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5 Länder - 1 Frehni

Erstellt von Frehni, 15.07.2010, 16:55 Uhr · 4 Antworten · 833 Aufrufe

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    Standard 5 Länder - 1 Frehni

    #1
    5 Ländertour
    Tag 1 - 5
    Am Samstag 19.6.2010 starte ich trotz des schlechten Wetters auf meine geplante Tour. Da ich das Vorarlberg ja schon kenne, dass Wetter eher schlechter wird bzw. bereits ist, begebe ich mich so gleich auf die Autobahn und fahre so bis ins Tirol durch. Immer wieder werde ich verregnet und die Temperaturen fallen immer weiter. Ein Höhepunkt am ersten Tag ist sicherlich die Zillertaler Höhenstrasse. Unterwegs fasse ich den Entschluss noch ein paar Kilometer anzuhängen und Wetterbedingt schon am ersten Tag über den Grossglockner zu fahren. Doch leider werde ich an der Mautstelle darauf aufmerksam gemacht dass die Strasse seit zwei Stunden für Motorräder gesperrt ist und Autos nur mit Schneeketten passieren dürfen. So suche ich mir in der Nähe ein Zimmer und hoffe dass der Sonntag besseres Wetter bringt. (Es bleibt beim hoffen)

    Der Sonntag beginnt so wie der Samstag geendet hat, nass und kalt. Die Schneegrenze ist beängstigend weit gesunken. Beim Frühstück überlege ich mir eine Ausweichroute. Felbertauern wäre noch eine Möglichkeit, aber sicher auch eingeschneit. Da bleibt wohl nur noch der Bahnverlad. Da stehe ich nun am Bahnhof und warte bei leichtem Schneefall auf den nächsten Zug gen Süden. Mein Motorrad wird zuvorderst auf dem Autoverladewagen verzurrt. Ich selber geniesse die Tunnelfahrt im geheizten Wagen und kann dabei meine Sachen wieder ein wenig trocknen. Auf der anderen Seite des Tunnels wartet dann auch ein klein wenig schöneres Wetter. (Naja, es schneit einfach nicht, dafür regnet er wieder.) Der Tag führt mich durch Kärnten nach Slowenien. Auch Italien wird immer mal wieder gestreift. Ich finde in Kärnten eine Bikerpension und somit ist auch die nächste verregnete Nacht in einem trockenen Zimmer gesichert.

    Der Montag scheint Wettertechnisch langsam besser zu werden. Ich düse wieder rüber nach Slowenien. Da mir Slowenien spontan gefallen fahre ich noch ca. 150km. weiter gen Osten. Mittagessen bestellen in Slowenien kann sehr amüsant sein, wenn man die Sprache nicht kennt. Ich verlasse mich mal auf die nette Bedienung und bekomme doch wirklich was Leckeres zu essen. Nur weiss ich nicht was es war. Doch irgendwann muss ich umkehren und fahre zurück in die Grenzregion Slowenien – Italien – Austria. Ich finde ein Hotel in Kranjska Gora und lasse da den Abend bei einem guten Essen ausklingen.

    Am Dienstag weckt mich die Sonne die durch das Zimmerfenster scheint. Na wenn das kein gutes Zeichen ist. Sofort das Fenster auf und die Sonne rein lassen. Holla, ist das kalt draussen. Also zuerst frühstücken und die Sonne noch warten lassen. Aber schon bald geht es weiter Richtung Italien. Doch meine Reifen machen mir zum ersten mal Sorgen. Das Profil hat sich wohl davon gestohlen und ist in Slowenien abgetaucht. Wird schon gehen. Dreht man halt weniger am Gaszug. Leichter gesagt als getan. An diesem Tag fahre ich gemütlich im Friaul umher und nähere mich langsam der Region Südtirol. Ich geniesse das Wetter und ziehe noch ein paar Kilometer mehr als geplant weiter. Auf dem Passo Rolle wird die nächste Nacht verbracht. Ein herrliches Zimmer mit einem Ausblick auf die von der Abendsonne angestrahlten Berge, ein leckeres Nachtessen runden den Tag ab.

    Der Mittwoch wirft mich ein klein wenig aus der Planung. Der hintere Reifen muss nun wirklich gewechselt werden. Der vordere könnte die Tour noch knapp überleben, aber Regnen dürfte es nicht mehr. Da noch ca. 2000km anstehen, die Sicherheit Vorrang hat suche ich einen Reifenhändler auf ( den ich durch einen Tipp von schweizer Motorradfahrern finde ). Er kann mir ein Paar Michelins organisieren bis zum Mittag des kommenden Tages. So suche ich mir bereits am Morgen um ca. 9.30 eine Bleibe in der Gegend. Zum Glück weiss ich ein Hotel in der Gegend wo ich ohne Probleme so früh bereits ein Zimmer erhalte und mein Gepäck da schon verstauen kann. Ohne Gepäck gebe ich dem Gummi noch den Rest und fahre noch einige Pässe ab. Der unplanmässigen Tag wird mit einem 7 Gangmenü das in der Halbpension inbegriffen ist mehr als gerettet.

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    Standard

    #2
    Tag 6 - 10
    Donnerstag gleich Reifentag. Ich habe ja um 14.00 Uhr den Termin zum Reifenwechseln. Doch was mache ich bis dahin. Im Hotel wird mir angeboten, das Zimmer gratis bis dahin weiter benutzen zu dürfen. Ab 10.00 wäre der Wirlepool bereit und ich solle doch einfach die Zeit nutzen und relaxen. Ich beschliesse dann aber, nach dem Frühstück noch ein wenig mit der Q rum zu düsen. Einige Kurven müssen noch sein. Das Mittagessen nehme ich auf einem abgelegen Hügel an einer Jausestation. Da dort noch eine alte Kapelle steht besichtige ich diese auch gleich noch. Erstaunt über die Gemälde in dieser abgelegen Kapelle komme ich noch in ein Gespräch mit der Besitzerin der Jausestation und „Hüterin“ der Kapelle. Doch nun ist es Zeit für die neuen Schuhe an meinem Motorrad. Da die Räder gerade abmontiert sind begutachte ich auch gleich die Bremsen. Oha, die hintern Beläge machen meine Tour nicht mehr bis zum Schluss mit. Ein Anruf beim BMW Händler in Bozen zeigt mir auf das man da nicht auf „Durchfahrtkundschaft“ angewiesen ist. Bei meinem Anruf heisst es: „Keine Zeit.“ Da in Bozen auch noch ein Hein Gericke Geschäft ist mache ich den Vorschlag ich hole die Beläge da und montiere sie selber. Ob ich evtl. bei Ihm rasch das Werkzeug (Zange, und etwas um den Splinten raus zu schieben) haben könnte. Antwort: „Wir sind keine Mietwerkstatt“. Da ruft später noch der Händler des Reifendienstes an und versucht für mich noch sein Glück. Nun heisst es:“ Wir haben keine Bremsklötze am Lager.“ Kurz und gut, ein Anruf in Chur bei meinem BMW – Händler und ich kann am Freitagmorgen die Bremsklötze wechseln lassen. Also gibt es einen Abstecher nachhause. Meine Frau wieder mal sehen und schlafen im eigenen Bett.

    Der Freitag beginnt mit der Fahrt nach Chur. Schnell sind die neuen Bremsklötze montiert und ich gehe wieder zurück auf meine geplante Route. Via Autobahn fahre ich runter nach Ligurien. Hier gewöhne ich mich langsam an den Michelin reifen. Die Dinger reagieren einfach anders als meine gewohnten Bridgestone. Aber in den Hügeln hier in Ligurien hat man dann schnell das Gefühl gefunden. Im Hotel Due Ponti, wo ich jedes Jahr mal einen Halt einlege freut man sich mich zu sehen. Aber man sucht auch nach meiner Frau. Schnell ist erklärt dass ich alleine unterwegs bin und sie an einem Kurs weilt. Nun lasse ich mich vor dem schlafen gehen noch von den Kochkünsten des Hausherren verwöhnen.
    Der Samstag beginnt mit einem typischen italienischen Frühstück. Würde mal sagen so viel süsses am Morgen ist nicht gerade mein Geschmack. J Danach wird die BMW wieder gesattelt und über einige Schleichwege und Pässe Richtung Frankreich bewegt. Natürlich verpasse ich mal wieder einmal an einer Kreuzung den rechten Weg, was sich im Nachhinein als einen schönen „Verfahrer“ herausstellt. Ich komme an eine Passtrasse, die mich auf die Hügel welche sich am Meer von Genua nach Frankreich erheben, führt. Immer wieder sehe ich auf das blaue Meer hinaus, während ich mich weiter hoch arbeite. Irgendwann ist aber auch diese Aussicht leider vorbei, doch folgt sogleich das nächste Schmankerl. Eine abgelegene Strasse führt mich einige Kilometer durch ein Naturschutzgebiet. Doch je weiter ich mich nach Nordwesten bewege umso mehr nimmt auch wieder der Verkehr zu. Turin lasse ich nur zu gerne links liegen. Mein Ziel heisst die Ortschaft Susa von welcher aus der Col de la Finestre auf dem Schotterweg zu befahren ist. Um 18.3o stehe ich endlich am Fusse des Passes. Ich überleg mir ob ich schon jetzt ein Zimmer in Susa suchen soll und am Morgen weiter zu fahren oder aber jetzt gleich weiter zu düsen. Da ich ja das Zelt und etwas zu essen dabei habe düse ich weiter. Macht ja nix wenn ich später kein Zimmer mehr finde. Auf der Passtrasse bin ich bereits alleine unterwegs und kann den Schotterweg schön geniessen. Oben angekommen beginnt das Wetter um zu schlagen. Regenwolken ziehen auf. Also gleich weiter zur Assiettakammstrasse. Doch da erwartet mich das Schild „ Pass geschlossen“ in vier Sprachen. Egal, der Frehni und seine Q schaffen das schon schiesst mir durch den Kopf. Die ersten Kilometer gehen eigentlich ganz gut. Ich merke zwar dass der Boden ziemlich aufgeweicht ist unter der Schotteroberfläche aber mit ein wenig Vorsicht, kein Problem. Doch mit jedem Meter den ich höher komme wird der Boden lehmiger. Mit dem ganzen Gepäck hinter mir zirkle ich mich durch Schlammpfützen und Altschnee. Irgendwann in einer Kehre frage ich mich doch schon mal: „Frehni was machst Du hier nach 8Std. Mopetfahren im Schlamm. Warum hast Du das Gesperrt Schild nicht beachtet.“ Immer wieder sinken ich und mein Moped in den engen, lehmigen Kehren ein. Irgendwann steht das Moped sogar ohne Ständer von alleine. „Nur nicht ausbuddeln müssen schiesst es mir durch den Kopf.“ Ich sehe mich vor meinem geistigen Auge bereits auf den Knien im Lehm und am Motorrad ausbuddeln. Ein letzter Versuch wird gestartet die Q aus der misslichen Lage zu befreien. Vollgas, Geduld und mit Hilfe der Kupplung komme ich wieder frei. Erleichtert fahre ich weiter und hoffe das es nicht noch schlimmer kommt. Nach weiteren ekligen Stellen habe ich es dann endlich geschafft. Für 20km habe ich 2 Std. gebraucht. Sestriere lasse ich hinter mir und Düse weiter nach Frankreich. Um 20.30 Uhr finde ich ein Hotel das geöffnet hat und mich trotz meines schmutzigen Outfits nicht irgendwie abweist. Der Abend wird dann noch mit einer Pizza abgerundet. Im Nachhinein hat mir die Assietta trotz ihres schlechten Zustandes Spass gemacht. Wieder um eine Geschichte reicher lege ich mich nach dem Essen in meinem Zimmer ins Bett.

    Der Sonntag vergeht eigentlich recht unspektakulär. Abgesehen von einem Kurzgewitter in einem Tunnel in Frankreich. Ich fahre noch über einige Umwege und Pässe langsam Richtung Schweiz. Eine kleine Schrecksekund schleicht sich dann aber doch noch ein. Vor der Kurve bemerke ich ein Schild das mich auf den folgenden Rollsplitt aufmerksam macht. Nun ja, die Tafel und der Rollsplitt zeitgleich auftreten rutsche ich beim einlenken einfach mal geradeaus weiter Richtung Leitplanke. Den Spuren nach aber nicht als erster. Ca. 20cm davor komme ich zum Stillstand. Da ich nun „gewarnt“ bin fahre ich flott weiter. Auf dem Weg zum Madeleine finde ich noch einen Alp weg der nicht geteert ist und fahre da zum Pass hoch. Auf der Abfahrt vom Pass geniesse ich immer das Panorama und cruise so vor mir her. Langsam dämmert es mir das meine Tour am nächsten Tag zu Ende sein wird. Gegen 17.00 passiere ich dann auch bereits die Grenze zur Schweiz und befinde mich im Wallis. Auf Umwegen fahre ich über den Moses und finde eine Stelle wo ich mein Zelt für eine Nacht aufstellen kann. Als das Zelt steht montiere ich meine Alu koffer ab und funktioniere sie zu Tisch und Stuhl um für mein „Picknick“. Um 21.00 zwingt mich ein Gewitter ins Zelt. Das diese in den Bergen immer so laut und heftig ausfallen müssen. Aber zum Glück habe ich mein Zelt von Anfang an Sturmfest aufgestellt. Irgendwann höre ich das donnern nicht mehr und schlafe ein.

    Ich erwache durch die ersten Morgenstrahlen die mein Zelt erhellen. Das erste was ich bemerke, es regnet nicht mehr. Ein Blick auf die Uhr sagt mir dass es schon oder erst 06.00 Uhr ist. Aber da es hell genug ist um das, leider noch Nasse, Zelt abzubauen beginne ich schon bald mit dem verstauen und abbauen der „ Villa Frehni und ihrem Interieure. Nur eine halbe Stunde später fahre ich bereits wieder weiter. Auf dem Jaunpass genehmige ich mir mal einen Kaffee und ein „Gipfeli“. Ein frisch auf der Strasse eingezeichneter Unfall holt mir mal wieder hervor wie schnell etwas passieren kann. Wie mir die Dame vom Gasthaus erzählte hat da am Vorabend ein Motorradfahrer ein Wohnmobil getroffen. Den Spuren nach muss es wie ein Schlachtfeld ausgesehen haben. Mit einer ruhigeren Gashand fahre ich weiter. So langsam macht sich mein Po immer öfters bemerkbar nach den Tagen im Sattel. Bei jeder Gelegenheit stehe ich wärend dem Fahren mal wieder auf. Auch die Kaffeepausen werden immer häufiger. Doch ich nehme noch schnell den einen oder anderen kleinen Pass mit auf meinem Weg zurück in Fürstentum. Die letzten 100km werden auf der Autobahn gemacht. Endlich sehe ich das Schloss über Vaduz und weiss: „Nun bin ich wieder zuhause“
    Auf der Tour wurden 141 Pässe überquert, 4870km abgespult und viele Tankstellen besucht.

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    #3
    So, nun sind die Fotos auch endlich auf dem Fotoalbum gelandet.

    http://roland-frehner.magix.net/

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    #4
    Schöner Bericht und tolle Fotos. Viele Fotos kommen bei mir aber irgendwie ein bisschen unscharf rüber. Liegt das an der AlbumSoftware?

  5. Registriert seit
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    #5
    Zitat Zitat von Christian RA40XT Beitrag anzeigen
    Schöner Bericht und tolle Fotos. Viele Fotos kommen bei mir aber irgendwie ein bisschen unscharf rüber. Liegt das an der AlbumSoftware?
    liegt am Album, wenn man da die Bilder vergrössert, geht es ein paar Sek. und sie sollten scharf gestellt werden.


 

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