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Lake Malawi - just the two of us....

Erstellt von SA Moose, 05.10.2013, 12:38 Uhr · 15 Antworten · 1.652 Aufrufe

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    Standard Lake Malawi - just the two of us....

    #1
    So, jetzt sind wir bereits zwei Wochen wieder zurueck und es wird Zeit, den Bericht zu schreiben, bevor wir es wieder vergessen. Moment mal, der Satz war jetzt absolut hirnrissig, wir werden diesen Trip ueberhaupt nicht vergessen. Aber jetzt hier, bei mitte 20 Grad und blauem Himmel im Haus zu sitzen statt auf dem Moped ist schon schwehr.

    Eine Sekunde bitte eben, muss mal gute Musik auflegen, dann geht's einfacher....ok, nun ist's besser!

    Warum Lake Malawi? Weil wir da immer mal hin wollten. Ich hatte so gedacht, mal eine Woche Urlaub reinzulegen, rauf zum See, 'n bisschen schwimmen und schnorcheln und wieder zurueck. Dann hab' ich auf die Karte gekuckt und festgestellt, dass die Distanzen doch etwas weiter sind, als ich es erwartet hatte. Manchmal hilft es, genau hinzugucken. Also wurde dann entschieden, fuer zwei Wochen zu fahren. Geschaeftlich und privat passte September am besten, allerdings fanden wir keine Mitfahrer. Na ja, egal, fahren wir eben alleine.

    Das team: meine bessere haelfte Carmen und ich. Der zweite Grund fuer die Tour: es sollte unsere Testfahrt werden, um zu sehen, ob unsere Ausruestung einerseits die Anforderungen erfuellt und andererseits ob alles dabei ist, was man so braucht. Als Test fuer unsere Europareise naechstes Jahr. Und Platz ist ja nicht viel da fuer zwei Leute. Unser Platz im Detail: die beiden panniers, links er, rechts sie (die Maedels brauchen ja immer mehr......) und die top box runter, statt dessen die Ortlieb 89l rackpack Tasche, drumrum das pacsafe Metallnetz. Das wars auch schon, hat auch wunderbar geklappt. Das gute ist, dass wir durch unsere Trekking Aktivitaeten einfach dran gewoehnt sind, so wenig wie moeglich mitzuschleppen, allerdings andererseits alles, was man braucht.

    Die grobe Richtung war geplant, allerdings nicht, wie weit oder wo uebernachten, dass wollten wir dann unterwegs entscheiden, je nachdem, wie die Tage so verlaufen und wie es uns dort gefaellt. Entweder zelten oder B&B je nachdem, wie wir uns fuehlen und halt den Umstaenden entsprechend.

    Vom gesundheitlichen her: keine Malaria Prophylaxe, die nehmen wir selbst in SA nicht mehr sondern sind bereit, dies testen zu lassen, sollten die Symptome auftreten. Die Seitenwirkungen jeglicher Tabletten geht auf mein System, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Duennpfiff etc. Das brauche ich nicht wenn ich auf dem Bike unterwegs bin. Ausserdem kann man jederzeit in einer der groesseren Staedte einen Bluttest machen lassen und sich notfalls mit den entsprechenden Medikamenten behandeln lassen, die ohne grosse Probleme verfuegbar sind. Dies ist eine persoenliche Entscheidung, keine Empfehlung fuer andere! Tetanus und Gelbfieber waren noch gueltig und es war keine Auffrischung noetig. Wir haben Hepatitis A & B Impfungen erhalten, die in ca. 6 Monaten die letzte Spritze benoetigen, dann ist das gut fuer die naechsten 20 Jahre. Unsere Reiseapotheke hatte dann die ueblichen Sachen drin, die man so mitschleppt. Vor einigen Monaten habe ich dann noch einen level 2 first aid Kurs gemacht. Fuer mich reicht das aus, um die notwendigsten Situationen in Angriff zu nehmen. Wenn's dann schlimmer kommt, braucht man entweder einen Profi oder einen Sarg.

    Dann kam Freitag morgen, der Tag der Abreise. Morgens um 6 zum biker Kaffee, das ist immer ein guter Anfang zum Wochenende, selbt wenn es nicht Urlaubszeit ist. Wir sind zwischen 5 und 15 biker und haben viel Spass, bevor es zur Arbeit geht. Fuer Carmen ist 6 Uhr definitiv zu frueh, die Klappen zu oeffnen und sich von der fiesen Sonne die Augen versauen zu lassen. Also geh' ich immer alleine... Meine Kumpels waren neidisch und ich hab's natuerlich dick eingerieben, dass ich kurz zum Lake Malawi duese. So oft bietet sich diese Moeglichkeit ja nicht! Da konnte mich dann auch keiner der anderen selbst mit einem kleinen Wochenentrip uebertrumpfen!

    Nach einem kleinen Zwischenstopp in einem Zubehoerladen und einer Visier Innenscheibe fuer Carmen ging es dann nach Marloth Park, wo wir ein kleines Wochenendhaus haben. Das ist 20 Minuten entfernt von Komatiepoort, dem Grenzuebergang nach Mosambik. Passte natuerlich ideal, da brauchten wir noch kein Zelt aufbauen und sind dann abends noch mal schoen Essen gegangen, wer weiss, was uns die naechsten Tage erwarten wuerde?

    Vor der Grenze passierten wir eine extrem lange LKW Reihe und ich dachte schon, dass wuerde jetzt den Rest des Tages in Anspruch nehmen, ueber die Grenze zu kommen. Allerdings laeuft das besser, als gedacht und wir waren in ca. 1 Stunde mit den Formalitaeten fertig und wieder auf der Strasse nach Maputo. Geld hatten wir vor der Grenze gewechselt, bei der lokalen Bank: eine Frau auf einem Stuhl, unter einem Baum, im Schatten, mit dicken Geldbuendeln in der Hand. Wieviel? 1000 Rand! Ausgetauscht, keine Papiere, und tschuess!

    Durch Maputo zu fahren, war hektisch. Die Maschine, voll beladen, verhielt sich leicht anders als wenn ich allein unterwegs bin, und ich musste mich etwas dran gewoehnen. Selbst, wenn wir Wochenendtouren machen sind wir doch selten so voll gepackt, wie auf diesem Trip und das bike war sichtlich leichter vorn. Aber Probleme hat's eigentlich keine gegeben waerend der ganzen Tour. Nur ein Umfaller, aber davon spaeter. Die Strasse gen Norden hatte ein Stueck von ca. 20 km, einspurig, die von den lokalen zweispurig in beide Richtungen in anspruch genommen wurde. Mit Schlagloechern, Sand etc und alles bei 35 Grad im Schatten, kein Schatten. Ich hab' uns dann durchgewurschtelt, wie es mir am besten passte. Links, rechts, mitte durch, immer am checken, ob irgendwo ein dusseliger cop steht, der evtl. extra Einkommen auf sich zukommen sieht. So etwas soll es geben in Afrika! Und diskutier so etwas mal mit einem, der eine Waffe an der Huefte hat und dessen Sprache Du nicht beherrscht. Da kann Freude aufkommen. Mehr davon spaeter, diesmal war niGS. Das Chaos loeste sich dann schliesslich auf und erreichten die Bucht von Bilene, wunderschoene Gegend, netter Campingplatz (im tiefen Sand, bagger bagger, schwitz schwitz....irgendwie hatte ich ab und zu das Gefuehl, meine 230er Honda waere evtl. die bessere Maschine) und gleich an die Bar, DosM ein lokales Bier. Das meisste ist verpufft, bevor es irgendwo ankam. Das Restaurant war sauteuer. Man ist halt in einer Gegend, wo es nicht all zu viele Alternativen gibt und da wir nur eine Nacht dort blieben, wollten wir auch nicht viel Zeit verplempern, lokale Alternativen ausfindig zu machen. Auf dem Campingplatz gab uns ein anderes Paerchen noch einen Tip fuer ein lokales Restaurant in walking distance, welches wir dann auch aufsuchten. War eigentlich auch nicht viel billiger, aber wir waren auch nicht in der Stimmung, weiterzusuchen. Carmen's steak blieb dann auf dem Teller, das war wirklich tot und meine prawns waren auch nicht unbedingt das gelbe vom Ei. Das Schicksal Reisender, man muss halt nehmen, was man bekommt.

    Da wir alte camper sind, war dann die Uebung, das Lager am naechsten morgen abzubrechen und einzupacken eine relativ schnelle Geschichte und schon ging's weiter Richtung Inhambane. Dort angkommen, fragten wir ein paar Maedels, wo es denn hier schoen ist zum campen und wurden auf Tofo aufmerksam gemacht. Das hatte ich auch schon von anderen vor unserem Trip gehoert und es war nur eine halbe Stunde entfernt. Der campingplatz entsprach nicht Swambo's Anforderungen und sah' "dodgy" aus. Wisst ihr, was "dodgy" in Afrika ist? So war es dann auch, also suchten wir weiter. Auf dem weiteren Wege kam ich dann irgendwie von der geplanten Strasse ab und landete in einem tiefen Sandweg. Da es nicht allzu lang aussah, hatte ich den Luftdruck nicht runtergelassen noch die Fahrweise auf "off-road" geaendert. Die Maschine schlingerte recht ordentlich und Carmen fragte, ob sie lieber absteigen sollte? So'n Quatsch, ich kann doch Moped fahren man, weiss doch, wie das geht. Duesselige Frage. Nach ca. 50 m entschloss sich die liebe Dame troztdem, kurz in die Horizontale zu gehen. Auf meine Bemerkung "jetzt kannst Du absteigen", erhielt ich demtentsprechend den Blick. Ihr kennt den Blick? Das ist dieser Blick bei dem Du besser nicht weiter argumentierst. Da hast Du schon verloren. Aber wir haben trotzdem gelacht. Ein lokaler, der vor uns mit seinem 4x4 anhielt, half uns dann die Maschine aufzuheben. Ueberraschung des Tages: dunkel, wie er war, sprach er uns in fliessendem Deutsch an!!! Er hatte uns sprechen gehoert und erzaehlte uns dann, dass er ein Diploma in Nuernberg gemacht hatte. Die Welt ist klein. Da es inzwischen doch schon spaet war, blieben wir dann im "Liquid Lunch", was sich als gute Entscheidung entpuppte. Super Zimmer, gutes Restaurant. Zum leckeren Chicken wrap gabs dann einen ebenso leckeren suedafrikanischen Rotwein. Eine Runde Geschichte zum Abschluss des Tages. Allerdings auch nicht ganz billig.

    Am naechsten morgen ging's dann zurueck nach Inhambane, kurz tanken, Fruehstueck kaufen (habt ihr schon einmal Broetchen gekauft, wenn ihr in der lokalen Sprache nicht wisst, was Baeckerei oder Broetchen heisst?). Aber irgendwie findet man doch meistens einen freundlichen lokalen, mit dem man mehr oder weniger kommunizieren kann und es kommt auch was bei raus! Ausserdem entschied sich meine Frontbirne, den Geist aufzugeben. Ich hatte extra keine Ersatzbirne mitgenommen, weil dies ein so gewoehnliches Teil ist, dass man es ueberall bekommen kann. Der erste laden hatte keine, verwies uns aber auf ein Geschaeft ca. 500m weiter. Logischerweise das einzige Geschaeft in der ganzen Strasse, das erfolgreich geschlossen war! Nach kurzer Diskussion mit einem lokalen, sagte er, ich sollte ihm die kaputte Birne geben, was ich auch tat. Eine halbe Stunde spaeter tauchte dann aus dem mysterioesen Afrikanischen Raum eine neue auf. Nach meinem ueblichen Kampf mit selbiger fuer ca. 45 Minuten bei 34 Grad im Schatten, kein Schatten (hatten wir den schon?) war sie dann drin. Und ich werde auf diesem Forum keine weitere Diskussion diesbezueglich eingehen, das System ist fuer mich Scheisse und bleibt Scheisse. Wer immer das entworfen hat, muss sehr kompliziert denken oder komisches Zeugs rauchen. Echt jetzt. Immerhin war die Ersatzbirne billiger als in Johannesburg!?

    So, Pause erstmal, die Finger qualmen.

    Will noch jemand Teil 2?

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    #2
    dieser Thread braucht Bilder

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    #3
    Sehr schön Rainer,

    Lake Malawi find ich gut, bitte um Fortsetzung, gegen Bildchen hätte ich auch nichts

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    #4
    Wo ist die visuelle Kontrolle des geschriebenen Textes?

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    #5
    Ja ja, da hab' ich schon drauf gewartet, dumme Bemerkungen bezueglich der Bilder. Ganz einfach, werden waehrend der Woche eingestellt, da mein Heim PC ein alter donkey ist und es ewigkeiten dauert, bis da was passiert. Im Buero bin ich besser ausgeruestet. Also, Geduld und Spucke bis anfang der Woche.....wie es hier unten so schoen heisst: chill, bru......


    Teil 2

    Der Plan fuer den naechsten Tag (eigentlich hatten wir keinen Plan fuer irgendeinen Tag, nur eine generelle Idee von der Richtung, die wir einschlagen, was fuer mich eh' schon eine enorme Anforderung darstellt!) war, Richtung Norden, an Vilankulo vorbei und dann links rueber nach Chimoio und gucken, wo man bleiben koennte. Waehrend der Fahrt dann hatte ich gedacht, eigentlich schade jetzt von der Kueste weg. Kurze Absprache mit swambo und zack zack, wurde das Tagesziel Vilankulo angepeilt. Halt noch eine Nacht an der Kueste, nochmal an' Strand. Dort angekommen, mit 'n bisschen Sand zur Abwechslung (ohne dropper ) fanden wir dann den Campingplatz, der komplett leer war und uns mal wieder nicht zusagte. Also fanden wir die Zombie Cucumber Lodge, zwar kein Camping aber die hatten einen dorm room, war ehemals ein backpacker. War sehr schoen dort und wen treffen wir, der ebenfalls in dem dorm room blieb? Ein anderes deutsches Paerchen. Die findet man ueberall, unglaublich, alles fest in deutscher Hand. Nach einem Spaziergang am Meer und einem Bierchen am pool (kann sein, dass das auch zwei waren...) wurde der Abend dann mit einer leckeren Pizza abgerundet und mit einem Cabernet aus Chile weggespuelt.

    Wir wussten von vorigen Berichten, dass die Strasse nach Norden ab Vilankulo schlechter wird und ich dachte mir schon, das wird ein langer Tag. Volltreffer! Vielleicht sollte ich noch kurz erklaeren, wie und warum ich mich verschaetzt hatte. Ich bin Vielfahrer hier unten und lange Distanzen durchaus gewoehnt. Nach Durban sind es 600 km die man in 5 Stunden machen kann, nach Kapstad 1500, die man in zwei Tagen abspulen kann, wenns dringend ist, auch an einem Tag. Allerdings sind unsere Strassen in SA auch dementsprechend gut. Ich musste feststellen, dass ich meine Erwartungen bezueglich der Distanzen stark runterschrauben musste, sobald wir ueber die Grenze von SA fuhren. Im Nachhinein, alles ueber 300 km am Tag kann zur Tortour werden. Es wird einem alles entgegengeworfen, was man so erwartet: Schlagloecher, Autos, Kleinbusse, LKW's, Fussgaenger, Ziegen, Kuehe, Hunde, Radfahrer, Speedcops. Oftmals war unsere Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 50-60kmh am Tag!

    Um kurz nach 8 waren wir wieder auf der Strasse. Noch kurz in den Ort, zur Bank, Geld ziehen und dann etwas warten, bis die pharmacy aufmacht. Carmen hatte Probleme mit ihrem Knie, letztendlich nahmen wir dann die Innenpolster raus, es bereitete ihr Schmerzen und sie kaufte dann eine lindernde Creme. In der Zwischenzeit hatte ich bei einem Strassenverkaeufer suesse Broetchen bekommen, absolut lecker. Fuer die stolze Summe von 3 Rand. Fruehstueck war erledigt und weiter ging es Richtung Chimoio. Dort kamen wir um 15 Uhr an und waren noch gut drauf, also entschieden wir noch nach Catandica weiterzufahren und nach einem Campingplatz Ausschau zu halten. Den gab es aber nicht, auch keine Unterkunft (ohne gross zu suchen). Also weiter in Richtung Tete und sehen, ob man evtl. unterwegs irgendwo das Zelt aufschlagen kann. Allerdings gibt es dort kaum mal eben ein Plaetzchen, wo niGS los ist. Alle paar hundert meter sind Huetten etc und ich war am ueberlegen, ob man einen lokalen fragen sollte, dort das Zelt aufzubauen. Das einzige, was mich davon abgehalten hatte, war mein Verantwortungsgefuehl gegenueber meiner Frau. In der Zwischenzeit wurde es dann dunkel und meine generelle Einstellung ist, nicht im Dunkeln zu fahren, das ist arg gefaehrlich mit den vorher Beschriebenen Bedingungen wird es im dunklen nicht gerade besser und ich vermeide es normalerweise wie die Pest, hier im Dunkeln zu fahren. Zum Glueck war das Stueck Strasse ab Chimoio nach Norden recht neu und ohne Schlagloecher, was enorm half. Trotzdem war es ruck zuck zu dunkel, um einfach am Strassenrand stehen zu bleiben. Gegen 20 Uhr erreichten wir, recht muede von der nun langen Fahrt, den Ort Changara und sahen das Schild: Changara Rest Rooms. Die wurden es auch. Mehr oder weniger ein Truckstop mit lokalem pub. Preis: USD 150/Raum. Ich: und was habt ihr sonst noch fuer Raeume? USD 50. Ich: bitte zeigen. Angesehen und sofort den USD 150 Raum gebucht....... Wir nahmen sofort die Vernichtung von einigen Bieren in den Angriff und hatten viel Spass mit zwei lokalen Truckern. Als die sich verabschiedeten, konnten wir dort Abendessen kaufen, chicken & chips fuer R 30 und es hat sehr gut geschmeckt. Tisch wurde gedeckt auf dem Parkplatz! Es hat aber auch ueberhaupt nicht gestoert. Dann ab ins Zimmer und Duschen. Als ich gerade die letzte Seife aus dem Haar gespuelt hatte, war dann auch das Wasser weg????? Keine Dusche fuer Carmen!!! Auf Anfrage wurde uns mitgeteilt, es kommt gleich wieder. Gleich wurde allerdings nicht definiert und war bis zum naechsten morgen immer noch nicht da. Immerhin mit aircon und TV. Aber das ist nun wirklich das allerletzte, was wir auf einem Afrika Trip brauchen, TV...Na ja, nicht deren Problem. Kein Wasser.........AWA.

    Ab Changara ging es dann eine ganze Weile ueber Schotter, da die Hauptstrasse nach Tete unter Konstruktion ist. Ging aber, nur etwas staubig und mit viel Schwung an den LKW's vorbei. Tete ist nichts besonderes, ausser dass man ueber eine Bruecke den Zambesi ueberquert, die Stadt selber hat uns nicht viel gegeben. Wir fanden noch ein kleines Cafe, wo wir dann Fruehstueckten, bevor es weiter ging nach Zobue, dem Grenzuebergang zwischen Mosambik und Malawi. Man wird dort immer gleich von mehreren lokalen umschwaermt, die einem die Papier aussortieren wollen (sogenannte "runners") und Geldwechsler. Einen Runner brauchten wir nicht, aber es dauerte doch ca. 1/2 Stunde, bis er das dann kapiert hat. Den Geldwechsler haben wir genommen und im Nachhinein auch festgestellt, dass unser selbiger auch noch beschissen hat. Allerdings erst, als wir schon in Malawi waren und zurueckfahren war einfach nicht angesagt. Schulgeld. Aber unsere Gehirne waren auf Urlaub, die Staendige Umrechnung von Rand in Meticals und dann von Rand in Kwacha etc. Na ja, ab dafuer. Das naechste Mal werden wir vor der Grenze nur den geringst notwendigen Betrag wechseln, um die Transit admin fee von 5000 Kwacha zu bezahlen. Danach kann man getrost in Blantyre entweder bei einer Bank oder bei einem Western Union office Geld wechseln, zumindest wird man da nicht beschissen und bekommt auch kein Falschgeld. Oder am ATM ziehen. Kein Problem bisher. Wir wollten vorher in SA Kwacha kaufen, erhielten aber nur ein muedes Laecheln am Bankschalter! Aufgrund meiner suedafrikanischen VErsicherungsbestaetigung, brauchte ich nicht die third party insurance kaufen!

    Eine halbe Stunde spaeter, in Richtung Blantyre, machte ich dann Bekanntschaft mit dem ersten speedcop. Er war adamant, dass ich zu schnell war. Ich war adamant, dass dies nicht richtig ist, ich bin echt nicht zu schnell gefahren. Ratet mal: yep, er hat gewonnen. Ein lokaler PKW wurde auch von ihm rausgezogen. Den sah' ich vorher schon im Spiegel die Strasse runterkommen, wesentlich schneller als ich. Ein kurzes Palaver, und er fuhr weiter. Go figure! Es kam zur Trennung von mir und 5000 Kwacha (R 160).

    Noch ein Stueck weiter und Carmen bat mich, doch anzuhalten. Gesagt, getan. Die Batterie von unserer Digitalkamera hatte sich selbstaendig gemacht. Scheisse! Ich bin dann ca. 10 km zurueck und habe versucht, das Teil zu finden, allerdings ziemlich hoffnungslos. Also ging die Suche nach einer neuen Batterie in Blantyre los. Die ersten paar Geschaefte wurden erfolglos besucht. Dann kamen wir zu einem shopping centre, die SA Geschaefte hatten. Die rote Lampe ging an. Rein wie nix, die hatten schon mal die Nikon Kameras im Display. Allerdings keine Ersatzbatterien. Die koennten bestellt werden und wuerden in einer Woche hier sein! Scheisse. Die Zeit haben wir nicht und wollten aber auch nicht auf weitere Bilder verzichten waehrend unserer ersten grossen Afrika Rundfahrt. Also kaufte ich eine neue Kamera. Problem geloest. Oder? Nicht ganz. Als ich die memory Karte tauschen wollte, musste ich feststellen, dass die neue Kamera nur eine micro sd card nimmt. Gluecklicherweise durften wir dann auch noch eine neue memory card kaufen. Urlaubsfreuden.

    Inzwischen war es 16 Uhr und laut dem GPS (Garmin Zumo 660 mit Africa maps) waren es nur noch 195 km bis Lake Malawi. Also weiter, das schaffen wir easy. Oder vielleicht doch nicht? Die kuerzeste Strasse geht ueber Zomba, allerdings ist die gesamte Route unter Konstruktion. Das GPS (oder ich?) hat schlapp gemacht und kam mit der Umleitung nicht so ganz klar. Wir fuhren auf einer doppelspurigen Strasse, die dann zweispurig wurde, dann einspurig und es war schliesslich nur noch Platz fuer ein Fahrzeug (in beide Richtungen) und wir verfuhren uns total bis in ein Township. Fuer die Anwohner war es wohl eine total ungewohnte Ansicht und sehr andere Unterhaltung als gewoehnlich. Die waren am johlen und klatschen und pfeiffen und ich musste unser Schlachtschiff durchschunkeln, in Gegenverkehr, durch Loecher etc. War 'ne richtige kleine Party. Einmal schaffte ich noch, die dicke durch ein paar Felsen durchzuqetschen und weiterzufahren, musste allerdings ein paar hundert meter Weiter doch umdrehen. Selbst fuer die Q gab es kein Durchkommen mehr. Logischerweise war es mal wieder dunkel geworden und wir kehrten um in Richtung Blantyre, um nach einer Bleibe zu suchen. Logischerweise kein Campingplatz. Wir fanden eine prima lodge, zu dem guenstigen Preis von $ 150 und ein Restaurant in walking distance. Ein lokales Pfeffersteak und einige Biere erneuerten unsere Batterien sichtlich. Eigentlich trinke ich nicht so viel Bier, lieber Wein. Aber bei den Temperaturen (taeglich zwischen 35 und 42 Grad) war ein kaltes Bier grundsaetzlich angenehmer und man kann ein sixpack wegstecken, ohne dies gross zu merken! Letztendlich war die Entscheidung, in Blantyre zu bleiben, nicht ganz so schlecht. Wir benoetigten am naechsten Tag immer noch 5 Stunden, um Lake Malawi zu erreichen. Wieder mal erfolgreich unterschaetzt.

    So Jungs und Maedels, Paus bis morgen. Jetzt ist Rugby angesagt, unsere Jungs spielen gegen die All Blacks, da ist immer der Baer los.

    Also, bis bald auf Teil 3, und tschuess!

    - - - Aktualisiert - - -

    Teil 3

    Fuer die Weiterfahrt entschieden wir uns dann am naechsten morgen fuer eine andere Strecke, was dann auch prima geklappt hat. War eine schoene Strecke von der Landschaft her und mann konnte eine erhoehte Anzahl von moslemischen Einwohner an deren anderer Kleidungsweise feststellen. Eine weitere positive Entwicklung in Malawi ist die Tatsache, dass Strassenhaendler und Bettler wesentlich freundlicher sind, als wir es bisher erfahren hatten. Wenn man hoeflich aber bestimmt "nein" sagt, wird das auch akzeptiert und man wird in Ruhe gelassen. Dies ist durchaus nicht immer der Fall. Das Glueck war auf unserer Seite da wir nun den Lake Malawi bei Tageslicht erreichten. Irgendwie war es schon beeindruckend, als wir dann die ersten Blicke auf unser eigentliches Reiseziel werfen konnten. Es ging an Bananenplantagen vorbei, gespickt mit riesigen Baobab Baeumen, im Hintergrund kleine Bergzuege, durch einen Fevertreeforest und dann schliesslich die Ebene an den Lake Malawi. Das letzte Stueck an unser Ziel fuehrte noch ueber eine hervorragende Waschbrett Schotterstrasse, welche die Zahnfuellungen schuettelte. Anschliessend ging es dann noch mitten durch ein village, so richtig typisch Afrika, bevor wir dann Fat Monkeys erreichten. Wir entschieden uns fuer ein Zimmer eher als Zelten. War eigentlich nicht schoener, wenn man jetzt so drueber nachdenkt, allerdings sehr praktisch. Unterwegs musste ich mir irgendetwas eingefangen haben, da mein Magen rebellierte und ich die erste Nacht praktisch auf der Toilette verbrachte. Wenn ich da jedesmal aus dem Zelt gemusst haette und dann quer beet zum Klo hechten, das waere hektisch gewesen. Unsere Travelclinic hatte uns Ciploxx mitgegeben, die haben ihren Job getan und ich fand sie besser als Immodium. Ruck zuck war ich wieder fit. Carmen hatte es zwei Tage spaeter auch erwischt, allerdings nicht so start. Wieder halfen die Tabletten gut.

    Ein Freund aus Johannesburg hatte dort auch schon bekannte gemacht, abgesehen von den lodge Eigentuemern auch einige von den Einheimischen. Als die dieses hoerten, wurden wir ueberall sehr freundlich aufgenommen. Wir verbrachten die naechsten zwei Tage mit niGStun, lesen, Bier vernichten, schnorcheln (Lake Malawi hat absolut glasklares Wasser). Allerdings gingen wir nicht an der Lodge ins Wasser, da dort Bilharzia vorkommt. Besonders in den ersten paar Metern vom Strand ins Wasser. Dort leben die kleinen Biester mit vorliebe und wir hatten kein Interesse, deren Bekanntschaft zu machen. Es gibt Tabletten dagegen (eine pro 15 kg Koerpergewicht), aber wir haben darauf verzichtet. Wir liessen uns von einem Boot zu einer nahegelegenen Insel bringen, die felsig ist, auch ins Wasser rein und die Chance, Bilharzia einzufangen ist wesentlich geringer. Bisher haben wir noch keine Symptome und ich hoffe, es bleibt so!

    Das Essen in der Lodge war phantastisch, die Koeche waren sehr gut ausgebildet. Allerdings informierte uns die Eigentuemerin, das es recht lange gedauert hat, bis sie dies erreicht hatten! Ihr voriger Chefkoch war mit 23 an Lungenentzuending gestorben. So war zumindest die offizielle Version. Na ja, das wird hier oft anders genannt, als es wirklich ist. Afrika halt.

    Langsam aber sicher fingen wir an, mit anderen Gaesten zu sprechen. Die uebliche Interessante Mischung von internationalen Reisenden, meist im eigenen 4x4, wir waren die einzigen auf dem Moped, ausserdem war noch ein grosser Overland Truck dort. Der Eigentuemer verweilte dort ein paar Tage, seine Gaeste waren auf einer der Inseln eingebucht. Interessant war ein suedafrikanisches Paerchen, die aus Kapstadt kamen mit ihrem Landrover und auf dem Wege nach Kenya waren. Ich hatte auf der Fahrt durch den Tete Korridor etwas bedenken, da ein Geschaeftspartner von mir, der eine LKW Flotte zwischen Malawi und SA laufen hat, uns vor erneuter Frelimo/Renamo Rivalitaet berichtete und sagte, wir sollten vorsichtig sein. Ich bin kein Held (ausser auf dem keyboard.....) und hatte in Gedanken drueber nachgedacht, was man wohl machen kann wenn dann so ein guerilla mit einer AK47 vor einem steht. Da ist nicht viel zu argumentieren, oder? Wenn die Situation es zulaesst, wuerde ich umkehren oder vollgas geben, whatever aber es ging mir doch schon im Kopf rum. Allerdings hatten wir ja niGS. Und unsere Kapstaedter, die praktisch einen Tag spaeter dieselbe Strecke gefahren sind, mussten in einem Militaerkonvoi durch den Tete Korridor! Ooops! Glueck gehabt.

    Eine gute Sache an der Tatsache, dass wir mit dem Moped unterwegs waren, war, das wir keinen extra Platz hatten. Also auch nicht halb Afrika aufkaufen konnten, was Carmen sonst gemacht haette. Ihr wisst ja, wie das geht: "ooch, guck mal, das ist doch huebsch, und das auch, oh und hast du dies schon gesehen, das wuerde ja noch gut ins Schlafzimmer passen usw". Leider diesmal nicht. Was macht die Dame???? Kauft von den lokalen Fischern ein Mokoro (aus einem Baumstamm geschnitztes Boot) und fragt ganz nett, ob ich dann den Transport nach Johannesburg organisieren koennte? Kannst Du doch, nech? Na klar.....im Geiste: keine import permit, kein registrierter Importeur, holz muss fumigated werden also kurz und klar: Mist. 3m lang das Teil!!! Aber, da hat sie dann den Eigentuemer des Overlanders gefragt, ob er das nicht evtl. mitnehmen koennte. Und der hat auch nicht lange gefackelt und hat es versprochen. Wir haben dann gesagt, falls er in Schwierigkeiten geraet, soll er es wegwerfen, lohnt sich nicht grosse Strafen zu bezahlen und war einen Versuch wert. Inzwischen ist das Boot in unserem Garten. Man braucht ja schliesslich ein Holzboot im Garten, ihr versteht das sicherlich?

    Bevor wir weiterfahren, noch ein kurzer Hinweis auf unsere elektronische Ausruestung: ein handy, eine (zwei) Kamera fuer Bilder, eine HDGhost helmet camera fuer videos, ein tablet. Dann den adapter fuer den Hella plug vom bike, der in einen Zigarettenanzuender Stecker ging, in den wir das Kabel fuer die USB ports steckten. Tagsueber habe ich dann damit die Powerbank geladen, mit der ich dann abends wieder die anderen Geraete geladen hab. Sind zwar nicht voll geworden, da meine Powerbank zu klein war, aber es hat geklappt und fuer den Europatrip werde ich mir eine groessere Powerbank zulegen. Ich hatte alles unter dem Sitz neben dem Werkzeug untergebracht. Bloss der eine female Stecker der Powerbank hatte sich irgendwann verkanntet und gab seinen Geist auf. Ich muss also eine etwas festere Loesung erfinden, das es selbst beim Wackeln des bikes stabil bleibt. Aber das sollte machbar sein.

    Teil 4 folgt.....

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    Ein paar piktschas......
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    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken dscn3722.jpg  

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    #6
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    #7
    endlich Bilder, danke Rainer.....sehr schön. schreib noch was dazu, dann ist es perfekt.....ich hab Fernweh

  8. Registriert seit
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    #8
    ich empfehle mal, sich die Gegend um den Malawi-See bei Google-Earth, dortselbst die implementierten
    Bilder, anzusehen. Es ist eine traumhaft schöne Ecke auf unserem Globus und alle Hochachtung vor Dir
    und Deiner Sozia, Rainer, eine solche Tour zu fahren.
    Meine Minimumforderung wäre es gewesen, mit zwei Motorrädern zu fahren.

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    #9
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