Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 52

Chile + Argentinien 2011/2012 Teil 1

Erstellt von elch, 28.01.2012, 13:12 Uhr · 51 Antworten · 5.059 Aufrufe

  1. jonnyy-xp Gast

    Standard

    #21
    Traumhaft! Sehr schön! Danke für die Bilder!

    ... willauch ...

  2. Registriert seit
    02.10.2006
    Beiträge
    3.868

    Standard Teil 3

    #22
    Bei sovielen Bitten um Fortsetzung kann ich ja gar nicht anders. Aber in kleineren Paketen.

    21.12.2011

    Wir verlassen endgültig Pisco Elqui. Es wird später als geplant, aber dafür hatten wir noch interessante Gespräche mit den Besitzern des Hostals, auch über die Erdbebengefahr. Eigentlich wollten wir auf den Tololo Gipfel, zum Observatorium. Wir scheitern aber schon an der Schranke und am Wächter: Du kommst da nicht rein…. Nur mit Permission aus La Serena und nie mit Mopped. Na denn.

    Zu Mittag stehen wir am Leuchtturm von La Serena und schauen auf den Pazifik mit seinen heran rauschenden Wellen. An einer kleinen Bar bekommen wir etwas zu essen und überlegen, was wir mit dem angefangenen Tag machen sollen. Die Touri-Info im Leuchtturm nennt uns einen Campingplatz und wir haben noch zwei Hostaladressen. Und keine Lust auf Weiterfahren. Also können wir uns ja mal den Campingplatz anschauen. Nur schauen – nix kaufen. Etwas beunruhigend sind die allgegenwärtigen Tsunami-Warn- und Fluchtwegschilder. Der Platz liegt durch eine Hochhausreihe getrennt nur 3 Gehminuten vom Meer, hat Wiese als Untergrund und wird bewacht. Zum Preis von 5000 Pesos, allerdings ohne warmes Wasser, können wir das Angebot nicht abschlagen. Das Zelt ist gerade aufgebaut, da spüren wir ein leichtes Erdbeben. Nicht so sehr unter den Füßen, aber die Helme am Mopped klappern und durch den Griff des Koffers spüren wir Vibrationen. Ein komisches Gefühl… Eine Stunde später liegen wir am Strand.

    Wir genießen den Nachmittag und fahren am Abend in die Innenstadt. Dabei können wir die Rushhour in La Serena erleben. Ziel ist wie immer der Plaza las Armas, wo es für kleine Moppeds auch noch einen Parkplatz gibt. Wir bummeln durch die Straßen und erleben die südamerikanische Art des Weihnachtsstresses. Einkäufe und Stände, die die Verpackung der Geschenke anbietet, wohin das Auge guckt. An einem Platz über dem Weihnachtsmarkt sitzen wir auf dem Balkon und essen zu Abend, wie in Marrakesch überm Platz der Gaukler.

    Danach beobachten wir lange Schlangen, die sich an den Taxiständen bilden. Bestimmte Stände stehen für bestimmte Linien, und hier warten bis zu 40 Leute, bis ein Taxi nach dem anderen die Schlange abgearbeitete hat. Von diesen Ständen gibt es in Sichtweite sicher 10 Stück. Faszinierend. Gleichzeitig gehen alle rücksichtsvoll mit einander um. Auch der Straßenverkehr hat immer noch Zeit, andere über die Straße gehen zu lassen oder wartet geduldig wenn zum Beispiel jemand vor ihnen hält. Im Dunkeln fahren wir zurück zum Zeltplatz. Leider schallt der Partylärm bis morgens um 4:00 Uhr herüber.

    Das Wahrzeichen La Serenas, der Leuchtturm


    Blick über die Bucht zur Arbeiterstadt Coquimbo


    Tsunami-Warnschild, wie es an jeder Strandpromenade mehrfach zu sehen ist.



    Preisgünstige Taxis als Ersatz für private Autos, für die keine Parkplätze vorhanden sind, sowie dicke Busse, die nicht durch die kleinen Sträßchen passen.



    Freitag, 23.12.11
    Wir haben gut im Zelt geschlafen, und kein Tsunami hat uns weggespült. Aber alles ist von einer Staubschicht bedeckt. Frühstück muss daher erst mal warten. Wir peilen die erste Raststätte an der ruta 5 an. Kurz hinter der Stadt werden wir auch fündig, die Q wird gleich mitgefüttert. Noch ein paar Kilometer und der 4-spurige Ausbau der 5 endet. Auf weiterhin guter Strecke bei für uns ungewohnt starkem LKW-Verkehr schlängelt sich die Strecke durch das Küstengebirge. Wir sind froh, mit einem starken Motorrad unterwegs zu sein. Das ermöglicht auf den Steigungen doch so manchen Überholvorgang. 220 Km weiter ist der nächste Tank- und Cafestop fällig. Bei Vallenar verlassen wir die Ruta 5 Richtung Meer. Das kleine Fischerörtchen Huasco bietet sich für die Mittagsrast an. Leider sind wir etwas spät dran: vor ein paar Minuten, um 13:00 Uhr haben die meisten Läden zugemacht. Wir ergattern noch eine Melone und ein paar Kekse und setzen uns damit an die Uferpromenade.

    Bis Bahia Inglese wollen wir der Pazifikküste folgen. Die Karte weißt die ca. 200 Kilometer als Asphaltstraße aus. Aber nach ein paar km kommt eine neue Erfahrung auf uns zu: salzgebundene Oberfläche. Das einzige Mal, dass die Beschriftung der Copec-Karte nicht zutrifft. Sonst immer besser als die deutsche von Reise-Knowhow, natürlich incl. Angabe der Copec-Tankstellen. Mit der Zeit wächst das Vertrauen in diesen Untergrund, und wir sind wieder mit 70 -100 km/h unterwegs. Nur wenn helle Flecken auftauchen, muss ich vom Gas, denn dann hat durch fehlende Bindung der Oberfläche der Schlaglochfraß begonnen. Kurz vor Bahia Inglese führt die Straße direkt am Pazifik entlang und wir genießen die Brandung des Ozeans. Im Ort müssen wir ein wenig suchen. Der Campingplatz ist uns zu sandig, das Hotel mit 60.000 $ zu teuer. Über dem kleinen Supermercado gibt es zur Straße einen Balkongang mit kleinen Appartments. Wie im „Wilden Westen.“ Die kleine Cabana ist auch nicht gerade geschenk, aber mit der Küche lässt sich die Reisekasse schonen. Im Stockwerk unter uns gibt es ja Spaghetti, Tomaten, Thunfisch und die aufmerksame Verkäuferin empfiehlt zu diesen Zutaten noch den Parmesan – den habe ich aber auch schon in der Hand ….. Fröhlich wird gekocht und eine ebensolches Frühstück mit einem frühen Start geplant.

    Ein kleiner Minenort hinter La Serena


    Wozu Schranken ?????


    Angenehme Farben nach der kargen Wüste


    Upps, wasn das?? Ging aber besser als erwartet.


    Riesenmurmeln an Strand


    endlich mal wieder ordentliche Kurven



    Sandstrand wechselt mit Lavafelsküste ab


    Und dann ein claim, wohl kein Goldgräber, sondern auf der Suche nach Halbedelsteinen....Einsam und alleine im Umkreis von vielen Kilometern.



    Wir kreuzen das Bachbett des Rio Copiapo und verstehen jetzt, warum das "grüner Ort" heißt.



    Knapp 200 km unverbaute Küste, nur wenige Schilder zu Ansammlungen, die vielleicht nur 5 Häuser aufwiesen, und dann die Straße direkt neben dem Pazifik: die Krönung am Abend...



    Dieser Abschnitt war völlig überraschend für uns, keinerlei Vorbereitung darauf, aber eine schöne Seite von Chile.

    Tschüss, bis morgen.

    die elchin

  3. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #23
    ich hab doch gesagt ihr sollt damit aufhören, das ist ja nicht zum aushalten, unmöglich...

    abgesehen von meiner Woche in Norwegen in drei Wochen, muss mein nächster großer Urlaub nämlich noch bis mindestens Oktober warten...

  4. Registriert seit
    21.02.2008
    Beiträge
    546

    Standard

    #24
    Hey Siggi und Jan,

    wow, was für tolle Bilder => da packt einen mächtig das Fernweh.

    Freu mich schon auf die nächsten Bilder


  5. Registriert seit
    09.07.2008
    Beiträge
    5.056

    Standard

    #25
    Hallo,
    das ist ja ein sehr schöner Reisebericht, echt klasse!! Von der Dakar kommen aber auch noch ein paar Bilder, ne??!
    Zitat Zitat von freewayx Beitrag anzeigen
    wie reagiert den der Körper auf die Höhe von über 4000m...könnte mir vorstellen das alles 3x so schwer ist wie bei normal 0
    ...
    Diese Frage fand ich auch interessant
    Zitat Zitat von elch Beitrag anzeigen
    Die Frage war auch für uns spannend. Ich kann sie aber nur für uns 2 beantworten:

    Ja, es wird körperlich anstrengend. Als Sozia nur bei den Fotostops rauf- und runterturnen wurde schon ein Kraftakt; umso mehr für ihn, wenn er auf den Pisten, auch später im Altiplano, über längere Zeit im Stehen fahren mußte. Daher rechne ich es ihm auch ganz hoch an, dass er sich auf der üblen Piste bis zur Laguna Verde vorgekämpft hat. Ging nur mit Pausen.

    Nein, wir haben keine Höhenkrankheit abbekommen, keine Kopfschmerzen, keine Schlafstörungen o.ä. Aber wir sind auch abends immer wieder auf ca.2.500 m runter gewesen. Leute, die längere Zeit oben blieben, z.B. in Peru, hatten Zusatztage zum Akklimatisieren eingebaut.
    Zitat Zitat von elch Beitrag anzeigen
    .......

    Knapp 200 km unverbaute Küste, nur wenige Schilder zu Ansammlungen, die vielleicht nur 5 Häuser aufwiesen, und dann die Straße direkt neben dem Pazifik: die Krönung am Abend...



    Dieser Abschnitt war völlig überraschend für uns, keinerlei Vorbereitung darauf, aber eine schöne Seite von Chile.
    ....
    Das hätte mir, glaub ich, am besten gefallen. Einfach genial!!!!!

  6. Registriert seit
    02.10.2006
    Beiträge
    3.868

    Standard

    #26
    Zitat Zitat von Kalle GS 1150 Beitrag anzeigen
    Hey Siggi und Jan,

    wow, was für tolle Bilder => da packt einen mächtig das Fernweh.

    Freu mich schon auf die nächsten Bilder


    Danke schön, und wir freuen uns auf die Bilder vom Eishotel....

    Liebe Grüße

    'in

  7. Registriert seit
    02.10.2006
    Beiträge
    3.868

    Standard

    #27
    Zitat Zitat von GS-Angie Beitrag anzeigen
    Hallo,
    das ist ja ein sehr schöner Reisebericht, echt klasse!! Von der Dakar kommen aber auch noch ein paar Bilder, ne??!

    Hi Angie,

    auch Dir Danke schön für Deine positive Reaktion. Ich wollte Dir gerade den link zu unseren Dakar-Bildern einstellen, aber ich habe sie wohl auch gelöscht, um genügend Kapazität zum Hochladen zu haben.

    Also versprochen: ein Tag Dakar incl. Atmosphäre drum herum.

    LG

    die elchin

  8. Registriert seit
    09.07.2008
    Beiträge
    5.056

    Standard

    #28
    Na, da freu ich mich doch mal richtig drauf!!

    Wart...wart...wart....wart

  9. Registriert seit
    02.10.2006
    Beiträge
    3.868

    Standard Reisebericht Teil 4

    #29
    Samstag, 24.12.2012

    Ein Missverständnis und die Gewohnheit der Südamerikaner machen uns einen Strich durch die Rechnung mit dem tollen Frühstück. Wir sind zwar um 8:30 h startklar, aber draußen ist alles tot. Als die Putzfrau auftaucht erfahren wir, dass der Laden erst um 10:00 Uhr auf macht. Das ist dann selbst mir zu lange (obwohl ich (der elch) doch nichts mehr hasse, als ohne Frühstück aufbrechen zu müssen). Zum Glück bekommen wir jetzt das Mopped aus seinem sicheren Verschlag.

    Na dann auf, in die nächste Stadt – Chanaral. Etwa 150 km – die Tankrestanzeige meint noch 130 km. Also spritsparend fahren, den Rückenwind ausnutzen; na ja, wir haben es mit dem letzten Tropfen ohne zu schieben geschafft. Aber was für ein Goldgräbernest ist denn Chanaral !! An der Tankstelle gibt es Kaffee, aber nix Desajuno. Jetzt werde ich langsam unleidig. Schnell muss Abhilfe her. In dem Einbahnstraßengewirr findet sich endlich ein Supermercado. Dann fahren wir zum höhergelegenen Kirchplatz und können auf einer Bank abseits des Staubes und Gewimmels Frühstück und Mittag zusammenlegen. Es scheint, wir haben die Zivilisation hinter uns gelassen.

    Lange 420 km durch die Atacama-Wüste bis nach Antofagasta, unserem alternativlosen Tagesziel, liegen noch vor uns. Die Strecke, die Landschaft und das Rasthaus erinnern stark an den Stuart-Highway in DownUnder. Aber auch hier gilt: die Wüste ist absolut abwechslungsreich, und wir haben keine einzige klassische Sanddüne gesehen. In „Agua Verde“, so einem staubigen Resthouse mit Tankstelle und Nescafe, machen wir einen Stopp, bevor wir vom Mopped fallen. Wir liegen hier schon wieder knapp 2000 m über dem Meer, die Temperatur bei 34° im Schatten (den es hier nicht gibt…).

    Antofagasta kommt immer näher und wir erreichen die „Mano del Desierte“, diese Steinskulptur mitten im Nichts. Sie soll die Kulisse für unsere Weihnachtsgrußmail mit Siggi und mir mit Zipfelmützen bilden. Das klappt auch prima. Nur der Wind wird immer heftiger. Dann geht es immer abwärts Antofagasta entgegen. Aber der erste Eindruck: was für eine Enttäuschung ! Ein extrem schmutziger Industriegürtel umzieht die Stadt. Zusammen mit dem Staub hat alles nur eine Farbe: Rostbraun. Zum Wasser hin schlägt das Bild dann wieder um. Alles ultra schick mit Palmen und (Kunst-)Rasen. Irgendwie Monaco like. Unser Hotel ist schnell gefunden, sieht ordentlich aus, obwohl es in einer nicht mehr ganz so schicken Straße am Rande des Zentrums liegt. Innen kommt schon eher die Enttäuschung – und sicherer Parkplatz für das Mopped, wie am Telefon versprochen, gibt es nicht. Dafür ein Parkhaus eine Straße weiter, kostet 8000 Pesos extra. Das Hotel ist so eine Mischung aus Patio und Alcatraz: Rechts und links Zimmer um einen nach oben offenen langen Gang, in den oberen Stockwerken eine Art Balkon vor den Zimmern, von dem aus man in die kleinen Hütten kommt. Zum Glück ist es recht sauber, aber Frühstück gibt es auch nicht.

    Wir machen uns auf, am heutigen Heiligen Abend ein offenes Restaurant zu finden. Wenigstens in dem Punkt stimmt die Aussage unseres Portiers: Im „El Arriero“ scheint man sein Weihnachtsessen einzunehmen. Auch wir werden fürstlich bedient. Auf kleinen Holzkohleöfen wird unser Essen serviert. Für mich liegen da drei Schnitzel, Salat und Pommes. Für Siggi eine entsprechende Menge Fisch mit Beilagen. Nicht zu schaffen ….

    wo kommen nur die schwarzen Kronen her?

    endlos lange gerade Straßen, die später aber in Argentinien noch getoppt werden,

    die Servicestation in the middle of nowhere, "Agua Verde" (keine Ahnung, wo hier grünes Wasser sein soll...)

    die "Mano del Desierto" in der zivilen Fassung



    Erster Weihnachtstag 25.12.

    Wie am Vorabend beschlossen, wollen wir schon heute wieder raus aus Antofagasta. Lieber noch einen Tag in San Pedro de Atacama dranhängen. Frühstück bietet „Alcatraz“ sowieso nicht an, also stehen wir um 9:00 Uhr vor dem Parkhaus, um die Q zu befreien. Aber alles ist verrammelt, die Rolltore sind unten und weit und breit keine Seele zu sehen. Da ist guter Rat teuer. Neben einem der Rolltore befindet sich eine kleine Türklingel. Siggi drückt und in den Hallen hinter der Blechwand schrillt es – mehr passiert aber auch nicht. Unter der Klingel klemmt ein kleiner, handgeschriebener Zettel mit einer Nummer – einer Telefonnummer? Wir haben ein Handy mit chilenischer SIM Karte. Das kommt jetzt zum Einsatz, aber eine Verbindung kommt nicht zu Stande.

    Also zurück zum Hotel. Der Nachtportier spricht etwas Englisch. Wir erklären unser Problem und unsere Versuche. Er erkennt gleich an der Nummer, dass es sich um eine Handynummer handelt. Da war unsere angewandte Erfahrung, dass immer noch die örtliche Vorwahl vorgewählt werden muss, kontraproduktiv. Der Portier übernimmt für uns den Anruf und erhält das Versprechen: In 3 Minuten ist jemand da. Wieder einmal um den Block und tatsächlich: wir kommen fast gleichzeitig mit dem jungen Parkwächter ein. Der Rest ist die übliche Urlaubsroutine: Koffer ans Mopped, zusätzlich mit Gurten sichern, beide Ortlieb - Packtaschen oben drauf und verzurren, den Tankrucksack befestigen, Navi montieren, noch Helm und Handschuhe anziehen. Jetzt aber nix wie wech.

    Was noch fehlt sind Bargeld, Wasser, Sprit und Früühstück… Der Retter in allen Lebenslagen: Pronto bei COPEC. Ist sogar im Navi drin. Also navigieren lassen. Die 500 m Luftlinie lassen sich durch ein geschicktes Einbahnstraßensystem und einen Abbiegefehler zu einer kleinen Stadtrundfahrt erweitern….

    Aus Antofagasta führt die Straße erst mal wieder steil auf das Plateau, das ca. 500 m höher als die Stadt liegt. Südamerikanisch wird dieser Höhenunterschied in Falllinie überwunden. Ist das Plateau erreicht, steigt die Landschaft fast unmerklich über 200 km auf ca. 2500 Meter an. In diesem Gebiet hat der Bergbau Tradition. Erzbahn, Trucks, unglaubliche Erdbewegungen und verlassene Dörfer der Minenarbeiter bestimmen das Bild. Schließlich taucht die Bergarbeiterstadt Calama auf. Wir würden nicht rein fahren, wenn wir nicht auch Sprit bräuchten. Außerdem würden wir uns gern die größte Kupfermine der Welt in Chuquicamata anschauen. Wie überrascht sind wir, als wir eine lebendige, saubere Stadt mit viel Grün vorfinden. Nur die Suche nach einem passenden Cafe gestaltet sich schwierig. Ich parke schließlich auf dem Gehweg am Rande der grünen Plaza Las Armas im Schatten. Gegenüber ist der „Kroatische Club“ und Siggi schafft es, den Kellner zu überzeugen, den Kaffee an die Parkbank zu liefern. So komische Anwandlungen können doch nur europäische Touristen haben...

    Wir fahren zwar dann noch Richtung Chuquicamata, können uns aber aus der Ferne nur einen kleinen Eindruck von der Dimension holen. Die Führungen sind für eine Woche im voraus ausgebucht.

    Von Calama nach San Pedro ist ein Pass mit rund 3400 m zu überwinden. Die Straße ist gut ausgebaut. Kurz vor der Passhöhe begrüßt uns dann die Wüste mit Regen und Sturm und 12° C. Unglaublich.

    In San Pedro ist unsere Unterkunft für die nächsten Tage schnell gefunden. Den Tip haben wir wieder aus dem backpackerhostal – Heft aus Santiago. Die Zimmer und der Patio sind einfach, aber schön im Hostal „MamaTierra“. Wir wollen hier erst mal relaxen und dann ein paar Touren ohne Ballast unternehmen. Am Abend gehen wir zum Essen in eins der vielen schönen Lokale. Wir sind noch nicht lange dort, da fällt der Strom aus – Blitzeinschlag. Der Wirt bittet um Geduld. Statt in der Microwelle wird die Quiche im Ofen zubereitet. Auf die Tische kommen Kerzen. Eigentlich ist der Stromausfall kein Nachteil. Als wir aufbrechen, geht der Strom wieder an.

    Die Q ist gut bewacht Eines der vielen tollen Graffiti-Wandgemälde



    eine verlassene Siedlung für die Salpeterarbeiter an der Strecke nach Calama


    eine so stark frequentierte Minenbahnlinie, dass eine Straßenüberführung gebaut wurde



    wieso sollen wir uns bei dem schönen Wetter innen rein setzen???


    erste Begegenung mit den "Falllinie-Straßen" und mit Regen in der Wüste


    San Pedro de Atacama:
    kein Reiseführer oder Bild hat uns auf das eingestellt, was den Ort tatsächlich ausmacht: einfach eine Oasenstadt mit einer klar umrissenen Grenze zwischen ihrem Grün und der Wüste außenrum. Mit landwirtschaftlichen Flächen mittendrin; ordentlich geplasterten oder geteerten Straßen; Schulen, Spielplätzen und sogar überdachten Sportplätzen. Aber für die in ihrem Radius beschränkten Touris, die es fußlahm gerade vom Bus bis zum nahe gelegenen Hostal schaffen, oder noch schlimmer: vom Airport zum Hotel geshuttelt werden, kann man einen Mythos aufrecht erhalten: eine Wild-West-Stadt mit ungepflasterten Wegen zwischen den weißen Häusern durch. Oder Negativ: besteht nur aus Reiseveranstaltern, Wechselstuben, Restaurants und Hotels. Ja, genau eine Häuserzeile weit um den zentralen Platz herum. Und das sind die Touris selber schuld !!
    (Eindeutig Einschub der elchin)


    Der nächste Tag wird zum motorradfreien Tag erklärt. Wir schlafen aus, machen selber Frühstück, die Zutaten kommen aus dem kleinen Supermercado nebenan. Von hier kommt auch immer Mathilda zu Besuch – die Krämerkatze. In der nächsten Nacht lag sie plötzlich zwischen uns, und nach dem zweiten Rauswurf haben wir das Schiebefenster fest verriegelt. Mathilde weiß nämlich, wie man sonst Fenster öffnet….
    Als wir am Nachmittag zum Kaffee an der Plaza sitzen, kommen zwei Motorradfahrer mit zwei F 650. Einer hat ein rotes Laneyard um – Motoaventura. Es sind Klaus und Claus, Vater und Sohn aus Bochum. Die beiden sind auch auf großer Rundtour und wir haben viel zu erzählen.

    nicht der klassische Ausblick auf den Licancabur, den Hausberg von SP


    und nicht das klassische Bild von der Kirche durch den Eingangsbogen hindurch: man muss tagelang durch die menschenleere Weite Chiles gefahren sein, die wenigen Häuser und kleinsten Kapellen gesehen haben, um die Größe dieser Kirche zu verstehen...


    Viel Spaß weiterhin: morgen kommen die meiner Meinung nach besten Bilder, vom Altiplano.

    die elchin

  10. Registriert seit
    28.09.2009
    Beiträge
    9.459

    Standard ERST MAL

    #30
    Danke Euch!!!
    sehr gelungener bericht einer offensichtlich
    sehr gelungenen reise!!! allerdings habe ich
    nach tag 1 erst mal aufgehört zu lesen. mor-
    gen lese ich begeistert weiter!!! bestimmt!

    ralf


 
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. DAKAR Peru-Argentinien-Chile 2012-2013
    Von GS-Gaucho im Forum Reise
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 30.05.2012, 17:12
  2. Argentinien 2012
    Von elch im Forum Touren- & Reiseberichte
    Antworten: 43
    Letzter Beitrag: 15.02.2012, 21:35
  3. Aufkleber 2011 Paris -Dakar Argentina- chile
    Von Yellow Duck im Forum Biete (privat) ...
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 03.07.2011, 23:05
  4. Argentinien / Chile
    Von Boxer Wolle im Forum Reise
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 14.06.2011, 13:13
  5. Motorradmiete in Argentinien/Chile?
    Von Marc im Forum Reise
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 07.03.2011, 21:33