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Die Entdeckung der Langsamkeit - Hardcore Version

Erstellt von on2wheels, 29.08.2014, 21:17 Uhr · 20 Antworten · 5.831 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #11
    Danke, das du den Bericht nochmal nach vorne geholt hast!
    Sehr , sehr lesenswert und fast wie bei einem guten Buch oder Film - man möchte das es weitergeht

    Übrigens-dein Reisebericht - Titel ist auch der Titel des Buchs von Sten Nadolny...ein wirklich lesenswertes Buch...

    cu
    Stefan

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    #12
    Zitat Zitat von mr.blues Beitrag anzeigen
    Danke, das du den Bericht nochmal nach vorne geholt hast!
    Sehr , sehr lesenswert und fast wie bei einem guten Buch oder Film - man möchte das es weitergeht

    Übrigens-dein Reisebericht - Titel ist auch der Titel des Buchs von Sten Nadolny...ein wirklich lesenswertes Buch...

    cu
    Stefan
    Danke Stefan (und allen anderen natürlich auch),

    und ja, der Titel war mir zwar bekannt und ist "geklaut".

    Das dazugehörige Buch kenne ich nicht, aber ich und Bücher...........nach "Der Herr der Ringe" hörte es da irgendwie auf
    (Kulturbanause, ich weiß....)

    Ciao
    Alex

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    #13
    Es gibt ein Buch, das schaffst auch Du:

    "111 Gründe Motorrad zu fahren", von Martin Klein
    Kleines Taschenbuch mit 111 kurzen Geschichten, liest sich ähnlich wie Deine Geschichten.
    Absolute Pflichtlektüre, nur 221 Seiten, hat mir mein Sohn zu Weihnachten geschenkt, habs mittlerweile schon dreimal gelesen und entdecke immer wieder Neues!

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    #14
    Badalona

    Was faselt der Typ da dauernd? Badalona? Hä? Was ist das denn, ich dachte es geht um Barcelona?


    Correctamundo, es geht natürlich um Barcelona, dazu später mehr.

    Ich hole etwas aus:

    Meine "bessere Hälfte", sie trägt übrigens den Namen eines schwäbischen Automobilherstellers (..mit dem Stern), ist gebürtig in Barcelona und hat dort die Kindheit verbracht, bevor sie , im zarten Alter von 12 Jahren, mit ihren Eltern nach good old Germany kam.

    Nebenbei bemerkt ist sie die beste Sozia von allen (auf der Reiseenduro zumindest, von meiner geliebten TU 125 will sie nix wissen )

    Da bekommt man im Verlauf vieler gemeinsamer Jahre und zahlloser Besuche dort unten natürlich ganz andere Einblicke in die Lebensweise der Spanier wie nach einer
    "TUI-Kurzreise Barcelona in 3 Tagen"

    Solltet ihr also mal vorhaben, Barcelona auf welche Art auch immer zu besuchen, kann ich nur folgende Empfehlung abgeben:

    Nachdem ihr das "Barcelona Pflicht-Programm" (Sagrada Familia, Parl Güell, Gaudi, Montserrat, Ramblas etc, ich möchte nicht näher darauf eingehen) erledigt habt,
    solltet ihr zumindest mal einen halben Tag für Badalona einplanen.

    Badalona ist eine eigenständige Kommune nördlich von Barcelona mit ca. 200.000 Einwohnern.

    Badalona ist von Barcelona , vom Placa Catalunya aus, in ca. 25 Minuten mit der Bahn Richtung Mataro (RENFE, nicht U-Bahn!) erreichbar.

    Die fährt ständig bis in die Nacht hinein, Ticket kostet sage und schreibe zwei Euro!

    Der große Unterschied zwischen Barcelona und Badalona:

    - Barcelona hat die bessere Fußballmannschaft...

    - In Badalona gibt es keine kaum Touristen

    Will sagen, wenn ihr unverfälschtes, spanisches - Vorsicht, ich korrigiere - katalanisches Leben in Reinkultur sehen wollt, fahrt nach Badalona.

    Es gibt dort weder in weiße Adidas-Anzüge gehüllte Russen, noch halb bleiche, halb rot-verbrannte Gruppen von angetütelten britische Studentinnen, ebensowenig indisch oder pakistanisch geführte "Strassenlokale", deren Kellner einem bei Bestellung einer kleinen Fanta ohne Worte einen halben Liter warme, abgestandene, undefinierbare pissgelbe Brühe für 8 Euro auf den ungeputzten Plastiktisch stellen

    Und auch keine weiße Socken in Sandalen tragende Teutonen, es sei denn, ich bin grad da und ihr lauft mir zufällig über den Weg

    Badesachen nicht vergessen, in Badalona gibt es gleich hinter dem Bahnhof rechter Hand einen endlosen Sandstrand, der zum Sonnenbaden und zu einer Abkühlung im Meer einlädt. Alles kostenlos und sauber, wie übrigens die ganze Stadt auch ununterbrochen saubergemacht wird (mir ist schon klar, warum die pleite sind.... )
    Süsswasserduschen zum späteren Abspülen des Salzwassers sind vorhanden.


    Parallel zum Strand verläuft die palmengesäumte Strandpromenade (die Palmen haben wohl leider eine Art Krankheit und werden nach und nach gefällt ),
    die tagsüber zwar eher wenig belebt ist, ab Einbruch der Dunkelheit aber in vollem Glanze mit Restaurants, Tapas Bars etc. erstrahlt.


    Am Bahnhof links um 90° zur Strandpromenade abgehend die Ramblas, die Haupteinkaufsstrasse mit alle ihren Seitengässchen.
    Das Schöne dabei ist, daß sich hier zu großen Teil noch lokale, teils sehr alte Einzelhandelsgeschäfte befinden.


    Alles etwas teurer und edler, viele Katalanen gehören zum vergleichsweise gehobenen Bürgertum, entsprechend sind teilweise die Preise.
    Doch leider macht auch hier die Globalisierung nicht halt, McDonalds, H&M und Vodafone machen sich neben den einheimischen Geschäften mehr und mehr breit...

    Falls jemand, so wie ich, auf leckere Backwaren und Süßes steht, ist ein Besuch beim Bäcker Bertran quasi Pflicht.


    Nichts gegen unsere deutsche Bäckereien, aber was da so serviert wird, ist für uns schon immer die halbe Anreise wert.
    Der Cappu hat zwar nicht ganz italienisches Niveau, die "Chuchos con Crema" (eine Art Berliner mit Vanillecreme, links im Bild) oder die "Ensaimadas"
    (eine Art Schneckennudel mit ganz lockerem, fluffigem Teig und viel Puderzucker, rechts oben) sind aber wirlich grandios.
    2 Kilo Zunahme in ein paar Tagen garantiert!
    In der hinteren Tasse bedindet sich übrigens nicht Nutella, sondern heiße Trinkschockolade. Die Konsistenz beider Produkte ist gleich


    Zum Schluß noch ein Bild einer seltsamen Wolkenformation beim damaligen Besuch, so habe ich das noch nie gesehen, wirkt in echt viel stärker als auf dem Bild!


    Fortsetzung folgt ....

    Ciao
    Alex

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    #15
    Mammatus-Wolken, die möchte ich gerne mal live sehen können!

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    #16
    Hallo on 2 wheels

    Dieser Bericht spricht mir aus dem Herzen. Da werden Erinnerungen wach.

    In der Schweiz wars bis vor einigen Jahren Pflicht, dass man mit 18J. zuerst zwei Jahre mit 125ccm absitzen musste. Erst nach diesen zwei Jahren durfte man euf eine "grosse" Maschine umsteigen.

    Also haben wir mit 125 Kubik Europa unsicher gemacht. War nach 4 Jahren Puch Mopped und theoretischen 30 km/h ja auch ein Quantensprung.
    Ich war mit meinen Kumpels in Hamburg, auf dem Grossglockner, auf dem Stilfserjoch, in der Normandie und an der Cote DAzur.
    Mit 12 PS, Zelt, Schlafsack und chronisch klamm. Bei 500 Fr. Lehrlingslohn und Kinderzimmer bei den Eltern auich kein Wunder.

    Es war die schönste Zeit unserer jungen Motorradfahrerkarriere.

    Heute mit der 1200er GS und EC Karte ist es auch schön. Aber halt anders.



    Grüessli

    Thomas

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    #17
    Ganz besonders freut es mich, dass meine beiden Jungs (14 & 15J ) nun auch mit Ihren Mopeds, einer Puch Condor 2 Gang und einer Sachs Herkules mit 49 ccm, Handschaltung und 1 Ps. vom Bodensee ins Tessin unterwegs sind, um ihre Grosseltern im Wohnwagen zu besuchen.

    Wir haben also in der Kindererziehung alles Richtig gemacht.

    Es gibt also noch richtigen Kradler Nachwuchs.

    Grüsse von einem stolzen Papa.sachs-hercules-623-ch-luxe.jpg

    GS- Töffler

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    #18
    Zitat Zitat von GS-Toeffler Beitrag anzeigen
    Wir haben also in der Kindererziehung alles Richtig gemacht.
    Absolut, Toeffler. Absolut


    Teil 5: Von Badalona nach Carcasonne, die Pyrenäen

    Es geht wieder los, nachdem die Suzi ein paar Tage in der Hotelgarage ausruhen konnte (und es dem Alten währenddessen auch nicht schlecht ging ) ist es wieder an der Zeit für ein paar Tage "on the road".

    Ein Druck aufs Knöpfchen, ohne zu Zögern saust das Kölbchen wieder seine Bahn rauf und runter. Es werden noch viele Millionen Bahnen vergehen, bis wir wieder Zuhause einlaufen.


    Es ist schon morgens einfach nur heiß. Da ich dann schnell schwitze, fahre ich seit Jahren nur mit dem auf dem Bild zu sehenden "Mesh" - Sommeranzug gen Süden.

    Sicher, im Falle eines Falles gegen Leder keine Chance, jedoch zumindest mit Protektoren an den wichtigsten Stellen eine Art Grundsicherung.

    Doch es gibt auch eine aktive Sicherheit,die m.E. nicht zu unterschätzen ist!
    In Leder oder dem normalen Textil läuft mir die Brühe nur so runter. Ich werde genervt und ungeduldig, besonders wenn es in der Stadt nicht vorwärts geht.

    Sobald man mit dem Meshdingens am Körper die Geschwindiglkeit von Usain Bolt bei der Ausübung seines Berufes erreicht hat, weht einem schon eine stets erfrischende Brise durch den ganzen Körper.

    Nix anderes mehr pour moi.

    Auf den Pässen oder bei kühlem Wind muß halt ein Pulli drunter oder zur Not die Regenjacke drüber.

    Nur raus aus der Stadt, auf der Schnellstrasse Richtung Sabadell, Terassa, Manresa. Dahinter nimmt der Verkehr merklich ab, mit den Abbiegen auf die kleinen Strässchen ist er dann ganz vorbei


    Ich hab nix für dich




    Allein so ein Blick ist doch die Reise schon wert


    Am Coll de Port, 1600m






    So führt mich der Weg bei strahlendem Sonnenschein immer weiter Richtung Andorra. Die Holde braucht Kippen

    Kaum dort angekommen, übrigens konnte mir keiner sagen, wieviel der Lungenbrötchen ich denn legalerweise mitnehmen darf (ich habe halt mal 4 Stangen mitgenommen) beginnt es auch schon zu tröpfeln

    Ansonsten möchte ich nur durch und weiter, Andorra gefällt mir nicht. Obwohl ich es natürlich zu wenig kenne, vielleicht gibt es da auch schöne Ecken.

    Oberhalb von Andorra


    Die Grande Nation hat mich wieder, und das Wetter bessert sich mit sinkender Höhe ebenfalls.

    Durch phantastische Landschaft immer auf möglichst kleinen Strässchen geht es über Ax-les-Thermes, Quillan und Limoux bis Carcasonne.

    Tolle Tour, der Hintern macht erstaunlicherweise keine Probleme. Trotzdem war das wieder eine ganz schön lange Etappe, mit 10 PS!




    Dann das Übliche, durch die Stadt und auf dem Place noch eine Pizza und ein "Viertele" (oder zwei )


    Fortsetzung folgt.

    Ciao
    Alex

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    #19
    *BUMP*

    Jetzedle, Weihnachten, wieder etwas Muße.

    Bin ja noch nicht zuhause, kann man so natürlich nicht stehen lassen

    Teil 6: von Carcassonne nach Clermont-Ferrand - Massif Central

    Raus aus den Federn, das Standardfrühstück bestehend aus Baguette, Marmelade und zwei Tassen Kaffee reingezogen, Gepäck aufgeschnallt.

    Attacko, bin eher zu spät dran, Nachteulen wollen morgens ausschlafen

    Wie immer das teuerste Hotel der Stadt gewählt


    Das Wetter hat sich in Richtung Sommer eingegrooved, die TU schnurrt wie immer brav vor sich hin.

    Die Landschaft wird etwas flacher, ist aber immer noch leicht hügelig, und die wunderbaren Alleen, die mich auf der ganzen Heimfahrt begleiten, kommen nun immer häufiger vor.


    Oberhalb der Stadt Mazamet


    Ab ins Tal der Tarn


    Grüner geht wirklich nimmer





    Auf dem weiteren Weg komme ich an einer wohl vor Millionen Jahren entstandenen, geologischen Besonderheit vorbei
    (wenn ich das Schild recht entziffert habe, ich tendierte beim Schulfranzösisch zwischen "ausreichend" und "mangelhaft" ),
    dem Chaos de Boules


    Weiter durch wieder bergigere Landschaft geht´s Richtung Col du Pas de Peyrol, dem höchsten Strassenpass des Massif Central.

    Piano fahren ist angesagt (auch mit richtigem Motorrad ), hier haben klar die Rennradler das Sagen.
    Bin ja selber einer, von daher kommt trotz der oftmals zum ungünstigen Zeitpunkt auftauchenden Grüppchen doch ein gewisses Verständnis auf.


    Anstieg zum Peyrol


    Eigentlich wollte ich noch weiter bis Clermont-Ferrand, bin aber circa 50 km südlich davon recht geschafft und niste mich spontan an einem an der Straße zufällig
    auftauchendem Hotel mit Pizzeria daneben ein.

    Ganz schön groß, das Frankreich.

    Ciao
    Alex

    Fortsetzung folgt

  10. Registriert seit
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    #20
    Hallo Alex,
    schöner Tourenbericht, zieht sich nu ein wenig über die Jahre
    ja ja, ich weiß, die Langsamkeit setzt sich quasi beim Bericht fort.
    Aber nun ist Eile geboten, damit du noch fertig wirst, bevor hier die Lichter ausgehen.

    Gruß Thomas


 
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