.2010
    Beiträge
    125

    Standard

    #3
    Hallo zusammen,

    klar hat Fred Recht, auf Radschrauben /muttern kommt kein Öl, Fett oder ähnliches.
    Wenn du dadurch allerdings ein Rad verloren hast solltest du auch Lotto spielen, Chancen auf einen guten Gewinn sollten sehr ähnlich sein

    Aber..... dem Rest kann ich nicht so ohne weiteres zustimmen. Denk mal an Schrauben die du regelmässig lösen und anziehen musst, nehmen wir mal als Beispiel die Befestigungsschrauben der Bremssättel. Stahlschraube in einer Alulegierung, machst du bei jedem Reifenwechsel und Belagwechsel los. Wenn du die Dinger bei einem Mopped welches auch mal Regen und winterliches Salz mitkriegt nicht in irgend einer Form schmierst bekommst du ein Problem. ne Zwei,
    erstens: wenn du die Schraube nicht mehr "mit der Hand" so weit reindrehen kannst das der Bund anliegt sondern du schon vorher einen Schlüssel /eine Knarre brauchst weil die Schraube oder eher das Gewinde in der Aufnahme vergammelt ist bekommst du falls du einen Dremo nutzt und die angegebenen 40 Nm eingestellt hast deine Schraube nicht wirklich fest, da du schon eine recht hohe Reibung auf dem Gewinde hast.
    Resultat: nicht fest genug angezogener Bremssattel.
    zweitens: irgendwann reisst du beim lösen die Schraube ab oder ruinierst dir das Gewinde der Aufnahme.
    Bei mir kommt auf fast alle Schrauben an der Q (und den Moppeds davor) ein wenig Molykote, Öl oder Kupferpaste und bei mir hat sich noch nie eine Schraube deswegen verabschiedet.

    Wenn du z.B die Ölablassschraube mit vorgeschriebenen 32 Nm anziehst, was bei einer Schraube M14 oder 16 nun wirklich nicht viel ist, dann muss mir mal jemand erklären wie er denn das Gewinde im Motorblock trocken und ölfrei bekommt.
    Ausserdem sind ja im Motor auch reichlich Schrauben die mit Drehmoment angezogen werden, wenn sich wegen des Öl's dort irgendwelche Schrauben lösen würden hörst du das allerdings sofort.
    Bei den Schrauben die sich durch mechanische oder thermische Belastung lösen könnten schreibt der Hersteller normalerweise selbst sichernde Muttern oder wie z.B. an den Bermsscheibenschrauben Sicherungsmittel vor.

    So jetzt ist aber gut... ist überigens nur meine Meinung und einiges von dem was mein ehemaliger Meister mir dummen KFZ Lehrling versucht hat einzutrichtern


    Gruß Micha

  4. supermotorene Gast

    Standard

    #4
    Mahlzeit, so seltsam es auch klingt, aber einkleben mit blauem Loctite , mittelfest, wirkt wahre Wunder. Denn wo Kleber ist, kommt kein Wasser dran.Funktioniert 100%. Ansonsten hilft auch Antiseize Montagepaste ( Aluminium ) oder aber auch Keramikpaste wie sie mittlerweile oft statt Kupferpaste angeboten wird.
    Gruß Rene
    Schraubenstumpf jetzt raus bekommen?

  5. Registriert seit
    12.09.2007
    Beiträge
    424

    Standard

    #5
    die korrision bei der bmw kommt hauptsächlich aus der ungünstigen materialpaarung stahl und aluminium. selbst schrauben die nicht mit wasser in verbindung kommen fressen sich mit der zeit fest und reißen ab oder vergniesgnaddeln die köpfe beim lösen. habe alle schrauben die zugänglich waren mit teflonspray behandelt und wieder eingedreht. habe ich auch schon an anderen maschinen gemacht und sehr gute erfahrungen damit gemacht.
    gruß axel

  6. Registriert seit
    17.11.2005
    Beiträge
    2.655

    Standard

    #6
    Ich nehme Keramikpaste.

  7. Registriert seit
    06.09.2007
    Beiträge
    631

    Standard

    #7
    Moin,

    ich nehme Montagepaste TA von Castrol (hieß früher Optimoly TA von Optimol). Diese Paste enthält Alu und ist daher an vielen Stellen an der Q eine gute Wahl. Diese Paste wird auch im Werk bei der Montage der Motorräder benutzt und ist fester Bestandteil vieler Montageanweisungen für die Werkstätten, so z.B. an den Bolzen der Federbeine. Ich verwende die Paste an ziemlich vielen Stellen, sowohl zur Schmierung als auch zum Schutz der Gewinde, z.B. an den Befestigungsschrauben des Motorschutzes, nachdem ich da mal zwei der Schrauben ausbohren mußte. Gerade an Stellen, wo Stahl und Alu aufeinandertreffen, hat sich die Paste als Art "galvanische Trennschicht" bewährt. An den Radbolzen, sowohl auf Gewinden als auch an den Konen dient diese Alu-Paste sehr gut. Mit Optimoly eingesetzte Schrauben haben sich bei meinen Fahrzeugen noch nie gelöst. Wenn ich entsprechenden Arbeiten gewohnheitsmäßig meine Radbolzen nach 100-200km mit dem Drehmoment-Schlüssel überprüfe, ist alles wie es sein soll.

    Ciao
    Ondolf


 

Ähnliche Themen

  1. NEU! Korrosionsschutz Faltgarage, Motorradabdeckung
    Von BayernQ1200ADV im Forum Biete (privat) ...
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 03.04.2012, 22:08
  2. Oldtimer einpacken VCI-Korrosionsschutz? Oder was anderes?
    Von advi im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 11.10.2009, 11:11
  3. Welcher Korrosionsschutz für den Winter????
    Von Fudo im Forum G 650 GS , F 650 (GS) und F 650 GS Dakar (Einzylinder)
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 09.01.2008, 09:13
  4. 46 51 801 Verschraubungen auf Festsitz prüfen (Rep-rom)
    Von HP2Sascha im Forum HP2 Enduro und HP2 Megamoto
    Antworten: 19
    Letzter Beitrag: 18.10.2007, 12:24