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Pumpe zum Bremsen entlüften

Erstellt von AndreasXT600, 20.08.2011, 20:28 Uhr · 9 Antworten · 2.029 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Pumpe zum Bremsen entlüften

    #1
    Hi,

    wer von euch kennt sich aus:
    Ich möchte mir eine Pumpe zum Entlüften der Bremsen zulegen (damit ich die Flüssigkeit von unten "rausziehen kann").

    Wer hat Erfahrung und kann ein gutes Gerät empfehlen?

    Definition "gut": Preis-Leistungsverhältnis sollte passend sein.

  2. Momber Gast

    Standard

    #2
    Ich hab' das hier. Und das tut.
    http://www.louis.de/index.php?topic=...nr_gr=10003470

    Vorher hatte ich das hier. Und das tat nicht.
    http://www.louis.de/index.php?topic=...nr_gr=10003261

    Gruß
    S.

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Zitat Zitat von AndreasXT600 Beitrag anzeigen
    Hi,

    wer von euch kennt sich aus:
    Ich möchte mir eine Pumpe zum Entlüften der Bremsen zulegen (damit ich die Flüssigkeit von unten "rausziehen kann").

    Wer hat Erfahrung und kann ein gutes Gerät empfehlen?

    Definition "gut": Preis-Leistungsverhältnis sollte passend sein.
    Hi Andreas,
    ich benutz(t)e eine Mytivac, bin inzw. auf eine kleine Vakuumpumpe aus dem Laborbereich umgestiegen (Entsorgungsfall, aber für Bremsentlüftung immer noch gut , da braucht's nur ein wenig Unterdruck, keinesfalls aber 0.000001bar = 1µbar kontinuierlich). Die Mytivac (u. andere) gibt's auch in metallischer Ausführung, kostet mehr, ist dauerhafter, ist aber für 1x p.a. m.E. etwas "überkandidelt" (aber: ich liebe gutes Werkzeug, deswg. darf's auch das beste sein, auch wenn's etwas "überkandidelt" ist).
    Die Mytivac tut's, eine "alte" Vacuumpumpe tut's, aber letztendlich tut's auch die "alte"/konventionelle Methode:

    Pumpen
    Druck
    Öffnen
    Schließen
    Pumpen
    Druck
    Öffnen
    Schließen
    .....


    Kost' nix (außer Zeit, die man aber bei dem anderen Geraffel für Auspacken/Einpacken/Reinigen/Reparieren in mindestens gleicher Größenordnung anwenden muss, was sich, wenigstens für den nur gelegentlichen Anwender, nicht wirklich rechnet, es sei denn, dieser rechnet den Wert seiner Arbeitszeit als "0". Dann ist's aber unerheblich, weil die Arbeit dann keinen Wert hat! Capisce?).

    Grüße
    Uli

  4. Registriert seit
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    Standard

    #4
    Hi
    Ich würde von unten reindrücken. Eventuelle Bläschen (woher sollen die kommen >> weshalb muss man entlüften!) steigen nun mal leichter auf als ab. Weshalb sollte ich sie daran hindern? Da unterstütze ich doch lieber
    http://www.powerboxer.de/Bremsen-entlueften.html
    gerd

  5. Registriert seit
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    #5
    Hallo Andreas,

    eine Alternative könnten die Stahlbus-Entlüftungsventile sein. Hab ich und funktionieren einwandfrei.
    Gruß Uwe

  6. Registriert seit
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    Standard

    #6
    @Gerd
    Ohne eine Grundsatzdiskussion lostreten zu wollen:
    Das von Dir auf der Powerboxerseite "Heimwerkermethode" genannte Bremsentlüftungsverfahren (so m.E. etwas abwertend) ist DAS alte Werkstattverfahren. So hab ich's noch in den 60ern in Markenwerkstätten gelernt. Damals stand bei fast jedem Gesellen ein "Stift" (die heißen heute "Auszubildende", sind zumeist mindestens ähnlich lernresistent und, schlimmer noch, mangels frühzeitig erfolgter Erziehungs- u. später zugelassener, wirksamer Gegenmaßnahmen gegen "Resistenz" und "Renitenz", deutlich mehr "renitent"). Beim Moped braucht's kaum zwei Leute zum Entlüften (der damals praktisch nicht vorhandenen) hydraulischen Bremsen, bei Pkws war das dann schon anders. Aber erst mit Zunahme der Verbreitung hydraulischer Bremsen und gleichzeitiger Optimierung der Arbeitsvorgänge wurden Druckentlüftungssysteme eingeführt, die einem einzelnen! Mann das Entlüften selbst von (immer weitere Verbreitung findenden) Mehrkreissystemen erlaubten (je nach Auslegung 4-8 Entlüftungsnippel, und das alles noch ohne ABS).
    Das Verfahren ist, sachgerecht ausgeführt, auch heute noch problemlos in der Lage, auch "Lufttaschen" freizuspülen (Letzterwähnte waren bei vielen Kombis in den 70ern die Regelventile für die Hinterachsbremsen, die erhöht, über der Hi-Achse liegend an der Karosserie befestigt , mechanisch mit der Achse gekoppelt waren, um lastabhängig ein Überbremsen der Hi-Achse zu verhindern), 's kostet halt mehr Zeit o. benötigt mehr Personalaufwand.
    Besagtes Verfahren ist übrigens auch heute noch durchaus verbreitet (wenn vllt auch nicht bei BMW), findet man es doch z.B. auf Seite 327 von 517 des "Triumph Speed Triple" Werkstatthandbuches (mir vorliegend Auflage 1/2005), im Abschnitt "Bleeding Brakes/1.16" des "2009 Dyna Repair Manuals" u. vielen anderen.
    Warum ich den von Dir beschworenen Dreck (Wasser, Rost?, Bremsabrieb), der über den Dichtring in die Bremsflüssigkeit gelangen könnte, erst noch den oberhalb der Sättel liegenden, normalerweise davon unberührten (empfindlichen) Hydraulikkomponenten zumuten muss, entzieht sich meinem Verständnis (auch wenn der Vorgang so werksseitig vorgesehen wurde). Enlüfte/Spüle ich "von oben", geht der Schlunz auf kürzestem Wege aus dem System, ohne vorher noch andere Hydraulikkomponenten zu verschmutzen. Übrigens haben alle meine Motorradbremssättel Edelstahl o. Titankolben, da rostet nichts (und die Sättel an meinen Autos, soweit sie rostende Stahlkolben haben, haben Staubmanschetten, die jährlich, anlässlich des Bremsflüssigkeitswechsel auch erneuert werden, da rostet auch nichts. Die "Endless"-Sättel meines 850 hatten sowas nicht, aber da waren die Kolben auch aus Edelstahl). Der "Spalt" zwischen Dichtring u. Bremskolben ist kein solcher! Trocken gäbe es ihn nicht, die Dichtungen lägen direkt auf den Kolben auf, aber dann würde der Dichtring extrem schnell verschleissen (wenn denn Bewegung zw. Dichtung u. Kolben vorhanden ist). Tats. ist bei allen schleifenden Dichtungen (auch bei Wellendichtringen) immer ein wenige Moleküle dicker Flüssigkeitsfilm vorhanden (Dicke abhängig von der Flüssigkeit und weiteren Parametern), der die Dichtlippe/-fläche vom Gegenpart trennt und so für Schmierung der Dichtung u. minimalen Verschleiss sorgt. Nur über diese Verbindung kann im Bremskolbenbereich Wasser in die Bremsflüssigkeit gelangen. Die sehr geringe Relativbewegung der Bremskolben gegen die Dichtung (ein Bruchteil der Dichtungsbreite bei nicht zu stark taumelnder Scheibe o. Rdlagern mit viel Spiel) reduziert aber auch das auf ein Minimum, da ist kein kontinuierlich geschlossener Flüssigkeitsmantel zw. Dichtring u. Kolben vorhanden.

    Grüße
    Uli

  7. Registriert seit
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    Standard

    #7
    Hi

    Zitat Zitat von Uli G. Beitrag anzeigen
    @Gerd
    Warum ich den von Dir beschworenen Dreck (Wasser, Rost?, Bremsabrieb), der über den Dichtring in die Bremsflüssigkeit gelangen könnte, erst noch den oberhalb der Sättel liegenden, normalerweise davon unberührten (empfindlichen) Hydraulikkomponenten zumuten muss, entzieht sich meinem Verständnis (auch wenn der Vorgang so werksseitig vorgesehen wurde). Enlüfte/Spüle ich "von oben", geht der Schlunz auf kürzestem Wege aus dem System, ohne vorher noch andere Hydraulikkomponenten zu verschmutzen.

    Der "Spalt" zwischen Dichtring u. Bremskolben ist kein solcher! Trocken gäbe es ihn nicht, die Dichtungen lägen direkt auf den Kolben auf, aber dann würde der Dichtring extrem schnell verschleissen (wenn denn Bewegung zw. Dichtung u. Kolben vorhanden ist). Tats. ist bei allen schleifenden Dichtungen (auch bei Wellendichtringen) immer ein wenige Moleküle dicker Flüssigkeitsfilm vorhanden (Dicke abhängig von der Flüssigkeit und weiteren Parametern), der die Dichtlippe/-fläche vom Gegenpart trennt und so für Schmierung der Dichtung u. minimalen Verschleiss sorgt. Nur über diese Verbindung kann im Bremskolbenbereich Wasser in die Bremsflüssigkeit gelangen. Die sehr geringe Relativbewegung der Bremskolben gegen die Dichtung (ein Bruchteil der Dichtungsbreite bei nicht zu stark taumelnder Scheibe o. Rdlagern mit viel Spiel) reduziert aber auch das auf ein Minimum, da ist kein kontinuierlich geschlossener Flüssigkeitsmantel zw. Dichtring u. Kolben vorhanden.

    Uli
    @uli
    Da sind wir uns ja weitestgehend einig. Ich kenne keine Werkstatt (deshalb kann es die durchaus geben) die noch "nach alter Väter Sitte" arbeitet.
    Zugegeben, bei der Auswahl zwischen "Dreck durch das gesamte System spülen" oder "Luft will nicht nach unten" besteht ein Dilemma.
    Aber es liesse sich lösen:
    Verschliessen der Nachlaufbohrung durch leichtes Drücken des Geberzylinders.
    Öffnen der Entlüfterschraube, Zurückdrücken und Festsetzen des betreffenden Kolbens (oder der Kolben). Jetzt drückt es den "Schmodder" aus dem Nehmerzylinder.
    Nachdrücken und halten des Geberzylinders. So kommt der Dreck aus dem unteren Ende der Leitung.
    "Anstecken der Druckspritze" und "aufwärtsspülen der Leitung". Dabei oben das "Zuviel" absaugen.
    Zum Schluss den Nehmerzylinder freigeben und zum Anliegen bringen. Das wird selten über die "Druckspritze" klappen. Also "von oben" vollpumpen.

    Hand auf's Herz: So machen wir es Beide nicht wenn es nicht unbedingt sein muss. Doch der (Sau-)Stift käme hierbei zum Einsatz.
    Wenn es allerdings Schwierigkeiten mit dem Entlüften gibt, dann ziehe ich "Druck von unten" vor.

    Der "Spalt" zwischen Dichtring u. Bremskolben ist ein solcher!
    Weshalb das so ist, beschreibst Du selbst vollkommen korrekt. Niemand hat behauptet der Spalt sei "3mm" breit. Es dauert ja auch bis die Bremsflüssigkeit "versaut" ist.
    Nachdem die Bremsbrühe stark hygroskopisch ist, nutzt sie die "Molekülbreite". Wasser hat wesentlich kleinere Moleküle, und ist bei "vernünftiger" Temperatur sehr niedrigviskos. Daher dürfte der Austausch von Flüssigkeiten einer ziemlichen Einbahnwirkung unterliegen.
    Was ich nicht glaube ist, dass Feuchtigkeit in relevanter Menge durch die Bremsschläuche diffundiert. Fakt ist, dass die Bremsflüssigkeit an den Bremszylindern am wasserhaltigsten ist. Das könnte am Eintrag über die benachbarten Dichtungen liegen oder auch daran, dass Wasser schwerer als Bremsflüssigkeit ist und sich daher "unten" sammelt.
    Die Lehrmeinung kenne ich, habe sie mal gelernt und bezweifle sie dennoch. Auch Galiei zweifelte die "gängige Lehre" an und bekam kaum 500 Jahre später doch noch offiziell Recht . Wobei es bei mir noch (zu) viele Schritte bis zur Klasse Galieis sind und die Verbrennung als Ketzer ganz sicher ausgeschlossen ist.
    gerd

  8. Registriert seit
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    Standard da

    #8
    hab ich doch mal gleich ne Anschlussfrage :

    Was ist bei völlig entleertem System die Methode der ersten Wahl?

    Ich persönlich fülle immer die Sättel und Leitungen von Unten nach oben mit ner Spritze ala Klistier..

    Ist es von Oben leichter ? Weil Flüssigkeiten laufen ja gern von oben nach unten.
    Nur das lästige Pumpen...

  9. Registriert seit
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    Standard

    #9
    Zitat Zitat von Di@k Beitrag anzeigen
    hab ich doch mal gleich ne Anschlussfrage :

    Was ist bei völlig entleertem System die Methode der ersten Wahl?
    ...
    Ist es von Oben leichter ? Weil Flüssigkeiten laufen ja gern von oben nach unten.
    ...
    Ich würde ein leeres System auch von unten befüllen wollen. Das Problem ist ja nicht die Flüssigkeit (die kriegste ja problemlos nach oben), sondern die Luft. Und die will halt am liebsten nach oben. Jedenfalls wehrt sie sich dabei nicht so sehr, wie wenn du sie nach unten schickst.

  10. Registriert seit
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    756

    Standard

    #10
    Ich nehme zwei transparente Schläuche, eine Tupperdose und einen Staubsauger.

    Schlauch auf Entlüfterventil, anderes Ende in Tupperdose, zweiten Schlauch in Tupperdose und an den Staubsauger mit Backeband fest.

    Staubsauger bei minimaler Leistung betreiben.

    So saugt sich die Bremsflüssigkeit ganz bequem in die Tupperdose und fertig. Nachkippen oben nicht vergessen.

    Noch etwas ATE Bremspaste um die Entlüfterschraube, damit keine Fremdluft gesaugt wird.

    Umgekehrt funktioniert diese Methode auch mit Preßluft von unten (0,xbar) Nur sabbert es dann gerne aus der Entlüfterschraube. Das finde ich nicht so schön.


 

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