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Kroatien 2016 - Unsere letzte große Reise in den Balkan?

Erstellt von Intermezzo, 03.07.2016, 15:51 Uhr · 17 Antworten · 3.122 Aufrufe

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    Standard Kroatien 2016 - Unsere letzte große Reise in den Balkan?

    #1
    Zur Idee:
    Wir, meine Lebengefährtin und Begleiterin Ina und ich, beide stramm auf die 60 zugehend, hatten beschlossen nochmal eine große Tour mit Hauptziel Kroatien zu unternehmen. Erstmalig waren wir 2006 in Kroatien, haben Istrien umrundet bzw. auch durchquert, sind über die Inseln rüber ans Festland bis Höhe Karlobag gefahren, um dann über die Plitvicer Seen und das kroatische Hinterland Kroatien wieder zu verlassen. Um weiter Richtung Süden zu fahren hat uns nach 13 Tagen einfach die Zeit und letztendlich auch die Lust gefehlt. Außerdem hatten wir damals die absolut falschen Moppeds, um auch mal ins Velebit reinzufahren. Hier hatte uns Tage zuvor die damals noch in großen Teilen geschotterte Grenzkammstraße gereicht. Nachdem das mit den Moppeds seit 2007 geklärt ist, stand der Plan fest diesen ursprünglichen Wunsch demnächst nachzuholen. Aber wie es halt so ist, es gab und gibt auch noch viele andere Ecken die wir sehen wollten und denen wir dann auch den Vorzug gegeben haben.

    2016 sollte es jedoch sein. Die Frage war halt wie hin und wo fahren. Nur Magistrale war uns zuwenig. Auf eigener Achse hin und zurück war uns zuviel. Also beschloß nach langen Überlegen mit der Fähre von Ancona nach Igoumenitsa zu fahren und über Nordgriechenland und die asphaltierten Teile Albaniens, Mazedonien und Montenegro unser Ziel Kroatien anzusteuern. Albanien kannte ich von einer Schottertour aus 2011, sowas sollte es diesmal allerdings nicht sein. Mit Rücksicht auf meine Begleiterin hatte ich Asphaltstraßen gesucht. Wie der Begriff Asphaltsraße in Albanien zu deuten ist, zeigte sich allerdings relativ schnell nach Übnerschreiten der Griechisch-Albanischen Grenze bei Konitsa.

    Das Dream-Team: (links der Verfasser des Berichts)


    Griechisches Steuersparmodell:


    Osmanische Brücke bei Konitsa



    Die Anreise:
    Um nach Igoumenitsa zu kommen hatten wir die Fähre von Ancona aus abgehend gebucht. Anweichend zur sonstigen Praxis diesmal bei den Minoan-Lines, da die bei gleicher Abfahrtszeit und etwas späterem Ankommen um ca. 30 % günstiger waren als die Annek-Lines. Ein Fehler wie sich im Nachhinein herausstellte. Die Fähre fuhr mit deutlicher Verspätung in Ancona ab (Plan 16:30 Uhr, tatsächlich: 20:00 Uhr) und kam mit deutlicher Verspätung (ca. 3 h) in Igoumenitsa an. Das Erreichen unseres anvisierten Tagesziels Pogradec am Ohrid-See war fraglich.

    Der erste Tag führte uns mit knapp 600 km von Darmstadt aus über das Allgäu, Kochel- und Walchensee sowie das Isartal und Achensee bis nach Oberau in der Wildschönau. Ab dem Allgäu -oder war das noch Oberschwaben- hatten wir durchgehend mäßig starken Dauerregen. Die (Regen)Kleidung war komplett durchnässt, inkl. vollgelaufenem rechten Motorradschuh, bei dem der Regen ungehindert über den Schaft hereinlief (das Hosenbein war hochgerutscht). Unsere Stimmung war auf dem absoluten Tiefpunkt, zumal wir nicht wußten wie sich die nächsten Tage entwickeln würden. Regen war für die gesamte Region gemeldet.






    Entgegen unseren Befürchtungen hatte es zum kommenden Morgen aufgehört zu regnen. Die durch die Wolken vereinzelt durchblinzelnden Sonnenstrahlen weckten bei uns die Hoffnung, daß es vielleicht doch noch was werden könnte.

    Am nächsten Morgen:


    Die weitere Anreise nach Ancona erfolgte in 1 1/2 Tagen Über Kreuzbergsattel, Südtirol und Friaul/Venetien. Ab Belluno wurde die Strecke und auch die Landschaft uninteressant, weshalb wir auf die Autobahn auswichen und mit Zwischenübernachtung bei Porto Levante am 11.06.2016 im Fährhafen in Ancona ankamen.

    Abends im Hotel Nähe Porto Levante:





    Die Überfahrt von Ancona nach Igoumenista war unspektakulär. Bleibt zu erwähnen, daß die Preise im Selbstbedienungsrestaurant auf der Fähre unverschämt hoch sind. Sich selbst zu versorgen wäre, auch was die Qualität des Essens anbelangt die bessere Wahl gewesen. Das nächste mal wissen wird das. dafür war die Zweibettkabine ein Traum, wenn auch nicht ganz billig. Aber man gönnt sich ja sonst nix.

    Unser Schiff:


    Unser Sonnenuntergang:


    Unser Kapitano: (Schiff fuhr unter der Flagge von Palermo)

    Ein Schelm der Böses dabei denkt.

    Der Spaß beginnt:
    Egal, gut ausgeruht sind wir in Igoumenitsa angekommen. Über kleine gebirgige und gut zu befahrene Nebenstraßen ging es in Richtung Nordosten zum Grenzübergang bei Konitsa, von wo aus wir am selben Tag noch über die asphaltierte SH75 nach Pogradec fahren wollten. Die Straße, die sich in den Karten als wichtige Verbindungsstraße darstellt, ist teilweise sehr eng, kurvig, führt über Höhen und Täler und die Qualität des Straßenbelags reicht von "rudimentär vorhanden" bis "wir sind dran es zu verbessern". Da ich Albanien bereits kannte, war mir der Unterschied zwischen Schein und Wirklichkeit schon klar. Es auf einer vermeintlich wichtigen Verbindungsstraße so zu erleben allerdings nicht.

    Nordgriechenland:




    Albanien, Asphaltstraße SH65 vor Leskovik:






    Trocknen nach Geldwäsche im Allgäu:


    Mit Zwischenübernachtung in Korce (aufgrund der vorangeschrittenen Zeit und des wieder zusehend schlechter werdenden Wetters) und einer ca. 10 km langen ungewollten und mit Schlaglöchern übersähten Schottereinlage eines Straßenneubaus, erreichten wir gegen Mittag Pogradec, wo wir im Hotel 1. Mai den restlichen Tag bei schönem Wetter zum Entspannen verbrachten. Außerdem nutzte ich die Zeit meine Reifenpanne notdürftig zu beheben. Mindestens ein Nagel/Schraube ist bei solchen Reisen immer drin, weshalb ich auch immer das passende Werkzeug/Material zur Reparatur dabei habe (siehe auch Beitrag Sinnvolles Werkzeug hier im Forum).

    Am Morgen in Korce: esd regnete mal wieder kräftig


    Am Mittag in Pogradec: 40 km entfernt

    So:


    und zwei Stunden später so:


    und die übliche Spax-Schraube im Hinterradreifen:



    Der Reifen war mit den Louis-Würsten schnell repariert, zumindest so um erst einmal ein Stück weiter zu kommen. Etwas Luft hatte der Reifen allerdings über Nacht verloren. Aber egal, ich kannte ja eine gute Werkstatt in Albanien, an der wir aufgrund unserer geänderten Reiseplanung auch vorbeikommen würden.

    Am nächsten Morgen, es regnete mal wieder stark, war erst einmal Krisensitzung angesagt. Der ursprüngliche Plan über das Drin-Tal und Kukes zur Fähre am Koman-Stausee zu fahren wurde aufgrund der unsicheren Wetterlage und der bei Regen sicherlich schwierig zu befahrenen Strecke SH25 ab Koman verworfen. Stattdessen ging es über die SH36 nach Bulquize (dort hatte ich meinen Reifen von innen vulkanisieren lassen. Die Werkstatt kannte ich von meiner letzten Schottertour 2011 noch (der Besitzer kannte mich interessanterweise auch noch) und ab Burrel über die SH6 am Shkopet-See entlang ging es zur Küste und von dort weiter nach Shkoder, wo wir im Hotel Blini den letzten Abend und die letzte Nacht in Albanien verbrachten.

    Mein empfohlener Reifenpartner in Bulquize (Albanien):

    Der gute Mann hatte in England gearbeitet und versteht, soweit ich das verstehe, sein Handwerk.

    Selbstaus- und -einbau des Hinterrads inkl. fachmännischer Begutachtung der Umstehenden


    Nutzen der Zeit zum Chatten:



    Unterwegs:




    Hotel Blini in Shkoder:


    Shoder-See:



    Stahl-/Holzbrücke: (Fußgänger und Radfahrer frei)


    Für die Strecke von Pogradec zur SH6/SH36 hatten wir des Asphalts wegen den Weg über Mazedonien gewählt. Als Alternative gibt es eine wunderschöne ca. 40 km lange Direktverbindung hoch nach Peshkopie, die (Stand 2011) aber durchweg geschottert ist bzw. war. Wenn ich das unterwegs richtig gesehen habe, ist die zumindest nun teilweise asphaltiert.

    Montenegro, Shkoder-See und Bucht von Kotor:
    Morgens, es war mal wieder stark bewölkt aber trocken, fuhren wir über die Grenze nach Montenegro an den Shkoder-See, um dort am Berg entlang Zwischenstopp in Virparzar zu machen.

    Shkoder-See auf der Seite Montenegros:

    Anfahrt: Abkürzung auf sehr schmaler und teilweise steiler Strecke (in Schotter wäre die was für Könner)


    immer noch Anfahrt:


    und überm Berg am See:


    Ein vermutlich häufiges Motiv



    In Virparzar: (Frühstücken)



    Von Virparzar ging es ebenfalls wieder auf einer kleinen, schmalen und kurrvigen Nebenstraße, an Cetinje vorbei, zur Serpentinenabfahrt in die Bucht von Kotor. Weiter durch Kotor und um die ganze Bucht herum bis kurz vor Herzeg Novi, wo wir in einem kleinen Ort eine einfache aber saubere und kostengünstige Privatunterkunft gefunden haben. Den Abend verbrachten wir in einer Pizzeria mit direktem Blick auf die Bucht sowie die vorbeifahrenden Schiffe. U. a. ein Kreuzfahrtschiff der TUI, das wir später in Dubrovnik wieder sahen.

    Der Weg nach Cetinje:


    Das war nicht die einzige die wir sahen





    Und in die Bucht von Kotor:










    Am Abend vor Herzeg Novi




    Rentner unterwegs: machen wir dann auch


    Unsere Unterkunft: einfach aber sauber und preiswert



    Bis hierher waren wir nun 6 Tage unterwegs. Das Wetter war am Anfang schlecht, ansonsten wechselhaft mit gelegentlichen Schauern. Der Abend in Montenegro war einfach traumhaft. Die Betten und Matrazen scheußlich, dennoch war dies wohl die Nacht unserer Reise, in der wir am besten geschlafen hatten.

    Morgen geht es nun endlich nach Kroatien.

    Fortsetzung folgt.

    Gruß Tom

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    Standard Kroatien - Von Montenegro bis Jesenice (kurz vor Split)

    #2
    Gut ausgeschlafen ging es morgens los. Zur Kroatischen Grenze waren es ca. 15 km.

    Die nun folgende Strecke, abseits der Küste, war recht langweilig. Hier gibt es auch wenig zu berichten.
    Interessanter wurde es erst wieder ab etwa Podgradina, wo wir durch das Flußdelta des Neretva fuhren, das mit Kanälen durchzogen ist. Hinter Bacina näherte sich die Straße der Küste und man konnte das tiefblaue Meer sehen. Da war sie nun, die Magistrale. Zumindest die, die alle meine wenn sie von der 8 sprechen.



    Und die Blicke auf das Meer:


    An Dubrovnik vorbei, zur Städtebesichtigung fehlte uns einfach die Lust, außerdem war es relativ warm wenn auch nicht heiß.





    Ursprünglich hatte ich vor auf die Halbinsel Peljesak zu fahren und dort an einem Ort für zwei Tage zu bleiben. Da wir regenbedingt eh schon einen Tag hinter dem Plan lagen, es zudem noch relativ früh am Tag war, beschloß ich die Fahrt in Richtung Norden weiter fort zu setzen.

    Ab Podgora verließen wir die Küstenstraße in Richtung Landesinnere. Die Fahrt auf den Sveti Jure, wir kamen am Abzweig dorthin vorbei, schenkten wir uns, auch wenn viele jetzt sagen mögen, daß wir das unbedingt hätte machen sollen. Der Zeitaufwand für die Stichstraße war mir einfach zu hoch. Wäre es ein Paß gewesen, hätten wir den in jedem Fall mitgenommen. Gut, die Aussicht konnten wir demzufolge nicht genießen, dennoch waren die folgenden Strecken die wir fuhren auch nicht von der Hand zu weisen.

    Auf der D62 fuhren wir für ca. 40 km in einem relativ breiten Hochtal in etwa parall zur Autobahn. Im Gegensatz zur Magistrale, die verkehrsmäßig teilweise schon nervig sein kann, fuhren wir dort praktisch für uns alleine. Außerdem bestand nur geringe Gefahr von Blitzern erwischt zu werden (ein uns überholender und auf Überholverbote wenig achtender Italiener hatte es tatsächlich erwischt). Außerdem war es im Landesinneren etwas kühler als an der Küste.

    In Richtung der D62




    In Sestanuvac gings Richtung Westen. Ziel war das Tal der Cetina mit der dortigen Schlucht, wo wir beim Städtchen Omis wieder die Küste erreichten.

    Links unten das Flüsschen Cetina mit Straße und Schlucht




    Omis


    Weiter ging es auf der Küstenstraße Richtung Norden. Eine Unterkunft für die Nacht zu suchen war angesagt. In Jesenice wurde ich mit dem Hotel Krilo fündig. Mit 74 Euro für das Zimmer war das für kroatische Verhältnisse sicherlich kein Schnäppchen aber bezahlbar. Außerdem direkt an einem kleinen Hafen gelegen, mit Platz für die Moppeds direkt am Kai und in in Sichtweite sowie mit Essen und Trinken auf der Außenterasse am Hafen. Den Abend verbrachten wir draußen bei Essen und Trinken.

    Den Tag über war es sehr stürmisch geworden. Bei unserer Fahrt im Hinterland hatten wir das gar nicht mitbekommen. Der Yugo, wie man uns erläuterte. Ein starker Wind vom Meer.









    Fortsetzung folgt

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    Standard

    #3
    Klugscheisser Modus On

    Nasse Stiefel auf den Schaft stellen. . .

    Off

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    Standard

    #4
    Zitat Zitat von Intermezzo Beitrag anzeigen
    ....beide stramm auf die 60 zugehend, hatten beschlossen nochmal eine große Tour mit Hauptziel Kroatien zu unternehmen.
    Hallo Tom, wünsche Euch noch viele gemeinsame Touren und danke für die Bilder und den Bericht!!

  5. Registriert seit
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    Standard Kroatien - Jecenice bis Sveti Filip

    #5
    Die Fahrt in den Krka-Nationalpark:
    Die folgenden ca. 100 km führten uns auf der Küstenstraße entlang bis hinter Sibenik, wo wir in den Naturpark Krka abbogen. Ziel waren die Krka-Wasserfälle, besser gesagt einer davon. Während der Reisevorbereitungen hatte ich mir die Örtlichkeiten in Streeview und in den Sattelittenbildern angeschaut und auch eine Strecke gefunden, wo wir auf eigener Achse bis dicht an einen der Wasserfälle herankommen würden. Leider hatte ich die Rechnung nicht ohne den Wirt bzw. ohne die örtlichen gegebenen Besonderheiten gemacht. Das Problem war, daß die zum Wasserfall führende Straße mit einer Schranke versehen und für den öffentlichen Verkehr gesperrt war.

    Also fuhren wir weiter zum nächsten Ort Skradin, das kroatische Rüdesheim im Krka-Nationalpark, wo wir unsere Mittagsrast machten. Außerdem konnte ich dort für meinen Enkelsohn ein Trikot in den Nationalfarben der kroatischen Fußballmannschaft kaufen. Mit Sicherheit zu einem überteuerten Preis. Egal, mein Enkel hat sich gefreut und ist seitdem Fan der kroatischen Nationalmannschaft.

    Irgendwo zwischen Split und Sibenik zum Kaffeetrinken




    Krka Nationalpark






    Anmerkung zur Teise und Fußball EM:
    Überall wo wir übernachtet hatten konnten wir die Spiele auf großen Flachbildschirmen miterleben. In Kroatien sogar fast live, was das Spiel der kroatischen Manschaft anbelangt.



    Kleine Schotterübungen für den nächsten Tag:
    Ziel eingeben, kürzeste Strecke, eigene Präferenz (kleine Straßen bevorzugen) und unbefestigste Straßen erlauben. Dabei kommt dann beispielsweise sowas raus:



    Als Radweg ausgewiesen aber durchaus auch für Motorräder zulässig.



    Wenn auch ungewollt (wenn allerdings auch nicht ganz unerwartet), konnte hier meine Beste mal etwas üben. Das mußte sie auch, ging es doch am nächsten Tag über den geschotterten Sveti Rock. Dazu aber später.



    Nach diesen (leichten) Schottereinlagen ging es dann wieder auf Asphalt zurück zur Küste.

    In Sveti Filip fanden wir eine Privatunterkunft.








    Fortsetzung folgt

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    Standard

    #6
    Zitat Zitat von der niederrheiner Beitrag anzeigen
    Klugscheisser Modus On

    Nasse Stiefel auf den Schaft stellen. . .

    Off
    Ich hatte abends ne halbe Rolle Klopapier reingeschafft. Morgens war der Schuh innen nur noch feucht. In Griechenland war er dann trocken.

    Besser wäre gewesen im Regen anzuhalten, die Hose über den Stiefel zu ziehen und weiter zu fahren. Der linke Schuh war trocken, nur der rechte naß. Quaaatsch, so machte das beim Laufen. Scheiß Gefühl und scheiß Regen. Vor allen Dingen weil ich kleine bis kleinste Sträßchen im Allgäu gefahren bin ohne es genießen zu können und ohne auch nur ein Bild gemacht zu haben. Meine Erinnerungen sind nur im Kopf und ziemlich naß.

    Aber danach war alles wieder gut.

    Gruß Tom

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    Standard Kroatien - Sveti Rock und Velebit

    #7
    Heute sollte der Tag Bewährung sein sein. Mal sehen wie gut Ina mit dem Sveti Rock klar kommt. Als ich den Paß erstmalig in 2012 gefahren bin war er relativ leicht zu fahren. Es lag zwar einiges an Schotter auf der Strecke aber ohne Auswaschungen oder sonstige Schwierigkeiten. Und im Vergleich zu albanischen Schotterverhältnissen eher als leicht zu bezeichnen.

    Also Sitz tiefste Einstellung und Hinweis die Kehren ggf. im Sitzen und mit Füße unten zu fahren.

    Aber zunächst geht es wieder auf die Küstenstraße, die kennen wir ja schon. Vor Zadar geht es rechts ab in Richtung Benkovac und Obrovac. In Obrovac, den Weg finde ich auch ohne Navi, geht es hoch zur 54, die wir in Richtung Sveti Rock überqueren.

    Über die Berge müssen wir drüber




    Zunächst ist die Straße asphaltiert und leicht zu fahren. Das ändert sich allerdings mit zunehmender Höhe. Insbesondere für Ungeübte ist der Paß nicht einfach zu fahren. Der Schotter liegt gehäuft in den Kehren und es gibt jede Menge tiefe Längs- und Querrillen. Das ist wohl eine Folge der auch in Kroatien stattgefundenen starken Regenfälle und der auch in Kroatien zunehmenden Zahl der Quad-Liebhaber. Als ich den Paß hochfahre und mein Motorrad durch die Schotterhaufen und Rillen bewege, kommen Zweifel auf, ob die Idee so gut war. Eigentlich wollte ich keinen Schotter fahren. Der Abstand zu meiner Freundin wird immer größer bis ich sie irgendwann ganz aus den Augen verloren habe. Ich bleibe stehen und sehe mich schon wie ich wechselweise ihr und mein Motorrad hochfahre. Kein Motorgeräusch, Sturz? Ich will umdrehen, da kommt sie. Weiter geht's.













    Für Ina war das, nach eigenen Aussagen, definitiv grenzwertig.

    Es folgt eine ca. 8 km lange Abfahrt nach Sveti Rock. Die Straße ist zwar ebenfalls geschottert aber leicht zu fahren. Das macht sie nun wiederum ganz locker mit.

    Die Straße ab Sveti Rock nach Gospic ist asphaltiert und gut ausgebaut. Und mit nur wenigen Tempolimits. Hier kann man die Maschinen mal laufen lassen.

    Von Gospic aus wollten wir nun eigentlich in den geschotterten Teil des Velebits fahren, bekannt durch seine Naturtunnel. Das hatten wir bereits 2006 vor. Ich lasse das, keine Ahnung wie die Strecke dort ist. Als Alternative fahren wir von Gospic aus auf Asphaltstraßen durchs Velebit. 70 km asphaltierte Waldwege bis Sveti Juraj, unsrerem geplanten Ziel zur Übernachtung.









    Den Abend verbringen wir in einer Pension in Sveti Juraj, deren Besitzer wir aus vorangegangen Reisen schon kennen.





    Außerdem ist heute das Spiel Österreich gegen Portugal. Es ging 0:0 aus. Die Österreichischen Pensionsgäste sind zufrieden. Es hätte schlimmer kommen können.






    Die Rückreise über Slowenien und Österreich ist relativ schnell beschrieben.

    Hietzu noch einiege Bilder ohne große Kommentare:



    Slowenien südöstlich von Postonja



    Hinter Ajdovščina, Anstieg zur 609


    Auf der 609 Richtung Norden. Eine Hochebene, teils asphaltiert, teils geschottert.




    Immer noch die 609. Im Norden die Julischen Alpen



    Übernachtet haben wir in der Pension Jzbec in Idrsko.

    Am nächsten Tag ging es dann über das Soca-Tal, den Vrsic, Gailtal, Mölltal, Großglpckner, Pinzgau usw. zurück.



    Die Soca, immer wieder beeindruckend!


    Der Vrsic ("Werschitzsch"), 25 Kehren hoch und 25 Kehren runter.


    Eine schöne Tour, wenn auch fast ohne Schotter.

    Ich hoffe die Bilder machen etwas Spaß. Wenn ihr Fragen habt, fragt einfach.

    Gruß Tom

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    Standard

    #8
    Ergänzung zur Statistik:

    Unterwegs waren wir 14 Tage, inkl. 2 Übernachtungen am Bodensee ("die Wanne ist voll"). Die gefahrene Gesamtstrecke dürfte bei etwa 4000 km liegen.

    Einmal durfte ich bei beiden Maschinen Öl nachfüllen, bei der neueren ging die Ölwarnung an. Eine Reifenpanne, wie beschrieben.
    Durchschnittsverbrauch um die 5 l/100 km. Eine H7 und eine Standlichtbirne. Letztere hatte ich unterwegs allerdings nicht rausbekommen. Hierzu braucht es wohl chirurgisches Besteck.

    Reifen Heidenau K60 Scout. Der ideale Reifen für die gefahrenen Strecken. Da ich weder Knieschleifer noch Dauer-Autobahnfahrer bin, kommt mir der Reifen sehr entgegen und bleibt nun endgültig als Standardbereifung bei mir drauf.

    Übrigens ein Übernachtungstipp im Zillertal: Gasthof Merzenklamm in Stumm. 78 Euro für's Doppelzimmer. Super freundliches Personal, klasse Zimmer und gutes Essen und Trinken. Ein Zufallsfund, wie so viele der der Übernachtungsmöglichkeiten, die wir auf der Reise genutzt haben. Zu empfehlen sind auch:

    - das Hotel Blini in Shkoder
    - das Hotel Krilo in Jesenice
    - der Gasthof Jacbek in Idrsko
    - die Pension Konoba Mul ??? in Sveti Juraj (liegt unten am Hafen, den genauen Namen kenne ich leider nicht,
    Koordinaten: 44.930625, 14.920193)
    - die Pension Seeschau in Dingelsdorf am Bodensee (einfach, urig, etwas altbacken aber super direkt gelegen am See; und sehr gefragt)

    Und ja, wir könnten gerade wieder losfahren. Egal wohin, nur weg.

    Gruß Tom






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    Standard

    #9
    Hallo Tom!
    Danke für Deinen tollen Bericht und die Welt ist klein!Vielleicht kannst Du dich noch erinnern:
    Wir haben uns am Grenzübergang zu Montenegro sowie am Shkoder See getroffen!!!
    Wir, dass waren eine KTM 1190 Adventure und meine 1200GS ADV. Ich bin der mit dem unauffälligen roten Helm....
    Hab sogar ein Foto gefunden

    p1090439.jpg

  10. Registriert seit
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    Standard

    #10
    Unsere letzte große Reise in den Balkan?

    Nein , ----- weitermachen nicht aufgeben ...!!!


 
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