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Kunststoff -Tank lackieren

Erstellt von GS100-Treiber, 23.03.2009, 12:37 Uhr · 9 Antworten · 12.345 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Kunststoff -Tank lackieren

    #1
    Servus Gemeinde,

    wer hat schon mal einen neuen Nylontank von Acerbis lackiert?
    Worauf muß man besonders achten?

    Muß der Tank auch von innen versiegelt werden zwecks Ausgasen, weil sonst der Lack abgeht?

    Welchen Lack sollte man verwenden damit dieser Benzinbeständig ist und nicht nach gewisser zeit abbröckelt oder Blasen wirft?

    Mich persönlich zieht es zu Kunstharzlack, weil dieser Benzinbeständig sein soll?!

    Wer hat damit Erfahrungen und kann mir helfen?


    Gruß
    Peter

  2. supermotorene Gast

    Standard

    #2
    Mahlzeit, ist wahrscheinlich schon tausendmal probiert worden, leider immer nur mit mässigem Erfolg. Das schlimmste was ich gesehen habe ,war ein kompl. angerauhter und dann mit Spritzspachtel behandelter Tank. Sah durchaus eine ganze Weile gut aus , aber dann fings auch an zu bröckeln.
    Auch mit Kunststoffprimer,Haftvermittler....habe ich noch nichts vernünftiges gesehen.
    Habe mal versucht meinen angekratzten Guzzi Acerbistank nachzulackieren, laut meinem Kunststoffspezi ist das ein Mischpolymer das in warmen Zustand grundiert wird und dann lackierbar ist.Danach soll angeblich nichts mehr gehen.
    Die Spezis haben auch nicht geschafft das Loch, was hinterher mal reingekommen ist, zuzuschweissen, obwohl der Werkstoff PP draufstand.
    Wenn jemand einen 100 % Tip hat wie das funktioniert wäre ich auch sehr interessiert.
    Gruß Rene

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    Standard

    #3
    die meisten Kunststoff-Tanks gasen aus und lösen dabei den Lack ab. Ich würde mal sagen, das wird nix

  4. Registriert seit
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    #4
    Hi
    Das einzige Material bei dem Lack hält ist Epoxidharz.
    Bei allem anderen diffundiert der Sprit in winzigen Mengen. Die mangelnde Lackhaftung liegt nicht am Kunststoff (auf Stossfängern hält's ja auch).
    BMW hat das bei den 1100 GS zuerst durch neu Lackieren lösen wollen, ging dann aber zum Stahltank über. Bei neueren Maschinen hat der Kunststofftank ohnehin eine Verkleidung (RT) bzw. ein schickes Cover 1200GS.
    Letzteres lässt sich als "etwas Besonderes" vermarkten und verursacht dann kein Lackproblem. Nur flogen die Dinger bei der GS anfänglich leicht wärend der Fahrt ab .
    gerd

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    #5
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    Hi
    Die mangelnde Lackhaftung liegt nicht am Kunststoff (auf Stossfängern hält's ja auch).
    gerd
    Servus miteinander,
    das kann ich an dieser Stelle nicht ganz so stehen lassen. Die mangelnde Lackhaftung kann sehr wohl am Kunststoff liegen. Hier unterscheidet man polare und unpolare Kunststoffe. Letztere haben im "Normalzustand" keine freien Molekülenden. Aus diesem Grund kann man den Lack wie ein Film wieder abziehen. Werden diese Werkstoffe jedoch entsprechend vorbehandelt (Corona, Plasma, Flämmen, Fluorieren), entstehen freie Enden und der Lack verbindet sich mit diesen und hält dann auch.
    So wird das auch bei Stossfängern gemacht, die in letzter Zeit mehr und mehr aus PP (unpolar) bestehen, weil dieser billiger ist.
    Allerdings lässt sich für diesen Anwendungsfall nicht bestreiten, dass viele Kunststoffe zwar chemikalienbeständig sind aber auf Dauer auch Benzin diffundieren lassen können. Hier kommt es sehr stark auf die Matieialauswahl (Mischung) des Kunststoffes an.
    Nylon ist ein Polyamid. Laut Lehrbuch ist dies kraftstoffbeständig. Jedoch ist dies auch von der Mischung des PA abhängig. Der Tank wird sicherlich aus einem Gemisch mit Hauptbestandteil PA bestehen.
    Kurzer Ausflug in die Theorie, der aber so nicht weiterhilft. Aus meiner Sicht sollte der Hersteller des Tank eine Aussage über die Lackierbarkeit und Beständigkeit machen können, da er den eingesetzten Werkstoff kennt. Wenn dies unbedenklich ist, kann mit entsprechender Vorbehandlung der Oberfläche und einem entsprechenden Lacksystem (siehe Vorredner) ohne Gefahr lackiert werden.

    Gruss aus Franken

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    #6
    Hi
    Natürlich hast Du nicht Unrecht. Das was ich schreibe habe ich allerdings von einem Kunststoffhersteller der auch Stossfängerblenden (so heisst der sichtbare Teil der "Stossstange") und Tanks herstellt. Bei dem habe ich mich gewundert weshalb die zu lackierenden Kuststoffteile mit einer Gasflamme abgefackelt werden. Meine erste Vermutung war "Trennmittel weg", die zweite "feine Grate weg". Beides ist falsch. Die Flamme bewirkt irgendeine Änderung an der Oberfläche und die Grundierung pappt dann einwandfrei. Netter Weise hat man dann ein Teilchen extra für mich eingehängt, dieses nicht abgeflammt aber grundiert. Der Effekt war "unbrauchbar". Die haben mir auch über die Herstellung der Tanks erzählt. Die Tanks werden so erzeugt wie auch Armaturenbretter (das haben sie gezeigt): Granulat kommt in eine hohle Form die sich wie eine Mischmaschine dreht. Die Wände werden erwärmt und das Granulat bleibt kleben. Durch die Dreherei wird die Schichtdicke halbwegs gleichmässig (wenn die Form geeignet ist). Das Ganze wird so weit aufgeheizt, dass die "Brösel" dreviertelflüssig werden und sich homogen verbinden.
    Danach kräftig kühlen, Form auf und das Hohlteil fällt raus.
    Ob etwas kraftstoffbeständig ist sagt nicht viel aus. Ein Beutel aus Nylongewebe ist auch kraftstoffbeständig wäre aber als Tank gänzlich ungeeignet. Und auch ein geeigneter Tank scheint noch ganz winzige "Poren" zu haben. Zumindest nach dem was diese Industrie-Lackmänner erzählten.
    Wen es interessiert:
    Beim Armaturenbrett wird nur eine Formseite erhitzt weil das Ding kein Hohlteil ist. Da entsteht erst die Oberseite (die mit der Ledernarbung). Danach kommt das Kunststoffträgerteil (die Unterseite) rein und in den Zwischenraum wird Kunststoff geschäumt. Fertig ist ein Teil mit stabiler Unterseite, ansehnlicher, fester "Haut" aber weicher Oberflächenstruktur
    gerd

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    #7
    Hallo Peter,

    ich habe an meiner R100GS den 43l Nylon Tank von Acerbis - Erstlackierung via HPN 1999 - sah top aus und nie Probleme. 2008 via HPN neu lackiert - die Farbgestaltung gefiel mir nicht mehr - ebenso top!!! Es geht also!

    Grüße
    Jutta

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    #8
    ist es nicht allgemein bekannt dass es einen lackierbaren und einen unlackierbaren tank von hpn gibt?

  9. Registriert seit
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    Standard

    #9
    Zitat Zitat von madhoney77 Beitrag anzeigen
    ist es nicht allgemein bekannt dass es einen lackierbaren und einen unlackierbaren tank von hpn gibt?
    genau der nicht lackierbare ist aus Polyethylen!

  10. Registriert seit
    09.03.2009
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    #10
    Auch PE/PP Tanks lassen sich meines Wissens lackieren. Zuerst muss man das allerdings von innen tun.

    Drüben im XT-Forum (http://www.xt-foren.de) hält Biff hierzu ein PDF bereit, dass sich großer Beliebtheit erfreut.

    Das Prinzip ist in etwa so:
    Am besten lässt man den Tank vorher ein paar Tage im Heizungskeller ausdünsten.
    Tank mit Schotter oder Spaxschrauben innen aufrauen (wer hinterher nicht aussehen will wie Popeye, friemelt den Tank an einen Putzmischer).
    Ausblasen, Spülen, gut abtrocknen lassen.
    Mit einem 2K-PU-Lack von innen beschichten (Gibts zB bei http://www.prosol-farben.de) Epoxy eignet sich angeblich nicht so gut, weil es schneller brüchig wird. Die benzinfeste Schicht verhindert das Diffundieren der Spritgase.
    Aussen darf man danach alles benutzen was hält.


 

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